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Update: Kooperation mit DiEM25 und European Spring


#21

Sicher, aber es geht auch immer um Vertrauen.
Und ob man da nun einen Varoufakis nimmt, oder einen von Bülow - Menschen aus der etablierten Politik müssen sich dieses Vertrauen erstmal wieder “verdienen”. Und da werden sie es schwer haben. Bei DiB sehe ich keine Etablierten und deshalb auch kein Problem mit genügend Vertrauensvorschuß. Und man kann immer nochmal Vertrauen nachschießen, solange bis man eines Besseren belehrt wird.


#22

Dem stimme ich zu!

Ich würde sogar weiter gehen: Vorstände, delegierte, etc. die ihre Position ausnutzen wollen (siehe S. Wagenknecht aktuell) hätten bei uns keine Zukunft. Das Zurücknehmen der eigenen Position und das vertreten der Mehrheitsmeinung sind Voraussetzungen für solche Ämter. Das nenne ich Basisdemokratie.

Unsere Vorstände sind eher Moderatoris. Im besten Wortsinne.


#23

Yeah! Danke für das Update @alexanderplitsch Ich muss zugeben, ich habe noch viele Fragen rund um das Thema SPV und wie das genau funktionieren könnte :face_with_monocle: Aber ich finde es super spannend, wie die Dinge vorangehen. Wenn wir es schaffen, wirklich endlich progressive Kräfte zu bündeln, das nenn ich wirklich Politik anders machen. Mich motiviert diese Perspektive total.

Sehr motiviert hat mich auch die persönliche Begegnung mit einigen sehr sympathischen Diem25 Aktiven letztes Wocheende in Hamburg bei unserem Europa-Kick-Off Workshop. Es gibt viele Gemeinsamkeiten, inhaltlich und menschlich.

Gleichzeitig ist noch nichts entschieden. Es gibt viele verschiedene Szenarien, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Unter dem Flügel von DiB, unter dem Flügel der SPV, unter einer ganz neuen SPV - das ist alles noch gar nicht klar und wird erst in den nächsten Wochen weiter verhandelt werden.

Z.B. Aufteilung des Geldes: dazu könnte man z.B. eine Vereinbarung schließen. Wenn mehrere Gruppen dies unterstützen, muss es eben für die gemeinsamen Zwecke verwendet werden. Das gleiche gilt für Kandidat*innen. Ein Zusammenschluss kann nur funktionieren, wenn von allen beteiligten Gruppen auch Menschen vertreten sind. Also wird das auch so sein. Das ist alles noch Verhandlungssache und ich kann mir hier verschiedene Szenarien vorstellen.

Einschub zum Thema Kandidat*innen: Wer sich gerne als Kandidat*in für das Europa-Parlament aufstellen lassen möchte, kann sich jetzt natürlich schon Gedanken dazu machen. Der Aufruf die Kandidatur öffentlich zu machen, wird spätestens Mitte Juli mit der Einladung zum Bundesparteitag folgen müssen. Aber wer weiß, ob wir bis dahin noch ganz andere, viel bessere Perspektiven haben, um unsere Wirkung zu entfalten.

Was klar sein sollte: der BuVo wird nichts ohne die Gruppe entscheiden - weder will er das noch kann er das. Für die Diem-Kooperation hat es bei Abstimmungen und Gesprächen bisher immer viel Zustimmung gegeben. Aber wenn der Parteitag eine eigene Aufstellungsversammlung unter DiB-Segel machen will, kann er das selbstverständlich durchsetzen. Falls die Gruppe sich dagegen entscheidet, haben halt die Leute, die sich sehr für die Kooperation eingesetzt haben, viel Arbeitszeit versenkt. Mein aktueller Eindruck ist aber vielmehr, dass es Support für die Kooperations-Strategie gibt. Also mich überzeugt es jedenfalls.

BuVo Sprechstunde nächsten Montag mit @alexanderplitsch genau zu dem Thema “Fragen rund um die Kooperation mit Diem25 - Szenarien, Ideen, Folgen, Bedenken”. Ich schick gleich noch mal die Mail rum. DiB 2: https://zoom.us/j/9464344297 19:30 - 20:30 :dib_spirit::tornado:


#24

Liebe Dorothee, genau das ist der Punkt meiner Kritik. Ich habe nichts gegen eine Zusammenarbeit mit DiEM25 oder dem European Spring. Aber unsere Ziele waren - jedenfall bis jetzt - die nationalen Parlamente. Um diese Ziele zu verwirklichen benötigen wir hohe finanzielle Mittel, die wir nur über die Wahlkampfkostenerstattung erzielen können.

Damit wird für DiB die EU Wahl zur Voraussetzung, um erfolgreiche Wahlkämpfe in den nächsten Jahren führen zu können. Inklusive Standausstattungen, Werbematerialien und Zeitungsannoncen. Und wenn wir es schaffen, in einige Parlamente einzuziehen, dann reden wir in 5 Jahren nicht mehr über einen Fürsprecher im EU Parlament oder eine eventuell eingeführte 2% Hürde, sondern über 4, 5 oder 6 EU Sprecher, die dann auch eine ganz andere Stellung innerhalb des European Spring haben werden.

Dazu müssen wir aber erst unsere Hausaufgaben in Deutschland machen und hier zu einer Kraft werden, die ernst genommen werden kann. Wenn wir stattdessen 6 oder 8 Monate vor der EU Wahl das nächste Produkt (SPV?) auf den Markt werfen, das wieder kein Mensch kennt, wird es uns genauso ergehen, wie bei der BTW17. Schon aus marketingtechnischen Gesichtspunkten ist dieses Vorhaben unsinn.

Nein, ich bin davon überzeugt, dass wir auf Jahre hinaus in Deutschland kein Bein auf die Erde bringen werden, wenn wir jetzt unsere Strategie nicht auf DiB fokussieren und unsere Marke DiB offensiv nach vorne bringen. Dies ist kein Argument gegen European Spring, sondern eines für DEMOKRATIE IN BEWEGUNG. Alles andere kann und muss dann später folgen und wird dann sehr viel mehr Substanz bekommen.


#25

Das ist genau der Punkt , den ich bezweifle . Es scheint so zu sein , doch nachhaltiger ist es auf eigene Mitglieder und ihre Beiträge + Spenden zu setzen . Es gibt hunderte Kommunen und Kreise , wo WIR nicht vertreten sind und schon gar nicht in ausreichender Personalstärke , dass WIR wählbar wären . Diese Präsenz zu bekommen , würde uns tausende neuer Mitglieder und Wähler/innen mit entsprechend auch etlichen zig-tausend Euronen bringen . Das ist unter´m Strich nicht weniger , als die anteilige Parteienfinanzierung für ein Bündnis (die ja auch erst mal erreicht werden muss) einbringen würde . Andererseits gehe ich zu 100% mit Dir , lieber @Rigo , mit , dass DiB nur


#26

ok, ich hab tatsächlich im ProKo Thread zu DiEM25 Einiges geschrieben
1.
https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/diem25-kooperation-proko-diskussion/15968/27

https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/diem25-kooperation-proko-diskussion/15968/40

https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/diem25-kooperation-proko-diskussion/15968/50

In diesem letzten 3en Beitrag hab ich paar Bedingungen angeführt wie ich sie für nötig halte, um mit DiEM25 in guter Zusammenarbeit voranzukommen und in einem Satz würde es heißen:

Die Sichtbarkeit beider Organisationen soll gleichzeitig und nebeneinander interger bleiben und soweit wie möglich beide gegenseitig synergetisch unterstützen.

ich denke beide Organisationen haben mehr davon wenn sie zusammen agieren, anstatt allein…

denn, und darüber hinaus,
sehe ich eigentlich gerade eine signifikante Chance aufkommen, aus der Zusammenarbeit zwischen DiB und DiEM25 Deutschland einen bahnbrechednen basisdemokratischen Vorstoß zu landen, gleich auf europäischer Ebene,
einen der evtl auch das Potential hätte, die gerade nach rechts rückende und auseinander driftende Europäische Union, quantensprung-artig zu retten :

Dieser Vorstoß beinhaltet zwei Ebenen in diesen Bewegungen /Parteien die wir momentan per se haben und nicht so einfach überbrücken können (die “top-down” und die “bottom up”),
als zwei Speerspitzen, die eine unsichtbare dritte in der Mitte induzieren können, und zwar in der Wählerschaft selbst, und
die in Resonanz zu diesen beiden, ein Selbstmoment entwickeln kann in einer neuen Art politischer Beteiligung, ein Moment das sich beider bedienen und sich so “emanzipieren” kann.

Der Grund warum aus diesen zwei Stoßrichtungen die dritte entstehen kann, ist, daß die Richtung beider (und in beiden Organisationen) und zu einem sehr hohen Grad auch die konkreteren Positionen, fast gleich sind.

Mit anderen Worten:

Lassen wir Yanis dort und so agieren, wo er es tun möchte, und schauen wir als Basis bis hin zu Graswurzelbewegung, daß wir ein starkes eigenes Druckpotential erreichen.
Im Endeffekt wird das “top-down” sich dem “bottom-up” dann irgendwann - bzw eben dann - anpassen, wenn die dritte Spitze, die von der Wählerschaft personifiziert wird, aus der Mit-Einwirkung eines starken bottom-up, gebildet worden ist.

Für dieses Szenario muss jetzt die “Basis” von sich aus einen klaren Weg schrittweise aufstellen lassen, zu ihrer strukturellen Autonomie.

Demokratische Mitbestimmungs- und Beteiligungsverfahren stehen hier im Schwerpunkt des Gefährtes das diesen Weg beschreiten kann.

Möglichkeiten für Diskussionsräume hierzu haben wir hier beim DiB-Marktplatz:
https://marktplatz.bewegung.jetzt/c/dib-kooperationen/diem25-dib-kooperationen
und
https://marktplatz.bewegung.jetzt/c/dib-kooperationen/wahlbuendnis-dibkooperationen

Nutzen wir die Chance eine politische Kommunikationkultur zu entwickeln für die Rettung eines Europas der Menschenrechte - durch Beantwortung der sozialen und ökologischen Frage unter direkt - und basis-demokratischen Vorzeichen - und so auch für eine bessere Welt insgesamt ! :

Demokratie in Europa in Bewegung _:rocket:


#27

Lieber Drakon,

Schauen wir und doch einmal die Chancen von DiEM25 auf europäischer Ebene an und beginnen wir mit dem Stammland Griechenland. Dort wird DiEM25 als Mera25 antreten. Griechenland hat 21 Sitze im Parlament. Demnach muss Mera25 rund 5 % der Stimmen holen, um ein Mandat zu erreichen. Für eine neue Partei sehr viel, aber bei Varoufakis Popularität machbar.

In Dänemark, auch bei european spring involviert, müssten schon fast 8 % erzielt werden, um ein Mandat zu erzielen.

Ich weiss nicht genau, welche Länder in european spring involviert sind, aber in Deutschland dürften rund 0,8 - 1,0 % ein Mandat bedeuten. In allen anderen Ländern ist die Hürde deutlich höher.

Sollte es für DiEM25 optimal laufen sind 2-3 Mandate drin.

Für dieses, zugegeben hehre Ziel sind 2-3 Mandate nicht gerade eine üppige Ausstattung.

Wie soll das bitte funktionieren, wenn DiB unter dem Wahlflügel DiEM25 untertaucht? DiEM25 hat beschlossen als “Demokratie in Europa DiEM25" anzutreten.

(siehe: https://diem25.org/diem25-gruendet-deutschen-wahlfluegel/ )

Wo willst du da bitte Demokratie in Bewegung sichtbar machen?

Und worauf basiert deine Annahme, dass 2-3 EU Parlamentarier Europa vor einem Rechtsruck quantensprungartig retten können? Der Rechtsruck in Europa ist durch eine zunehmende Verarmung der Menschen entstanden. Das gilt für Deutschland, wie für den Rest Europas. Wenn Menschen im großen Umfang Zukunftsängste entwickeln, folgen sie vermeindlich “starken Führern”. Das ist heute so gültig, wie es das 1933 war.

Wenn wir den Rechtsruck beenden wollen, müssen wir Politik für die schwachen durchsetzen. Dann verschwinden die Rechten allmählich von ganz allein. Damit haben wir in Deutschland aber bereits genug zu tun. Wenn wir hier anfangen, erreichen wir früher mehr, als mit einer Selbstaufgabe zugunsten DiEM25.


#28

Ich sehe das ähnlich wie Dorothee, Drakon und andere hier:

Viele Menschen werden zur Europawahl recht unsicher sein, was die erfolgversprechendste und daher beste Wahl betrifft. Bereits jetzt sorgt Varoufakis für Publicity und das wird noch mehr. Er weiß wie der Hase läuft.
Wenn er der Frontman sein soll - ja bittesehr!

Lasst uns doch gute Techniker*innen und Handwerker*innen dahinter/daneben sein. Das kann sich doch bestens ergänzen wenn die Dynamik stimmt.

Dann wachsen wir miteinander ins Bewusstsein.
Die Gage wird hinterher ausgezahlt. Ich gebe auch denen Recht, die sich darum sorgen, das muss vor Konzertbeginn verhandelt worden sein.


#29

“Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen …” (https://de.wiktionary.org/wiki/sein_Licht_unter_den_Scheffel_stellen)

Oder auch von mir etwas abgewandelt:

Sie stellten ihr Licht unter den Scheffel und wurden bei der Wahl regelmäßig übersehen.

Wollen wir das ernsthaft? Ich kann es nicht glauben …

Jo, suchen wir uns unsere Hasen und folgen ihnen … blind. :sweat_smile:


#30

In diesem Stadium wo wir uns befinden spielt die Europa-Wahl eher die Rolle daß wir bekannter werden und ich denke zusammen mit DiEM25 werden wir bekannter

indem

Also zB
Demokratie in Europa - DiB
Demokratie in Europa - DiEM25

oder ein anderer Name…
_ausserdem haben wir noch offen die Diskussion mit anderen Parteien zu einem Bündnis, wo DiEM25 auch partizipieren wird evtl (am 23.6. -Treffen in Berlin ist DiEM auch dabei)
wo zB der Name Progressive Plattform u.a. diskutiert wird

DiB kann dabei schon durch seinen basisdemokratischen Ansatz bekannt werden, gleich für die nationale / kommunale Ebene parallel zu den Europawahlen

also die Positionen von DiEM sind sehr nah an unseren und können noch näher kommen, das mit der Selbstaufgabe verstehe ich nicht…
mMn ohne Kooperation und Bündnis erreichen wir kaum was mehr als eine Kleinpartei zu sein für längere zeit, weil die anderen kleinen Parteien auch Stimmen bekommen…
Diese müssen wir von dem DiB-Ansatz als erstes überzeugen
ok, soweit persönliche Interessen dort vorhanden sind, wird es nicht immer klappen, und dann bleibt als Adressat die Wählerschaft,
trotzdem sollten wir es versuchen


#31

Liebe Europäer,

bisher wurde in dieser Diskussion die Kooperation mehr oder weniger unter dem Gesichtspunkten nationaler oder eigenen Interessen gesehen.

Es wird von der auseinandertriftenden EU geschrieben, vom Verteilen von Wahlkampfpauschalen, von Aufgabe der eigenen Identität bei einer Einordnung in ein Kooperationsprojekt für Europa, von unsichtbar bleiben als Kooperationspartner unter vielen.

Aber wollen wir nicht ein geeintes und vereintes Europa?
Ich sehe hier den ersten Schritt zu diesem vereinten und geeinten Europa. Es schließen sich Menschen/Bürger verschiedener Nationen zu einem Wahlbündnis für Europa zusammen. Allein dieser Gesichtspunkt ist es wert sich an diesem Wahlbündnis zu beteiligen. Der Begriff Wahlbündnis klingt für mich besser als Kooperation. Kooperation kann die Vorstufe eines Zusammenschlusses sein. Ein Wahlbündnis gilt für die kommende Wahl.

Es setzt ein Zeichen, dass alle Nationen nur gemeinsam ein geeintes und vereintes Europa schaffen können und die vorwiegend in kleinen Parteien organisierten Menschen zeigen deutlich was sie wollen. Ein Europa, in dem alle Bürger die gleichen Rechte und Pflichten haben, die gleichen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen haben.


#32

Sehr guter Eindruck für uns. Leider durch den schlechten Ton schwer beurteilbar, was die einzelnen so sagen. Aber da kommt ja sicher noch ein Bericht, oder?


#33

Ich schätze das anders ein.

Erstens sehe ich hier keine Selbstaufgabe. Wenn wir etwas mit Diem25 zuammen machen, dann nur, weil wir unsere Ziele für mehr soziale Gerechtigkeit so besser erreichen. Dazu müssen wir erstmal das Programm abstimmen, klären ob DiB-Vertreter*innen in einem gemeinsamen Bündnis eine Rolle spielen etc. Das ist ja alles noch nicht geklärt. Sie formulieren in ihrem Gründungsprotokoll, dass Diem25 mit dieser SPV bei der Europa-Wahl antreten könnte . Genauso wie wir schaffen sie parallel Strukturen, in denen sie alleine loslegen können, falls es mit einem Zusammengang mit DiB bzw anderen Organisationen nicht klappt. Im BPT Orga Team bereiten wir auch alles so vor, dass wir alleine loslegen könnten. Bei Diem25 herrscht die gleiche Ergebnisoffenheit wie bei uns. Insofern finde ich es falsch zu diesem Zeitpunkt von Selbstaufgabe zu sprechen. Richtig finde ich aber, Zeit in die Gespräche zu investieren.

Zweitens teile ich die Annahme nicht, dass “wir in Deutschland genug zu tun haben” und folge da der Argumentation von @Goldi50 . Nur eine integrierte Sicht, die die Interessen aller europäischen Länder im Blick behält, kann meiner Meinung nach überhaupt die Spaltung der Gesellschaft bewältigen und zukunftsfähig sein. Die Europa-Wahl ist nicht nur als Vehikel wichtig, um Geld zu bekommen. Sie ist wichtig, weil dort Politik gemacht wird, die uns alle betrifft.

Drittens glaube ich, dass es DiB stark machen kann, wenn wir erfolgreich als Vernetzerin von progressiven Bewegungen sichtbar werden. Weil das wirklich bedeutet, Politik anders zu machen. Darin sehe ich ein Alleinstellungsmerkmal, das unsere Glaubwürdigkeit bei den Wählerinnen und Wählern stärkt - auch für die Arbeit in Deutschland.


#34

Sehe es problematisch, wenn eine vergleichsweise vorbildlich demokratische Organisation wie DiB sich einem Konstrukt unterordnet, welches entgegen allen Beteuerung rechtlich-faktisch immernoch eher einem Fan-Club ähnlich ist, als einer transnationalen demokratischen Bewegung.

— Die Vorstandsarbeit in DiEM wird faktisch von bezahlten, nicht-abwählbaren “ex officio” Vorstandsmitgliedern erledigt. Der Rest des Vorstands (“CC”) müsste sich schon quasi zur Revolte koordinieren, damit sich da was ändert.
— Innerparteiliche Gerechtigkeit (aka Schiedsgericht) bedarf einer Entscheidung von einem 100-Personen-Gremium (“VC”), an das man sich strukturfaktisch so gut wie gar nicht wenden kann. Es gibt sie also praktisch nicht.
— Und das allerbeste sind die Wahlsysteme, die nicht überprüfbar sind, weswegen jene ex-officio-Vorstände, welche zugleich Webmaster sind, Mitgliederabstimmungen beliebig modifizieren können.
— Überall, wo sich Mitglieder selbst organisieren (mattermost, forum) ist eine extreme Diskrepanz sichtbar zwischen dem was diese diskutieren und was der Vorstand so von sich gibt, welcher sich zudem ungern unter’s Volk mischt.
— Es gibt keine echten transnationale Parteitage, an denen man den Schlamassel wieder aufräumen könnte. Es gibt eher so Fanclub-Promi-Treffen.

Ich habe DiEM25 immernoch nicht aufgegeben, aber die Chancen, dass diese Organisation wieder zu einer angemessen inneren Demokratie zurückfindet sind höchst überschaubar. Jede deutsche Partei, sogar die AfD, ist gesetzlich gehalten mehr innere Demokratie zu garantieren als DiEM25. Wer bereit ist mit DiEM25 zusammenzuarbeiten, sollte sich auch Italiens 5-Sterne-Bewegung öffnen, welche ungefähr genauso aufgestellt ist, strukturell.

Rein formell ist die deutsche SPV natürlich dem deutschen Parteiengesetz verpflichtet — aber was ist, wenn alle ihre Mitglieder einen illegalen “Schwur” abgelegt haben, immer das zu verabschieden, was die nicht-demokratische Mutterorganisation beschlossen hat? Würde mich nicht wundern, wenn das Verfassungsgericht die DiEM-SPV kassiert.

Nichtsdestotrotz sind einige der politischen Inhalte von DiEM25 sehr gut, weswegen es sinnvoll ist, diese durch DiB demokratisch zu legitimieren. Bei DiEM sind sie das nicht.

Jene Teile der DiEM-Führungsriege, die mir persönlich vertraut sind, sind sehr strategieorientiert. Ich gehe davon aus, dass dies genau der Zweck ist — oder dass sie sowieso keiner Partei trauen, die den “Schwur” nicht abgelegt hat.

Ich finde beide Wege falsch. Direktdemokratischer Zentralismus kann nur Müll produzieren. Föderalismus fördert nationalistische/egoistische Politiken (siehe bayrische Piraten gegen Berliner Piraten 2012). Das einzige was europaweit skaliert und allen ermöglicht eine demokratisch sinnvolle Teilnahme an allem haben zu lassen ist, Dank der Uni Trier seit 2015 wissenschaftlich nachgewiesen, liquid democracy.

Nein, auch hinter der (übrigens kostenlosen) “Paywall” ist das meiste intransparent.

Das ist der Grund warum ich mit denen noch gerne verkehre. Es sind die süßesten blauäugigsten politischen Idealisten, die ich je getroffen habe. Wunderbare Menschen! Leider ändert es nichts daran, dass miese Strukturen bisher immer wahlweise zu Enttäuschung oder Fanatismus führen (gut bei der 5-Sterne-Bewegung zu beobachten).

Letzten Monat haben die ex-officios von DiEM eine politisch extrem fragwürdige Israelpositionierung auf dem diem25.org-Blog herausgehauen, ganz ohne Rückfrage mit der Basis. Ich wette die haben sich nicht mal mit dem Rest des Vorstands (CC) abgestimmt. Die Basis versucht immernoch Gehör zu bekommen, um das Ding wieder vom Blog wegzukriegen — nach einem Monat! Aber sie stehen als Bittsteller auf verlorenem Posten — das einzige Beschwerdemittel: die persönlichen E-Mail-Adressen von CC-Mitgliedern.

Ich hoffe bei DiB würden solche Vorstände ziemlich blitzesschnelle vom Schiedsgericht suspendiert! Aber bei DiEM glaubt man ja keine wirkliche Gerichtsbarkeit zu benötigen! Mannmann was für Anfänger! Man bedenke: selbst Varoufakis ist kein Parteimensch. Auch bei Syriza war er der aussenstehende Wirtschaftsexperte. Und Syriza selbst eine populistische Bewegung, keine Partei.

Passt auf, Leute, da draussen in Europa wo es keine Parteigesetze gibt entstehen ausgesprochen fragwürdige politische Gebilde — da hilft es nichts, dass sie inhaltlich ähnliche Dinge fordern und deren Vertreter total liebe Menschen sind. Sie sind strukturell demokratisch minderwertig. Sei es 5-Sterne, Syriza, DiEM und sogar Podemos. Und da diese Dinger erfolgreich sind, gelten sie auch noch als Vorbilder! Das ist wie wenn man ein europäisches Google und Facebook fordert, weil die ja so erfolgreich sind, statt ihren illegalen Wettbewerbsvorteil endlich zu unterbinden. “Race to the bottom” nennen die Angelsachsen dieses Phänomen, praktizieren es allerdings andauernd.


#35

tja, “leider” muss ich sagen, daß ich wiedermal fast gleicher Meinung bin mit Carlo.

DiEM25, so wie DiB auch, hat dennoch eine gute und teils glaubhafte Ausrede für mangelnde innere demokratische Zustände :
Sie haben beide versucht und nicht unerfolgreich auch geschafft, in sehr kurzer Zeit ziemlich große Schritte zu machen.
Und beide sind was die innere Demokratie angeht auf dem Weg zur Besserung - DiB viel schneller als DiEM, aber das hat auch mit der Grösse der Organisationen zu tun, DiEM ist da grössenbedingt schwerfälliger.

Ich habe vor geraumer Zeit in DiEM Berlin vorgeschlagen auf DSC-Ebene einen Demokratisierungsprozess genauer zu beginnen, das gilt jetzt für das National Comitee und den Wahlflügel genauso.
Ich habe oben erwähnt daß
ich eigentlich gerade eine signifikante Chance aufkommen sehe, aus der Zusammenarbeit zwischen DiB und DiEM25 Deutschland einen bahnbrechenden basisdemokratischen Vorstoß anzuregen, gleich auf europäischer Ebene,…

DiEM-Deutschland kann da federführend dieses voranbringen für ganz DiEM,

entweder gänzlicherweise, durch die Einführung einer grundsätzlich regelnden LD-Instanz ,

oder in einem parallelen Teil- und Entwicklungsbereich
und ungefähr im Sinne eines MSV (Mandat Ständiger Versammlung) > Mandat Ständiger Versammlung (MSV) (Vorschlag für BPT3)

_aber das geht hier Richtung offtopic-Details,
weiterzuführen deshalb lieber unter der Kategorie DiB-DiEM25 Kooperation :
https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/interne-demokratische-strukturen-diem25-und-dib/22786


#36

Aber das sind jetzt ganz wesentliche Einsichten von @lynX und dir (danke dafür!), die mein Bild dieser Kooperation mit Diem25 doch ordentlich durchschütteln. Mit so einem Verein will ich dann nicht unbedingt viel zu tun haben. Es sei denn, sie sollen uns “nur” zu Publicity verhelfen. Da sehe ich dann hier bei DiB aber deutlichen Gegenwind aufkommen.

Ich weiß jetzt gerade nicht mehr so recht was ich denken soll.

Edit: Aus “Chaosverein” “Verein” gemacht.


#37

also ein Chaosverein ist DiEM25 sicher nicht :wink:
(woraus schließt du jetzt drauf?),
eher das Gegenteil - im Sinne eines vorsichtigen kontrollierten top-downs…


#38

@drakon Ich weis “Mandat Ständiger Vertretung” ist eines deiner Lieblingsthemen.

Hier DiB in den gleichen Topf zu werfen, ist ein wenig “to much”


#39

wir brauchen, glaube ich jetzt hier nicht ins Detail zu gehen, ist eher offtopic auch - hab einen allgemeinen Ausdruck hier gewählt, entsprechend ungenau, es ist wie immer wohlwollend gemeint
_bin erst heute nacht wieder da weil unterwegs :wink:


#40

Wenn ich mir den Beitrag von @lynX durch den Kopf gehen lasse und ich habe keinen Zweifel daran, dass er die inneren Verhältnisse von DIEM25 durchaus korrekt wiedergibt, gibt es für mich nur eine Lösung. Sofortiger Abbruch der Gespräche mit dieser Organisation Es gibt in Deutschland genug natürliche Verbündete, welche dem Parteiengesetz unterliegen, mit denen wir zusammen auch was “reißen” können. Die sind mir 10 mal sympathischer als Varoufakis und Co.