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Vereinfachung gesetzlicher Rahmenbedingungen für Tiny-Houses/Tiny-Homes // umweltfreundliches und teilautarkes Leben

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#21

…ach Harry… als Alternative zum Pendeln sicher eine gute Idee. Allerdings nur für Singles. Es gibt schon jetzt zu viele Familien, die sich, des Jobs wegen, nur noch am Wochenende sehen. Das zerstört, gerade wenn Kinder dazu gehören, das ohnehin schon zerbröselnde Sozialgefüge noch mehr als jetzt schon. Das will ich nicht wirklich auch noch fördern. Vergessen wir nicht… wir (zumindest ich) sind/bin angetreten, um die Interessen der Menschen wieder in den Mittelpunkt zu rücken, nicht die der Industrie…:wink:
Da das ein klein wenig offtopic ist, hier noch eine Bemerkung zum Thema.
Wie sieht denn die gesetzl. Regelung für Bauwagen aus? Ich sehe keinen grundsätzlichen Unterschied zum Tinyhouse. Können diese Regelungen (zum Brandschutz, Anschlüssen, Mindeststandards etc.) nicht angewandt werden? Kennt sich da eine*r aus?


#22

ich habe jetzt in den letzten 3 Jahren schon zweimal im Urlaub jeweils ein Mobile-Home gemietet und einmal ein kleines zwei Zimmer, Küche, Bad Chalet/Gite. Ich könne mir durchaus vorstellen, in so etwas Kleines dauerhaft einzuziehen.
Ich wohne aktuell auch nur in einer 2 Zimmer, Küche, Bad Mietwohnung. Davor hatte ich mit meiner Ex-Frau eine Doppelhaushälfte gemietet gehabt. Es war unglaublich was sich da dann alles in den 7 Jahren, die ich dort gewohnt habe, schon an Zeugs angesammelt hatte. Und wirklich benötigt haben wir dort den meisten Platz eh nicht.
Daher möchte ich auch nicht wirklich eine große Wohnung oder Haus mehr haben.
Mal sehen, vielleicht steigen meine Lebensgefährtin und ich tatsächlich auf so etwas um. :wink:
Werde mich in nächster Zeit wohl mal etwas intensiver mit dem Thema auseinandersetzen.


#23

In Dortmund gab es letztes Jahr einen größeren Workshop zum Thema Tiny House, wo verschiedenste Dinge beleuchtet wurden. Es sollte tatsächlich auch weitergehende Forschung zum Thema Energieeffizienz geben und ein Forschungsprototyp gebaut werden, allerdings scheint das etwas auf der Stelle zu treten.

Ich persönlich habe einige Zeit in einer Gemeinschaft verbracht, die teilweise in Tiny Houses wohnt, die sich um eine fest, zentrale und geteilte Infrastruktur organisieren. Ich muss sagen, dass ich das dort sehr genossen habe, zumal ich selbst ebenfalls mit nur einem Zimmer (neben Bad und einer kleinen Küche) auskomme und mein zweites Zimmer nur zum Wäschetrocknen benutze. Ich glaube schon, dass ich damit gut auskommen könnte.
Allerdings muss ich zustimmen, das die romantischen Vorstellungen vom umweltfreundlichen Leben im Tiny House vor allem romantisch sind. Die Energieeffizienz eines solchen Hauses ist zwangsläufig mangels Dämmung und durch die zum Volumen große Aussenfläche schlecht, sofern man es im Winter warm haben will. Da müsste man dann auf viel Wohlbefinden verzichten, wenn man Tage im Tiny House verbringt. Eine umweltfreundliche Autarkie ist da nur ein schöner Traum der sich nur mit massivem Resourceneinsatz erreichen lässt, aber meines Erachtens in Deutschland auch gar nicht notwendig. Die Vorteile eines Stromnetzes sind halt nicht zu unterschätzen :slight_smile:

Bezüglich Flächenverbrauch gilt aber auch, dass ein Tiny House jedem Mehrfamilienhaus um Längen unterlegen ist. Andererseits gilt das nicht unbedingt im Vergleich zu Einfamilienhaussiedlungen. Wir haben damals ausgerechnet, dass man in einer Gemeinschaft, die gemeinsame Infrastruktur teilt (also neben den Tinyhouses ein zentrales (und geheiztes) Gemeinschaftshaus hat, wo Waschmaschinen, Gemeinschaftsküche, etc) untergebracht sind, auf den gleichen Flächenverbrauch kommt. Dabei allerdings deutlich weniger Fläche versiegelt. Und fürs Schlafen braucht man auch nicht wirklich heizen.

Das ganze macht meines Erachtens also nur in Gemeinschaften mit geteilter Infrastruktur Sinn im Sinne der Nachhaltigkeit. Sonst musste ich zugeben, dass es eher der Luxus des Verzichts ist. Aber genau dafür macht es in meinen Augen Sinn. Solche Tiny House Siedlungen mit Allmende sind nämlich recht flexibel: Man kann ja vergleichsweise problemlos noch n Tiny House nebenan stellen, bzw auch mit dem eigenen Haus ausziehen. Man hat Rückzugsräume und geteilte Resourcen. Gerade im Zeitalter der zunehmenden unsicheren Arbeitsplätze und häufigen Umzüge, ist das Mitnehmen des vertrauten Hauses vielleicht doch etwas, was dem Menschen mehr nützt als den Konzernen, die an einem konventionellen Umzug auch gut verdienen.
Das hieße für mich bräuchten die Tinyhouses nicht wirklich mobil sein. Es reichte für den Anwendungszweck, wenn sie transportabel für einen Umzug sind. Und es reicht auch, wenn größere Areale im städtischen Bereich für Tiny Houses ausgewiesen werden, wo innerhalb der Grundstücke die Gemeinschaft etwas flexibler sein könnte. Das würde die Außenbereiche schützen und die Arbeitswege kurz halten. Denn das ist für Gemeinschaften immer etwas problematisch durch die größere Diversität als bei einer 2 Personen Familie…


#24

Ihr Lieben , Ihr wisst schon , dass eine genügend große Menge dieser

das Gefüge unserer “Wachstumsgesellschaft” angreift , was dann auch erklärt , warum künstlich bürokratische Hürden aufgestellt werden ? Stellt Euch nur mal vor : 10% der Eigenheimbesitzer mit 2 PKW und vielleicht noch 2 Mopeds und gefühlt 30 Grillfeten , Rasenmäher , Heckenschere Kaninchen und Hund , Kamin und 5 Fernsehern würden plötzlich mit 30 qm 1 Fernseher und zwei Fahrrädern und 350 Tagen Gemeinschaftskochen/Grillen auskommen . Die Folgen dieser Konsumverweigerung für die Wirtschaft wären existenzbedrohend und plötzlich würde man merken , dass D.-land vom Export nicht existieren kann .


#25

Manche haben keine Wahl und müssen zusätzlich noch Unsummen für die Unterkunft hinblättern. Und für digitale Nomaden ist das der Hit. Die sind ja zudem noch unsere Zielgruppe…

Hab ich leider verpasst!

Da geht was :sunglasses:


#26

Ich bin ja auch sehr für Konsumkritik etc., aber du hast recht, wie müssen bedenken, was das mir unserer Gesellschaft machen könnte.

Andererseits ist nicht zu erwarten, dass da ne riesige Massenbewegung draus entsteht. Das sollte also eigentlich keine Überraschungen geben. Verschlafen darf man es aber auch nicht.


#27

Ich denke, dass man Deutschland bzw. Europa auf Grund der Bevölkerungsdichte nicht mit den USA vergleichen kann.

Deswegen wohl auch das strenge Baugesetz.

Ausserdem erschließt sich mir nicht, warum Tiny-Houses nachhaltig sein sollen, auch wenn sie nachhaltig gebaut werden, sehe ich Probleme mit dem Heizen und die Müllentsorgung ist möglicherweise auch nicht geklärt.

Für Familien ist dieses Konzept auch nicht geeignet.


#28

ich glaube es ist noch nicht ganz verständlich was ich meine… Ich möchte das Wohngebiete die sonst mit normalen Einfamilienhäusern bebaut werden würden für nachhaltige Konzepte wie Tiny-Home Wohnsiedlungen genutzt werden. Bzw. das durch vereinfachte Regularien solche Projekte überhaupt ermöglicht werden. Eine Wohnsiedlung mit nachhaltig und umweltschonend erzeugten Tiny Homes die teilautark sind und in Zeiten wie diesen Platz sparen. In einem Wohngebiet in dem 50 Einfamilienhäuser stehen würden dann die doppelte Menge Tiny Homes stehen…

Irgendwo in den Kommentaren haben wir uns verrannt (auch wenn gute Ideen dabei waren die aber gar nicht kern dieser Ini sein sollen).

Hast du da ein bestimmtes Projekt im Kopf das ich mir mal exemplarisch anschauen kann?

In dieser Initiative soll es nicht darum gehen Womos die Möglichkeit zu geben überall zu parken… Das war etwas misverständlich (evtl.ne zusätzliche Ini)

Da gibt es viele schöne Lösungen… Ich verweise gerne nochmal auf den oben erwähnten YouTube Kanal :slight_smile:

Darum geht es ja dabei :slight_smile: Downsizing, Dinge loswerden die man gar nicht brauch und auf die Dinge besinnen die man wirklich braucht. Wir leben in einer verschwenderischen Welt und das könnte zu einem gewissen Teil einen Gegenpol darstellen. Zusätzlich ist so ein Tiny-Home auch wesentlich günstiger als ein richtiges Haus oder eine Wohnung.

Vllt möchtest du dich uns ja anschließen :slight_smile:

Was auch an der deutschen Gesetzgebung liegt… Es gibt dazu auch an der Uni in Berlin Forschungen.

Eine ausreichende Dämmung sollte eigentlich möglich sein damit nicht zu viel Energie verloren geht. Das Stromnetz ist eine super Sache aber auch da kann man durch Solaranlagen zumindest sparen :slight_smile:

Ja das mit den Außenbereichen war ein kleines Missverständnis :sweat_smile:

Ich glaube nicht das dieses Konzept für so viele Menschen attraktiv wäre das es unserer Wirtschaft wirklich schaden würde. Es ist halt eher was für Alternative denen der weltliche Besitz nicht so wichtig ist. Eine Massenlösung ist es nicht. Ich fände es dennoch schön wenn man denjenigen die das machen möchte die Wege ebnet und nicht nur Steine in den Weg legt.

Wie schon gesagt in Deutschland muss es eh ein erschlossenes Gebiet sein. Nachhaltig weil Regenwasser genutzt werden kann, über Solaranlagen kostenfreie grüne Energie zur Verfügung steht, dadurch das es ein Haus auf Rädern ist der Boden nicht unnötig für Fundamente aufgerissen wird, Hummustoiletten genutzt werden können etc.

Das würde ich so nicht sagen. Sollte sich Nachwuchs ankündigen ist der Vorteil das man vergleichsweise günstig Wohnfläche nachbauen kann indem man einfach ein zweites evtl sogar kleineres Tiny-House dazustellt. Da gibt es aber sonst auch noch Baukasten Konzepte. Es gibt so viele Möglichkeiten.

Das Ideal in meinem Kopf sieht wie folgt aus:
Eine erschlossene Siedlung, grün gestaltet inkl. urban gardening und vielen kleinen Grundstücken auf denen Tiny-Homes oder BaukastenSysteme stehen. Evtl. Ein Gemeinschaftshaus.


#29

…und tatsächlich deutlich effektiver in Flächenverbrauch (faktisch Prinzip ‘Wegenburg’) als Eigenheimbauer.
In sofern nehme mein Einwand zu Flächenverbrauch zurück. Als eingefleischter Grosstädter hatte ich diesen Aspekt nicht sofort auf dem Schirm.
Doch dazu müsste man tatsächlich an die s.g. GRZ-Festsetzungen (bebaute/Grundstückfläche) ändern:
https://www.gesetze-im-internet.de/baunvo/__17.html

In den 20ern experimentierte man auch (soz. engagierte Moderne) mit ‘Service-Wohnen’ mit gemeinschaftl. Infrastruktur: Kantine, Wasch- u. Trockemräume etc. All das ist allerdings in nachvollgenden Jahrzehnen (Nazis, Wirtschaftswunder) aus der allg. Wahrnehmung verschwunden.
Aber nach 68-ern mit den Kommunen umso furioser, vitaler u. präsenter.
Nun, WGs gab’s aber in der einen o. anderen Form aber schon immer.

Nein, Sind alle auf jeweils eigene Art sehr interessant. Insbesondere kann man da extrem kreative Lösungen für Stauraum u. flexible Raumnutzung studieren.


interessant auch hier:


#30

…lach… na ja… ich würde mich nicht auf diese Zielgruppe beschränken wollen. :slight_smile:


#31

Fangen wir mal einfach damit an, dass man/frau für Grundbesitz eine ‘juristische Person o.Körperschaft’ für den Eintrag im Grundbuch braucht.
Mit Pacht von kommunalem Grund wäre es vom Tisch. Aber auch hier ist ein offizieller Vertragsnehmer erforderlich. Sei denn man/frau kriegt d. Kommunen dazu solche Flächen von sich aus vorzuhalten.
Dann bräuchte man tatsächlich Sondergenehmigung für verdichtete Bebauung bzw. Nutzung für 'temporäre Bauten (fliegende Bauten).
Stellten d. Kommunen diese Flächen, so könnten sie simpel per qualifizierten Bebauungsplan abweichende Festsetzungen treffen. Und fertig ist d. Laube.
Es Heisst also Modellvorhaben definieren, Kommunen bebauchpinseln, dass sie Flächen freigeben, und was draufstellen.
Dürfte dann nicht schwieriger sein als eine WG zusammen zu halten ;- )


#32

Deutschland wird für Gewerbegebiete zubetoniert

04.09.2018 | 7 Min. | Quelle: SWR

“Jeden Tag geht in Deutschland eine Fläche von rund 85 Fußballfeldern verloren. Viel zu viel, kritisieren Experten, denn der Boden übernimmt wichtige ökologische Funktionen.”
https://www.ardmediathek.de/tv/REPORT-MAINZ/Deutschland-wird-für-Gewerbegebiete-zube/Das-Erste/Video?bcastId=310120&documentId=55750836

Jeder mag sich nun seinen Teil dazu denken; oder auch nicht.


#33

nettes Beispiel für schnelle Konstruktion:
https://www.dear-magazin.de/projekte/Das-bewegte-Haus_18580388.html


#34

Ich möchte ganz bescheiden hierauf verweisen. Weniger elegant und nicht so chikkytrikkymikky, dafür lebenswert.
Und nachhaltig.
Ökonomisch.
Sozial.
Eine Klatsche ans Mainstream!


#35

könnte aber ein Trugschluss sein, lieber @Thomas.
1.
Mittels vorgefertigten Standardelemante in Holz (so man präfabrizierte - also auf Vorrat gefertigte u. wiederverwendbaren (Nachhaltigkeit) und nicht (teuer handwerklich just-in-time gebauten (nur für späteren Abriss geeignet) - Stückzahlen erreichen könnte) könnte man/frau durchaus mit dem Ḱampfpreis mithalten.
2.
Kann mich nur noch dunkel an die Entwürfe erinnern, und die link-Kette führt nun ins Nichts.
War nicht der Hit. Aber muss es das im s.g. soz. Wohnungsbau?
3.
Doch!!! Denn das soz. Wohnungsbau meist so aussieht, wie wir uns eben soz. Wohnungsbau vorstellen, lag - bewusst im Perfect, denn dann, zeitlang war fast GAR NICHTS - nicht an dem, dass es soz. WoB. ist, sondern an der penetranten Fantasielosigkeit der soz.-WoB.-Funktionäre. Es gibt etliche sehr schöne Beispiele, wie es anders geht.
Wer sich nicht mehr an ‘Neue Heimat’ (Westen!) erinnert, dem sage ich, dass sie als Träger sogar eigene Zeitschrift hereausgab, in der Architekten, Soziologen, Bautechniker ‘konstruktive’ Beiträge Beglückung der s.g. Soz.-Staat-Gesellschaft (ja! so was gab’s mal!) schrieben.
Tja, früher war die Welt tatsächlich Stückchen besser.


#36

taz von heute hat ein interessanten Artikel ´Bodenpolitik´ (Seite 22):
“Wachhund über Grund und Boden. Ein Runder Tisch hat den Ausverkauf der landeseigenen Grundstücke vor acht Jahren gestoppt. Heute tagt er zun 25. Mal”.

Unter anderem wird mehr ´Erbpacht´- auch an gemeinwohlorientierte private Aktöre - gefordert.


#37

Sehr interessante Beleuchtung der rechtlichen Aspekte:

Und:

Am 28. September wird in Oberhausen im Rahmen der WissensNacht.ruhr im LVR das Projekt aus Dortmund vorgestellt. Hier das ganze Programm, auf der Seite mit STRG+F nach tiny suchen:
https://www.wissensnacht.ruhr/programm/nach-themen/

Hier Infos zum Projekt aus einer früheren Veranstaltung:
https://www.elab-buergerlabor.de/index.php/2017/02/17/energiewerkstatt-1/


#38

Ich werde mal schauen ob ich es dahin schaffe :slight_smile:


#39

aktueller Bericht zum Thema tiny house in unserem Südwest ÖRR SWR3: