Update: Nach Streit in Köthen: Mann stirbt nach Schlägerei – zwei Afghanen


#1

Es wird gerade von allen Seiten mobilisiert …

Heute noch in Köthen:
13 Uhr Kranzniederlegung (der Rechten?) am Tatort
19 Uhr Trauermarsch der Rechten/Rechtsextremen / betroffener BürgerInnen ab Feuerwache

Für morgen angemeldet:
18 Uhr ein (Protest?)-Marsch der Rechten/Rechstextremen durch Köthen

Während dessen läuft gerade in Dessau, das sind wenige Kilometer entfernt,
der Landesparteitag der AfD, die das bereits behandelt haben …


#2

https://twitter.com/dessau_nazifrei

Dort bitte verfolgen und bittere Rechtschreibfehler in Liebe übergehen …


#4

Bin gestern also notgedrungen aufgestanden gegen Rechts(extrem) und habe Köthen platt gemacht.

Nein, Quatsch. War auch nicht mein Plan.

Neulich, unter den frischen Eindrücken von Chemnitz, schrieb ich hier schonmal schnell zusammen, welche neue Gefahrenlage sich in Chemnitz offenbart hat und dass ich glaube, dass solche Eruptionen derzeit auch in vielen anderen Regionen Deutschlands möglich sind.

Meine diesbezügliche E-Mail an ein Mitglied des DGB-Bundesvorstands blieb bislang unbeantwortet. Ich muss jetzt nachhaken, befürchte ich. Egal, es gibt eine unmittelbare Fortführung der Geschichte - und schneller als ich hoffte, außerhalb von Sachsen, nämlich in Sachsen-Anhalt, in Köthen. Der Stadt, in welcher Johann Sebastian Bach seine glücklichste Zeit als Familienvater und vor allem als Musiker und Komponist verlebt hat.

In Köthen hat sich seit der “Wende” in weitgehender Ruhe eine aggressive Neonazi-Szene entwickeln können, die mit einigen der “namhaftesten” ideologisch äußerst weit rechts stehenden Neonazi-Kadern der Bundesrepublik prima vernetzt ist. Erleben durften das die Augen- und Ohrenzeugen, die gestern beispielsweise mal wieder den von einem um ihn herum tobenden “Rassenkrieg” schwadronierenden Thügida-Chef und Ex-NPDler Herrn David Köckert erlebt haben. Ich weiß nicht, ob er schon jemals auch von so vielen “NormalbürgerInnen” Beifall dafür bekommen hat. Lieschen Müller und Kevin Schmidt (Beispielnamen) - ja, ein wenig rechts waren sie schon immer - gefiel das nun ausgesprochen gut, dass endlich mal Fraktur gesprochen wird … auch wenn es gleich in den Krieg gehen soll.
Eklig.

Was in Köthen in meinen Augen sofort richtig gemacht wurde, war:

  • 13 Uhr am Tage nach dem Vorfall eine offizielle Trauerveranstaltung am Tatort
  • 16 Uhr ein Andachtsgottesdienst
  • zeitnah Sammeln möglichst vieler gesellschaftlicher Akteure durch den Oberbürgermeister
    mit Folgeterminen - tatsächlich in Form eines Runden Tischs
  • Nach meiner Einschätzung war auch die Polizei in fast ausreichender Stärke zusammengeholt,
    dennoch kam es zu brenzligen Provokationen durch Gruppen Rechtsextremer gegen die Protestkundgebung linker Gruppen am Hauptbahnhof und aus dem Marsch der Rechten heraus gegen Journalisten.
    Ich finde, dass ich polizeiliche Maßnahmen schon häufig deutlich stringenter im Zusammenhang mit Fußball oder linken Demos erlebt habe - Durchsetzung räumlicher Trennung und so.
    Immerhin erlebte ich die Polizei um die Linken herum als nicht provokativ.

Das alles sind nun aber die mindestens zu erwartenden Maßnahmen von Politk und Exekutive in dieser Situation.
Das sollte man eigentlich deutschlandweit zur Standardempfehlung machen.

Was mir nicht behagt, ist dieses Betonen, dass doch die rechtsextremen Scharfmacher nicht aus Köthen direkt, sondern von Weither kämen.
Die von mir als richtig betrachteten Maßnahmen der Stadt werden dann als Bemühungen zum Schutz des Images der Stadt deklassiert, anstatt sich der Tatsache zu stellen, dass man eben vor Ort auch die schon erwähnte rechtsextreme Szene hat, dazu leider viel zu viele “besorgte Bürger”
und eine nur wenig Bemühungen zeigende AfD, die Wogen des Hasses und der drohenden Gewalt zu glätten.

Ich werde den Prozess am Runden Tisch wohl weiter begleiten und informiere euch gegebenenfalls über interessante Entwicklungen.


#5

Sorry, wers schon gelesen hat - ich musste einen Rechts-Extremo-Namen durch einen anderen ersetzen. War ein Missverständnis. Jetzt stimmt es und ist im I.net lautstark nachhörbar.


#7

https://www.facebook.com/events/1203084026496802/


#8

Die thematische Problematik fängt schon mit der Überschrift an…

“Nach Streit in Köthen: Mann stirbt nach Schlägerei – zwei Afghanen

…warum nicht “Zwei Täter”, “Zwei Mörder”, etc…

Wohl aus dem selben Grund warum wir immer wieder bei Unglücken lesen “100 Tote darunter 24 Deutsche”.
Aber was ist denn da immer so wichtig daran, dass die oder die anderen separiert werden müssen?
Sind dass denn nicht alle Menschen? Eigentlich ist das doch rassistisch!


#9

Och Matthias,… das ist nicht nur rassistisch, … sondern auch noch wider der Verfassung (Diskrim-inierung/racial profiling ist verboten), das ist antihumanistisch, bildungsfern, logikfern, technisch irrelevant, billig-populistisch, empathielos, volksverhetzend, kriminalistisch verdunkelnd, die Ermittlungen behindernd, primitiv, traurig, fehlinformativ, arrogant, … nun ja,… eben so Alles, worauf unsere Groko als Heimat-praedikat besonders stolz sein will. Mir persoenlich wuerde “Menschen, Buerger, Personen” auch reichen.


#10

Bin völlig auf eurer Seite.

Auf der anderen Seite (wo wir nicht sind) löst die korrekte Behandlung solcher Vorfälle (die auch hier und da vorkommt) aber stets auch große Empörung aus, das wäre das typische Verhalten der Lüh-gän-präss-sse, an Verbrechen beteiligte Ausländer zu verschweigen. Huh - wir stecken alle unter einer Verschwörungsdecke mit Politästeplischment, Staatsapparat und Schurnallje!


#11

Hallo Olaf,

na, da reisst du aber eine Menge Themen an. Und wie komme ich dann wieder nach
Köthen, wo ich eigentlich gar nicht unbedingt hinwill? Kann und will es gar nicht
bestreiten: Propaganda, Desinformation, kaeufliche Berichterstattung, individuelle
Filterblasen, latente Aengste und medial katalysierte Hysterie sind ein Thema.
Ueberall und immer: Rechts, Links, Oben, Unten und seit Urgestern.

Eigentlich moechte ich doch Allen das Gleiche raten: Diversifiziere die medialen
Quellen; wechsel regelmaessig, denk selbst!; lies zwischen den Zeilen!, mindestens
zwei von einander unabhaengige Datenquellen, erst dann maulen; …lieber einmal
mehr Daten nachpruefen, als bodenlosen Unfug quatschen … trau!, Schau wem!

Mittlerweile bin ich ja ein begeisterter Leser des Polizeiberichtes in Tuttlingen
(Hinter den 7 Bergen, bei den 7 ungeschickten Zwergen). Meine Guete! Das ist ja
das reinste Chicago, hier! Von 20 Meldungen sind 19 Verkehrsunfaelle, wenn Horst
Haeberle nicht gerade sein Schnitzel anbrennen laesst, und 25 Loeschzuege aus
drei umliegenden Landkreisen anruecken. Ja. Verkehrsdelikte mit i.d.R. Kraft-
fahrzeugsachschaeden. Und jetzt muss Mann (50+) sich mal vorstellen, dass das
“Auto, des Deutschen liebstes Kind ist”. 95% KfZ-Straftaten im Polizeibericht.
Hier ist ja wohl das Weltzentrum der Kindesmishandlung… und niemand sagt was!

:rofl: … und jetzt kommst du…


#12

Eine traumhafte Fortsetzung:


#13

Na, und da sind wir ja auch schon wieder bei den linguistischen Manipulationen.

“Mitteldeutsche Zeitung”, “Mitteldeutscher Rundfunk”,… ist da noch irgendwas im
Wilden Osten von dem ich auch beim allerbesten Willen rein gar nix haben will?

Allerdings, wenn die da (Mitteldeutscher Rundfunk bei der ARD) schon semantischen,
braunen Matsch in der eigentlich sonst so servilen, hohlen Ruebe haben, dann duerfen
auch Andere, wohl eher demokratische, linke Buerger, ein wenig besorgt sein.

Actio et reactio, oder von Nichts kommt Nichts. Und an die Erloesung glaube ich
erst, wenn ich widerwillig strampelnd in die grosse Freude geworfen werde.

SO. Und jetzt darf mein post gestrichen werden…


#14

Ich habe von den Vorgängen in Köthen gar nichts mehr berichtet … tut mir leid … andererseits spricht es auch dafür, dass der Leidensdruck durch das besonnene Agieren der Köthener Bürgerschaft enorm nachgelassen hat.
Irgendwie ist, abgesehen vom tragischen Tod des jungen Mannes, für die Stadtgesellschaft viel Positives passiert. Viele Menschen sind näher zusammengerückt, haben sich in der Situation solch einer Bedrohung anders oder neu kennengelernt,
ich selbst habe angefangen, mich mit Leuten in der Stadt zu vernetzen …

Köthen ist gar nicht so ein kulturloses Kaff, wie ich vorher dachte.
Meine verrückteste Entdeckung: Die Rolle der Antifa, wenn auch nicht im herkömmlichen Sinne, hat dort die Junge Union. Spannend, was die machen.