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Witwenrente – Abschaffung der 50% Regelung

idee-zur-initiative

#1

Aufruf: Ich suche Mitstreiter*innen? Expert*innen? Prüfer*innen?
Kontaktart: Kommentar unter Beitrag
Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: nirwana1959
Bearbeitungsstatus: Entwurf
Redaktionsschluss: ASAP

Einleitung:
Ich suche Mitsreiter für die neue Initiative zur “Abschaffung der Regelungen der Witwenrente”
Es könnte sein dass dies jüngere Generationen zukünftig weniger betrifft, trotzdem sollte unsere staatliche Gemeinschaft es als selbstverständlich empfinden das Absinken in die Armut von Witwen zu verhindern.

Problembeschreibung:
Nach dem Tod des Ehegatten sinken die meisten Frauen unter die Grenze des Existenzminimums; dies soll mit der Abschaffung der Regelungen zur Witwenrente verhindert werden, da Beiträge für die Rentenanwartschaft vom berufstätigen Ehegatten entrichtet wurden. Da der Staat die Familie unter seinen besonderen Schutz stellt und darauf hinwirkt bestehende Ungerechtigkeiten zu beseitigen, sollte entsprechend unserem Grundgesetz diese Regelung schon lange abgeschafft sein.

Forderungen

  • Abschaffung der Regelung der Witwenrente für den Fall, dass die Ehegattin während der Ehe berufsuntätig war aufgrund von Kindererziehung und keine eigenen Rentenansprüche aufgrund dessen erworben hat
  • Beibehaltung der erreichten Rentenhöhe des Ehegatten, wenn die Ehepartner zu dem Zeitpunkt noch verheiratet sind

Quellen
Allgemein bekannte gesetzliche Regelung


#2

irgendwie ist im Text der Wurm drin (?)
Magst Du noch mal drüberschauen?
Oder ich hab ein Pfahl im Auge.


#3

Was meinst Du? Ich dachte ich habe mich an die Vorgabe gehalten :slight_smile:


#4

Wie willst Du der Witwe über die Strasse helfen, wenn Du ihr vor der Nase die Zebrastreifen einsparst?


#5

Aah das meinst Du, Danke Dir für den Hinweis


#6

Gibt es eigentlich ähnliche Regelungen für eine Witwerrente?


#7

Ja. Grosse und Kleine Witwenrente - analog auch Witwe(r)rente.
Aber frag mich nicht nach Deteils. Muss mich gerade für mein Vater da reinvertiefen.

wiki:
“Der hinterbliebene Witwer erhält entweder die Kleine Witwenrente, d. h. zwei Jahre lang (bei Altfällen[1] ohne zeitliche Begrenzung) eine Rente in Höhe von 25 % der tatsächlichen Altersrente oder der berechneten Rente wegen voller Erwerbsminderung zum Todeszeitpunkt des Verstorbenen. Oder der hinterbliebene Witwer bekommt die Große Witwenrente, d. h. eine Rente in Höhe von 55 % (in Altfällen 60 %) der tatsächlichen Altersrente oder der berechneten Rente wegen voller Erwerbsminderung zum Todeszeitpunkt des Verstorbenen”…


#8

Witwen- und Witwer-Rente sind geschlechtunabhängig gleich geregelt. Diese abzuschaffen würde jedenfalls zu einer Schlechterstellung der Hinterbliebenen führen.
Ob man diese besser ausgestaltet werden soll, kann ja diskutiert werden, aber wohl besser im harmonischen Gesamtzusammenhang des gesamten Rentenrechts, aber auch im Zusammenhang mit dem BGE.


#9

Ich denke mit dem BGE würde sich das ja zumindest teilweise erübrigen. Es ist aber ja auch noch nicht gesagt, dass das BGE jemals kommen wird, also ist es schon okay Probleme im Rentensystem zu lösen ohne das BGE vorauszusetzen.


#10

Man sollte vielleicht gleich über eine Regelung nachdenken, die unverheiratete Paare nicht so diskriminiert. Das BGE ist da schon ein guter Ansatz…


#11

Ich überlege gerade, ob eine solche Rente für jetzt und zukünftig junge Menschen überhaupt sinnvoll ist. :thinking:

Benachteiligt das nicht die Singles?
Sorgt sowas nicht dafür, dass sich schon während der Arbeitszeit ein Part weniger um ein eigenes Einkommen kümmert? Und ist das nicht aufgrund anderer ungleicher Verteilungen zumeist “die Frau”? Also befeuert eine Witw*rente damit nicht noch die Ungleichheit zwischen Geschlechtern?

Ist diese Rente nicht eh auch eine Erfindung aus Zeiten, in denen das Ernährer-Hausfrauen-Modell lief, was mittlerweile am aussterben ist?


#12

Wer solo ist, hat nur ein Einkommen. Er hat dann auch nur eine Rente oä.
Da gibt es ggf. Unterfinanzierung aber mit Rentenaltereintrit nicht gravierende Brüche. Das Leben war auf diesen Lebensentwurf ja ausgerichtet.

Witwenrente bügelt diese für Hinterbliebenen aus.
Klar nur Teil, denn abzüglich der Lebensführungskosten des Verbliechenen.

Natürlich könnte man/frau den Witwen sagen: Ok, Lebensführung ab sofort auf Solodasein runterschrauben! In kleinere Wohnung umziehen! Nur will eine solche flexibilität/mobilität den Leuten in Altersruhe keiner abverlangen.
Und, gerade das dürfte heute kaum funktionieren, weil die heutigen Mieten für kl. Wohn. dürften etwa gleich teuer sein wie ihre ´belle etage´, die sie noch vor 50 J. angemietet hat.
Trotzdem müsste diese jetzt aber nur aus einem Einkommen bezahlt werden.
Also.
Wohngeld oder Witwenrente?
Letztere dürfte - gefühlt - nah dran am BGE liegen.
Ist doch symphatisch. ;- )


#13

Um heutige Witwen ging es mir ja auch nicht, wie ich schrieb :wink:


#14

Hallo nirwana 1959,

ich kann bei diesem Thema eigene Erfahrungen einfließen lassen, da mein Vater (Flugzeugmechaniker mit klassischem, alten und guten Arbeitsvertrag) 2006 verstarb und meine Mutter (Krankenschwester) daraufhin mit zwei pubertierenden Söhnen und bekantermaßen alles andere als üppigen Gehalt hinterließ.

Die Witwenrente war zu dieser Zeit eine große Hilfe, allerdings konnte der Zweck, nämlich den abrupten Abfall des Lebensstandards, dadurch nicht aufgehalten werden, insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Kosten, die ein Todesfall verursacht (Beerdigung bspw).

Ich könnte mir ein Stufenmodell vorstellen, dass in den ersten Jahren, wo man ohnehin vor Trauer kaum Boden unter den Füßen hat, das volle Gehalt als Witwenrente erhält, sich dies über die Jahre aber langsam abflacht.

Ich danke dir ganz persönlich, dass du dieses Thema aufgenommen hast.

Solidarische Grüße
Thomas Geiseler


#15

Es gibt ja die “große” und die “kleine” Hinterbliebenrente, die versucht die Lebenslage zu berücksichtigen. Dass man mental nach einem Todesfall beeinträchtigt ist, spielt jedoch keine Rolle, was ich bei allem menschlichen Mitgefühl auch richtig finde.


#16

Das Thema Witwenrente ist ja sehr breit gefächert, da es vom Gesetz her unter die Hinterbliebenenrente fällt und dies beinhaltet noch mehr. Mit dieser Initiative würde ich im ersten Schritt zuerst Witwen als Rentnerinnen thematisieren, um Witwen nicht zu Sozialfällen werden zu lassen, die das ‘konservative’ Modell Ehe, Kinder, Hausfrau gelebt haben.Es war zu den Zeiten eben so und deshalb wäre es aus meiner Sicht nicht ok diesen Frauen heute den Gang zum Sozialamt abzuverlangen, damit sie einigermaßen leben können.
@Thomas-Geiseler: Ein zweiter wichtiger Punkt ist natürlich, wenn ein Lebenspartner verstirbt dass der andere mit einem vielleicht geringen Anteil an Hinterbliebenerente nicht auskommt wegen Ausbildung der Kinder, Kinderbetreuung usw. Was würdest Du denn von einer weiteren Initiative nach skandinavischem Vorbild halten dass der Staat alle Ausbildungskosten für Kinder übernimmt um diesen wichtigen Punkt im Leben aller Eltern zu entkräften?


#17

Prinzipiell finde ich deinen Gedankengang gut. Allerdings muss ich aus eigener Erfahrung in meinem Umfeld feststellen, dass auch bei “modern” denkenden Paaren, denen Gleichberechtigung wichtig ist, trotzdem oft einer (ja, meist die Frau) beruflich zurücksteckt.

Die Gründe sind ganz vielfältig, hier nur eine beispielhafte Auswahl: mangelnde Kinderbetreuung oder fehlende Randzeiten, zu wenig Flexibilität der Arbeitgeber hinsichtlich Gleitzeit oder Home Office, ungleich höherer Lohn des Mannes (zusätzlich verstärken die Steuerklassen III/V diesen Effekt noch), Frauen wollen mehr Zeit mit dem Nachwuchs verbringen usw. Die Auswahl ist nicht vollständig und nicht allgemeingültig.

Nun mag man manches “konservativ” finden, aber so sieht noch oft die Realität aus, auch in ansonsten ganz und gar nicht konservativen Familien.

Dass die Witwenrente oder deren Abschaffung hier irgendeinen Effekt hat, bezweifle ich sehr stark! Bei all diesen oben genannten Aspekten und entscheidungs-relevanten Kriterien für die Arbeitszeit der Frau spielt die Betrachtung der Rente eine marginale Rolle.

Wir müssen da an die Lebenswirklichkeit der Menschen ran. Und zum Beispiel über ein gerechteren Steuersystem, dass endlich Ehe-Privilegien abschafft, nachdenken. Das wäre jetzt hier zwar off-topic, aber für die von dir angesprochene Problematik viel zielführender!