Wir wollen mehr Frauen!

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Original Veröffentlichtung: Wir wollen mehr Frauen! – DEMOKRATIE IN BEWEGUNG


Letzten Sonntag haben wir Frauen uns anlässlich des ersten Frauen*-DiB-Tisches in Wuppertal getroffen. Es war so schön, dass Ihr dabei wart! Unser Wunsch ist, dass wir immer mehr Frauen bei DEMOKRATIE IN BEWEGUNG und in der Politik werden. Genau das war das Hauptthema bei unserem Treffen: Warum machen bisher so wenige Frauen in der Politik mit und wie können wir mehr Frauen dafür begeistern?

Was viele Frauen schätzen, ist, dass unabhängig davon, wieviel Zeit nach dem Job, Familie, Beziehung, etc. übrig bleibt, Du immer Zeit finden wirst, unserer Programm mitzugestalten, da jede bei uns Ideen einbringen und/oder über die bereits entstandene Ideen abstimmen kann, ohne sich vorher als Parteimitglied anmelden zu müssen oder Geld zu überweisen! Unkompliziert und modern.

Was wir Frauen auch toll finden ist unsere offene Diskussionskultur und die flachen Hierarchien. Keine Frau hat heutzutage noch Lust auf die leider typischen patriarchalen Strukturen mancher Parteien. Wir wollen einfach etwas bewegen ohne uns dafür hocharbeiten zu müssen!

Auch thematisch bringt sich jede dort ein, wo ihre Vorlieben liegen. Interessierst Du dich für Gesundheitspolitik, aber hast keine Lust auf Steuerpolitik? Kein Problem! Du diskutierst über das, was dich interessiert und/oder betrifft. Keine wird bei uns gezwungen, über Themen zu reden, die sie nicht interessieren. Wir freuen uns über jede Meinung und persönliche Erfahrung mit dem Thema!

Wir wissen jetzt, dass viele Frauen Lust auf Veränderung in der Politik haben, aber sich nicht dazu ermutigt fühlen, aktiv mitzugestalten. Wir wollen das ändern. Wir repräsentieren die Hälfte der Gesellschaft und wollen dementsprechend in der Politik repräsentiert werden. Wir sind nicht damit einverstanden, dass Frauen weniger als Männer verdienen, gefährdeter von Altersarmut sind als Männer, häufiger als Männer die finanziellen Schwierigkeiten kennen, die mit Alleinerziehung kommen. Weil ich nicht damit einverstanden bin, bin ich bei DEMOKRATIE IN BEWEGUNG. Und Du? Möchtest Du das auch ändern? Wenn ja, dann ist JETZT der Moment dafür!

Bis zur vollständigen Gleichstellung von Mann und Frau in Arbeitswelt, Bildung und Politik kann es nach Ansicht des Weltwirtschaftsforums noch mehr als 100 Jahre dauern. Wenn nicht endlich das Tempo der Angleichung bei Einkommen, Bildung und Aufstiegschancen anzieht, werde dieses Ziel weltweit wohl erst im Jahr 2133 erreicht. Wollen wir weiter in einer Welt leben, die uns sagt, dass wir nicht fähig genug sind, um die Zukunft mitzugestalten? Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass sich das ändert!

Falls ihr eine tolle Idee habt und denkt, dass Worte nicht ausreichend sind, um Frauen zu ermutigen Politik und Zukunft mitgestalten zu wollen, kommt zu unserem nächsten Frauen*-DiB-Tisch in Wuppertal. Wir bereiten eine Kampagne vor, welche Frauen helfen wird, sich von Klischees zu befreien und die Vorreiterinnen nicht zu vergessen, die es ermöglicht haben, dass wir überhaupt darüber so reden können.

Unser nächster Frauen*-DiB-Tisch wird wieder an einem Sonntagnachmittag stattfinden, so dass alle Frauen kommen können. Auch Alleinerziehende und ihre Kinder sind ausdrücklich eingeladen.

Wir freuen uns auf jede von euch!

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#2

Klasse!

Ich weiß zwar nicht, wer mit den Vorreiterinnen gemeint ist, aber schon lange geistert mir im Kopf herum, daß historischen Frauenfiguren aus Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Als da wären:

  • Ada Lovelace
  • Hedy Lamarr
  • Grace Hopper
  • Lillian Vernon
  • Clara Schubert
  • Margarete Steiff
  • Bertha Benz
  • Mileva Einstein
  • Olive Ann Beech
  • Elizabeth Blackwell
  • Millicent Fawcett
  • Rosa Luxemburg
  • Helena Rubinstein
  • Eleanor Roosevelt
  • Elizabeth Arden
  • Simone de Beauvoir
  • Florence Nightingale
  • Vivienne Westwood
  • Coco Chanel
  • Estée Lauder
  • Marie Curie
  • Jane Goddall
  • Rosa Parks
  • Ruth Handler
  • Radia Perlman
  • Lydia Pinkham
  • Susan Kare
  • Giuliana Benetton
  • Dorothy Hodgkin

uvm.

Auch wenn einige als Markennamen in der Kosmetik- und Fashion-Branche bekannt sind, so ist doch meist wenig bekannt über die wegbereitende Persönlichkeit dahinter.

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#3

Kam passend zum Thema gerade per RSS-Feed hereingeflattert:

Dass Frauen daran gehindert wurden, selbst Karriere zu machen, bedeutete allerdings nicht, dass ihr Rat und ihre Erfahrung nicht geschätzt wurde. Magdalena*, meine Oma mütterlicherseits, wurde im Alter von 17 Jahren mit einem 20 Jahre älteren Mann verheiratet. Mit 18 bekam sie ihr erstes Kind und bald folgten drei weitere. Ihr Mann, der eigentlich eine Ausbildung zum Friseur gemacht hatte, gründete 1939 eine Pharmafirma. Bei Sitzungen wurde sie stets hinzugezogen, sollte aber nie etwas dazu sagen. Ihre Meinung wurde erst in den privaten vier Wänden eingeholt. „Wenn sich das, was ich vorgeschlagen habe, als richtig herausgestellt hat, hat er immer gesagt: Du kleine Hexe, woher wusstest du das?"

„Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau"—diese starke Frau ließ man aber nicht in der großen Runde zu Wort kommen, sondern konsultierte sie wie einen Flaschengeist, heimlich im Kämmerlein, um ihre Ideen anschließend als die eigenen zu verkaufen. Wie fragwürdig diese Form von Vertrauen und Wertschätzung auch aus heutiger Sicht sein mag, sie rettete Magdalena den Hals. Denn ihr Mann und Vater der vier Kinder starb 1970 plötzlich an einem Herzinfarkt. Die 34-Jährige stand mit einer Hypothek auf dem Haus, den Kindern und einer verschuldeten Firma allein da. Die Leitung der Firma fällt plötzlich in Magdalenas Hände.

Als 20 Jahre jüngere Frau hatte sie wider alle Erwartungen keine Probleme, sich bei den Mitarbeitern als Chefin durchzusetzen. „Ich war ja auch schon vor seinem Tod bei Sitzungen dabei und arbeitete in der Firma mit. Und dein Opa war auch ein bisschen cholerisch, da war es mit mir, glaube ich, sogar etwas harmonischer."

Zu dieser Zeit als Frau in der Chefposition war Magdalena eine wahre Kuriosität, wie Christine Wimbauer bestätigt. Im Gespräch mit Broadly erzählt sie, dass Statistiken über Frauen in Führungspositionen aus den 70ern überhaupt nicht existieren. Die Älteste ist von 2006. Hier betrug der Anteil von Frauen in Führungspositionen ganze 1%, weshalb laut ihr davon auszugehen ist, dass er 1970 bei 0% lag. 2014 sind Frauen bereits mit unglaublichen 5% vertreten.

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Thema aufgeteilt, #4

Ein Beitrag wurde in ein neues Thema verschoben: Beitrag gemeldet und rausgenommen

#5

@Spgomes Sehr schöner Artikel , der sicher auch sehr viele Frauen ansprechen würde , wenn sie ihn denn lesen würden . Oder können sie ? Ist er außer auf der DiB-Seite noch irgendwo zu lesen ? Wenn nein , dann sollten wir dies ändern ; z. B. auf Flyern , die dort ausliegen , wo Frauen auch mal etwas Zeit hätten , zu lesen (Friseur oder Arzt) oder als Plakat in Bus und Bahn .

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#6

Zu Barnies Liste als Ergänzung:

Im Moment noch ganz aktuell:

auch lokal gäbe es vielleicht zu erwähnende Vorbilder. Ich erwähne bei meinen Gästeführungen unsere langjährige Salinenverwalterin, Rebecca Catharina Gullmann geb. Barthels, die Mitte des 19. Jahrhunderts den Bergbaubetrieb Saline Münster am Stein führte.

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#7

Barbara Uthmann, Unternehmerin

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#8

Bertha von Suttner gehört unbedingt auch auf die Liste.

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#9

Golda Meir gehört auch noch eindeutig auf die Liste!

Historisch gesehen auch noch Hatschepsut und Kleopatra VII Philopator.

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#10
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#12

Hildegard von Bingen

Sie ist etwas älter als die anderen genannten Frauen und vielleicht auch nicht so offensichtlich politisch. Und trotzdem grundlegend gewesen und geblieben.

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#14

Hier noch eine, die zwar nicht ganz oben mitspielt, aber immerhin:

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#16

und ich habe immer gedacht GODIVA ist nur der Schokoladenname!:smirk::smirk::smirk:

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#17

Hallo
Ich habe diesen Thread gerade erst gefunden. Ich habe ihn gelesen und möchte erstmal meine Gefühle beschreiben.

Erst war ich wütend.
Warum schreiben wir so etwas. Alle Menschen sind gleichberechtigt. Und nicht erst seit 1949.

Dann war ich traurig
Müssen wir so etwas schreiben, weil wir gar nicht gleichberechtigt sind (?). Ich fühle mich wie 1905. Irgendwann da haben Frauen das Recht zur Wahl bekommen.

Ich möchte davon ausgehen, das alle Menschen in dieser Partei gleichberechtigt sind. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten, gleiche Arbeit. Eine Quote, welche auch immer, drängt die Menschen dieser Quote in eine Sonderrolle. Und diese Sonderrolle wird von anderen Menschen beneidet.
So sehe ich es auch mit der Vielfalt. Die Diskussion mit dem Beisitzer aus Bayern, wo Mitglieder dieser Partei hinterfragen ob der Beisitzer- Kandidat tatsächlich zur Vielfalt zählt, oder das nur angibt um auch sicher gewählt zu werden. (Nebenbei, das mit der Vielfalt, wäre mir ganz egal, ich würde die Doppelmitgliedschaft bei BuVo- Positionen eher als Ausschlusskriterium sehen.)

Jetzt mal zurück zur Gleichberechtigung. Das ist mir hier das Wichtige. Ich würde die Quote und die Vielfalt nicht besonders herausstellen, sondern davon ausgehen, das HIER alle gleichberechtigt sind(!). Ich glaube, wenn wir etwas verteidigen, was wir schon längst beschlossen haben, machen wir uns klein / werden wir unglaubwürdig.

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#18

Lieber Thomas,
ich glaube nicht, daß dich irgendjemand wütend oder traurig machen wollte.

Nimm den thread doch, wie er sich nach dem post von barnie entwickelt hat, als eine Sammlung großartiger Frauen, denen wir alle (nicht nur die Frauen) Inspiration und Wissen verdanken und Streitbarkeit und gesellschaftliche Entwicklung.

Und Humor.

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#19

Das wird aber ein langer Thread, wenn wir auch nur einen Bruchteil aller Frauen auflisten wollen, die Vorbildliches geleistet und Impulse gesetzt haben. :wink:
Wobei ich die vielen Frauen, die im Hintergrund ermöglicht haben, dass ihre Männer herausragend wirken konnten, nicht unbedingt hintanstellen würde, ebensowenig wie z. B. die Trümmerfrauen nach dem Kriegsende.

Aber was machen wir damit? Einer Liste großer Männer gegenüberstellen? Ich verstehe die Intention nicht so recht …

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#21

Viele wissen nicht, dass es eine große Anzahl verdienstvoller Frauen gibt. Deshalb werden auch immer nur Männer vorgeschlagen", vermutete Lydia Dietrich (Grüne). Das Kommunalreferat solle Informationen über berühmte Münchnerinnen zusammenstellen und an die Bezirksausschüsse weiterleiten.

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#23

@barnie: Verstehe! Das war mir nicht so bewusst.

(Zufällig gehe ich am 23.11. zu einer Lesung von
Adelheid Schmidt-Thomé über “Vergessese Münchnerinnen”.)

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#26

In meiner Stadt gibt es eine ganz Siedlung mit Frauenstrassennamen. Und eine weitere mit Dichtern, Denkern, anderen “wichtigen” Persönlichkeiten, bunt gemischter Geschlechter.