Umsetzung der Düngemittelverordnung und Stopp der Massentierhaltung

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Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: DiB - Tisch Dortmund
Bearbeitungsstatus: Idee
Redaktionsschluss: offen

Einleitung:
Deutschland hinkt bei der Umsetzung der Düngemittelverordnung hinterher. Dafür gibt es zahlreiche Gründe. Viele Aspekte sind zu berücksichtigen und auch der Wettbewerb mit anderen Ländern spielt eine Rolle.

Der aktuelle Zustand, dass durch die hohe Nitratbelastung Böden ausgelaugt und Trinkwasser umständlich aufbereitet werden muss, ist unhaltbar.

Problembeschreibung:
Gülle fällt in großen Mengen an und kann über die vorhandenen Flächen nicht wieder in den natürlichen Kreislauf eingebracht werden. Die unkontrollierte Massentierhaltung und die unkontrollierte Ausbringung von Gülle gefährdet Mensch und Natur.

Forderungen
Das Problem muss auf europäischer Ebene gelöst werden. Eine Lösung nur für Deutschland würde die heimische Landwirtschaft gefährden und den Import von Produkten aus dem EU - Ausland fördern, wo weniger strenge Richtlinien gelten.

Wir brauchen Ansätze, wie die Massentierhaltung europaweit zurückgefahren werden kann. Das würde die Menge der Gülle reduzieren und letztliche der Umwelt dienen.

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Zur Einstimmung dies: http://www.deutschlandfunk.de/neue-duengeverordnung-das-grundwasser-vor-nitrat-schuetzen.697.de.html?dram:article_id=379147
weiterhin http://www.zeit.de/2017/25/massentierhaltung-trinkwasser-nitratwerte-preis-fleisch-konsum
und ein Ansatz hier:
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article152007259/Umweltschuetzer-fordern-Guelle-Euro.html
Auf dieser Basis könnte sich doch eine gute Ini bauen lassen, oder?

Eine Initiative gegen Massentierhaltung haben wir schon, eventuell wäre es Zeit diese zu konkretisieren.
Du darfst natürlich auch eine neue aufmachen.

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Hier Jörg, extra für Dich. Jeder weiß was damit gemeint ist.

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Diese Frage macht keinen Sinn, da es um die Fläche pro Tier geht und nicht um die bloße Anzahl.
Such Dir irgendeine Fläche aus, die größer ist als 1 qm für ein 110 Kilogramm schweres Schwein bedeutet.
Außerdem brauchen wir uns diese Gedanken nicht zu machen, das haben viel klügere Menschen schon vor uns getan und definiert wie ein Schwein (oder andere „Nutztiere“) zu halten sind. Man nennt sie Ökoverbände. Die sind vielleicht auch nicht fehlerfrei, aber es ist zumindest besser als jetzt. Aber das weißt Du ja alles schon :wink:
Was bringt deine Antwort also für eine Verbesserung der Tierhaltung?

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Auch diese Antwort bringt wieder nichts, weil wir diese Definition schon längst gegeben haben, sie ist sogar im Parteiprogramm. Auch auf welchen Böden, auch auf welcher Fläche, auch in welchen Klima. Ist alles schon fertig.
Nur die Finanzierung fehlt… und die Umsetzung.

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Doch es gibt eine Definition dafür, sie steht oben in dem Wiki-Beitrag. Und eine Definition muss keine Zahl enthalten, es reicht eine Beschreibung dafür. Ich denke mal weitere Antworten sind sinnlos und machen die Welt nicht besser, daher gute Nacht.

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Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) definiert Massentierhaltung als Systeme, in denen weniger als 10 % der Futtertrockenmasse dem eigenen Betrieb entstammt und in denen die Besatzdichte 10 Großvieheinheiten pro Hektar betrieblicher landwirtschaftlicher Nutzfläche übersteigt.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Massentierhaltung#Definition

Wenn ich Ernst richtig verstehe, dann beziehst Du dich auf diese Definition.

Desweiteren steht ganz uz Beginn noch folgendes:

Massentierhaltung oder Intensivtierhaltung bezeichnet die technisierte Viehhaltung meist nur einer einzigen Tierart in ländlichen Großbetrieben mit nicht ausreichend verfügbaren landwirtschaftlichen Nutzflächen, um die benötigten Futtermittel (zur Gänze) selbst zu erzeugen.

Wenn wir uns also auf diesen Asudruck / Definition ohne genaue Grenzwerte beziehen, dann müssten wir jedoch definieren, was „nicht ausreichend verfügbare landwirtschaftliche Nutzfläche“ heißt. Und da wird es dann pro Tierart oder pro kg Lebendgewicht oder pro lebensüblichem Bewegungsdrang eine Flächenangabe brauchen, die ggf. eingeklagt werden könnte, oder?

Hallo Jochen,

So weit das geht ist das alles schon definiert in der Initiative im Parteiprogramm.
Davon abgesehen ist es nicht so einfach zu definieren. Man kann die Tiere ja schlecht fragen :wink:

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Wie wäre es, wenn man die Ackerfläche des Betriebes mit einbezieht? Ein Betrieb darf nur so viele Tiere haben, wie er Fläche zum Ausbringen der Gülle hat.
Oder noch besser: Die Tiere sollen nicht ausschließlich in Ställen stehen.

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wird nicht einfach werden, denn viele Betriebe mit Massentierhaltung verfügen ja über nur geringe Flächen oder evtl. sogar gar keine Flächen.
Gülle sollte einfach generell nicht mehr auf Flächen ausgebracht werden, sondern zur Energiegewinnung eingesetzt werden.
Entsprechende Konzepte und Pilotanlagen gibt es dazu ja bereits:
https://www.process.vogel.de/so-laesst-sich-energie-aus-guelle-und-kot-erzeugen-a-492695/

Und bezüglich Massentierhaltung gibt es ja bereits eine entsprechende Ini, die nur weiter ausgearbeitet bzw konkretisiert werden müsste:
https://abstimmen.bewegung.jetzt/initiative/93-reform-der-nutztierhaltung

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Hallo Ellen, aktuell nicht, ich habe sie aber im Hinterkopf. Ein wichtiges Thema, das wir nicht vergessen sollten. Sobald ich wieder mehr Zeit habe, bewege ich das Thema. Oder vielleicht findet sich jemand…?

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Precht for Kanzler :wink:

Ich habe aktuell leider wenig Zeit, das Thema weiter zu betreiben. Hättest du vielleicht Lust? Ich unterstütze auch.

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Im Prinzip richtig. Da diese Primärenergie im Unterschied zu Wind und Sonnenstrahlung speicherbar ist, eignet sie sich gut, um ein bei der Nutzung dieser beiden genannten Energieträger häufig auftretendes Missverhältnis von Angebot und Nachfrage zu kompensieren. Allerdings muss auch die energetisch genutzte Gülle irgendwie entsorgt werden.

@anon24986281:

Das Eine ist Tierschutz und Tierhaltung, das Andere ist Umweltschutz. Da gibt es ganz viel auch von mir nicht geliebte Details, aber es kann einen Vorzeigebetrieb hinsichtlich der Tierhaltung geben, der aber ein Problem mit der Entsorgung hat

Wir kommen - wie bereits angeführt - an der Fläche nicht vorbei. Das Zeug so weit aufzuarbeiten, dass man es bedenkenlos in einen Vorfluter entlassen kann, erfordert ebenfalls einen beträchtlichen Aufwand. Mag sein, dass ein verschärfter Umweltschutz sich nicht automatisch positiv auf den Tierschutz auswirkt, aber umgekehrt kann das schon eine Menge bewirken. Man muss beides auch weiterhin im Zusammenhang sehen.

Es bedarf nach wie vor einer konsequenten Kontrolle und Regulierung. Wenn die vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden, ist die Sache o. k. Doch das ist eben oft nicht der Fall. Dann müssen die Güllemengen so weit reduziert werden, wie es nötig ist. Umweltschutz im Allgemeinen und Trinkwasserschutz im Speziellen muss gegenüber den Interessen der Viehbarone eindeutig der Vorrang eingeräumt werden. Und wenn sie den Schiet bis in die Ukraine verfrachten müssten, wäre es wohl doch etwas zu weit. Eine weitere Stellschraube wäre die zulässige Höhe der Viehbestände.

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Ja, geht und passiert. Und die Gülle wird zudem versetzt mit allerlei „Fremdstoffen“. Zuweilen zumindest.

Todesmutig! Es geht um unsere Gesundheit! Ich bin Gegner von Fanatismus, aber hier müssen wir klare Kante zeigen.

Dann los! Ich würde weiter gehen und jegliches Ausbringen von Gülle verbieten. Das ist ein Gefahrenstoff und muss aufgearbeitet werden. Für das Düngen der Äcker können die Betriebe dann den aufgearbeiteten Dünger kaufen. Dann werden sie nicht mehr überdüngen, denn jedes Gramm kostet Geld.

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Finde ich gut! So wird das rund!

  • Gülle ausbringen ist verboten
  • Landwirtes können pro Fläche einen gewissen Teil kostenfrei abgeben
  • Pro Fläche bekommen Landwirtes eine Menge „Gülle - Dünger“ zum Vorzugspreis

Ist ja ganz nett gemeint, aber jedes Aufarbeiten kostet nicht nur Geld, sondern auch Energie und sonstige Ressourcen. Und verursacht weitere Umweltbelastungen. Sinn einer Veränderung sollte gerade auch sein, dass die ganze Kacke nicht zig Kilometer weit umherkutschiert wird. Und bestimmte Fremdstoffe sollten generell verboten bzw. drastisch reduziert werden. Denn das, was Tiere (und auch Menschen) ausscheiden, sind normalerweise Naturstoffe, die problemlos abgebaut werden, wenn sie eine bestimmte Konzentration nicht überschreiten.

Daher sollte der Viehbestand an eine bestimmte Ackerfläche geknüpft werden (wie bereits mehrfach angeführt). Ist diese nicht verfügbar, muss der Landwirt oder Agrarunternehmer nachweisen, wo und wie das Zeug entsorgt wird. Das muss natürlich auch überprüft werden.

@Annelie: Schärfere Kontrollen? Wie/ wann/ wo das denn? Das halte ich zwar für wünschenswert aber nicht für realistisch durchführbar.

Einfach ist das sicher nicht. Aber die Einhaltung jedes Verbotes oder sonstigen Anordnung (ich erinnere nur eben mal an die StVO) funktioniert nur mit Kontrolle. Auch wenn es einsichtige Menschen gibt, die das eigentlich nicht brauchen.

@anon40304920:
Todesmutig! Es gebenfeht um unsere Gesundheit! Ich bin Gegner von Fanatismus, aber hier müssen wir klare Kante zeigen.

Ich würde das auch nur als konsequentes Handeln bezeichnen. Leider gibt es zu viele Pfeifen, die sich eben dies abgewöhnt haben.

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Jonathan Safran Foer: Tiere essen.
Sehr lesenswertes Sachbuch mit umfangreicher Quellensammlung auch zur Situation in Deutschland.

Massentierhaltung muss, zumindest in der bisherigen Form, beendet werden.
Dazu gehören umfangreiche Aufklärung der Konsumenten und Schutz der Tiere vor Willkür z.B. durch „gläserne“ „Produktionsstätten“.

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Und noch kurz zu den „armen“ Landwirten:

Tiermast ist bei uns so spottbillig, dass wir sogar Schweinefleisch nach China exportieren und dort den Betrieben die Preise kaputtmachen.

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Das ist irgendwie ein Widerspruch, oder? Da hast du sehr schön die fadenscheinige Argumentation der Mastbetriebe auseinander genommen.

Wenn es sich nur noch lohnt […]

= Wenn es nur ausreichend Profit abwirft […]

Wir müssen uns endgültig vom Gedanken der Profitmaximierung verabschieden. Eigentlich sind sich doch alle einig, dass Fleisch von guter Qualität sein soll (falls man es überhaupt essen möchte). Weiterhin wissen wir, dass wir den Fleischkonsum reduzieren sollten. Und wir wollen weniger wegschmeißen.

Also was fordern wir?

Gülle fällt nur in Mastbetrieben an, in denen die Tiere nicht in Ställen mit Stroh sondern in viel zu engen Ställen gehalten werden und keine Bewegung haben. Forderung: Tiere nur auf der Weide halten! Hier steht wie, auch der Platzbedarf:

Tiertransporte verbieten. Dann gibt es wieder die Hausschlachtung.

Einfuhrzölle oder gar Verbote für Erzeugnisse, die nicht nachweislich diesen Qualitätsansprüchen genügen.

Billige Solarzellen darf man auch besteuern, also können wir auch unsere Natur und Umwelt so schützen.

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