Wenn Menschen sterben wollen

Diesen Gastbeitrag verfassen wir auf Einladung des DiB Bundesvorstandes, wofür wir uns ganz herzlich bedanken. Innerhalb weniger Jahre sind unsere Eltern an ihren schweren wiederkehrenden Krebserkrankungen gestorben; erst Anfang des Jahres haben wir unseren Vater verloren. Unsere Petition widmen wir den beiden und kämpfen nun für das Recht auf einen selbstbestimmten Tod:

Wenn wir schon damals nicht gefragt wurden, ob wir leben wollen, so sollte man doch zumindest über das eigene Lebensende bestimmen dürfen, wenn wichtige Gründe dafür eingetreten sind. Die Würde des Menschen ist unantastbar! Ein Leben darf nicht um jeden Preis gelebt werden müssen, wenn der Mensch selbst das gar nicht mehr kann oder will.

Das Bundesverfassungsgericht hat am 26. Februar 2020 in einem bahnbrechenden Urteil festgestellt, dass grundsätzlich jeder Mensch das Recht auf selbstbestimmtes Sterben hat. Knapp ein Jahr danach kommen aus dem Bundestag Entwürfe für eine neue gesetzliche Regelung der Sterbehilfe in Deutschland, die den Eindruck vermitteln: Wenn man lange genug wartet, muss man auch nichts mehr bewilligen.

Die meisten Menschen haben keine Angst vor dem Tod, sondern vor dem Sterben. Sie wollen gar nicht so schnell wie möglich gehen, sondern so lange wie möglich menschenwürdig leben. Für viele wäre es daher sehr beruhigend nur zu wissen, dass es einen Notausgang gibt. Die Gewissheit, das Lebensende selbstbestimmt in professioneller Sterbebegleitung einleiten zu können, gibt Sicherheit und führt zu mehr Lebensqualität.

Keinem steht es zu, darüber zu urteilen, wann ein Mensch sein Leben nicht mehr als lebenswert empfinden darf. Selbstbestimmtes Sterben ist ein Grundrecht und kein Privileg, worüber ein anderer entscheiden kann. Allein die Tatsache, dass überhaupt eine Petition nötig ist, ist ohne jeden Zweifel traurig und beschämend genug. Es sollte selbstverständlich sein, dass das individuelle Selbstbestimmungsrecht am Lebensende respektiert wird.

Herr Spahn soll demnach das Natrium-Pentobarbital für eine professionelle Sterbehilfe freigeben. Ärzten, die Sterbewilligen letale Medikamente verschreiben, darf nicht länger der Entzug ihrer Approbation drohen. Das vom Bundesverfassungsgericht beschlossene Recht muss endlich auch umgesetzt werden. Menschen, die diese Entscheidung für sich treffen, dürfen nicht mehr vorsätzlich blockiert und zu Verzweiflungstaten gezwungen werden. Es besteht dringender Handlungsbedarf, denn der aktuelle Zustand ist untragbar.

Helft uns bitte und teilt unseren Link! Gemeinsam sind wir stark!

#MeinEndeGehoertMir #SterbenGehtJedenEtwasAn #AlleMenschenMuessenSterben

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Als Bundesvorstand danken wir Isabel herzlich für ihren Gastbeitrag und hoffen, das viele Mitglieder und Beweger*innen aus den Reihen von DiB die Petition unterzeichnen. Sie deckt sich weitgehend mit unserer Initiative zur professionellen Sterbehilfe:

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Liebe Isabel,

Ihr könnt nicht oft genug auf Eure Petition hinweisen, denn ich bin sicher, dass sehr viel mehr Menschen Eure Einstellung teilen, als aus der bisherigen Zahl der Unterzeichner sichtbar wird.
Wie Du an der Einladung, Euer Anliegen auf dem DiB-Portal zu veröffentlichen, siehst, unterstützt es auch DiB als Partei insgesamt.

Sollten noch nicht alle DiBler*innen die Petition unterzeichnet haben, liegt das nicht an mangelndem Interesse, sondern an eingeschränkten personellen Ressourcen, die derzeitig, in der Vorphase der BTW, schon damit mehr als ausgelastet sind, den Bekannntheitsgrad der Partei bis dahin zu steigern. Vielleicht finden einige von ihnen nach Deinem Erscheinen bei uns nun doch noch ein Minütchen dafür :wink:.

Viel Erfolg für Eure Petition wünscht Euch (ganz egoistisch gedacht)
Tina

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Liebe Isabel,

herzlichen Dank für Deinen Gastbeitrag und herzlich willkommen auf dem Marktplatz der Ideen! Du hast genau die richtigen Worte gefunden, um der Dringlichkeit Nachdruck zu verleihen, die das Thema Sterbehilfe braucht! Noch einmal: Danke schön!

Liebe Grüße!

:dib_spirit:

Tobi

P.S. Unser aktueller Thread zum Thema Sterbehilfe findet sich hier:

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Interessant, dass Du einen Artikel darüber gefunden hast. Ich hatte - nachdem sie bereits am 4. März aus dem Leben schied - mehrfach danach gesucht, aber nicht einmal in schweizer Medien etwas gefunden.

Traurig, dass ihr Tod für die Medien erst zu einer berichtenswerten Nachricht wird, wenn die Politik darauf reagiert. Selbst jetzt habe ich, außer dem von Dir verlinkten Artikel in der FR, keine weiteren gefunden. Dabei war „Paulette“, wie sie in Frankreich in der Regel nur geannt wurde, in vielerlei Hinsicht eine bemerkenswerte Politikerin und Persönlichkeit.

Ob ausgerechnet jetzt, während der Pandemie, etwas dabei herauskommt, dass sich die Politik wieder des Themas angenommen hat, wage ich zu bezweifeln. Macron war schon immer gegen gesetzliche Änderungen, obwohl ca. 90 Prozent der französichen Bevölkerung sie fordern. Aber, na ja, welche Regierung hört schon auf den angeblichen Souverän . . .

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Zu einem derart wichtigernGesetzentwurf sollten m. E. alle Bürger gehört werden. Ich würde mir daher ein Referendum wünschen.

Ich werde im Internet bezüglich der Vorgehensweise zur Initiierung eines Referendums recherchieren. Sollte sich diesbezüglich jemand auskenne, wäre ich dankbar für Informationen. Das würde das Recherchieren sicherlich erleichtern - bin leider nicht besonders geschickt darin, mir die Suchkriterien auszudenken, um schnell die gewünschten Informationen zu finden.

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NACHTRAG für den Fall, dass es jemanden interessieren sollte:

Das Grundgesetz sieht Volksabstimmungen nur bei der Neugliederung des Bundesgebietes (Art. 29 Abs. 2 GG) und im Fall einer neuen Verfassung (Art. 146 GG) vor. Im Übrigen ist eine unmittelbare Beteiligung des Staatsvolkes auf Bundesebene nach h. M. unzulässig. [Hervorhebung durch mich] Deshalb konnten sich Forderungen nach Einführung plebiszitärer Elemente auch im Rahmen der Verfassungsreform 1994 nicht durchsetzen. Gegen die Einführung direkt-demokratischer Elemente wurde insb. geltend gemacht, dass die Entscheidungsfähigkeit der Staatsorgane geschwächt werde und die bei Plebisziten notwendige Reduzierung auf eine Ja–nein-Alternative nicht geeignet sei, sachgerechte Entscheidungen herbeizuführen, die in der Praxis häufig gerade auf einem Kompromiss beruhen.“

Quelle: https://www.bpb.de/23190/volksabstimmung

Edit: Scheint nicht zu klappen mit der Beitragsvorschau… deshalb zur Info:

OVG Münster: Eilverfahren auf staatliche Hilfe zum Suizid erfolglos

https://www.ovg.nrw.de/behoerde/presse/pressemitteilungen/25_210324/index.php

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Guten Tag meine Frage wäre was passiert mit den Leuten die sich die krank sind und wegen der Krankheit nicht mehr leben wollen die wieder gesund werden oft das dann bereuen vielmehr dass die denn wieder froh sind deswegen weiterleben wie kann man das ausschließen

Lieber Alfonso,

Du kannst sowas nie ganz ausschließen. Der Mensch an sich ist unberechenbar. Aber Du kannst, selbst wenn Du schon kurz vor der Einnahme der tödlichen Medikamente stehst, den Suizid abbrechen und weiter leben.

Liebe Grüße!

:dib_spirit:

Tobi

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Hallo Tobi, machst du hier noch etwas?

Lieber Alfonso,

der aktuelle Thread zum Thema Sterbehilfe befindet sich hier:

Liebe Grüße!

:dib_spirit:

Tobi