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Verbesserung Verbraucherschutz im Bereich Finanzprodukte

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#41

Ja, ist auch sicher gut gemeint, aber im Vergleich zu Ergebnis viel Aufwand für eine Ini. Ist ein Thema, welches man später eher einmal in einem anderen Rahmen berücksichtigen kann.
Man sollte sich vielleicht Gedanken darüber machen, welche Anlagen man überhaupt noch zulässt bzw. welche Freiheit die Initiatoren haben, Anlagen zu konzipieren und anzubieten.


#42

vielleicht sollten wir den Fokus umlenken.
der Sekundenhandel wurde hier jetzt mehrfach erwähnt. Vielleicht sollten wir uns um den zuerst kümmern.


#43

nicht als Moderator:

Liebe Eva, das ist eine adere Baustelle, Endverbraucher haben ja mit Sekundenhandel nichts zu tun.
Das wäre ein anderes Thema.


#44

Also: Da wir hier über eine “Kleinigkeit” reden, wäre das doch ein Kinderspiel. Weitere Maßnahmen können ja folgen, aber mit einer solchen “Wertpapier - Ampel” (gute Idee eigentlich) könnten wir schon mal Werbung für DiB machen.

Ich bin für Machen.

Ampel: Wäre das was? Rot = Hoch spekulativ, Grün = sicher. Gelb = ?

Das Thema Hochfrequenzhandel haben wir wohl verpasst:

Oder seht ihr darüber hinaus Regelungsbedarf?

Falls nicht, würde ich eine FTT identisch zu Frankreich vorschlagen:


#45

Liebe Finanzexpertis,

es war klasse, euch in Karlsruhe zutreffen! Leider war viel zu wenig Zeit für ausufernde Diskussionen!

Ich würde die Ini jetzt gerne ins Plenum bringen, denn diese kleine Ergänzung ist meiner Meinung nach sinnvoll. Eine Art “Lebensmittelampel” für Finanzprodukte.

Die anderen Themen können wir ja in anderen Inis behandeln. Oder wir machen zunächst eine Ini mit einem globalgalaktischen Finanzkonzept…

Wie auch immer: Wer würde diese Ini unterstützen?

Liebe Grüße, Harry.


#46

nicht als Moderator:

Ab nächstem Jahr werden sich beim Investmentgeschäft gesetzliche Änderungen ergeben, z.B. MiFID II.

Die Abkürzung MiFID II steht für “Markets in Financial Instruments Directive II” (Richtlinie 2014/65 über Märkte für Finanzinstrumente) und ist eine europäische Richtlinie, die das regulatorische Rahmenwerk für Wertpapiergeschäfte in Europa stellt. Ziel der Gesetzgebung ist unter anderem ein verbesserter Verbraucherschutz bei Wertpapiergeschäften. Dies führt zu veränderten Regeln für die Produkte, aber auch zu neuen Beratungs- und Transparenzvorschriften im Beratungsprozess.

Ich werde dieser Tage dazu geschult und kann dann ggf. noch was ergänzen


#47

Wertpapiergeschäfte wären auf meiner “Ampel” immer rot: Maximal möglicher Verlust: 100%, garantierter Gewinn: 0% :grimacing:


#48

Aus meiner Sicht wäre der Finanz-TÜV wie ihn Die Linke fordert eine gute Möglichkeit, die Risiken zu mindern und nicht alles zu Lasten der Finanzberater und -vermittler gehen zu lassen, inkl. des ganzen Beratungsaufwandes und des Risikos falsch oder gar nicht verstanden zu werden und am Ende trotz allem den schwarzen Peter zu haben.
Dieser Finanz-TÜV wird aber natürlich von der gesamten Finanzbranche abgelehnt.


#49

nicht als Moderator:

Diese Aussage ist falsch. Investment- oder Wertpapiergeschäft ist lediglich ein Oberbegriff. Über Sicherheit sagt der gar nichts aus. Da gibt es Anlagen die hätten ein Grün.


#50

Das wäre zu diskutieren. Sind die auch gegen Konkurs des Emittenten abgesichert? Also per Einlagensicherungsfond?


#51

Ganz einfach:

Ein Wertpapier ist die Verbriefung eines privates Rechts. Aus ihm kann das Recht gegenüber dem Schuldner geltend gemacht werden, wenn es diesem vorlegt wird. Im Zeitalter der IT-gestützten Buchführung gibt es sie oft nur noch als Buchungsposten.


#52

Ganz einfach wäre gewesen: Nein. :wink:

Nach meinem Verständnis sind das Inhaberpapiere und nur über eine eventuell vorhandene Konkursmasse abgesichert. Daher schon mal nicht grün. Oder?


#53

“NEIN” verstehe ich nicht.

Mir ist auch nicht klar, worauf Du hinaus willst. Ursprünglich ging es um die Sicherheit von Anlagen. Jetzt taucht das Kriterium Konkursmasse auf. Das sind doch völlig verschieden Bewertungskriterien.

Wenn z.B. eine Firma eine Schuld bei Dir hat und dann in Konkurs geht, steht Dir ggf. gar nichts zu. Da können sich dann Grundstücke, Bargeld oder Wertpapiere (Aktien, Anleihen …) in der Konkursmasse befinden.


#54

Na es geht doch um die Sicherheit der Anlage und die Ampel für Oma Ilse. Das war doch das Problem bei Lehman Bros. “Ja, aber die gehen doch nie im Leben Pleite!”

Wenn der Laden pleite geht habe ich als Anleger idR fast alles verloren. Also Rot.

Einlagensicherungsfonds: Grün.

Was wäre Gelb?


#55

Gelb wäre dann ein subjektiv bewertetes Risiko, denn

  • Grün ist sicher
  • Rot ist unsicher

Mir fällt es schon schwer, durch den Einlagensicherungsfonds gesicherte Anlagen als sicher zu bezeichnen, da

  • "Bei dem freiwilligen Sicherungsfonds der privaten Banken gibt es ab dem 1. Januar 2015 eine Sicherungsgrenze je Gläubiger 20 %, ab 1. Januar 2020 zunächst 15 % und ab dem 1. Januar 2025 dann 8,75 % des für die Einlagensicherung maßgeblichen haftenden Eigenkapitals der Bank.

  • Ist eine Anleihe der Siemens AG sicher oder GELB?

  • Ist die Aktie von Siemens ROT?

Man kann definieren, aber das wird nicht ganz einfach. Vor allem aber müssen alle angebotenen Anlagen einbezogen werden und es wird am Ende Orientierung sein.


#56

nicht als Moderator:

Das Problem ist, dass hier einige Dinge vermischt werden. Dazu gibt es gerade an anderer Stelle den Thread zur gefühlten Wahrheit.

Grün - wäre also demnach: Du erhältst immer den eingezahlten Betrag wieder (ggf. mit weniger Kaufkraft da durch Inflation vermindert)

Gelb - wäre also demnach: Du erhältst immer den eingezahlten Betrag ggf. abzgl. eines vorher bekannten maximalen Verlustes wieder

Rot - wäre also demnach: Du kannst einen Grossteil, ggf. alles, des eingezahlten Betrages verlieren

So, und nun wird es kompliziert:
Meine Kunden “versprechen” dass sie 5 Jahre auf die Einlage verzichten können und wollen. Ich kann dies als Fachmann nach ausführlicher Recherche bestätigen und “genehmige” die Einlage.
Der Kunde will nun nach 3 Jahren sein Geld wieder haben, welches jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht in Höhe seiner Einlage vorliegt. -> eigentlich ein GRÜN-Produkt, durch Vertragsbruch des Kunden jedoch ROT.

Wenn ein Garantiefondkonzept Dir zusichert nach X Jahren mind. deine Einlage zurückzuerhalten, ist es mMn GRÜN, für den Kunden jedoch in diesem Fall gefühlt ROT.


#57

Ja, das passt doch. Wer bei “Vertragsbruch” (vorzeitiger Kündigung) Probleme damit hat, dass man Geld verliert, soll den Zaster im Socken aufbewahren. Aber auch da hilft meine “Ampel”. Ich hatte ja gefordert:

Wenn da 2022 steht, heißt das 2022. Daher noch mal ganz groß und breit vor der Unterschrift.

Das wäre ja in deinem Fall auch eine Absicherung für dich: “Lieber Kunde, es war klar, dass du das Geld erst 2022 bekommst. Willst du das eher, musst du mit Abschlägen rechnen.”


#58

Mir scheint es jetzt so, als gäbe es gar keine sicheren Geldanlagemöglichkeiten mehr.

Seit der jahrelangen Nullzins-Politik der EZB (Ende nicht abzusehen) und der Möglichkeit, dass auch Staaten pleite gehen können gibt es auch keine sicheren Renditen mehr. Mit einer “einfachen” Gesetzesänderung ist nichts zu machen.

Ist das der Weisheit letzter Schluss?


#59

Es gibt ganz viele sichere Anlagen. Die werfen aktuell aber wenig ab. Und das war immer das Problem. So lange es Menschen gibt, die denken, sie könnten locker und risikofrei etliche Prozente mehr bekommen, als der Leitzins gerade hergibt, tut sich ein weites Feld für Betrüger auf.


#60

Was definierst Du denn als sicher?
In meinen Augen ist gar keine Anlage sicher. Es gibt nur Unterscheidungen zwischen wenig und viel Sicherheit. Ich schrieb dazu bereits etwas weiter oben.
Autofahren ist grundsätzlich unsicher - sehr sogar. Trotzdem machen wir es und gehen unbewusst jeden Tag lebensgefährliche Risiken ein. Wir können die Risiken minimieren durch das Anlegen von Gurten, eine Investition in zusätzliche Airbags, vorausschauende Fahrweise, etc.
Aber wenn Dir dann ein Mähdrescher in die Flanke fährt weil der Bauer voll vom Appelkorn ist, nutzt Dir all das nichts.

+++ nicht als Moderator +++