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Umsetzung der Düngemittelverordnung und Stopp der Massentierhaltung


#1

Aufruf: Ich suche Mitstreiter/innen Experte/innen Prüfer/innen
Kontaktart: Kommentar unter Beitrag / persönliche Nachricht
Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: DiB - Tisch Dortmund
Bearbeitungsstatus: Idee
Redaktionsschluss: offen

Einleitung:
Deutschland hinkt bei der Umsetzung der Düngemittelverordnung hinterher. Dafür gibt es zahlreiche Gründe. Viele Aspekte sind zu berücksichtigen und auch der Wettbewerb mit anderen Ländern spielt eine Rolle.

Der aktuelle Zustand, dass durch die hohe Nitratbelastung Böden ausgelaugt und Trinkwasser umständlich aufbereitet werden muss, ist unhaltbar.

Problembeschreibung:
Gülle fällt in großen Mengen an und kann über die vorhandenen Flächen nicht wieder in den natürlichen Kreislauf eingebracht werden. Die unkontrollierte Massentierhaltung und die unkontrollierte Ausbringung von Gülle gefährdet Mensch und Natur.

Forderungen
Das Problem muss auf europäischer Ebene gelöst werden. Eine Lösung nur für Deutschland würde die heimische Landwirtschaft gefährden und den Import von Produkten aus dem EU - Ausland fördern, wo weniger strenge Richtlinien gelten.

Wir brauchen Ansätze, wie die Massentierhaltung europaweit zurückgefahren werden kann. Das würde die Menge der Gülle reduzieren und letztliche der Umwelt dienen.


#2

Das ist so ein gewisses heisses Eisen mit unseren Bauern… die schon seit ich denken kann immer jammern.
Vielleicht hilft hier eine “Obergrenze”, wie viel “Ertrag” ein Fleischbetrieb mit Größe x und den Vorgaben x,x und x höchstens im Jahr erbringen darf. Das heisst Konsumverhalten ändern, Fleischkosten höher.
Und konsequente Subventionierung von Bio Betrieben mit Freilandhaltung etc…
Das Düngen muss schärfer kontrolliert werden.
Ich überlege nur gerade, ob man mit Angeboten und Hilfen nicht weiterkommt. Regeln und Verbote schüren das Kontra.
Wie das auf diesem Gebiet gehen soll weiss ich noch nicht, obwohl ich ein Landkind bin.


#3

Zur Einstimmung dies: http://www.deutschlandfunk.de/neue-duengeverordnung-das-grundwasser-vor-nitrat-schuetzen.697.de.html?dram:article_id=379147
weiterhin http://www.zeit.de/2017/25/massentierhaltung-trinkwasser-nitratwerte-preis-fleisch-konsum
und ein Ansatz hier:
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article152007259/Umweltschuetzer-fordern-Guelle-Euro.html
Auf dieser Basis könnte sich doch eine gute Ini bauen lassen, oder?


#4

Eine Initiative gegen Massentierhaltung haben wir schon, eventuell wäre es Zeit diese zu konkretisieren.
Du darfst natürlich auch eine neue aufmachen.


#5

Ich gebe erneut zu bedenken: “Massentierhaltung” ist nicht definiert.


#6

Hier Jörg, extra für Dich. Jeder weiß was damit gemeint ist.


#7

Sind 1.000 Schweine Massentierhaltung oder ist es das erst ab 10.000. Oder schon ab 500?


#8

Diese Frage macht keinen Sinn, da es um die Fläche pro Tier geht und nicht um die bloße Anzahl.
Such Dir irgendeine Fläche aus, die größer ist als 1 qm für ein 110 Kilogramm schweres Schwein bedeutet.
Außerdem brauchen wir uns diese Gedanken nicht zu machen, das haben viel klügere Menschen schon vor uns getan und definiert wie ein Schwein (oder andere “Nutztiere”) zu halten sind. Man nennt sie Ökoverbände. Die sind vielleicht auch nicht fehlerfrei, aber es ist zumindest besser als jetzt. Aber das weißt Du ja alles schon :wink:
Was bringt deine Antwort also für eine Verbesserung der Tierhaltung?


#9

Meine Antwort bringt, das man weiß, über was man redet. Insofern wären wir gefordert, eine Defintion für Massentierhaltung zu finden. Denn du kannst auch 5 Schweine auf engstem Raum, auf Holzböden halten. Und du kannst 1000 Schweine tiergerecht halten - wenn Du den Platz dafür hast.


#10

Auch diese Antwort bringt wieder nichts, weil wir diese Definition schon längst gegeben haben, sie ist sogar im Parteiprogramm. Auch auf welchen Böden, auch auf welcher Fläche, auch in welchen Klima. Ist alles schon fertig.
Nur die Finanzierung fehlt… und die Umsetzung.


#11

Nein, diese Antwort ist nicht gegeben. Du redest über unterschiedliche Dinge. Du hast nirgendwo definiert, was Massentierhaltung ist. Denn selbst wenn die Haltung nicht so ist, wie wir das fordern, ist es nicht zwingend eine Massentierhaltung. Es gibt nämlich keine Defintion dafür.

“Die Haltung vieler Tiere meist einer Art auf engem Raum taucht bei fast allen gängigen Definitionen auf. Genaue Bestandszahlen, ab denen man von Massentierhaltung sprechen kann, sind jedoch nicht festgelegt. Als Richtlinien gelten für Geflügel 40 000, für Mastschweine 2500, für Sauen 750 und für Rinder 600 Plätze. Die subjektive Wahrnehmung weicht davon jedoch stark ab ab: Einer Studie der Georg-August-Universität Göttingen zufolge empfinden die Befragten beispielsweise einen Bestand von 5000 Masthühnern als Masse, der tatsächliche Bestand liegt im Schnitt jedoch bei 35 000 Tieren.”


#12

Doch es gibt eine Definition dafür, sie steht oben in dem Wiki-Beitrag. Und eine Definition muss keine Zahl enthalten, es reicht eine Beschreibung dafür. Ich denke mal weitere Antworten sind sinnlos und machen die Welt nicht besser, daher gute Nacht.


#13

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) definiert Massentierhaltung als Systeme, in denen weniger als 10 % der Futtertrockenmasse dem eigenen Betrieb entstammt und in denen die Besatzdichte 10 Großvieheinheiten pro Hektar betrieblicher landwirtschaftlicher Nutzfläche übersteigt.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Massentierhaltung#Definition

Wenn ich Ernst richtig verstehe, dann beziehst Du dich auf diese Definition.

Desweiteren steht ganz uz Beginn noch folgendes:

Massentierhaltung oder Intensivtierhaltung bezeichnet die technisierte Viehhaltung meist nur einer einzigen Tierart in ländlichen Großbetrieben mit nicht ausreichend verfügbaren landwirtschaftlichen Nutzflächen, um die benötigten Futtermittel (zur Gänze) selbst zu erzeugen.

Wenn wir uns also auf diesen Asudruck / Definition ohne genaue Grenzwerte beziehen, dann müssten wir jedoch definieren, was “nicht ausreichend verfügbare landwirtschaftliche Nutzfläche” heißt. Und da wird es dann pro Tierart oder pro kg Lebendgewicht oder pro lebensüblichem Bewegungsdrang eine Flächenangabe brauchen, die ggf. eingeklagt werden könnte, oder?


#14

Hallo Jochen,

So weit das geht ist das alles schon definiert in der Initiative im Parteiprogramm.
Davon abgesehen ist es nicht so einfach zu definieren. Man kann die Tiere ja schlecht fragen :wink:


#15

Wie wäre es, wenn man die Ackerfläche des Betriebes mit einbezieht? Ein Betrieb darf nur so viele Tiere haben, wie er Fläche zum Ausbringen der Gülle hat.
Oder noch besser: Die Tiere sollen nicht ausschließlich in Ställen stehen.


#16

wird nicht einfach werden, denn viele Betriebe mit Massentierhaltung verfügen ja über nur geringe Flächen oder evtl. sogar gar keine Flächen.
Gülle sollte einfach generell nicht mehr auf Flächen ausgebracht werden, sondern zur Energiegewinnung eingesetzt werden.
Entsprechende Konzepte und Pilotanlagen gibt es dazu ja bereits:

Und bezüglich Massentierhaltung gibt es ja bereits eine entsprechende Ini, die nur weiter ausgearbeitet bzw konkretisiert werden müsste:


#17

Vielleicht sollte man hier vorsichtig sein, verschieden Dinge nicht miteinander zu vermischen, und nachher keine praktikable Linie zu haben:

Das Eine ist Tierschutz und Tierhaltung, das Andere ist Umweltschutz. Da gibt es ganz viel auch von mir nicht geliebte Details, aber es kann einen Vorzeigebetrieb hinsichtlich der Tierhaltung geben, der aber ein Problem mit der Entsorgung hat. Dann muss er das Problem derart lösen, dass die Gesellschaft zufrieden ist. Das muss und kann ja oft nicht der Erwerb großer Flächen sein, auf denen dann verklappt wird.

Also Lösungen für Düngemittel, was ja nicht nur Gülle ist, und vielleicht weitere Ausarbeitung der Initiative Tierhaltung, aber getrennt.


#18

Hallo Harry @Surfista !
Hier ist es schon einen ganzen Monat sehr still. Wird hier noch an der Initiative gearbeitet?
Liebe Grüße Ellen für das Moderationsteam


#19

Hallo Ellen, aktuell nicht, ich habe sie aber im Hinterkopf. Ein wichtiges Thema, das wir nicht vergessen sollten. Sobald ich wieder mehr Zeit habe, bewege ich das Thema. Oder vielleicht findet sich jemand…?


#20

Ich empfehle hier ein paar wertvolle Argumentationshilfen:


Was ein Verbot der Massentierhaltung bewirken könnte, muss man sich buchstäblich auf der Zunge zergehen lassen. Es geht längst nicht mehr “nur” um versäuchtes Trinkwasser und bessere Lebensbedingungen für Nutztiere.