Warum wir eine Unvereinbarkeitsrichtlinie haben

Original Veröffentlichtung: Warum wir eine Unvereinbarkeitsrichtlinie haben | DEMOKRATIE IN BEWEGUNG

Unvereinbarkeitsrichtlinie? Was ist damit eigentlich gemeint?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zunächst einmal die Frage stellen, wofür steht DEMOKRATIE IN BEWEGUNG? Die Antwort darauf lautet ganz eindeutig: Zwei unserer Grundwerte sind Weltoffenheit und Vielfalt. . Rassistische, fremdenfeindliche, diskriminierende, sexistische, anti-europäische, anti-soziale, gewaltvolle, terroristische, verfassungsfeindliche, behindertenfeindliche und totalitäre politische Positionen und Ziele haben in unserer Weltanschauung keinen Platz. Deshalb ist eine Zusammenarbeit mit Organisationen und Personen, die solche Positionen vertreten in den Augen der bei DiB aktiven Menschen nicht möglich.

Auch eine Doppelmitgliedschaft bei DiB und einer Partei, die unter unsere Unvereinbarkeitsrichtlinie fällt, ist ausgeschlossen. Die Zugehörigkeit zu einer Organisation, die sich gegen die Grundsätze von DiB, gegen Menschenrechte oder gegen eine demokratische, pluralistische Gesellschaft richtet, passt nicht zu unseren progressiven Werten.

Wir wollen diesen Inhalten weder Plattform noch Unterstützung bieten. Denn sind wir ehrlich: Wir können niemals die gleichen Ziele verfolgen.

Wer steht auf dieser Liste?

Auf dieser Liste stehen rechte und nationalistische Parteien wie die AfD, die NPD und auch der III. Weg. Aber auch Burschenschaften, die im Dachverband Deutsche Burschenschaften organisiert sind, sowie die Identitäre Bewegung und die Pro-Bewegung.  

Hier eine Ăśbersicht ĂĽber alle Parteien, die auf der Unvereinbarkeitsliste aufgefĂĽhrt sind:

  • Alternative fĂĽr Deutschland – AfD
  • Nationaldemokratische Partei Deutschlands – NPD
  • Deutsche Mitte
  • DIE RECHTE
  • Pro-Parteien (pro NRW und pro Deutschland)
  • Die Republikaner
  • Der III. Weg
  • Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands – MLPD

Was umfasst die Unvereinbarkeitsrichtlinie?

Wir von DiB sind der Meinung, dass eine mit den oben genannten Organisationen nicht zusammenarbeiten wollen, um ihre Ziele nicht zu fördern und auch, um uns klar von diesen Zielen zu distanzieren. Außerdem sind wir der Ansicht, dass eine Kooperation der Glaubwürdigkeit unserer Partei schadet.

Aber was genau bedeutet nun Zusammenarbeit? Zusammenarbeit nach unserer Auffassung wäre zum einen die Kooperation zum Erreichen gemeinsamer Ziele, wie beispielsweise gemeinsame Kampagnen, gemeinsame Veranstaltungen oder auch die Bildung von Fraktionen oder Ähnliches.. Zusammenarbeit bedeutet aber auch, die Einladung zu einer Veranstaltung einer solchen Organisation anzunehmen und dann zu besuchen.

Die MLPD läuft auf einer Demo mit, zu der wir unter DiB-Flagge auch wollen. Ist das nun verboten?

Nein, es ist nicht verboten, bei Veranstaltungen von Dritten mitzugehen, bei denen auch Mitglieder von Parteien der Unvereinbarkeitsliste dabei sind. Auch nicht von der Richtlinie betroffen ist die Möglichkeit, Veranstaltungen von Dritten zu unterstützen, die beispielsweise auch von einer Partei der Unvereinbarkeitsliste unterstützt wird.

Unvereinbarkeitsrichtlinie DiBHerunterladen
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Hi Katrin,
Dass Koalitionen mit diesen Organisationen ausgeschlöossen sind, versteht sich wohl von selbst. Es sei denn, sie änderten ihre politischen Ziele, was zugegebenermaßen ziemlich unwahrscheinlich ist. :slight_smile:
Aber eine generelle Verweigerung (oder ein Verbot) zur Zusammenarbeit mit Personen dieser Gruppierungen, halte ich auch für keine gute Idee. Denn auch im richtigen Leben sollte ich mit Nachbarn, die ich nicht ausstehen kann, zumindest dartüber reden können, wenn die Spielgeräte auf dem Kinderspielplatz vorr Spielplatz vor dem Haus repariert werden müssen. Und nicht nur reden, in diesem Fall sogar zusammen handeln. Denn hier geht es nicht um ideologische Unvereinbarkeiten, sondern um ganz praktische, Alltagsnotwendigkeiten. Da sollte schon differenziert werden, was sinnvoll ist und was nicht.

Keine politischen… soweit gebe ich Dir Recht… doch es gibt immer Dinge im Leben, bei denen durchaus Interessengleichheit bestehen kann. Siehe Spielplatz… Und Ausgrenzung per sé, führt nur zu noch größeren Differenzen…

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Lieber Ralf,

Wenn ich deinen Gedanken bis zu Ende denke, dann soll ich z.B. mit ausgewiesenen Nazis reden, weil irgendwo eine kleine Schnittstelle sein könnte, dann mit diesen Menschen zusammen einen Antrag irgendwo einbringen oder mich mit auf ein Podium setzen?

Mit Menschen, die rassistisch sind, antisemitisch, frauenfeindlich, mich und andere Menschen, die ähnlich anders lieben als die Mehrheit, am liebsten auslöschen? Und diese Menschen soll ich mit meiner Anwesenheit noch als ernsthafte Gesprächspartner legitimieren?

Ich denke nicht und ich hoffe, ich habe dich nur falsch verstanden.

DiB steht für alles, was solche Menschen nicht wollen und am liebsten eliminieren würden. Und mit denen spreche ich schon gar nicht über Spielgeräte für Kinder.

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Differenziert werden sollte… aber anders, als du meinst.

Ich muss nicht differenzieren, ob ich mit denen gemeinsam Spielgeräte reparieren will - sondern bereits vorher, ob ich ihre Ideen, die nichts mit Spielgeräten zu tun haben, mit meiner Gesprächsbereitschaft legitimieren will. Ob ich wirklich mit Leuten in eine gemeinsame Richtung (wenn diese auch vorgeblich die Richtige zu sein scheint) gehen will, die alles, wofür ich sonst stehe, vernichten wollen, und damit anderen, die uns von außen sehen, suggerieren möchte, dass es manchmal ok sein könnte, mit solchen Leuten gemeinsame Sache zu machen - was es niemals sein kann.

Und auĂźerdem: Wenn ich auĂźer bei den Verfassungs- und Menschenfeinden keine UnterstĂĽtzer finde, einen Spielplatz zu reparieren, dann ist es vielleicht sogar besser, den Spielplatz abzureiĂźen :wink:

Was unsere Unvereinbarkeitsrichtlinie erlaubt ist, dass wir auf die Grillparty eines demokratischen Nachbarn gehen dĂĽrfen, auch wenn der Stalinistennachbar ebenfalls eingeladen ist.

Mit größeren Differenzen zu Menschen- und Verfassungsfeinden habe ich keine Probleme. :wink:

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…nee, nee… ich hab das schon so gemeint. Man kann sich Nachbarn, Kollegen, schlimmstenfalls nicht einmal die eigene Verwandschaft aussuchen. Jetzt kann man sich entweder die Köpfe gegenseitig einschlagen oder auch nicht. Und ich bin definitiv gegen das Köpfe einschlagen.
Ich kann diese Typen genauso wenig leiden wie ihr. Ich kann sie auch nicht verstehen. Am Liebsten wäre mir auch, es gäbe sie nicht. Aber sie sind nun mal da. Und ignorieren kann man sie leider auch nicht. Also wird man wohl oder übel ab und an mit ihnen reden müssen.
Die Hardliner wird man eh nicht erreichen können, da mach ich mir keine Illusionen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es unter denen jede Menge “schlichte” Gemüter gibt. Mitläufer… und mit denen sollte man durchaus reden… Möglicherweise sind ja erst dadurch so geworden, weil sie schon immer ausgegrenzt wurden?
Nein, ich will die nicht entschuldigen! Aber Möglichkeiten offenhalten…

…mich wahrscheinlich auch… zumindest die Hardliner… da prallen 2 unvereinbare Welten aufeinander. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass sich Menschen ändern können. Und… es gibt ja immer wieder mal Aussteiger. Die muss ich ja nicht lieben, aber ich darf denen auch nicht die Tür zuschlagen.

Das sehe ich nicht so. Dann mach ich es notfalls allein, denn hier geht’s ausnahmsweise nicht um die Verfassung sondern um die Kinder…

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Das stimmt zwar, aber ich habe es in der Hand zu entscheiden, ob oder über was ich mit denen spreche. Das ist ausserdem etwas völlig anderes als eine Unvereinbarkeitsrichtlinie für politische Arbeit zu haben und zu achten.

Kontext ist immer wichtig. Jedes Spielgerät, jede neue Ampel, jede Baugenehmigung kann einen ideologischen Hintergrund transportieren und sei es nur die (auch ggf. völlig aus der Luft gegriffen) Behauptung, ohne die Initiative dieser Menschen hätte es das nicht gegeben, um sich damit als Retter o.ä. aufzuspielen. Die Einflussnahme und Manipulation der NPD und anderer extremer Rechte lief über auf den ersten Blick harmlose Dorffeste, sie findet statt in Elternbeiräten und in Sportvereinen, überall wo Alltag ist.

Denen können wir doch nicht noch ein Podium bieten, als DiB nicht und auch nicht als Privatperson. Die sind kein Teil einer solidarischen bürgerlichen Gesellschaft, sie verachten deren Aktive und schmieden Pläne zur Abschaffung demokratischer Strukturen und sie führen Listen über Menschen, die sie töten würden (und töten,wie wir ja zuletzt in Kassel gesehen habe), wenn sie Gelegenheit und Macht haben.

Und wer da mitläuft und den rechten Arm reckt, der gehört dazu. Wer Kinder nach völkischen Idealen erzieht, die gehört dazu. Wer sich freut über Ertrunken im Mittelmeer, die gehören dazu.

Und mit denen willst du über Spielgeräte oder was auch immer sprechen und den ganzen Schmutz und Hass, den die in der Gesellschaft mehrheitsfähig machen wollen, ausblenden?

Im Grossen hat ein von Papen mal versucht, so jemanden im Zaum zu halten - das mörderische Ergebnis kennen wir.

Im Kleinen ist jeder Anschein von Normalität im Umgang mit diesen Personen ein falsches Signal.

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…was diesen Punkt (und auch die anderen) betrifft, bin ich bei Dir. Das war auch nicht meine Intention. Ich würde die auch nicht zu meinem Geburtstag einladen. Worauf ich hinauswollte war, dass wir zumindest in Gesprächsbereitschaft bleiben sollten. Wenn wir das nicht tun, unterstützen wir sie ja in ihrer Opferrolle.
Das wir dennoch gegenĂĽber ihrem absurden Handeln und Denken nicht nur Abstand wahren sondern auch entgegenwirken mĂĽssen, bleibt ja unbenommen.

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Da halte ich es lieber mit Popper.

Oder mit Exit-Programmen.

Oder mit aktivem Ignorieren und ansonsten Gegenhalten wo nötig.

Aber lass dich nicht davon abhalten, dich zum Feigenblatt des dünnen aufgesetzten bürgerlichen Anstrichs zu machen. Nur darfst du dich nicht darüber wundern, wenn das schiefgeht und du dich in den Augen der menschlich Anständigen auf der falschen Seite wiederfindest.

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Wer Antisemitismus duldet, und sei es, um einen Spielplatz repariert zu bekommen, der ist Teil des Problems Antisemitismus. Er darf von sich nicht behaupten, er wäre dagegen - wäre er es wirklich, würde er anders handeln. Er macht sich mitschuldig, denn er macht sich zum Ermöglicher, und kann nicht den Unwissenden spielen.

Wer Rechtsextremismus duldet, und sei es, um einen Spielplatz repariert zu bekommen, der ist Teil des Problems Rechtsextremismus. Er darf nicht von sich behaupten, er wäre dagegen - wäre er es wirklich, würde er anders handeln. Er macht sich mitschuldig, denn er macht sich zum Ermöglicher, und kann nicht den Unwissenden spielen.

Die Folgen dieser Politik des Versuchs, solche Leute mit einem Kompromiss oder irgendwie in demokratische Strukturen einbinden zu wollen, kann heute jeder z.B. in Ausschwitz begutachten - und sich dabei fragen, ob der kleine Spielplatz, mit dem man selbst den Menschenhassern ein Einfallstor in die bürgerliche Gesellschaft schaffen würde, das wirklich wert wäre.

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…ach Ute,
Zufällig kam gestern auf 3Sat Die Blechtrommel. Und da fiel mir doch ein, dass der Autor des Romans, ein Literaturnobelpreisträger war, der ziemlich spät bekannte (und bereute), Mitglied der SS gewesen zu sein. Joschka Fischer hat in seinen jungen Jahren Polizisten mit Steinen beworfen. Saulus wandelte sich zum Paulus.
Nein, ich will kein Feigenblatt für diese Politik sein! Ich werde es auch nicht sein. Ich kann, offen gestanden, nicht einmal verstehen, wie man im 21. Jahrhundert noch auf solche braunen Rattenfänger hereinfallen kann. Dennoch passiert es.
Eine Koalition mit denen ist ganz klar ein no go, doch gesetzt den ziemlich unwahrscheinlichen Fall, die AfD hätte mal eine vernünftige Idee, warum sollte man sich dann ins eigene Fleisch schneiden und grundsätzlich ablehnen? Das ist ja gerade das, was ich der aktuellen Politik vorwerfe. Wenn eine gute Idee von der Opposition kommt, wird sie zerredet. Nicht, weil sie schlecht ist, sondern weil sie vom politischen Gegner kommt.
Nochmal… mir gefällt das Ganze auch nicht, aber Gesprächsbereitschaft in Detailfragen von vornherein auszuschließen, halte ich für den falschen Weg. Und Popper oder Exit Programme sind auch keine Lösung.

…man, man, man… genau das ist das Problem. Ideologische Grundsatzbehauptungen! Kenne ich noch aus DDR Zeiten.
Ich fasse das übrigens als persönliche Beleidigung auf, mich hier in die rechte Ecke stellen zu wollen! Vielleicht solltest Du Deine Behauptungen vorher mal überdenken?
Hier werden Birnen mit Äpfeln verglichen. Es geht nicht um Unterstützung von Rechtsextremismus. Es geht um den Versuch von Integration. Im Übrigen brauchen die kein Einfallstor in die bürgerliche Gesellschaft. Die sind längst drin. Leider… Was mich zu der Frage bringt, was die “bürgerliche” Gesellschaft dann wert ist…
Und jetzt? Was machen wir mit diesen Outlaws? Ignorieren und sie in ihrem Glauben bestärken? Das war noch nie ein guter Weg. Ideologische Gräben verstärken nur das Problem. Da halte ich Aufklärung für den besseren. Und die Gelegenheit der Aufklärung bietet sich durchaus beim Bau eines Spielplatzes. Selbst wenn die Erfolgsaussichten gering sind. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Aber aus meiner Sicht sind sie die einzige Chance aggressionsfrei miteinander ins Gespräch zu kommen. Das ist nämlich eine neutrale Situation.

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Weder Ute noch ich stellen dich in die rechte Ecke - wir weisen dich beide nur darauf hin, dass du mit der von dir kommunizierten Einstellung gegenüber Verfassungs- und Menschenfeiden, insbesondere, wenn du mit ihnen (wenn auch zu harmlosen Zwecken) zusammenarbeiten möchtest, schnell in den Augen der menschlich Anständigen auf der falschen Seite gesehen wirst.

Ich überdenke meine Beiträge grundsätzlich.

Stimmt, die hatte nach Gesetzen von 1949 und 1952 absolut kein Problem damit, ehemalige NS Verbrecher in den Dienst zu nehmen und dort Karriere machen zu lassen. :man_shrugging:

Ist es nicht. Aber die Menschenhasser möchten, dass du genau das denkst.
Sie helfen beim Aufbau des Spielplatzes mit, und weil sie geholfen haben, dürfen sie natürlich auch zum Eröffnungsfest kommen. Damit haben sie einen Fuß in der Tür. Bei der nächsten Aktion werden sie wieder eingeladen, weil sie ja beim Spielplatz so toll geholfen haben, und ehe man sich versieht, dürfen diese Menschenhasser ihren geistigen Müll gegenüber Kindern äußern. Sie schleichen sich Stück für Stück in die Gesellschaft ein, über Aktionen, die absolut harmlos sind. Und das ist Kalkül.

Weil sie in der Vergangenheit genau solche Einfallstore hatten und es niemand gemerkt hat - zwischen dem Absterben der Republikaner und dem Erstarken der AfD waren Rechtsextreme ja nur so ein paar glatzköpfige Idioten, die irgendwo in der mecklenburgischen Provinz ihre Fackelläufe gemacht haben - zumindest in den Augen der Öffentlichkeit. Die Gesellschaft war damals nicht für sowas sensibilisiert - und ist es auch heute nicht ausreichend.

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@Sofian,

ich geh jetzt lieber nicht weiter ins Detail ein. Nicht, weil ich keine Antwort wüßte (das Gegenteil ist der Fall und eigentlich schreit es in mir, das kannst Du so nicht stehen lassen), sondern weil wir uns dann im Kleinklein verstricken würden. Also lass ich es…
Eine Frage habe ich trotzdem an Dich, wie willst Du dieses Problem lösen? Dazu hab ich noch nichts von Dir gelesen… außer… ignorieren… aber… das ist nur eine Negation des Problems, keine Lösung.

Ich sage nicht, ignorieren. Ich sage, um es mit Popper auszudrĂĽcken, das eine tolerante Gesellschaft die Intoleranz ausgrenzen muss, um sich selbst die Toleranz zu bewahren.

Oder verständlicher: Menschenhasser aktiv ausgrenzen. Ihnen aktiv keine Bühnen bieten und dort, wo ihnen von Ermöglichern doch Bühnen gegeben werden, diese blockieren. Wer kein Exitprogramm durchlaufen hat, dem geb ich auch keinen Hammer, damit er die Schaukel auf meinem Spielplatz repariert - er würde ihn sonst nur gegen mich richten.

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Kann es sein, dass @Ralf eher von der persönlichen Ebene aus denkt und das Problem zu erschließen versucht? Also eben wirklich meint, man müsse mit dem Nachbarn reden, auch wenn er regelmäßig AFD posts teilt (oder gerade deswegen?) um seinen Weg weiter nach rechts aufzuhalten?

Während @WUte und @Sofian eher die eingefleischten Menschenhasser a la Höcke und Co vor Augen haben?

Dementsprechend scheint mir, hier werden zwei Themen gemischt. Natürlich wollen wir nicht mit der AFD Köln zusammen z.b. Die Radwege in Köln neu planen. Parteipolitiker kann man guten Gewissens als Überzeugungstäter bezeichnen.

Auf der anderen Seite habe ich auch Bekannte, die klar ins Wählerpotential der Rechten gehören oder auch schon AFD gewählt haben - mit denen werde ich aber ganz bewusst weiter reden und diskutieren, damit sie nicht in ihrer Blase untergehen.

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Danke @JohannesH,

genau das ist der Punkt. Natürlich hat es keinen Zweck mit Höcke, Gauland oder dem Goebbelsimitat Weidel zu reden. Das wäre vergebliche Liebesmüh. Das sind Überzeugungstäter*innen oder Karierist*innen. Das Problem bei den Wähler*innen ist aber unter anderem, dass es genau diejenigen sind, die sich von den bisherigen Parteien ausgegrenzt fühlen. Und deshalb dürfen wir eben nicht auch noch ausgrenzen.

Das Problem vieler dieser Wähler*innen ist, daß sie ihr Gefühl dafür, was im politischen oder gesellschaftlichen Diskurs (noch) anständig ist, abgeschaltet haben. Das können Beleidigungen sein, die geteilt werden, herabsetzende, rassistische und sonstwie ekelhafte Zeichnungen oder Zitate, das sind Jubelrufe, wenn ein Höcke einen Saal betritt, das sind “besorgte Bürger”, die sich den Pegidas anschließen und Galgen mit sich rumtragen, Polizeibeamt*innen, die Privatadressen einer Kollegin von mir illegal beschaffen und dann Drohbriefe schreiben usw.

ja, wenn solche Menschen sich ausgegrenzt fühlen, dann fühlen sie das völlig zu Recht. Sie verlassen ganz gewollt den Konsens des menschlichen Miteianders hin zu einer menschenverachtenden Einstellung gegenüber allem, was nicht so denkt wie sie.

Das hat mit berechtigter Kritik an einzelnen oder mehreren verbesserungswürdigen Zuständen nichts mehr zu tun.

Nein, mit solchen Menschen spreche ich nicht, mit denen hat die Staatsanwaltschaft und die Strafgerichtsbarkeit in meinem Namen zu sprechen (da ist das Wort Volk nämlich richtig angewandt).

Wie ich oder jemand anders im Privatbereich mit solchen Menschen umgehen, spielt keine Rolle für die Frage, ob DiB sich solchen Menschen öffnen oder auf sie zugehen sollte. Meine ganz klare Haltung ist: DiB ist nicht dazu da, erwachsene Menschen an sich zu binden und sie zu erziehen, die sich bereits abgewandt haben.

Von allen anderen erwarte ich, daß sie selbst prüfen, ob sie sich in der Rolle z.B. des Straftäters einer Beleidigung wohlfühlen, ihr Verhalten dann ggf. ändern, wenn das nicht so ist, und sich dann selbst dem sachlichen und faktenbasierten Diskurs wieder öffnen.

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Ja, da hast Du Recht. Auch die gibt es. Doch ich will nicht alle über einen Kamm scheren. Denn diese pauschale Aussage ist so falsch, wie die, die nach dem Krieg kursierte, dass alle Deutschen Nazis wären.
Wie gesagt, für keinen von uns ist nachvollziehbar, was Menschen dazu bewegt solche Dumpfbacken zu wählen. Ich würde aber nicht jedem*r unterstellen, dass sie/er Galgen herumträgt oder noch schlimmere Sachen veranstaltet.

…na ja… erwachsen, dem biologischem Alter nach…:slight_smile:
Mir gehts auch nicht um Bindung oder Erziehung. Mit Einsicht und Erkenntnis wäre schon viel erreicht. Doch die erreicht man nicht über Ausgrenzung.

Aus meiner Sicht geht es hier um zwei verschiedene Dinge:

  1. Was mache ich im privaten Umfeld und

  2. Was mache ich hier auf der DiB-Plattform?

Zu 1. Ich überprüfe im privaten Bereich nicht die politische Gesinnung der Betreffenden, insofern könnte es passieren, dass ich mit AfD-Sympathiesanten eine Nachbarschaftsaktion durchführe, solange die*der Betreffende nicht durch unangenehme Sprüche auffällt.

Zu 2. Auf dem Marktplatz gelten andere Regeln, und Jede*r die*der dagegen verstößt wird sanktioniert. Das ist richtig und gut.

Andererseits erkennen wir nicht sofort, wenn sich hier ein AfD-Mitglied anmelden würde, erst bei entsprechenden Verstößen könnte und würde gehandelt werden.

Was jeder im privaten Umfeld tut, ist seine Sache - es hat aber nichts mit der Unvereinbarkeitsrichtlinie einer Partei zu tun, weshalb ich mich dann wiederum frage, aus welchem Grund die Argumentation dann so von Ralf hier eingebracht wurde. Ich bin von einem metaphorischen Spielplatz als Synonym für eben “unscheinbare” Projekte in der Lokalpolitik ausgegangen. Die Argumentation aus dem Privatbereich ist nicht auf die Ebene einer Organisation übertragbar.

Wobei ich fĂĽr meinen Teil auch im privaten Umfeld verhindere, das Rechte in Blasen eindringen.

Ich glaube, du hast das Konzept der Mitschuld oder des Ermöglichen nicht verstanden :wink:

Es waren nicht die Ideologen, die 1933 die Regierung Hitler demokratisch ermöglicht hatten (Man mag es kaum glauben, die wurden tatsächlich den damaligen Gesetzen entsprechend legitim gewählt) - sondern die Beschwichtiger, die meinten, man müsse diese Leute in den demokratischen Diskurs einbinden (von Papen, Hugenberg) und könne sie so mäßigen, und die Mitläufer, die zwar nicht selbst die Steine in die Fenster jüdischer Geschäfte geworfen haben, aber den Tätern in der Masse Unterschlupf gewährt haben.
Genau deshalb sind Mitläufer und Beschwichtiger genau so gefährlich, wenn nicht gar gefährlicher, als die Hetzer selbst - denn die erkennt man wenigstens.

Oder anders: Jede*r, der AfD wählt, macht sich mitschuldig an deren Hetze - ob er nun selbst einen Galgen trägt oder dem Galgenträger mit seiner Stimme nur mehr Gewicht verleiht, ist irrelevant :wink:

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warum steht die bergpartei nicht auf eurer liste? und der deutsche bauernverband und der bdi?