Wunsch und Wahlrecht hinsichtlich Wohnort und -Form: Änderung des § 104 SGB IX

Aufruf: Mitstreiter gesucht / Experten oder Prüfer gesucht / …
Kontaktart: Kommentar unter Beitrag / persönliche Nachricht (PN)
Inhaltliche Diskussion öffentlich erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: Namen Alfonso Roman Barbas
Bearbeitungsstatus: Entwurf
Redaktionsschluss: (voraussichtliches) Datum : 12.08.2017
Sozialrecht (§ 104 SGB IX) zwingt behinderte Menschen zum Teil dazu, sich einen Heimplatz zu suchen oder in einem Heim zu verbleiben, wenn die Kosten für eine eigene selbst gewählte Wohnung die Heimkosten übersteigen (s. auch den Artikel unter www.change.org/p/kein-heimzwang-für-behinderte-menschen, auf den ich mich beziehe). Aufgrund meiner Erfahrung in einer langen Beratungstätigkeit in diesem Bereich wollen die Kostenträger hier sehr viel Geld sparen. Normalerweise kostet ein Heimplatz mehr als eine nicht-stationäre Unterbringung, sprich eine eigene Wohnung. Zu den wohnräumlichen Einschränkungen treten hier auch weitere menschenunwürdige Einschränkungen auf vergleichbar mit einem Gefängnis.
Ich fordere daher, den § 104 SGB IX dahingehend zu ändern, dass “das Wunsch- und Wahlrecht hinsichtlich Wohnort und Wohnform uneingeschränkt verbrieft wird, so wie es schon der Bundesrat in seinen Empfehlungen zum Bundesteilhabegesetz gefordert hatte” (Zitiert nach der gleichlautenden Forderung auf www.change.org/p/kein-heimzwang-für-behinderte-menschen, Zugriff am 26.05.2017)

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Vielleicht müsste es dahingehend realtiviert werden, dass falls eine 24 Stunden notwendige Betreuung zuhause notwendig ist, z. B. für Wachkoma-Patienten, Alzheimer- oder stark demente Patienten, das diese darin nicht eingeschlossen sind.

Hallo Helen,
wie meinst Du das genau? Das kann ich nicht nachvollziehen.

ich weiss nicht inwieweit solche Patienten unter den §104 fallen.

Aus Erahrungen mit meinem Vater heraus, muss widerspreche ich >Dir - vielleicht war er ja ein Einzelfall. Bis zu einem gewissen Stadium seiner Demenz. konnte er sich schon noch vernünftig äussern, trotzdem mussten wir für eine mehr oder weniger rund um die Uhr Betreuung suchen

Hallo, auch meine Erfahrungen als selbst betroffener und als Berater zeigt, dass auch Menschen , die im Koma liegen, den Wunsch, selbstbestimmt zu leben haben dürfen, auch wenn sie sich nicht artikulieren können. Das machen dann vertretungsweise die Angehörigen oder vertraute Leute, die die Betreuung übernehmen. Ich möchte hier betonen, dass der Gesetzgeber im Moment keine Unterschiede machen, ob jemand im Koma liegt oder nur nicht laufen kann. Die Praxis zeigt, dass die Kostenträger diese Sache durchsetzen. Das ist kein würdiges Leben für uns Betroffene. Man sollte hier keine zwei Klassen von Behinderten schaffen, sondern jeder Behinderte ist gleich zu sehen.

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Ich unterstütze diese Initiative.
Die Würde des Menschen ist unantastbar und darf nicht der Ersparnis untergeordnet werden,
habe auch die Petition unterzeichnet.

Hallo zusammen. Wird an dieser Initiative noch weitergearbeitet oder nicht? Der Redaktionsschluss ist ja bereits einige Monate her. Ich würde den Threat sonst im Rahmen meiner Tätigkeit als Moderator archivieren?

Danke Euch.

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