Urbane Mobilität oder wie lange halte ich ohne Auto aus? #NoCarChallenge

Hallo zusammen,

mir kam diese Woche der Gedanke eine eigene Challenge in diversen Social-Media-Kanälen zu starten. Meinen privaten Accounts fehlt aber mangels Nutzung die entsprechende Reichweite, da wäre DiB und viele DiB’ler und DiB’lerinnen genau der richtige Weg.

Meine Idee ist Autofahrer gezielt dazu zu bewegen möglichst lange oder oft auf ihr Auto zu verzichten und nachhaltigere Fortbewegungsmittel zu nutzen (Rad, ÖPNV, Mitfahrgelegenheiten). Die Challenge ist quasi das eigene Auto maximal lange geparkt zu haben. Ich bin selber ein treffendes Beispiel, wohne in der deutschen Großstadt mit der mit Abstand schlechtesten Bahnanbindung (Chemnitz), muss jeden Tag 22 km ins Umland auf Arbeit pendeln und bin zu allem Überfluss noch Wochenendpendler in die Sachsen-Anhaltinische Heimat. Immerhin habe ich, abgesehen von heute, die vorherigen 4 Arbeitstage es geschafft entweder mit dem Rad oder Elektroroller (nicht zu verwechseln mit den jüngst zugelassenen E-Tretrollern/Scootern) auf Arbeit zu fahren. Das waren immerhin 6 Tage an dem mein Fahrzeug nicht bewegt wurde, keine Emissionen, kein Verkehrsaufkommen, etc.

Ich will sozusagen die Autofahrer kitzeln Alternativen auszuprobieren, bewusst das Auto stehen zu lassen und vielleicht einen kleinen Impuls setzen zur nachhaltigeren Mobilität. Ich will dem ganzen einen positiven Spin geben, es geht nicht darum Autofahrer anzuprangern, sondern die Alternativen aufzuzeigen und ein bisschen zum Nachdenken anzuregen.

Dazu bräuchte man einen griffigen Hashtag (ich würde es auf Englisch bevorzugen, um im besten Fall auch über Ländergrenzen hinaus etwas pushen zu können) und einen guten Start wie man die Geschichte in 2-3 Sätzen knackig rüberbringt.

Ich arbeite selbst in der Batterieentwicklung für E- und Hybridfahrzeuge. Mir begegnen sozusagen neue Mobilitätskonzepte tagtäglich und ich wäre hier auch offen für weitere Diskussionen. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass ich keine richtige Ahnung hab wie man Social Media Kampagnen pushen/initiieren kann.

Ich würde mit der Kampagne ungern lange warten, denn im Sommer sind die Alternativen größer, gerade mit dem Rad unterwegs zu sein. Wenn im Herbst Schmuddelwetter und später Schneefall und Nachtfrost einsetzt, wird die Faulheit generell größer.

Das ganze würden sich wirklich nur an Autofahrer richten, vor allem an Pendler kürzerer Strecken (ein sehr großer Teil der Fahrtstrecken ist statistisch gesehen kleiner 10 km). Das ganze könnte man bei Erfolg gerne mal in anderen Bereichen probieren, wie der Verzicht auf Fleisch damit es am Ende vielleicht nur noch 2-3 anstelle von 12 fleischhaltige Mahlzeiten in der Woche sind (ja, auch das würde Vegetarier/Veganer an sich ausschließen).

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Hallo Aaron,

das klingt doch nach einer sehr interessanten Aktion. Ich werde dein Anliegen in die Gruppe der Öffi-Hummeln einbringen und ich schätze, du wirst demnächst von uns hören.

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Hi Aaron,

ich finde es eine gute Idee, sich darüber auszutauschen und zu kommunizieren. Ich würde allerdings Schlagworte in deutsch bevorzugen und die Leute in unserem eigenen Umfeld versuchen zu aktivieren.

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Ich bin jetzt eher der Typ, der schon länger mit sehr wenig Auto mobil ist. (Auch wenn ich beruflich bald nicht mehr darauf verzichten darf.) Momentan überlege ich mir ein Pedelec zuzulegen, damit ich noch öfter 20 km hin und 20 km zurückradeln kann statt mit den Öffis zu fahren.

Mir ging mal eine ähnliche Sache durch den Kopf wie diese hier: AOK und ADFC gibt es so einen Wettbewerb, wer die meisten Tage mit dem Rad pendelt.

Die Schwierigkeit besteht meiner Meinung nach darin, die Menschen mit Auto davon zu überzeugen, dass es Sinn macht das Auto stehen zu lassen, und zwar nicht nur wg. Klimaschutz, sondern wegen Gewinn an Gesundheit, steigende Leistungsfähigkeit des Gehirns auch im „Alter“ und je nachdem erheblich weniger Parkplatzprobleme. Also wir sollten hierbei nicht nur eine Art von leichtem Wettkampf machen, sondern immer auch Argumente liefern, warum radeln Sinn macht.

ERGÄNZUNG: Dass es gesundheitliche oder Strecken-Grenzen gibt, die bei jede*r persönlich verschieden sind, weiß ich. Ich gehöre zu den Glücklichen, die mit 50 noch 3mal die Woche 20 km hin und 20 km zurück ohne Motorunterstützung schaffen, auch weil die Strecke relativ eben ist.

Die Argumentation mit der Rangfolge der Verschmutzer-Bereiche lasse ich nicht gelten. Denn wir müssen auf so vielen Ebenen wie möglich etwas unternehmen und uns nicht darauf zurückziehen, dass wir erst in der Energiewirtschaft tätig werden müssen, dann in der Industrie und erst wenn alle Bereiche, die mehr Treibhausgase verursachen als der Individualverkehr, erst dann beginnen wir dort. Nein, das kann und soll nicht die Lösung sein. V.a. weil nämlich alle darauf warten, dass sich der andere zuerst bewegt.

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Ich finde radeln auch als sinnvollste Alternative. Will bloß möglichst viele ansprechen und für einige gibt es nur die Wahl zwischen Öffis und Auto zum Beispiel. Ich will eigentlich nur zum Nachdenken anregen, im ÖPNV kann man zig andere Dinge parallel machen (Lesen, Film gucken, den Tag organisieren) und die Zeit effektiv nutzen. Bis auf ein bisschen Podcast / Musik ist die Lebenszeit im Auto tendenziell verloren.

Ich fande es spannend dazu auch beim Community Tag während des Bundesparteitags darüber zu diskutieren, auch wenn der Grundkonsens der gleiche war, gab es aufgrund persönlicher Umstände und Pendlerstrecken sehr unterschiedliche Nutzungsprofile.

Mensch kann auch einfach vorsichhindösen oder andere Menschen beobachten oder mit anderen Menschen ins Gespräch kommen, die Landschaft oder die Stadtschaft ansehen…

Übrigens: eine guter Claim für so eine Aktion könnte doch einfach #Verkehrswende #brauchtBewegung sein. Oder?

Ja, es gibt Gegenden, da ist es mit viel gutem Willen, Ausdauer und Genügsamkeit verbunden. Ich bin auch in so einer Gegend. Würde ich statt mit Rad mit dem Bus fahren, würde ich 10-15 Minuten länger unterwegs, da ich zuerst noch 10 Minuten zur Bushaltestelle laufen muss und in Offenburg umsteigen, mit ca. 15 Minuten Pause. Mit dem Auto wäre ich natürlich in halber Zeit dort.

Es geht - so verstehe ich diese aktion - nicht darum, dass wir alle zum Umsteigen zwingen. Wenn jedoch alle diejenigen umsteigen würden, bei denen es mit weniger Aufwand verbunden ist, dann würde sich mittelfristig auch die Situation bei einigen von denen verbessern, bei denen es momentan noch sehr viel Aufwand bedeutet.

Also: #Verkehrswende #brauchtBewegung

ERGÄNZUNG: Wenn ich bedenke wie lange Menschen in und um Stuttgart zur Arbeit unterwegs sind, egal ob mit Auto oder mit Öffis, dann vermute ich auch, dass wir auf dem Land auf sehr hohem Niveau jammern.

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Umsteigen aufs Fahrad? Weg vom Auto?
Eigentlich eine gute Idee. Aber für Handwerker wie @Thomas mit seiner Fliessenleger- Firma oder für meine Firma als selbstständige Ingenieur fast unmöglich. Ich wohne zwar in einer Stadt, aber zu Terminen ohne Auto zu fahren grenzt an eine „zeitliche Unmöglichkeit“.
In unserem Beruf erwartet mensch, das wir schnell auf der Baustelle oder im Gespräch sind und das wir unser Werkzeug dabei haben.
Und, gerade meine Firma benötigt einen (unglaublich) langen Vorlauf, bis endlich Geld auf dem Konto ankommt. 2 Monate Werbung ist keine Seltenheit.
Also bitte, die Überlegung ist schon schön, aber dann muss ein Umdenken der Gesellschaft für Handwerks- und Planerberufe dazukommen.

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Das kann sich ändern, wenn eure Kund*innen erheblich mehr mit dem Rad unterwegs sind.

Es geht letztlich auch um Entschleunigung unserer Gesellschaft.

Gibt es hier auch welche, die diese Idee gut finden? Oder schaffen es nur die Kritiker*innen sich hier zu äußern?

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Generell finde ich diese Idee gut, ich gehöre zu den Menschen, die keinen Führerschein haben, ich weiß aber auch, wie schwer das in ländlichen Gebieten umzusetzen ist.

Jede*r, die*der kann, soll es umsetzen, bzw. ausprobieren. Es muss jedoch klar sein, es können eben nicht alle.

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Ich denke auch, dass es aktuell genug Situationen gibt, in denen ein Umstieg aufs Auto nicht zumutbar ist. Ich denke z.B. auch an Menschen mit Behinderung, an Leute, die recht abgeschieden wohnen, Leute, die beruftlich ein Auto brauchen etc.

Man könnte aber durchaus an einigen Stellen ansetzen:

  • Ballungsräume: Ein nicht unerheblicher Teil der deutschen Bevölkerung wohnt in Gebieten, in denen es ein brauchbares Nahverkehrsnetz und meist auch Carsharing gibt. Hier ist ein eigenes Fahrzeug oft nicht nötig.
  • Zweitwagen: In vielen Haushalten gibt es 2 oder mehr Autos. Kann man hier vielleicht auf eines verzichten, weil eine Person mit dem Rad oder in einer Fahrgemeinschaft fahren kann? Wäre Carsharing eine Option?
  • Schritt 2: Wenn eine gewisse Menge von Leuten von Auto auf andere Verkehrsmittel umsteigt, dürfte das mittelfristig die Verfügbarkeit von Bussen, Carsharing etc. verbessern. Das könnte in Klein- Mittelstädten durchaus einen spürbaren Unterschied machen. Ich stelle mir vor, dass mehr Buslinien, mehr Carsharingfahrzeuge etc. erst einmal einen Effekt auf die Vororte und mittlere Gemeinden haben und von dort aus „ausstrahlen“ können.

[Aus welcher Situation schreibe ich das? Wir sind mit unserer fünfköpfigen Familie ziemlich allein auf weiter Flur ohne eigenen PKW. Und das in einer Kleinstadt, die 5 Zuglinien, deutlich mehr Busse (Mo-Fr) und einen Carsharingverein aufzuweisen hat. Meinen Arbeitsweg von 15km kann ich in zumutbarer Zeit per Bus pendeln und wenn wir weiter raus aufs Land müssen, können wir uns ein Carsharingfahrzeug nehmen - es geht also in vielen Fällen schon.]

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Irgendwie ist es wie in den meisten Threads hier: die „Kritiker*innen“ bringen ihre berechtigten Punkte ein und vergessen oder blenden aus, dass es vermutlich keine Aktion/Kampagne/Entscheidung geben wird (oder kann?.), die alle glücklich machen wird.

Es braucht schon viel Energie und Durchhaltevermögen um eine Idee, die „nur“ in eine Kampagne münden soll, voranzubringen.

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Ich finde die Idee gut. Es geht ja nicht darum zu sagen, dass niemand mehr Auto fahren darf, sondern, dass die verzichten, die es können.

Damit das aber nur ansatzweise Chancen hat viral zu gehen, bräuchten wir schon eine zweistellige Anzahl an DiB-Menschen, die das mitmachen und es pushen, so als “Grundrauschen“.

Ich bin aber raus, da ich quasi ohne Auto aufgewachsen bin, gibt es bei mir nichts umzusteigen :wink:

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Danke! Genau das ist es was ich meinte. Klar, es gibt immer Leute die nicht darauf verzichten können mangels Anbindung oder aufgrund Gebrechen, etc.
Aber ich will ja nur die Masse erreichen, die etwas tun kann. De facto alle meine Arbeitskollegen pendeln ca. 15-90 km und nur die weit entfernten teilen ihr Auto aus Kostengründen. Der Rest fährt weiter aus bequemlichkeit täglich allein in seinem Privat-PKW.
Carsharing löst das Problem nur bedingt. Es werden ein paar weniger Autos hergestellt, es gibt etwas mehr Parkplätze aber gerade in Städten werden die Straßen 0% entlastet, da nur andere Autos unterwegs sind aber die Gesamtsumme noch die gleiche ist. Abgesehen von e-Carsharing ist es leider auch kaum umweltschonender. Lediglich die Herstellungsemissionen einiger weniger Fahrzeuge wird gespart.

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Einen Versuch ist diese Idee allemal wert. :+1:

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Vielleicht zusammen mit „Sand im Getriebe“ , die der Tage eine größere Aktion auf der IAA planen - mediale Aufmerksamkeit wäre uns sicher :app:

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Nachdem ich eine Vertreterin von „Sand im Getriebe“ gestern bei Illner erlebt habe, möchte ich nur sehr ungern mit denen zusammenarbeiten. Für mich ist da zu viel Polemik und zu wenig technisches Hintergrundwissen im Spiel. Zumal Sand im Getriebe mir zu stark in die Verbotsschiene geht und das wird von weiten Teilen der Bevölkerung sehr negativ aufgefasst. Ich will positive Anreize setzen und die Leute motivieren von sich aus Alternativen zu probieren.

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Verstehe ich - wusste nicht , dass die Frau da war (ist meine Schlafenszeit - stehe ja erst 22:00 auf und dann habe ich auch keine Zeit zum Fernsehen) .
Wäre vielleicht auch zu kurzfristig , aber es hätte ja auch eine einmalige Sache bleiben können , wenn die Koop an der Personalie scheitert , oder deren Konzept nicht zu DiB passt .
Persönlich möchte ich auch nichts von Anderen fordern , was ich selbst nicht bereit bin zu leisten (ich bin auf´s Auto angewiesen , fahre aber auch nur , wenn ich muss - ist ja mein Job und da habe ich keinen Bock auf unnütze Privatfahrten) . Das wäre nicht sehr glaubwürdig .

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