Uploadfilter SK?

hello ihr lieben,
ich befürchte es gibt noch keine offizielle stellung von DiB zum thema uploadfilter, oder?

ich könnte mir vorstellen, dass wir, wie auch in anderen parteien, dazu inter unterscheidliche meinungen haben.
sollte man es trotzdem, oder gerade deswegen, wagen einen SK aufzusetzten oder möchte jemand eine ini dazu machen?

https://www.svz.de/deutschland-welt/politik/europaparlament-bremst-reform-des-eu-urheberrechts-aus-id20350747.html

https://www.derstandard.de/story/2000082747635/parov-stelar-und-conchita-heimische-musiker-unterstuetzen-uploadfilter

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Aber das Ding ist erstmal gegessen, oder? :slight_smile: EU-Parl hat abgelehnt.
Aber vielleicht hast du Recht. Jetzt haben wir Zeit uns eine eigene Position zu erarbeiten. Wird ja vielleicht nicht der letzte Anlauf gewesen sein.

Im Gegenteil wir müssen JETZT eine Position erarbeiten denn die Abgeordneten wollen das Gesetz im September im Plenum erneut diskutieren, ändern oder am Ende möglicherweise ganz ablehnen.

Das Thema ist komplex und wir sollten eine sinnvolle Alternative bieten können bis es dazu kommt!

Es geht hier nicht um ja oder nein, es geht um ein Gesetzt, welches für alle brauchbar ist!
Wir könnten hier Infos, Links und Argumente sammeln, um daraus einen gute Ini zu machen.
alleine ich möchte das zur zeit nicht selbst initieren, weil ich das mometan zeitlich nicht schaffe.

LG
Claudia

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das ist kein einfaches Thema, zur Info, dazu gibt es bereits seit knapp zwei Wochen einen von mir gestarteten PN Austausch zwischen LaVo BW und BuVo.

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Hier auch nochmal zur Info:
https://www.ardmediathek.de/tv/ZAPP/Upload-Filter-Meinungsfreiheit-in-Gefah/NDR-Fernsehen/Video?documentId=53148210

Ich suche gerade noch das Interview mit Julia Reda, was ich vorgestern oder so gesehen habe. Finde es aber noch nicht.

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Hier ist ein Statement von ihr (in englisch), ihr Twitter-Account hat aber viele aktuelle Infos dazu:

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Hier ein Artikel aus der Süddeutschen, der gut auf den Punkt bringt, was „unser“ (das der Kreativen) Unbehagen verursacht:

Ich habe mich seit vielen Jahren FÜR die Urheberrechtsreform eingesetzt, bin also auf der „anderen“ Seite.
Nicht nur, weil Kreative von ihrem Beruf leben sollen können. Sondern vor allem, weil mich die Macht der großen Plattformen umhaut - und wie wir bereitwillig auf ihre Kampagne aufspringen, ohne zu hinterfragen, welche Interessen eigentlich dahinter stecken.

Ich verstehe das einfach nicht. Auch und gerade nicht bei Julia Reda.

Gerade deshalb fände ich es so spannend, wenn wir uns des Themas annehmen würden.
Wenn WIR es schaffen, uns bei DIESEM Thema nicht die Köppe einzuhauen, sondern in Ruhe und unaufgeregt nach Lösungen zu suchen - dann hätten wir RICHTIG was erreicht… :slight_smile: <3

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Liebe Julia,

irgendwie kann ich beide Seiten verstehen. Ich muß dazu aber dann am Ende mal was fragen, was ich in der ganzen Debatte nicht wirklich wiederfinde und nicht wirklich kapiere.

Natürlich wollen und sollen Autoren etc. mit ihrer Arbeit Geld verdienen und können nicht akzeptieren, daß ohne Lizenzrechte andere damit ein Geschäft machen.

Informationskonsumenten haben durch die neuen schnellen Medien und die scheinbar ständige Verfügbarkeit den Eindruck gewonnen, daß alles umsonst ist (weil sie nicht merken, daß sie mit ihren Daten bezahlen - aber eben nicht die Werkhersteller).

Objektiv ist auch die Verbreitung eigener Werke einfacher geworden und damit läßt sich auch werben.

Und wir alle wissen,daß verfügbare Technik auch für sachfremde Zwecke genutzt werden kann, wenn sie erst einmal installiert ist.

Das ist ein schwieriges Spannungsfeld, finde ich.

Bei Musik gibt es die GEMA, an die pauschale Lizenzgebühren abzuführen sind, wenn geschützte Werke aufgeführt werden, für Rundfunk- und Fernsehinfos die Rundfunkbeiträge und dann noch zahlreiche Verwertungsgesellschaften. Warum ist es nicht möglich, ein Lizenzsysem zu schaffen, das die Verbreiter pauschal in die Pflicht nimmt?

Bei den meisten Lizenzverstößen gilt der Grundsatz, daß ich Verletzungen selbst verfolgen muß. Warum soll das Prinzip hier auf automatisiertem Weg umgekehrt werden?

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Diese Behauptung stellst du hier dauernd auf und ich finde sie unverschämt. Wikipedia, OpenStreetMap, Netzpolitik, Heise, Golem - alle folgen ohne zu hinterfragen den bösen Internet-Giganten? Es kommt mir eher vor wie die Aussage der Geisterfahrerin: „Ein Geisterfahrer? Hunderte!“.

Hast du eigentlich die Postings und Videos angeguckt, die wir hier gepostet haben? Es geht den meisten um eine bessere Urheberrechtsreform, nicht um keine. Kaum einer gönnt Google und Facebook die Milliarden. Im letzten Heise / c’t-Video wird auch begründet,warum Google am Ende der Gewinner dieser Richtlinie sein könnte. Nämlich weil sie als einer der wenigen Uploadfilter mit Lizenzvereinbarungen als Service anbieten könnten und somit noch viel mehr Internet-Traffic über Google-Server laufen muss. Und DAS wollen sie.

Es geht z.B. auch um jedes Posting hier auf dem Marktplatz oder im Plenum. Jeder Text könnte urheberrechtlich geschützte Werke enthalten. DiB müsste vor dem Posten prüfen, ob das vorliegt, und zwar gegen die Werke aller Urheber der Welt, was nicht möglich ist. Darum muss dieser lausige Kompromisstext überarbeitet werden.

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Ich könnte mit einem Juristen dienen, der sich aktuell mit den Thema beschäftige. Er selbst lebt von seinen Urheberrechten als Autor und hat lange in der Cinemathek und beim Filmmuseum gearbeitet und kennt sich in der Problematik sehr gut aus. Veranstaltet Konferenzen und kann aus der Sicht von kukturellen Archiven zu dem Thema viel sagen.
Wir debattieren ich regelmäßig zu dem Thema - weil ich ja als Dienstleisterin für Verwertergesellschften (Labels) auch sehr kritisch und indirekt auch betroffen bin.
Diese Woche gab es einen - wie ich finde - sehr guten Beitrag von Sascha Lobo dazu.

Ich würde gerne eine Debatte mit Experten dazu führen (sorry - aber da sind Rechtswissenschaftler hilfreich um aus der Emotion herauszukommen!)

https://www.google.de/url?sa=i&source=web&cd=&ved=2ahUKEwiHoubZjpnhAhUHU1AKHd30C4YQzPwBegQIARAC&url=http%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fnetzwelt%2Fnetzpolitik%2Feu-urheberrecht-lasst-uns-nicht-auf-diese-fake-reform-hereinfallen-kolumne-a-1258790.html&psig=AOvVaw3YVcSP4DcJv38jooHCYPAS&ust=1553459758308446

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Sorry, ich wollte damit ganz sicher niemanden kränken! Ich versuche, mich besser zu erklären, ok?

Also: Erstens denke nicht, dass alle doof sind. :wink: Und ja, ich habe mir die Postings und Videos angeguckt. Leider waren da für mich keine neuen Argumente dabei, die ich noch nicht kannte.
Ich beschäftige mich ja schon seit längerem mit dem Thema, daher habe ich vieles schon gehört.
Die von dir die erwähnten Webseiten wie Heise, Golem, Netzpolitik sind alle techniknah. Von daher ist es nur logisch, dass sie sich nicht auf die Seite der Kreativen schlagen.

Aber es gibt darüber hinaus tatsächlich Gründe, die mich glauben lassen, dass die Ängste gezielt geschürt werden. Gerne poste ich dazu auch noch was, wenn es dich ehrlich interessiert. (Ich möchte nicht belehrend oder so rüber kommen, deshalb die Frage, ganz ernst gemeint. Soll ich oder nervt das?)

Google hat jedenfalls sehr viel zu verlieren, sie geraten richtig in Bedrängnis, wenn nicht mehr SIE die Macht über die Daten haben, sondern Urheber_innen, Nutzer_innen, Staaten… jedenfalls nicht sie. Das wäre richtig übel für Google, denn davon leben sie nun mal. :wink:

Dann wäre da noch der Europäische Gerichtshof und die feste Überzeugung seitens der Google-Agent_innen, dass über kurz oder lang auch das TMG auf den Tisch kommt. Google will primär und ohne Rücksicht die Providerhaftung verhindern, da es eine direkte Beeinträchtigung in ihr derzeitiges sowie auch zukünftige Geschäftsmodelle bedeutet. Ein weiterer Aspekt ist die Anbindung an ihr Datensystem.

Die Richtlinie hat übrigens nie darauf abgezielt, dass Uploadfilter das gängige Mittel sind, sondern die Lizenzierung. Denn nur durch Lizenzierung können die Urheber*innen überhaupt Geld mit ihren Werken verdienen.

Das ist schlicht falsch. Sorry. Der Marktplatz ist ja eher eine Wissensplattform, hat auf jeden Fall nicht das vordergründige Ziel Gewinn zu erzielen. Daher trifft dies einfach nicht zu.

Ich will wie gesagt echt keinen Krach - wir wollen wahrscheinlich sogar genau das Gleiche! Demokratie? Zugang zu Wissen? Transparente Machtverteilung? Keinen Überwachungsstaat? Und und und…

Also, lass uns doch gemeinsam schauen, ob wir voneinander lernen können. Ich lese mir gerne alles durch, was du postest, und lasse mich überzeugen, wenn ich mich irre. Peace?

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Liebe Julia wenn du alles gelesen und gesehen hast dann verstehe ich absolut nicht dass du auf die kritischen Punkte überhaupt nicht eingehst ich wiederhole mich gern, es geht nicht darum Urhebern etwas abspenstig zu machen sondern es geht um eine praktikable Lösung.

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Wieder eine polemische Behauptung, gerade Netzpoloitik ist bestimmt kein Fan der großen Internet-Player. In meiner Aufzählung waren auch Wikipedia und OpenStreetMap, die von vielen Autoren leben. Aber die hast du lieber nicht erwähnt? Im Heise-Video spricht der Rechtsexperte der FAZ und ist entsetzt über die lausige Umsetzung. Alle keine Ahnung?

Auch dieses neue SPV ist dagegen, aber die sind wohl auch fehlgeleitet?

Komm schon, Julia hat echt einen guten und zugewandten Ton angeschlagen. Deiner kommt bei mir eher gegenteilig an. Das macht mir beim Lesen schon keinen Spaß.

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Danke @llkruegro das finde ich auch.
Wieso müssen wir hier genauso gegeneinander diskutieren, wie die Dödel, die schon immer Politik NICHT anders machen.
Wo hier Polemik gesehen wird, erkenne ich den Versuch verschiedene Meinungen zu beleuchten und zu verstehen woher sie kommen.
Ich bin nur froh, dass es @juliabeerhold ist, die es „wagt“ eine nicht DiBMP konforme Meinung zu haben.
Andere, die weniger Selbstvertrauen und
OnlineRückgrat mitbringen hätten schon längst aufgesteckt. Was nicht heisst, dass Julia das einfach so aushalten muss.
Über diese absolute Art Meinungen zu vertreten und förmlich erzwingen zu wollen, haben wir hier schon viele Menschen verloren. Das ist nicht „anders machen“ das ist, wer lauter und länger Ruft hat äh bekommt Recht.
Anders machen wäre zB das Thema mit SK wirklich anzugehen. Darüber hat sich noch niemand wirklich geäußert. Es ist schwer und ein harter Weg entwickelt aber Positionen, die tragfähig sind. Gerade hier würden wir mE merken wie groß die inhaltliche Schnittmenge der Diskutanten eigentlich wirklich ist.
Ich würde mir die SK nicht zutrauen zu verantworten würde es aber in das SK Team tragen. @marasita @Ralf @Renaldo @stephan.enge ihr wart so die, die mir auf die Schnelle eingefallen sind.

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Kontroverse Diskussionen machen nicht immer Spaß.
Das ist eine politische Diskussion, ich habe doch keine persönlichen Angriffe geschrieben, sondern diverse seriöse Quellen angeführt, die dann nur pauschal abgelehnt werden.

Aber es ist genug, ich bin weg.

Schade.
Ist der Grund, dass die Diskussion nicht deiner Meinung entspricht, oder, dass du so klar deinen Standpunkt umreissen kannst, dass Konsensieren nicht in Frage kommt, für dich?

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Huhu, wollten wir hier nicht konstruktiv diskutieren? :wink:

Die deutsche Wikipedia ist z.B. deutlich anders gestrickt als die englische, was das Thema betrifft…
Und damit will ich nicht sagen, dass die deutschen Wikipedia-Autor*innen keine Ahnung haben. Sondern, dass auch sie sich in einer Blase befinden - wie wir alle. (Ich ja auch - ich bin in der Blase der Kreativen. Aber ich lese mir zumindest die Sachen der anderen durch und höre mir ihre Reden an… :wink: )

Ich würde mich freuen, wenn du zumindest die Möglichkeit in Erwägung ziehst, dass vielleicht auch eine ansonsten tolle Gruppe von Menschen sich irren KÖNNTE - nicht aus bösem Willen, sondern weil man sich in seiner Blase immer weiter verstärkt und dann manchmal halt was übersieht. Oder von unterschiedlichen Prämissen ausgeht.

Das betrifft uns, die Kreativen, ja genauso. Und natürlich sind wir super gerne bereit, über Nachbesserungen zu sprechen. Niemand sagt, dass die Richtlinie komplett perfekt ist und niemals mehr überarbeitet werden darf.

Leider werden einfach sehr viele Unwahrheiten behauptet, die dann niemand genau nachrecherchiert. Zum Beispiel sagte Julia Reda heute in der Debatte etwas, das gar nicht stimmt (dass die Filter so im Text stehen - tun sie aber nicht). Leider. Sie ist bestimmt super klug und hat heere Absichten. Aber auch sie hat ein Interesse - wie wir alle. Und ich finde es wichtig, zu hinterfragen, welche Interessen wir jeweils haben.

Und auch sie ist nur ein Mensch. Ganz ganz ganz hypothetisch - könnte es nicht sein, dass durch die aufgeheizte Stimmung und die Komplexität des Themas auch Dinge unter gehen?

Ich bin übrigens nicht die einzige „Geisterfahrerin“. :wink: Die Kreativen haben bloß nicht so eine Lobby. Wir haben auch nicht das Geld, das Google hat, um Kampagnen zu fahren. Wusstest du, dass Google deutsche Universitäten mit Geldern in Millionenhöhe „unterstützt“? Seit Jahren.

Hier noch ein paar andere „Geisterfahrer*innen“. :wink:

Zum Beispiel der Kommentar in der Süddeutschen dazu:

Oder die Unterstützer*innen der Richtlinie, die extra aus Italien vors Parlament reisen:

S

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Danke @Ulrik und @llkruegro! :_::luv:

Ja, ich fände es fantastisch, dieses Thema zu konsensieren. Das habe ich mir von Anfang an gewünscht, gerade weil es so aufgeladen ist. Und weil es eben ein wichtiges Thema für die Demokratie ist.

Allerdings glaube ich auch, dass es so komplex ist, dass wir zusätzlich Workshops oder so was machen sollten, auf denen wir uns im direkten Austausch gegenseitig befragen können.

So wie Irland mit der Ehe für alle - sagen wir, über 6 Monate immer wieder Workshops, auf denen wir ohne Druck und Geschrei verstehen, warum die jeweils andere Seite so alarmiert ist.

Vielleicht wollen wir ja sogar was ganz Ähnliches? Eine Welt, die die Macht der Tech-Riesen begrenzt und die Macht über die Daten den Nutzer*innen gibt… weil es sonst für die Demokratie gefährlich wird.

Ich fände es jedenfalls grandios, wenn wir es bei DiB schaffen, eine Lösung zu erarbeiten, mit der alle zufrieden sind.

Und dann nehmen wir uns das Thema „Impfplicht“ vor. :sweat_smile::laughing:

PS. Gerade was echt Cooles gefunden - ein Youtube-Video von französischen Youtubern, die BEIDE Seiten kennen… und sich FÜR Artikel 13 stark machen. Hat Untertitel.

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