Unsere Position zum Klimawandel

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Einleitung:
DiB hat bisher keine explizite Position zum Klimawandel, das sollten wir ändern.

Problembeschreibung:
Es wird viel geredet und viel geschrieben. Besonders schlimm finde ich, dass man sich auf ein “x Grad Ziel” festlegen will. Das sind reine Lippenbekenntnisse, denn nieman weiß, wie das gehen soll. Maßnahmen werden uns als wirkungsvoll verkauft, von denen niemand weiß, wie sie wirken. Und hinterher kann man sich herausreden, man habe das nicht wissen können.

Forderungen
Auf geht’s, DiB! Das können wir besser!

Quellen

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@Surfista Hier einige Artikel zum Einstieg.

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@all, falls jemand Lust hat, das Thema zu übernehmen: Das fände ich sehr nett! Ich habe aktuell sehr viele Themen und dies habe ich eröffnet, damit ich es nicht vergesse und um zu sehen, ob ausreichend Interesse besteht.

Falls ihr mögt, bitte keine Hemmungen!

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@MDK suchte doch auch schon Gretas.

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Muss ich mir noch etwas überlegen. Auf jeden Fall würde ich gern mit einigen Überlegungen dazu beitragen.

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@Surfista

  Da stimme ich Ihnen vollkommen zu: Es ist unmöglich, sich auf ein

bestimmtes Ziel festzulegen. Das sind nur Beruhigungspillen, damit
man meint, es wäre alles in Ordnung.

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Hallo erst mal :slight_smile:

Finde ich gut dass DiB sich was den Klimawandel angeht klarer positionieren will,
dass finde ich sehr wichtig und eigentlich unverzichtbar für eine Partei im Jahr 2019.

Was das 2 Grad oder das 1,5 °C Ziel angeht, muss ich sagen dass ich es schon mal gut finde dass sich überhaupt einmal auf konkrete Ziele international geeinigt wurde (mal abgesehen von den USA), und es lässt sich auch wissenschaftlich inzwischen immer besser berechnen um wie viel bis zu welchem Zeitpunkt die Emissionen an Treibhausgasen wie CO2 oder Methan reduziert werden müssten, um diese Ziele einzuhalten. Das Problem ist nur dass die Regierungen der Welt wissentlich zu wenig tun um diese Ziele einzuhalten, weil ihnen aktuelle Probleme, vor allem die aktuelle Wirtschaftslage ihrer Länder wichtiger ist.

Also müssten immer mehr Menschen diesen Regierungen Druck machen den Klimawandel als vorrangiges Problem anzusehen, von daher fände ich es besser wenn man vielleicht nicht immer wieder dieses noch in weiter Ferne liegende Jahr 2100 in den Mittelpunkt rückt, sondern die individuellen kurzfristigen Ziele die sich Regierungen was die Begrenzung des CO2-Ausstoßes gesetzt haben, also mehr in vier Jahres Zyklen denkt und dann kritisiert wenn Ziele nicht eingehalten wurden. So würde der Klimawandel denke ich auch mehr Thema in Wahlkämpfen werden wenn eine Regierung ihre Versprechungen gebrochen und Ziele verfehlt hat, als das jetzt der Fall ist.

Was Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels angeht, sollte man denke ich tunlichst vermeiden einfach bestimmte Steuern zu erhöhen um Mittel dafür zu haben, besonders wenn dadurch eher Geringverdiener hart getroffen werden. Am Beispiel der Gelbwestenbewegung in Frankreich kann man gut sehen finde ich, was eine Ökosteuererhöhung auf Benzin und Diesel für einen extremen Widerstand heraufbeschwören kann der Leute dann zum Teil ins Lager von Parteien treibt die den Klimawandel einfach als “Lösung” gleich ganz verneinen.

Besser finde ich Maßnahmen die den Leuten einen sichtbaren Mehrwert geben wie z.B. günstigeren, weiter ausgebauten öffentlichen Nahverkehr und Fernverkehr. Ich habe mich z.B. oft gefragt warum man auf vielen Strecken, für die große Busse sich kaum lohnen würden, nicht z.B. Kleinbusse einsetzen kann um den Leuten eine Alternative zum Auto anzubieten.

Das wären ein paar Gedanken die ich dazu habe, was sind eure? :slight_smile:

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Liebe Interessierte,

ich habe diese Studie gefunden:
Sektorkopplungsstudie.pdf (5,2 MB)

Ich bin total begeistert, denn da steht eigentlich fast alles drin, was wir brauchen.

Die Ergebnisse und Forderungen der Studie könnten unsere Grundwerte zum Klima werden.

Was meint ihr?

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Die Studie macht auf mich einen sehr guten und seriösen Eindruck, verdeutlicht aber auch was für ein Berg an Aufgaben da vor uns liegt. Besonders der geforderte Einsatz großer zusätzlicher Mittel für Wärmedämmung und Wärmepumpen, die Forderungen was das Ausbautempo der erneuerbaren Stromversorgung und die Forderung spätestens ab 2025 keine mit fossilen Energieträgern betriebenen Neuwagen zuzulassen, bringt natürlich einige Probleme mit sich: stark steigende Mietpreise, höhere Stromkosten und teurere Autos wenn man all diese Maßnahmen nur mit den Mitteln die die jetzige Bundesregierung bereitstellt, unterstützen würde. Das wäre die Garantie dass man mit ihnen die Bevölkerung ganz sicher vergrault die Energiewende nicht mitzutragen.

Deshalb wäre denke ich z.B. eine progressive Stromsteuer ein wichtiger Baustein (hohe Steuern für (proportional zur Personenzahl eines Haushalts) hohen Stromverbrauch, niedrige bis keine für niedrigen Stromverbrauch), sehr hohe Subventionen für Energieeinsparungsmaßnahmen im gesamten Wohnungsbereich und Subventionen für (günstige, keine Oberklassen-) Elektroautos sowie vor allem den öffentlichen Nahverkehr und Fernverkehr. Um all das zu finanzieren wird man denke ich die Politik der “schwarzen Null” aufgeben müssen und wäre es natürlich am besten hohe Einkommen effektiver besteuern zu können, wobei letzteres schwierig umzusetzen sein wird.

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Ich stimme zu, dass jede Partei mit unspezifischem Fokus nicht mehr um ein Klimakonzept herum kommt.

Es wäre viel Geld durch eine effizientere Nutzung der vorhandenen Mittel vorhanden z.B. durch eine Effizienzsteigerung der Verwaltung (ich habe durch ein Familienmitglied gewisse Einblicke in die Verwaltung eines Sekors und sehe dort sehr viel Verschwendung von Steuergeldern, die sich allein für den Bezirk auf mehrere Millionen pro Jahr addieren). Die Effizienzsteigerung würde wahrscheinlich auch ein höheres Industriewachstum erzeugen. Leider ist diese Einsparungsquelle allerdings aufgrund des Zeitdrucks nur bedingt nutzbar.

Eine weitere Einnahmequelle sehe ich in der stärkeren Besteuerung von Umweltauswirkungen. Beim Handel mit Emissionen sollte die Verringerungsrate des Caps gesteigert werden. Anhand des marktüblichen Preises im Insustriesektor kann dann auch eine Abgabe auf Privatgeräte anfallen (z.B. als Steuer auf Gas, Öl, etc.). Ich hoffe dadurch kann ein großer Protest der Privatersonen verhindert werden.
Außerdem würde ich eine (teilweise) Umlegung der “Recyclingkosten” auf den Hersteller eines Produktes vorschlagen. Dies würde die Hersteller dazu animieren ihre Waren ressourcenschonend zu verpacken oder selber am recycling zu forschen. Dafür müssten die Recyclingkosten/Verwertungskosten von Waren bestimmt werden und dann vom Hersteller anhand der produzierten oder verkauften Stückzahl abgerechne werden. Gerade bei ausländischen Produkten wird die Regelung schwierig, allerdings sehe ich einen großen gesellschaftlichen Vorteil.

Da ich auch noch ein paar andere Einnahmequellen/Einsparungssquellen sehe, glaube ich schon, dass ein Fortführen der “schwarzen Null” im generellen (ein paar Jahre als Ausnahme) möglich ist, allerdings nur mit erheblichem Willen zu Veränderung in der Politik (auch europa bzw. weltweit). Diese Bewegung in der Politik zu erzeugen sehe ich derzeit als eines der wichtigsten Ziele.

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Hallo zusammen. Ich steige mal mit in die Diskussion ein. Die Energiewende, die ja immer so beschworen wird, wird natürlich so umso dringlicher. Man sollte daher gut überlegen, welche Schritte aufeinander aufbauen müssen. Einzelne Rädchen im Getriebe zu verstellen werden die Probleme nicht lösen.
Das bisherige System kann so nicht aufrechterhalten werden. Fragestellungen aus meiner Sicht:
Wie muss ein neues Energiesystem aussehen, dass klimatechnisch einwandfrei, sozial gerecht und zukunftsträchtig ist? Fachwissen ist hier unerlässlich. Ist ein radikaler Umstieg auf erneuerbare Energien in welchem Zeitraum in Deutschland möglich? Welche Möglichkeiten hat Deutschland auch auf andere Länder Einfluss zu nehmen? Wie wird der Umbau finanziert? Mit welchen sozialen Umbrüchen müssen wir rechnen? Wie kann die Notwendigkeit der Bevölkerung plausibel gemacht werden? Wie bekommen wir politische Mehrheiten für einen solchen radikalen Richtungswechsel? Wie durchbrechen wir die Teufelskreisläufe von verfehlter Politik , Machtmißbrauch, Lobbyismus etc. Welche Vorteile bringt es für den einzelnen sich für eine solche radikale Änderung mit einzusetzen, auch wenn dies vielleicht am Anfang zu Einschränkungen führt? Dies sind so Fragen, die mir hier spontan kommen.
Lasst uns diese Fragen gemeinsam hier betrachten und bald zu einer Initiative kommen.

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Zur Enrgiewende gibt es schon eine angenommene Ini, in welcher einige deiner Fragen beantwortet werden:

Der ist meines Erachtens groß, auch wenn die Kanzlerin oder deren Minister nicht müde werden uns zu erzählen, dass dies oder jenes auf europäischer oder gar internationaler Ebene geregelt werden muss. Aber in Punkto Klimaschutz, Verbraucherschutz oder Energiewende kann D nahezu alles ausbremsen, was den Lobbyisten nicht passt. Seltsam, seltsam. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

Daa helfen uns vielleicht die Fridays for Future-Demos: Wollen wir unseren Kindern und Enkeln wirklich eine Welt hinterlassen, in der sie nicht annähernd den Wohlstand (auch Naturgüter, Klima ec.) haben können, den wir heute haben? Wäre es nicht gerecht, wenn wir die Kinder mitentscheiden lassen, denn sie müssen noch länger mit den Klimafolgen leben als wir? Das wären Fragestellungen, die alle über 50 sich stellen müssen.

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Kurzer Zwischenstand: FFF diskutiert aktuell noch mit “Scientists For Future” (S4F) ein Positionspapier.

Sobald das raus ist, würde ich gerne mit euch zusammen schauen, was davon wir als Inis einbringen sollten. Aktuell ist im Plenum wenig los, aber ich hoffe, das wird zur / nach der EU-Wahl besser.

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?? Soll es noch heißen ??

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Ich verweise mal auf den gestrigen Beschluss des EU-Parlamentes, die Kommunen zur Anschaffung von Bussen mit geringeren Emissionswerten zu verpflichten. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages Helmut Dedy befürchtet auf Grund der zusätzlichen Kosten eine Verteuerung und eine Verknappung des ÖPNV-Angebotes.

Dem Umstieg auf die Öffentlichen wäre das wohl kaum förderlich. Im Gegenteil - eine Rückbesinnung auf das eigene Wägelchen (schließlich wird der meiste Individualverkehr durch Berufspendler verursacht, die kaum eine andere Wahl haben), könnte zu einem vermehrten Ausstoß von CO2 und sonstigen Schadstoffen führen und so das Gegenteil des angestrebten Zieles bewirken.

Die gute Absicht ist ohne Zweifel lobenswert. Eine ganze Menge ließe sich durch die Verlagerung auf die Bahn (Tram, U-, S- und Regionalbahn) erreichen, doch das lässt sich nicht übers Knie brechen. Auch mit Oberleitungen und Biogas betriebene Busse sind eine interessante Option. Das erfordert allerdings maßgeschneiderte Lösungen, die je nach den örtlichen Bedingungen unterschiedlich ausfallen können. Den massenhaften Einsatz batteriegetriebener Fahrzeuge halte ich eher nicht für realistisch. Denn es sollte eigentlich bekannt sein, dass die dafür benötigten Rohstoffe knapp sind und unter prekären ökologischen und sozialen Bedingungen abgebaut werden.

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Das kann leider solange nicht als Grund angeführt werden, wie Ölquellen in Ländern liegen, wo uns (bzw. v.a. der Regierung) egal ist, wie dort die Beschäftigungs- und umweltrelevanten Abbaubedingungen sind. Auch die Knappheit war von Umweltschützern (wie mir) für die Ölförderer kein Argument und es zeigte sich auch, dass immer wieder “neue” Lagerstätten entdeckt wurden.

Ich gehe so oder so nicht davon aus, dass es einen vollständigen Umstieg innerhalb von weniger als 20 Jahren geben wird. Auch habe ich die Hoffnung, dass die demokratischen Kräfte in den verschiedenen Gesellschaften so stark sind, dass sie einen Umstieg von Öl auf “nur” Batterie zu verhindern wissen, weil es ein Mix aus verschiedenen Lösungen braucht.

Das mit den Kosten für den ÖPNV ist echt ein Haken. Der ÖPNV darf nicht noch teurer im Vergleich zum Auto werden. Allerdings haben wir da das Problem, dass unsere Politieker und auch große Teile der autofahrenden Wähler*innen nicht bereit sind zu akzeptieren, dass außerhalb der steigenden Benzinpreise das Autofahren “künstlich” verteuert werden darf.

Künstlich in Anführungszeichen, weil es eigentlich erstmal nur darum ginge, die externalisierten Kosten des Autofahrens zu internalisieren, genauso wie beim Fliegen. Hätten wir endlich mal eine*n Verkehrsminister*in, die mit Rückgrat den Automobilkonzernen und der Autofahrer-Lobby gegenübersteht und sagt, warum wir die externalisierten Kosten nicht weiter auf alle verteilen dürfen, dann ließe sich das ändern.

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Umwelt kontra Baum-Markt: Wer gewinnt?

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Die Massnahmen sind tatsächlich sehr umfangreich und der Berg an Aufgaben ist aufgrund von Fehleinschätzungen und Beharren auf Gewohntem angewachsen und wächst proportional weiter.
Ob es ein altes chinesisches Sprichwort ist, weiß ich nicht, aber es ist so:
der weiteste Weg beginnt mit dem 1. Schritt.
Es wäre allerdings alles in eine Reihenfolge zu bringen, effektivste und güntsigste Varianten first und dann rasch anschließende Maßnahmen. Es ist inzwischen zu einer Mammutaufgabe geworden. Wenn allerdings einige Vorschriften fallen würden, könnten die Bürger eineiges selbst stemmen, was nicht einmal Geld kosten würde- PV aufs Dach mit Speicher im Haus, auch für Mietobjekte. Und, vor allen Dingen Aufklärung und Wahrhaftigkeit statt fakenews und Verschleppung.

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Presseberichte wie diese dürften kein Anreiz sein, auf das eigene Wägelchen zu verzichten:

https://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Staedtebahn-stellt-Betrieb-ein-das-sind-die-Hintergruende-so-geht-es-weiter

https://www.lvz.de/Region/Mitteldeutschland/Staedtebahn-Sachsen-ist-insolvent

Und wenn man dann noch liest, wie es in D. um die Windenergie bestellt ist

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/windenergie-die-grosse-windkraftkrise-a-1279820.html

bekommt auch die Absichtsbekundung „Die Umstellung auf erneuerbare Energiebereitstellung soll konsequent weiterentwickelt werden.“ einen neuen Anstrich.

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Zur Städtebahn hatte ich mich bereits geäußert:

Denn hier handelt es sich um ein wichtiges Element der Daseinsvorsorge und nicht um irgendeine kleine Imbissbude.

Die Windkraft ist gemeinsam mit der Photovoltaik eines der beiden Hauptelemente der erneuerbaren Energien. Gerade aber auch, um deren Akzeptanz zu fördern, bedarf es der Rücksichtnahme auf örtliche Befindlichkeiten sowie auf die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes. Hier mal ein konkretes Beispiel für kräftigen Gegenwind:

Windräder sollte man dort errichten, wo sie kaum jemanden wirklich stören. Und keine Wälder dafür abholzen. denn um diesen Kahlschlag auszugleichen, müssten diese Dinger schon eine ganze Menge Strom liefern. Die hierzulande eingesparte Kohle wird ohnehin nur woanders verheizt.

Nicht der bloße Ausbau möglichst hoher Kapazitäten Erneuerbarer ist für einen wirksamen Klimaschutz entscheidend, sondern deren Einfügen in ein schlüssiges Gesamtkonzept. Nur mal ein kleines Beispiel: Die großen Offshore-Kapazitäten an der Nordseeküste - und die hauptsächlich im Südwesten Deutschlands angesiedelte Industrie. Einige interessante Beiträge dazu:

https://www.ausgestrahlt.de

Zudem macht es keinen Sinn, die fossilen Energieträger 1 : 1 durch Erneuerbare ersetzen zu wollen. Mit steigender Tendenz. Vielmehr gilt es, die „Grenzen des Wachstums“ zu akzeptieren. Eigentlich hätte es der Warnungen des Club of Rome nicht bedurft, wenn die Menschheit insgesamt vom Bestreben nach vernünftigem Handeln beseelt wäre.

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