VielfÀltige Sprache

Original Veröffentlichtung: https://bewegung.jetzt/2017/12/03/vielfaeltige-sprache/


Vielfalt war von Anfang an ein Grundwert fĂŒr uns. Frauen zu fördern ist ein erklĂ€rtes Ziel unserer Satzung. Deswegen waren wir uns auch ohne offiziellen Beschluss immer einig, dass gendersensible Sprache wichtig ist. Nur, wer reprĂ€sentiert ist, fĂŒhlt sich wahrgenommen, wird wahrgenommen und ist gleichberechtigtes Mitglied einer Gemeinschaft. Aus diesen GrĂŒnden ist es unerlĂ€sslich sowohl in unserer Satzung, als auch in unseren sonstigen Texten nicht nur die mĂ€nnliche Form zu nennen - und darauf zu vertrauen, dass sich Frauen schon mitgemeint fĂŒhlen. Deswegen haben wir schon bisher mit SchrĂ€gstrich gegendert.

Doch auch der SchrĂ€gstrich hat seine TĂŒcken. Er trennt die mĂ€nnliche Form von der weiblichen Form und vermittelt somit den Eindruck, dass es nur diese zwei GeschlechtsidentitĂ€ten gibt. Er ignoriert somit jegliche geschlechtliche Identifikation jenseits dieser BinaritĂ€t. Denn mĂ€nnlich und weiblich sind nur zwei von unzĂ€hligen existierenden Möglichkeiten. Faktisch gibt es unendlich viele Selbstzuschreibungen fĂŒr die eigene geschlechtliche IdentitĂ€t. Und es ist uns wichtig, dass sich alle Menschen in unserer Sprache wiederfinden.
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten um Alle in der Sprache zu reprĂ€sentieren. Beim Bundesparteitag in Karlsruhe haben wir uns fĂŒr das Gender-Sternchen* entschieden. Außerdem wollen wir Texte so weit wie möglich geschlechtsneutral formulieren - also zum Beispiel Studierende anstatt Student*innen schreiben.

Das Sternchen steht als Platzhalter fĂŒr alle GeschlechtsidentitĂ€ten. Neben den beiden binĂ€ren (weiblich und mĂ€nnlich) gibt es zum Beispiel noch genderfluid (wechselnde Geschlechtszuordnung) und auch eine Vielzahl nicht-binĂ€rer (non-binary) Selbstzuschreibungen, die nicht ausschließlich mĂ€nnlich oder weiblich sind.

Das Gender-Sternchen soll dafĂŒr sorgen, dass alle Menschen in unserer Sprache reprĂ€sentiert werden, wahrgenommen werden und sich als Teil von uns fĂŒhlen können.

Am Wochenende sind wir mit unserer Sprache vielfÀltiger geworden - ein weiterer Schritt in die richtige Richtung!

Anmerkung: Hier auf dem Marktplatz, muss man vor dem * einen sogenannten “Back-Slash“, \, setzen, damit der Text nicht kursiv wird. Also Student\*innen schreiben, dann wird daraus Student*innen.

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geschicktgendern.de

:smiley:

9 „GefĂ€llt mir“

Liebe Sabine, vielen Dank, der Post gefĂ€llt mir sehr gut. Als ĂŒberzeugter Basisdemokrat stehe ich voll hinter unserer Entscheidung und ich finde, wir sollten sie zur Basis einer Petition machen.

Das Bundesverfassungsgericht hat ja bereits dem Gesetzgeber die Aufgabe gegeben, bis Ende nÀchsten Jahres eine vielfÀltigere Geschlechterdefinition im Geburtenregister zu ermöglichen. Leider wurde aber die Sprache vergessen.

Was haltet ihr von einer Petition, die den * ĂŒber die Kultusministerkonferenz in die Schulen und auch in den Duden bringt? Denn dort gilt aktuell nur die binĂ€re Nennung als korrekt. Folgt man dem Urteil des BVG, wĂ€re dies der logische Schluss.

8 „GefĂ€llt mir“

Auf jeden Fall! Unser Wahlprogramm gibt es ja auch in leichter Sprache :slight_smile: @bengie ist sehr engagiert in diesem Thema :slight_smile:

6 „GefĂ€llt mir“

Vor der * einen \ setzen, also \* schreiben löst das Problem :slight_smile:

2 „GefĂ€llt mir“

„Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erlĂ€utern versteht.“

George Bernard Shaw

10 „GefĂ€llt mir“

Ich bin eine große Freundin der Tatsache, dass sich Sprache im stetigen Wandel befindet :wink:

4 „GefĂ€llt mir“

Auf, lasst uns brechen!
Und die nicht verwandten*verwendeten 90% HirnkapazitÀten zu entdecken. :sailboat:

2 „GefĂ€llt mir“

Magst Du uns verraten, warum?

1 „GefĂ€llt mir“

Ich hoffe aber , Du kannst verstehen , dass ich als etwas Ă€lterer Mensch da nicht ganz so erfreut bin . Ich bin froh , dass es mir in fast 60 Jahren gelungen ist , wenigstens eine deutsche Sprache einigermaßen zu beherrschen .

5 „GefĂ€llt mir“

Auch ich muß sagen, bei der einfachen Sprache bin ich raus. Ich bemĂŒhe mich wirklich in einfachen und klaren SĂ€tzen zu schreiben, aber es gibt Sachverhalte, da geht das nicht.

Ich engagiere mich in einem Verein, der eine Beratungsstelle fĂŒr Menschen mit Behinderungen unterstĂŒtzt und die Protokolle der Sitzungen sind immer ellenlang, weil sie in einfacher Sprache verfasst sind. NatĂŒrlich akzeptiere ich das, weil auch Menschen mit geistigen EinschrĂ€nkungen mitmachen, aber ich könnte mich nie so ausdrĂŒcken.

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