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Vereinfachung der Änderung des Personenstandes für intersexuelle und transsexuelle Menschen

intersexualität
gesundheit
transgender
fertige-initiative

#43

Ja, sehr gerne noch Verbesserungen! Hättest du Lust eine weitere erweiternde/ergänzende/optimierende Initiative dazu auszuarbeiten?


#44

Ich hab den Text geändert:

Vereinfachung der Geschlechtsangleichung für trans* Menschen
Anmerkung: In diesem Text gelten Menschen als trans*, wenn ihre Geschlechtszugehörigkeit nicht dem Geschlecht entspricht, was ihnen bei Geburt zugewiesen wurde.

Problembeschreibung:
Durch das Transsexuellengesetz (TSG) wird trans* Menschen ermöglicht, ihren Vornamen und Geschlecht an ihre tatsächliche Geschlechtszugehörigkeit anzupassen. Dieses Verfahren erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren und ist für die Betroffenen mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden. Es gibt einige diskriminierende Vorgaben des Gesetzgebers:

  1. Hormontherapie

Vor Beginn der Hormontherapie sind Betroffene gezwungen, sich mindestens ein Jahr lang als das gewünschte Geschlecht zu präsentieren (Alltagstest). Das bedeutet konkret, dass z. B. Transfrauen mit Bartschatten und „weiblicher“ Kleidung zur Arbeit gehen sollen. Vor allen während diesem Alltagstest kommt es immer wieder zu Diskriminierungen und somit auch zu einer hohen psychischen Belastung der Betroffenen. Insbesondere bei Personenkontrollen, Toilettennutzung und der Arbeitssuche werden Betroffene ungewollt als trans* geoutet und/oder eingeschränkt.

  1. weitere medizinische Maßnahmen

Nach 18 Monaten „Alltagstest“ (in NRW – in anderen Bundesländern evtl. abweichend) erhalten Betroffene nach einer weiteren Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) die Kostenübernahme für weitere medizinische Eingriffe und Hilfsmittel (z.B. Operationen, Bartentfernung, Prothese/Epithese).

  1. amtliche Namens- und Personenstandsänderung

Für die offizielle Änderung des Vornamens und des Personenstands ist ein Gerichtsverfahren notwendig. Betroffene sind gezwungen dem Amtsgericht für diesen Prozesss zwei psychologische Gutachten vorzulegen, die bestätigen, dass sie an einer psychischen Störung (Persönlichkeitsstörung) leiden. Während dieser psychologischen Begutachtung werden sehr intime und diskriminierende Fragen gestellt. Oft wird von den Betroffenen verlangt, die Geschlechtszugehörigkeit besonders stereotyp zu präsentieren (z.B. Transfrauen im Rock, Transmänner ohne Ohrringe). Nicht selten wird erwartet, dass Betroffene heterosexuell sind.

Über das gesamte Verfahren der Geschlechtsangleichung hinweg sind trans* Menschen abhängig von dem Fachpersonal, was ihnen begegnet. Sollte eine Person des Fachpersonals (z.B. Gutachter*in, Psychotherapeut*in) nicht wohlwollend gestimmt sein, kann dies den gesamten Prozess stilllegen/verhindern. Es ist kein Wunder, dass sich Betroffene gegenüber dem Fachpersonal oft hilflos ausgeliefert fühlen. Das derzeitige Verfahren der Geschlechtsangleichung ist von Diskriminierung durchwachsen und stellt eine enorme psychische Belastung für die betroffenen trans* Menschen dar.

Hinzu kommt, dass das Verfahren bisher nur für binäre trans* Menschen ausgelegt ist. Menschen, die nicht in die Kategorien „Mann“ oder „Frau“ fallen, werden in dem gesamten Verfahren nicht beachtet. Nicht-binäre Identitäten müssen oft ihr tatsächliches „gefühltes“ Geschlecht verschweigen, um medizinische und amtliche Maßnahmen genehmigt zu bekommen.

Forderung:
Die Anpassung des Vornamens, sowie des Personenstandes muss bei trans* Menschen zu einem Verwaltungsakt durch das jeweilige Standesamt herabgestuft werden. Gutachten müssen ersatzlos entfallen. Unabhängig von dieser amtlichen Anpassung, haben die Betroffenen einen Anspruch auf medizinische Maßnahmen, die ihren Lebensalltag im gelebten Geschlecht erleichtern und ihre psychische Belastung mindern. (z.B. Hormontherapie, dauerhafte Bartentfernung, Gesichtsfeminisierung, Brustaugmentation, Mastektomie, Prothese/Epithese…)

Insbesondere muss das Verfahren der Geschlechtsangleichung für nicht-binäre Menschen geöffnet werden. Dies beinhaltet, dass medizinische Eingriffe und Hilfsmittel von der eigenen Geschlechtszugehörigkeit entkoppelt werden müssen und ein positiver Geschlechtseintrag für nicht-binäre Identitäten geschaffen werden muss.

Kosten:
keine erkennbaren Kosten gegenüber dem bisherigen Verfahren
Finanzierung:
nicht nötig
Quellen:
1: Informationen aus erster Hand als Betroffene
2: Transsexuellengesetz vom 10.09.1980 (https://www.gesetze-im-internet.de/tsg/BJNR016540980.html)
3: Einige Information zum Thema http://www.bento.de/politik/transsexuellengesetz-warum-die-namensaenderung-einfacher-werden-muss-790882/
4: http://www.volkerbeck.de/2016/08/04/situation-von-trans-menschen-in-deutschland/
5: Das Thema wurde auch durch die Grünen im Bundestag eingebracht. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/121/1812179.pdf


#45

Hallo @Kris.Dany,

es tut mir total leid, dass ich mich jetzt erst melde, aber irgendwie sind mir ständig andere Dinge dazwischen gekommen.

Bist du schon als Beweger*in regristiert? Dann könntest du diese Version schon mal auf dem Plenum der Abstimmungsplattform hochladen. Gerne kannst du mich als Mitinitiatiatorin eintragen. Wir bräuchten noch eine dritte Person dann… @anon88192733, @llkruegro, @niko, @helen-hass hättet ihr Lust? :slight_smile:

Liebe Grüße und noch einmal fettes Sorry, dass die Rückmeldung so lange gedauert hat :frowning:


#46

Ich bin definitiv dabei, wann melden wir die Initiative auf dem Plenum an @Kris.Dany, @helen-hass, @Sabine, @anon88192733, @llkruegro anyone ?! Einfach machen?


#47

Ja, einfach machen. Ich kann aber inhaltlich nichts dazu beitragen, ihr seid ja schon 3 Initiatoren? Da bin ich dann halt Erstunterstützerin.


#48

Geht es nur um die Variante transsex von @Kris.Dany?