Webseite Plenum

Umsetzung der Düngemittelverordnung und Stopp der Massentierhaltung


#42

Wir ernähren uns schon fast ausschließlich aus Hofverkauf ausgesuchter Höfe , aber wirklich ökologisch ist das auch nicht , da ich dafür ca 500 km pro Monat mit dem Auto fahren muss , denn die besten (im Sinne Tierhaltung und nachhaltiger Landwirtschaft ohne Chemie und Gentechnik liegen nunmal nicht so nah bei Berlin und auf unseren Wochenmärkten kommt das Meiste auch von Großerzeugern . Auch sind sie mit dem öffentlichen Verkehr fast unerreichbar . Es ist also gar nicht so leicht , sich ein gutes Gewissen zu erkaufen . Übrigens wird der doppelte Preis nach meiner Erfahrung nicht reichen (bei Fleisch und Wurst zahle ich schon den drei-vierfachen Preis , wie im Supermarkt) , da kleine Herden und ständige Fruchtwechsel und alle paar Jahre ein Jahr “Erholung” für die Nutzflächen kosten auch ein ganze Menge , ebenso die kleinteiligen , ineffektiven Transporte .

Fragt mal die Schweizer ; die wirtschaften ja überwiegend so ökologisch und nachhaltig , bekommen aber auch sehr gute Zulagen für die Landschaftspflege und Lebensmittel kosten trotzdem im Schnitt das Doppelte . Trotz recht guter Löhne und Gehälter fahren Viele nach Deutschland (bis zu 100 km pro Einkauf) , um sich mit billigen Lebensmitteln zu versorgen .


#43

Mit wir meinst du sicherlich dich und deine familie, denn wir das volk würde nicht stimmen.


#44

Deine Vermutung ist korrekt ; wäre sicher nicht so schön , wenn >wir alle< in oder bei Berlin wohnen würden und (was viel wichtiger ist) vor allem gibt es nicht genug nachhaltig wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe , um alle Menschen (Einwohner und Gäste) mit Lebensmitteln zu versorgen . Und das gilt auch für jeden anderen Ballungsraum . Es gibt nicht mal genug landwirtschaftliche Nutzfläche , um auf intensivierte Landwirtschaft mit all ihren Fehlern und Auswüchsen verzichten zu können . Mir will scheinen , dass es relativ leicht ist , schöne und populäre Forderungen zu stellen , doch schon etwas schwieriger , sie zu erfüllen , selbst bei bestem Willen .

WIR als DiB-ler/innen sollten also “anders-machen” ernst nehmen und dazu übergehen , auch die mittel- und langfristigen Folgen unserer Forderungen zu bedenken . Die einfachen , schnellen und nicht-tragfähigen Teillösungen können WIR getrost den Etablierten überlassen .

Ich meine nicht Dich persönlich , lieber @MDK , Du und @Annelie habt nur das Stichwort gegeben . Diese Gedanken treiben mich schon seit der 5-DM/1-Liter-Sprit-Forderung der frühen Grünen um . Bei rund 3 DM (umgerechnet) sind wir schon , doch brachte es uns weniger Verkehr … ? Hat es uns ein besseres Gewissen gebracht … ?

Ich fürchte , um beim Thema des threads zu bleiben , nicht die Begrenzung der Nutztiere pro Weidefläche bringt etwas , sondern die Begrenzung der Menschen pro ernährungs-relevanter Fläche .

Natürlich können WIR nicht die ökonomischen “Sünden” der letzten 150 Jahre mit ein paar Maßnahmen , seien sie auch noch so schön und sinnvoll , wieder in Ordnung bringen . Aber WIR könnten wenigstens versuchen , das Weitergehen auf diesem Weg zu verhindern und die Tragweite UNSERER Forderungen vorher zu bedenken , statt später durch neue Fehler die Heutigen zu korrigieren .


#45

Gerade, weil ich mal sehen wollte, welche Folgen so eine mögliche Forderung mit sich bringt und wie darauf reagiert wird, habe ich die kleine Umfrage gestartet. Es wurde gar nicht über Öko oder Bio geredet und der Preis war mit mindestens doppelt so hoch angegeben. Ich versuche alle Aspekte und Folgen einer Forderung oder Entscheidung mit in Betracht zu ziehen und die Probleme von allen Seiten anzuschauen.
Zurück zum Thema:
Möchtet ihr darüber diskutieren, ob eine Reduzierung der Viehbestände am Beispiel Rind auf eine vorgeschlagene Flächengröße von 0,3 ha (Minimum) pro Tier eine gangbare Forderung sein kann, um die Massentierhaltung abzuschaffen und die Güllemenge zu reduzieren? (Umsetzung könnte ein Auslaufen der zuviel vorhandenen Tiere sein und ein Weiterbetreiben des Betriebes mit nur ca. der Hälfte der Tiere sein)
Sollten wir an stelle von Vermeidung eher die Umwandlung der Gülle in Düngematerial (Pilotprojekt aus Schweden) vorantreiben? Wie ist dann die Massentierhaltung zu stoppen? Schließung der Großbetriebe anordnen? Das bedeutet Wegfall der Lebensgrundlage für die Betreiber.


#46

Ich hab mal ein Beispiel, um es konkreter zu machen: https://www.real.de/lebensmittelshop/Katalog/Fleisch/Rind/Rinderbraten,-1-kg/p/202735_1_1
1 kg Rinderbraten für 9€.

Das Argument kommt immer. Wahr ist aber, dass in Deutschland massiv Lohn- und Preisdumping betrieben wird. Wie schon geschrieben ist unser Fleisch so billig, dass es sich sogar lohnt, es nach China zu exportieren und dort den Betreibern die Preise kaputt macht.

Das fände ich toll! Neue Arbeitsplätze entstehen, ein langfristiger Plan.

Ich war gestern im Ahrtal unterwegs und habe euch ein Foto von einer Weide mitgebracht:

Der braune Fleck in der Mitte sind ein paar Kühe :slight_smile: Da ist also vieeeel Platz.

Komm zum Punkt:

Ich finde Bevormundung nicht so gut. Aber Regeln sind da, um die Menschen zu schützen. Und die Tiere.

Man muss sich klar machen, dass die Mehrheit der Tiere unter unwürdigsten Bedingungen lebt. Zusammengepfercht, mit Medikamenten vollgestopft, die Gülle auch unserer Nachbarn wird hemmungslos in unsere Böden und ins Grundwasser gekippt.

Unser Ziel ist, dass alle Tiere artgerecht gehalten werden. Und eigentlich, dass Tiere überhaupt nicht mehr gegessen werden. Aber das bedeutet einen seeeehr langfristigen Bewusstseinswandel. Wenn wir mit diesem Ziel beginnen, verlieren wir auf dem Weg viele Menschen.

Also was sollen die ersten konkreten Schritte sein? Das sollten wir in eine Ini für den Europa-Wahlkampf stecken.


#47

Bis auf diese Zitatstelle meine volle Zustimmung.
Ich selbst bin kein Fleischfetischist, aber komplett darauf verzichten will und werde ich nicht. Wenn ich 2 x jährlich bei Mutti eine Roulade esse und weiss, das Rind hatte ein gutes Leben, versündige ich mich nicht.
Das kann jeder für sich anders sehen und handhaben, für mich ist es wider der Natur.

Es geht mir nicht darum, hier diese Diskussion wieder und wieder anzufachen. Es geht darum, Zustimmung von der Masse der Menschen für diese Ini zu bekommen.
Und 99 % der Fleischesser sind sicherlich für artgerechte Tierhaltung und sauberes Trink-/Grundwasser.

+++ nicht als Moderator +++


#48

Das dürfte jetzt doch bei allen angekommen sein, nur eben ganz schnell wieder verdrängt beim Einkaufen.

Wenn wir jetzt Lösungen suchen, könnte das eine sein? (Alles was ich hier schreibe, spiegelt nicht unbedingt meine Meinung wider!)
Nehmen wir an, wir entscheiden uns für eine große Investition und bauen so einen Betrieb nach Schwedischem Vorbild, dass aus Gülle trockene Düngemittel herstellt. Das Geld könnte auf der einen Seite aus den Subventionen für die Bauern sein, die dann wegfallen, und zur anderen Seite von ??? stammen. So ein Standort wäre im Ländereck Belgien, Niederlande, Deutschland sinnvoll? So könnten die Nachbarn unseren Betrieb auch füttern, haben auch nicht lange Anlieferungswege. Was aber, wenn die deutschen Bauernbetriebe auf eine artgerechte Haltung umgestellt sind? Dann würde doch unserer Betrieb gar nicht mehr rentabel arbeiten, oder? Also doch nicht so eine gute Idee? Ohne Gülle, keine Arbeit für den teuren Betrieb!
Die Gülle nach Schweden bringen? Nein, zu riskant, denn es wäre zu leicht möglich den “Mist” einfach irgendwohin zu kippen. Also was dann?
Also doch schnellst möglich die Tierzahlen an den Flächen der Betriebsgröße fordern? Mit einer Übergangszeit von sagen wir mal 5 Jahren? Dann hätten wir in fünf Jahren ca. nur noch die Hälfte der Tierbestände…für Schweine, Geflügel müssten wir noch mal genau schauen. Und natürlich ein viel teureres Fleisch, dass dann aber gesünder und weniger verseucht wäre.
Was können wir tun mit der Gülle der Tiere von fünf Jahren??? Hat jemand eine Idee?
Was meinst du dazu?


#49

Sozusagen ein “inverses Henne-Ei Problem”.

Die Anlage müsste bei einem öffentlichen Entsorgungsbetrieb angesiedelt sein. Falls tatsächlich irgendwann keine Gülle mehr anfällt, kann die Anlage abgebaut und woanders eingesetzt werden (so wie die Hochöfen aus dem Ruhrgebiet jetzt in China stehen).

Jedenfalls ist die Anlage der richtige Schritt. Gülle muss fachgerecht entsorgt werden, was Kosten verursacht. Und gewollt ist ja, dass die Betriebe einsehen, dass sie die Tiere vielleicht doch besser auf die Weide stellen.


#50

Gerade gefunden:


#51

…**die Veränderungsbereitschaft der Bauernverbände hatten die Pestizidwende möglich gemacht. Auch in der EU-Agrarpolitik hatte schließlich ein Umdenken eingesetzt, mit der Folge, dass Brüssel Agrarsubventionen nur noch unter strengen Umweltauflagen gewährte – etwa für die Anlage von Blühstreifen, Feldlerchenfenstern oder Teichen und die Verminderung von Pflanzenschutzmitteln. (aus dem Artikel)

Das wäre ja sehr zu begrüßen…aber…
sehr wahrscheinlich würden nur Verbote entsprechende Verhaltensweisen bewirken…genauso, wenn wir fordern, den Viehbestand auf die vorhandene Fläche anzugleichen…freiwillig wird sich da nichts ändern!

Das werden sie nur “einsehen”, wenn sie gezwungen werden…das hat doch nur was mit Profit zu tun und nicht mit normalem Menschenverstand!

Wie geht es hier weiter? Was haltet ihr von dem Vorschlag einer Anlage, die die Gülle verwertet? Angeschlossen an einen öffentlichen Entsorgungsbetrieb, (Ich habe Müllverbrennungsanlagen in Essen und Wuppertal gefunden…und irgendwo gibt es eine Klärschlammentsorgung…wo und welche Entsorgungsbetriebe sollten das denn sein?
Wären die Investitionen nicht zu hoch, wenn man nur für die Übergangszeit rechnet? Oder direkt einen verlässlichen Abnehmer für die Zeit danach suchen? Dann könnte sich die Investion möglicherweise günstiger darstellen…wenn der Versuch in Schweden überhaupt klappt?!?
Oder könnte sich so eine Anlage tatsächlich für das Ausland lohnen? Wenn wir europaweit denken…und es ein Verbot für ganz Europa gäbe Gülle auf die Äcker zu bringen, ja dann, vielleicht…


#52

Etwas ähnliches hat auch @Surfista schon angeregt:

…jegliches Ausbringen von Gülle verbieten. Das ist ein Gefahrenstoff und muss aufgearbeitet werden.

1

Antworten

Herbert

12d

Ist ja ganz nett gemeint, aber jedes Aufarbeiten kostet nicht nur Geld, sondern auch Energie und sonstige Ressourcen. Und verursacht weitere Umweltbelastungen. Sinn einer Veränderung sollte gerade auch sein, dass die ganze Kacke nicht zig Kilometer weit umherkutschiert wird. Und bestimmte Fremdstoffe sollten generell verboten bzw. drastisch reduziert werden. Denn das, was Tiere (und auch Menschen) ausscheiden, sind normalerweise Naturstoffe, die problemlos abgebaut werden, wenn sie eine bestimmte Konzentration nicht überschreiten.

Wir müssen endlich weg von nachsorgender Problembewältigung, indem immer mehr das Prinzip der Nachhaltigkeit gestärkt wird. Natürlich können nicht über Nacht alle Megaställe geschlossen und alle Mitmenschen zu Vegetariern umerzogen werden. Aber es ist viel gewonnen, wenn es zu einer Trendwende kommt und das Wirtschaften sich immer mehr am Schutz der Umwelt orientiert, anstatt einen aufwendigen Reparaturbetrieb zu finanzieren. Gigantomanie erweckt ohnehin mein Misstrauen. Eben auch die Pläne unseres Gesundheitskaspers, die Zahl der Rettungsstellen zu reduzieren und dafür die Mittel auf die verbleibenden zu konzentrieren. Auch wenn es nicht ganz zum Thema passt:

Wer rast so spät durch die Nacht mit blauem Licht?
Es ist ein Rettungswagen - siehst du das nicht?
Erreicht die Klinik mit Müh und Not -
der Patient an Bord ist mausetot!

Das gilt übrigens für alle Bereiche des Lebens. Lange Transportwege machen ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht unbedingt wertvoller. Die vor einigen Jahren propagierte Idee einer CO2-Abscheidung hat sich offensichtlich auch nicht gerade als der große Renner erwiesen.

MDK

11d

Würden die Tiere generell mehr auf einer geeignetten Weide stehen würde sich auch nicht so viel Gülle ansammeln. Denn die Weide würde die Gülle im Augenblick des Geschäft aufnehmen. Die Belastung wäre sehr gering.

Und natürlich sind kleine Gruppen an Tierbeständen besser für die Weide.

Auch wenn die Weide - oder der Acker - dadurch immer noch etwas intensiver gedüngt wird, als es in der unberührten Natur der Fall ist, wäre es ein enormer Fortschritt. Und die Grenzwerte könnten problemlos eingehalten werden.


#53

Hallo in die Runde,
ich persönlich bin jedenfalls nicht für eine Anlage zur Aufbereitung von Gülle. Das was der Franzose da treibt, finde ich sinniger…

Kompostierung von Gülle

Aus:Top Agrar online

Vor sieben Jahren standen wir vor der Frage, wie wir die verschärften Auflagen zum Trinkwasserschutz erfüllen können“, blickt Erwan Tanguy zurück. Der Bretone bewirtschaftet zusammen mit seinem Vater Yvon in Plounevez Lochrist unweit der Atlantikküste einen 190er-Sauenbetrieb mit eigener Mast.

Gerade einmal 35 ha Ackerfläche stehen zur Verwertung des Wirtschaftsdüngers zur Verfügung . Pro Jahr hat der Betrieb daher einen Stickstoff-Überschuss von 1 800 kg bzw. 360 m3 Gülle. Eine Abgabe an Nachbarn ist nicht möglich, da dies in Regionen mit hohen Nährstoff-Überschüssen untersagt ist.

Kompost für Gemüsebaubetriebe

„Eine Anlage zur kompletten Aufbereitung der Gülle hätte uns rund 250 000 € gekostet . Das waren wir nicht bereit zu investieren“, berichtet der 35-Jährige. Stattdessen entschied sich der Landwirt für die Güllekompostierung. Seit 2002 verarbeitet er jährlich insgesamt 2 000 Kubikmeter Gülle und 140 Tonnen Weizenstroh zu einem nährstoffreichen Kompost, den er verkauft.

Das Prinzip der Güllekompostierung ist einfach: Stroh wird mehrmals mit Gülle vermengt. Durch regelmäßiges Mischen wird eine gute Durchlüftung erreicht. Unter diesen Bedingungen setzen Mikroorganismen das Gemisch zu einem nährstoffreichen Kompost um. Rund die Hälfte des Gülle-Stickstoffs wird von denitrifizierenden Bakterien zu Luftstickstoff (N2) abgebaut. Dieser entweicht in die Atmosphäre. Der gesamte Prozess dauert etwa 50 Tage. Tanguy führt ihn jährlich sechs Mal durch.

Für die Kompostierung hat Erwan Tanguy eine 18 x 28 Meter große Halle gebaut. Pro Durchgang legt er auf der betonierten Bodenplatte zwei 25 Meter lange Schwaden Weizenstroh aus. Er benötigt hierfür etwa 23 Tonnen Stroh, das er als Rundballen eingelagert hat.

Die Gülle mischt der Franzose mit einem extra hierfür gebauten Einmischgerät ein, das an einen Schlepper angebaut ist. Das Gerät ist über eine Leitung mit der Güllegrube verbunden. Von dort wird die zuvor homogenisierte Gülle zum Anbaugerät gepumpt und auf das Stroh dosiert. Im Gerät ist eine zapfwellengetriebene Walze angebracht. Diese mischt Gülle und Stroh und führt Luft zu.

Etwa 16 m3 Gülle kommen je Tonne Stroh zum Einsatz . Möglich wäre auch die dreifache Menge, jedoch würde darunter die Kompostqualität leiden. Mit dem Einmischgerät bringt Tanguy zunächst neun Kubikmeter Gülle ein. Darauf folgen in 14-tägigem Abstand zunächst vier, dann drei Kubikmeter Gülle.

Am Ende des Verfahrens entsteht ein Kompost, der als Volldünger eingesetzt werden kann. Er enthält rund 7 kg Stickstoff, 6 kg Phosphor und 10 kg Kalium je Tonne. Durch die bakterielle Umsetzung sind die Nährstoffe schnell pflanzenverfügbar. Vor allem die in der Region weit verbreiteten Zwiebel- und Blumenkohlanbauer setzen den Kompost gerne ein. Tanguy kann ihn daher für 9 € je Tonne an die Betriebe verkaufen.

Geringere Investition, aber mehr Arbeit

Die Investitionskosten für die Güllekompostierung sind geringer als bei einer Aufbereitungsanlage. So musste Tanguy für die Halle sowie die Pump- und Einmischtechnik rund 150 000 € ausgeben.

Das Manko des Verfahrens ist jedoch der hohe Arbeitsaufwand von etwa 25 Arbeitstagen je Jahr. Die meiste Zeit nimmt das Untermischen der Gülle in Anspruch. Im Sommer muss Tanguy außerdem das Stroh einfahren und einlagern. Der Landwirt kalkuliert daher einschließlich Entlohnung der eigenen Arbeit mit Kosten von 5 € je m3 Gülle.

Mit den Erlösen aus dem Verkauf des Komposts kann Tanguy diese Kosten etwas drücken. Unter dem Strich muss er aber knapp 4 € je Kubikmeter selbst tragen. Dennoch ist er überzeugt: „Die Kompostierung ist für unsere Betriebsgröße besser geeignet als die Totalaufbereitung.“Matthias Häfner


#54

Hallo @Annelie, danke für diesen interessanten Bericht.

Irgendwie ist das Verfahren ja nun ein “alter Hut”, denn früher hat man in der Tierhaltung das Stroh in die Ställe eingebracht und die Tiere konnten sich (vermute ich jetzt) wohler fühlen, als auf irgendwelchen Spaltenböden. Das Stroh hat die Gülle gebunden und danach kam alles auf den Misthaufen und man hat wieder neu Stroh eingestreut.

Heute hat man die Spaltenböden, die ungünstig (vermute ich jetzt) für die Tiere sind, die Gülle, die ungünstig für Böden und Grundwasser ist, und das Stroh, welches garnicht mehr so viel anfällt wie früher, weil das Getreide auf kürzer gezüchteten Halmen steht.

Und nun bringt man alles durch dieses Verfahren der Kompostierung wieder zusammen. Irgendwie schon paranoid!


#55

Ich sehe hier das Problem, daß auch Geringverdiener zwar sicherlich gerne mit “ja” antworten würden, aber realistisch gesehen nicht unbedingt die finanziellen Möglichkeiten dazu hätten. Jetzt könnte man natürlich argumentieren: “Dann sollen sie doch Kuchen essen!” Veganen natürlich. Jedoch haben wir egal, ob bei Fleisch, Kuchen oder Früchten am Ende leider dieselbe Problematik. Damit also auch Geringverdiener und HartzIV-Empfänger mehr für Lebensmittel bezahlen können, benötigen wir höhere Mindestlöhne, niedrigere Mieten und höhere HartzIV-Sätze. Oder eben ein ausreichendes BGE. :orange_heart:


#56

Das wäre für uns doch schon mal ein Anfang. Die Überdüngung muss unterbleiben, eine Regulierung muss her.

Dann kommt die Frage, was denn mit den Überschüssen zu tun ist. Da kann man doch den Betrieben die Wahl lassen, ob sie kompostieren oder aufbereiten. Vielleicht nach Betriebsgröße. Kleine dürfen wählen, größere müssen aufbereiten. Die Zahl können wir offen lassen, denn wir müssen ja noch keine Gesetzesvorlage liefern.

Alle würden gerne mit JA antworten. Und alle wissen, dass die Deutschen im Durchschnitt viel zu viel Fleisch essen. Niemand will vergiftetes Trinkwasser und dass unser Schweinefleisch in China die Preise kaputt macht.

fordern wir ohnehin und auch einen Mindestlohn. Wir können ja darauf hinweisen, dass die Mehrkosten eine Belastung insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen sind. Wir fordern aber, genau die geringen Einkommen anzuheben, damit alle Menschen sich nachhaltig produzierte Lebensmittel und Produkte leisten können.


#57

Hm, kann ich jetzt von mir nicht behaupten…


#58

Hallo Harry @Surfista !
Hier ist es schon lange sehr ruhig. Hier gibt es noch ein Thema zum Diskutieren.
Liebe Grüße Ellen vom Moderationsteam


#59

Hallo Ellen, wenn die anderen 96 Themen durch sind, wollte ich das schon noch mal angehen…