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Vereinfachung gesetzlicher Rahmenbedingungen für Tiny-Houses/Tiny-Homes // umweltfreundliches und teilautarkes Leben

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#1

Aufruf: Ich suche Mitstreiter*innen, Expert*innen
Kontaktart: Kommentar unter Beitrag / persönliche Nachricht
Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: @AlexanderKleilein
Bearbeitungsstatus: Idee / Entwurf
Redaktionsschluss: offen

Einleitung:

In einer Welt in der es immer mehr Menschen und immer weniger Platz gibt, entwickelt sich ein Trend zum Downsizing von Grundstücken und Häusern. Aus diesem Downsizing-Ansatz hat sich vor einigen Jahren in Amerika das Tiny-House Movement entwickelt. Das Leben auf kleinem Raum mit dem Nötigsten aber dennoch nicht ärmlich und meistens autark von den öffentlichen Strom-, Wasser- und Abwasserdienstleistern. Diese Tiny-Houses oder Tiny-Homes sind fahrende Häuser mit oft nur 15-30m^2 Wohnfläche. In Amerika gibt es Gesetzeslücken die es den Besitzern von Tiny-Houses möglich machen quasi überall wo es Ihnen gefällt ihr Haus aufzuschlagen. In Deutschland ist dies aufgrund von Gesetzgebungen nicht möglich. Aufgrund der geringen Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Häusern, der Möglichkeit autark von Stromerzeugern leben zu können und der Platzersparnis, sind Tiny-Houses eine umweltschonende Alternative.

Problembeschreibung:

Die Deutsche Gesetzgebung stellt ein großes Problem für Liebhaber des Tiny-House Lebens dar. Sowohl Baurecht als auch Gesetzgebungen zu Grundstücken auf denen Tiny-Houses stehen können, machen eine Umsetzung oft schwierig.

Baugenehmigung:
Auch kleine und kleinste Gebäude sind in Deutschland grundsätzlich genehmigungspflichtig, sofern sie nicht nur zum Unterstellen von Geräten, sondern auch als längerfristiger Aufenthaltsraum dienen sollen. Das Planungsrecht ist Landesrecht und wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Vor Errichtung eines (Wohn-)Gebäudes auf einem Grundstück muss in der Regel ein Bauantrag bei der Gemeinde eingereicht werden. Für einen Bauantrag sind u. a. Baubeschreibung, Lageplan, Bauzeichnungen, usw. bei der Gemeinde einzureichen. Diese müssen vom Antragsteller sowie vom Architekten oder Zimmermeister unterschrieben sein. Die Gemeinde legt den Bauantrag nach ihrer Entscheidung dem Landratsamt (Bauaufsichtsbehörde) vor. Die Bauaufsichtsbehörde überprüft den Bauantrag und entscheidet, ggf. nach einer Begehung vor Ort, abschließend über die Erteilung der Baugenehmigung. Selbst die Befragung eines Nachbarn kann Auswirkungen auf den Bauantrag haben.

Für ein bebauungspflichtiges Unterfangen müsste der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Ein aufwendiges Verfahren, in dem auch die Träger öffentlicher Belange wie der Bund Naturschutz, die Landwirtschaftskammer, das Wasserwirtschaftsamt und viele andere gehört werden müssen. (Wer ein Tiny House hat braucht auch ein erschlossenes Grundstück)

Grundstückserschließung:
Zur Zeit muss eine verkehrsmäßige und technische Erschließung sichergestellt sein. „Erschließung“ bedeutet die Nutzbarmachung von Grundstücken durch Anschluss an das Wegenetz (verkehrsmäßige Erschließung), sowie an Ver- und Entsorgungsnetze von Elektrizität, Gas, Wasser und Kanalisation *(technische Erschließung) . Die Erschließung eines Grundstücks ist Grundvoraussetzung für seine Bebaubarkeit. Erschließungsbeiträge sind sowohl an die Gemeinde als auch an die Versorgungsträger zu entrichten.

Genau diese Bürokratie macht es Menschen schwer in einer umweltfreundlichen, günstigen und platzsparenden Alternative zu wohnen.

Forderungen

Wir fordern das Abbauen von bürokratischen Hürden für Tiny-Houses durch das Schaffen von Sonderregeln. Sonderregeln im Baurecht für Mobile-Häuser(Tiny-Houses) bis zu einer Wohnfläche von max. 50m^2, welche zu einer vereinfachten Genehmigung durch das zuständige Amt führen. Durch den Fakt das das Haus “mobil” ist und an einem Grundstück nichts grundlegend verändert wird (naturbelassen), sollten sich die benötigten Unterlagen für eine Baugenehmigung lediglich auf die Abnahme der Baupläne und Bauzeichnungen durch den Architekten oder Zimmermeister beschränken.

Zusätzlich fordern wir eine einfachere Erschließung von Grundstücken. Einfacher in der Hinsicht das nur der Anschluss an das Wegenetz sowie an das Wasser- und Kanalisationsnetz verpflichtend ist. Ein Anschluss an das Strom-, Gas- und Telefonnetz sollte jedem freigestellt bleiben. Die Einführung einer finanziellen Unterstützung soll teilautarke und besonders umweltschonende Tiny-Houses unterstützen und einen weiteren Anreiz bieten.

Quellen
http://tiny-houses.de/minihaus-ratgeber-bauen/

Das ist mein erster Entwurf den ich eben bei der Arbeit nebenher geschrieben habe. Ich würde mich über Mitstreiter freuen die sich für die Themen Downsizing, umweltfreundliches Leben, etc. interessieren.

Gruß
Alex


#2

Und das ist auch gut so, zumindest dann, wenn mit “quasi überall” der “Außenbereich” gemeint sein sollte. Einer weiteren Zersiedelug von Landschaft sollte man dann doch eher vermeiden denn anstreben.

Ansonsten spräche sicher nichts gegen eine Vereinfachung, obwohl die geforderte Erschließung von Wegenetz, Wasser und Kanalanschluß ja schon den eher erheblicheren Teil darstellt, als lediglich Strom und Telefon.


#3

Danke für deinen Input :slight_smile:

Genau der ist bei uns gemeint :slight_smile: In Amerika wo ja das Tiny-House Movement entstanden ist, ist es wirklich so das man überall stehen darf sofern man die Erlaubnis des Grundstücksbesitzers hat. (Unrealistisch für Deutschland und bei vielen Tiny Houses würde man wie du selbst gesagt hast die Landschaft zersiedeln)

Wenns na mir ginge gäbe es nur den Anschluss an das Wegenetz aber wenn man mal realistisch ran geht wird es schwierig das in Deutschland umzusetzen (Obwohl es toll wäre wenn man komplett autar leben könnte)


#4

Das denke ich auch.
Ich würde mal sagen: ob 35 Einwohner (USA) auf den Quadratkilometer oder 237 macht schon einen Unterschied.
Vielleicht könnte man mal in der Uckermark sowas versuchen. :wink: Aber wer will da schon hin. Außer natürlich reine Naturfreaks. :smile:
Habe gerade mal bei Wiki über die Tiny Houses nachgelesen; es klingt zwar immer erstmal einfach und von der Idee auch “schön”, aber im Detail ist es dann doch ganz anders, weil man viel berücksichtigen muß. Viele Dinge haben ja auch ihre Berechtigung, wie z. B. Brandschutzvorschriften. Und ob das alles sooo nachhaltig ist, ist eben auch noch nicht ausgemacht.
Es steckt halt die Idee des “Zurück zum Elementaren” und “Weniger ist mehr” darin; und das ist reizvoll (finde ich zumindest).


#5

Ja natürlich sollen es nicht einfach so zusammengezimmerte Buden sein, wenn müssen Sie schon bestimmte Baustandards erfüllen. Deshalb soll ja auch eine Abnahme stattfinden :slight_smile: Wir sind ja nicht Amerika wir sind in Deutschland und was wäre Deutschland ohne Vorschriften :smiley:


#6

Ich bin auf jeden Fall dabei! Ich habe gerade erst 3 Wochen in meinem Tiny House verbracht und kann absolut unterschreiben:

Das parke ich von Stockholm bis Valencia ganz problemlos und auch an der Zugspitze und in Kassel beim BPT von DiB :sunglasses:

Die Regularien für Menschen, die mobil oder einfach anders leben wollen, sind bei uns einfach zu streng.

war ich auch schon. Geht problemlos.

Gerade bei der höheren Bevölkerungsdichte ist es doch gut, wenn man sich mit wenig Platz zufrieden gibt.

Wenn wir da etwas tun und die Womo - Fraktion einbeziehen, haben wir eine neue Zielgruppe :angel:


#7

Sauber dann trag ich dich schonmal mit ein und werde dann mit allen Interessierten eine PN starten um daran zu abeiten :slight_smile:

Ich könnte mir auch feste Tiny-House Wohngebiete vorstellen… eine Art umweltschonende Gemeinschaft.


#8

Dann sprecht doch auch schonmal die Industrie/Hersteller etc. an. Die warten bestimmt schon darauf, sich neue Märkte zu erschließen.
Auf auf, verheizen wir auch noch den letzten Rest Natur für “umweltfreundlich gelabelte” Streichholzschachtelwohnbehälter.
Mehr rollende Wohnkisten, aber klar! Her mit den Dieselabgasen, wir haben ja genug saubere Luft.

Ich wünsche Euch viel Spaß dabei!


#9

Sowas wie Campingplatz 2.0. Mit ordentlichem WLAN, Waschmaschine und Sauna. Aber natürlich innerstädtisch. Insbesondere interessant für Berufspendlis. Ich hab schon mal ein Projekt lang in meinem Womo gewohnt.

Das Gegenteil ist der Fall. Wenn man seine Kiste die Woche über am Arbeitsplatz parkt, entfallen erhebliche Abgase. Vielleicht verleitet das Menschen dazu, ihre Kiste am Arbeitsort zu parken und am WE oder zwischendurch ÖPNV zu nutzen.

Also bitte nicht direkt alles schlecht reden.


#10

Na, dann würde ich doch auch gleich mal daran denken, die Menschen entsprechend umzuerziehen, damit das dann auch so eintritt, wie Du es prophezeist. :smile:


#11

ich beziehe mich wirklich nur auf Tiny-Homes und nicht auf Wohnmobile und habe dabei eher an Schreinereien (die solche heutzutage schon bauen) gedacht.


#12

solche beispielsweise

Die gibt es in allen Formen und Farben… der folgende YouTube Channel ist da sehr zu empfehlen https://www.youtube.com/user/livingbigtinyhouse


#13

Genau!
Aber da fehlt dann noch der Grill davor, wo das viele Billigfleisch draufliegt, damit man sich nachhaltig ernähren kann. :laughing:
Tut mir leid, aber das mußte sein!


#14

Gut wenn du dann nichts produktives mehr beizutragen hast darfst du dich gerne aus dem Thema rausziehen statt direkt alles madig zu machen danke :slight_smile:

btw. auch modern aussehende dinge können aus nachhaltigen Materialien gebaut werden :wink:


#15

Ich hab das mit dem Tiny Home schon vorher als Ausweich-Wohnung für den Semesterbeginn gesehen.

Man könnte z.B. mit großen Firmen beginnen, die für ihre Angestellten einen “Trailer-Park” einrichten könnten.


#16

Ich mache hier nichts madig, aber ich halte den § 35 Baugesetzbuch für unabdingbar und wer darangehen möchte, den abzuschaffen, kann das gerne tun, aber dann ohne mich! Gute Nacht!


#17

https://www.gesetze-im-internet.de/bbaug/__35.html

Jetzt wissen wir, wo wir ansetzen müssen, danke!


#18

Wo kommt diese Schärfe und Hähme her. Das ist doch nicht nötig, oder? Und auch § 35 BauBG ist ja auch schön, aber muss dass denn bedeuten, dass man in den Vorschriften für z.B. Bauen im Außenbereich nicht klärende rechtliche Ausnahmeregeln schafft.
Und: ich glaube nicht, dass jemand mit dem Wohnmobil täglich zig Kilometer zur Arbeit fährt.
Ich habe jahrelang im Westerwald gelebt und da gesehen, wie sehr viele Menschen (ich auch) jeden Tag, immer nur einer im Auto, zwischen 20 und 70 Kilometer zur Arbeit fahren.
Warum nicht die kleinen Heime näher zur Arbeit bringen?


#19

welch ein romantischer Landverbrauch…

Berlin hat auch besste Erfahrungen mit occupy Gartenlaube.

Mini-, microhousing ist eigentlich GK I (GebäudeKlasse I) und damit weitgehend frei von Anforderungen, die Bauen komplizieren.
BauNutzungsVerordnung regelt max. nutzbaren Anteil der bebauten Fläche des Grundstücks, BauOrdnung die Sicherheitsabstände (Nachbarschaftsrecht).

An diesen Schrauben würde ich pers. zu Gunsten eines extensiven Landverbrauchs nix drehen!

Wer wirklich mit kleiner Wohnflächen klar kommt (sein Messisyndrom im Griff hat) der sollte sich mal mit (höchst urbanen u. toll gestallteten) Japanischen Projekten befassen.


#20

Ich hab ein paar Dinge ergänzt. Aber ich sehe die nicht als Änderungen. Die Wolke macht mich wahnsinnig…

Weiterhin weiß ich nicht, ob wir nicht anders ansetzen sollten. In D darf man Wohnanhänger ja auch nicht einfach so abstellen. Jedenfalls nicht für längere Zeit.

In den USA gibt es auch die Trailer Parks, die nicht unbedingt als bevorzugte Wohngegend zählen können. Da müssten wir gegensteuern.

Wir reden hier ja über eine winzige Gruppe von Ultra - Individualisten. Da sollten wir keinen großen Eingriff machen. Ob da das Baurecht wirklich richtig ist, sollten wir diskutieren. Ich lebe ja auch wochenlang in meinem Womo und das geht in einigen Ländern ganz legal (liberté toujours!). Vielleicht machen wir eine europäische Initiative daraus, denn in NL geht das nicht und auch in Kroatien wurde ich schon übel abkassiert. Dänemark verboten, Schweden legal.

Vielleicht wäre es einfacher, dass man bei vorhandener Ver- / Entsorgung bis zu x Wochen an einer Stelle im Mobilheim leben darf. Bei entsprechenden Tanks bis zu x Tage und bei “vereinfachter” Erschließung auch dauerhaft.

Das könnte echt cool werden, damit locken wir wieder interessante Freaks zu uns :dib_spirit:

EDIT: Ich finde dieses Teil total klasse und könnte direkt einziehen: