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Tierw├╝rde ­čÉĽ : Lebewesen statt Sache

gesetz
tierschutz
w├╝rde

#41

Vielleicht handelt es sich um einen Kompromi├č, w├╝rde ich meinen, um gr├Â├čtm├Âgliche Akzeptanz zu erreichen. Alle Schweizer stimmen ja selbst ├╝ber ihre Gesetze ab und wer wollte die 14% Vegetarier oder Veganer verschrecken, dadurch, dass man das T├Âten der Tiere zum Zwecke der Nahrungsaufnahme als Ausnahme festschreibt.


#42

Ich will mal meinen Standpunkt bzgl. des T├Âtens hier zusammenfassen, ohne jetzt jede eurer Textstellen zu zitieren.

  1. Ich stelle die W├╝rde des Tieres nicht auf die gleiche Stufe, wie die W├╝rde des Menschen. Zwar k├Ânnen viele Tiere auch Empfindungen (Schmerz) oder sogar Emotionen haben. Manche Arten sind auch intelligent und k├Ânnen Handlungen planen oder Werkzeuge bauen.
    Aber sie k├Ânnen nicht philosphische ├ťberlegungen (gibt es g├Âttliche Wesen, ÔÇťich denke, also bin ichÔÇŁ) vollbringen. Auch wenn es hier und da grosse Aussreisser gibt, so ist der Mensch aktuell wohl die Kr├Ânung der Evolution auf der Erde.
  2. Das T├Âten von Tieren soll nicht durch die Zusprechung von W├╝rde verboten werden.
    Es macht Sinn, Tiere weiterhin f├╝r den Verzehr zu schlachten, seien es nun Schweine oder Heuschrecken. Denn es w├Ąre nicht vermittelbar, auf tierische Nahrungsprodukte auf die Schnelle zu verzichten. Pers├Ânlich halte ich es auch gesundheitlich f├╝r bedenklich, geh├Ârt aber nicht in diesen Thread.
  3. Tiere sollen w├╝rdevoll leben k├Ânnen, sprich artgerecht gehalten werden - insbesondere wenn es Tiere sind, die uns nutzen. Dazu geh├Âren ausreichend Auslauf, Tageslicht, artgerechte F├╝tterung, Bildung von Herden, etc.
    Dann m├╝ssen sie weitestgehend frei von Leiden transportiert und geschlachtet werden.
    Wenn man dies gesetzlich einfordert und auch kontrolliert (!), dann wird man keine Grillwurst mehr f├╝r 9 Cent kaufen k├Ânnen und auch keinen Liter Milch f├╝r 50 Cent.
  4. Auch die Jagd will ich nicht verbieten, sondern bestenfalls neu regulieren. Jagen zur Regulierung macht Sinn, einen L├Âwen nur f├╝r die Troph├Ąe zu schiessen nicht. Dazu gab es bereits eine Ini.
  5. Tierversuche f├╝r (sinnvolle) Medikamente halte ich unter dem Aspekt, dass man auch hier weitestgehend die W├╝rde des Tiers achtet und Schmerzen meidet, f├╝r sinnvoll. F├╝r Kosmetik braucht das Niemand.
  6. Wer Tiere aus niederen Motiven wie Profitgier (riesige Schlachtbetriebe) oder aus Spass (Fr├Âsche aufblasen) oder Rache (die Katze des Nachbarn vergiften) oder ├Ąhnlichem t├Âtet, muss h├Âher als bisher bestraft werden k├Ânnen.

Ich hoffe, es wird klarer, worum es gehen soll. Mit der Zusprechung des W├╝rdebegriffs f├╝r Tiere, ├Ąndert sich nicht gleich unser Leben von heute auf morgen.
Aber langfristig wird es weniger Leid geben, ges├╝ndere Ern├Ąhrung und in den K├Âpfen der Menschen mehr Achtung vor jedem (!) Leben.


#43

Lieber Gerald, ich sehe da jetzt keinen Widerspruch zum schweizer Tierschutzgesetz. Warum lie├če sich das nicht als Basis nehmen? :wink:


#44

Hallo raba,

im Schweizer Tierschutzrecht wird die Ausnahme Nahrungsmittelbeschaffung als ├╝berwiegendes Interesse klar benannt.

Ich denke, dass ist klar genug, wir sollen und wollen keine Nation von Vegetariern werden.


#45

Wenn wir die ┬ž 1 und ┬ž 2 unseres Tierschutzgesetzes ernst nehmen w├╝rden, d├╝rfte es eigentlich keine nicht artgerecht gehaltenen Tiere, keine bei Bewusstsein durchgef├╝hrte Schlachtung, keine ├╝berf├╝llten Tiertransporte, kein Missbrauch von Zuchtfabriken, keine Tierversuche etc. geben.
Diese Paragraphen lauten:
┬ž 1 Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen f├╝r das Tier als Mitgesch├Âpf dessen Leben und Wohlbefinden zu sch├╝tzen. Niemand darf einem Tier ohne vern├╝nftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Sch├Ąden zuf├╝gen.
┬ž 2 Wer ein Tier h├Ąlt, betreut oder zu betreuen hat,

  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bed├╝rfnissen entsprechend angemessen ern├Ąhren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2.  darf die M├Âglichkeit des Tieres zu artgem├Ą├čer Bewegung nicht so einschr├Ąnken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Sch├Ąden zugef├╝gt werden,
    
  3. muss ├╝ber die f├╝r eine angemessene Ern├Ąhrung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und F├Ąhigkeiten verf├╝gen.

Was n├╝tzen die besten Gesetze, wenn sie nicht ausgef├╝hrt werden. Was n├╝tzen die besten Gesetze, wenn die Verwaltung Rechtsvorschriften erlassen k├Ânnen, die die Gesetze wieder aushebeln. Der Tierschutz ist seit 2002 im GG (Art. 20 a) verankert. In ┬ž 1 wird das Tier als ÔÇ×Mitgesch├ÂpfÔÇť bezeichnet.
Lest den Tierschutzbericht 2015 der Bundesregierung. Bildet Euch Eure Meinung dazu.
Besonders m├Âchte ich Euch auf die gemeinsame Erkl├Ąrung der Niederlande, D├Ąnemark und Deutschland hinweisen, Seite 15, dort hei├čt es: ÔÇťDie tierische Produktion der Landwirtschaft in Deutschland, den Niederlanden und D├Ąnemark ist durch eine starke Wettbewerbsf├Ąhigkeit und durch die Ausrichtung auf den Handel innerhalb der EU sowie auf den Export gekennzeichnet.ÔÇť

Wir sollten die Forderung stellen, dass bevor neue Gesetze geschaffen werden die bestehenden Gesetze konsequent umgesetzt werden sollen. Tierschutz hat auch etwas mit ├ľkologie zu tun.


#46

Lieber Goldi50, wie ich die deutschen Gesetze kenne, gibt es mit Sicherheit ein paar Hintert├╝ren, die einem auf den ersten Blick nicht auffallen werden. Oder die Gesetze sind so kompliziert konstruiert, dass ihre Umsetzung und die Kontrolle nicht nur Schwierigkeiten, sondern auch irre Kosten verursachen. Das aber hat Methode. Und ich finde es zum Kotzen!

Deshalb f├Ąnde ich es w├╝nschenswert, diesem Tun endlich ein Ende zu bereiten. Indem man klare und deutliche, unverr├╝ckbare Vorgaben macht.

Ansonsten k├Ąme man n├Ąmlich sehr schnell zu dem Ergebnis: Eigentlich ist doch alles gut. Man mu├č es nur umsetzen. Hahaha! :laughing:


#47

Ich hab heute endlich mal meine manuelle Authentifizierung als Beweger abgeschickt,
ich w├╝rd mich hier auch gern beteiligen.

Ich denke, grunds├Ątzlich ist es ein gesellschaftlicher,
auch menschheitlicher Prozess, Entwicklungsprozess ÔÇö sich klar zu werden, wie Tierw├╝rde zu verstehen ist ÔÇŽ definiert werden sollte ÔÇŽ der wahrscheinlich erst angefangen hat.

Darum kam mir auch der Gedanke ÔÇö warum nicht erstmal m├Âglichst an dem ankn├╝pfen, was die Schweizer und Luxemburger begonnen haben,

das w├╝rde dann auch erstmal ganz viel an Nachdenken und Diskussion in die Bev├Âlkerung bringen.

Alles weitere bringt dann neue EntwicklungenÔÇŽ ÔÇŽ
da Menschen unterschiedliche Weltanschauungen haben, wird es auch immer unterschiedliche Sichtweisen auch in dieser Hinsicht geben ÔÇö aus denen dann ein Konsens gefunden werden muss.

F├╝r mich zB hat W├╝rde mit innerem Wert zu tun, auch mit dem Recht, dem eigenen Wesen entsprechend zu leben, leben zu k├Ânnen.
F├╝r mich hat, ganz grunds├Ątzlich erstmal jedes Wesen das gleiche Lebensrecht. Und auch Recht ÔÇö seiner Natur, seiner Wesensart entsprechend zu leben. Und jede Verletzung eines Lebewesens ist ein Unrecht. ÔÇöÔÇö
Gleichzeitig gibt es dann die /eine ┬źgesellschaftsrealistische Sicht┬╗.
Die zB erstmal festhalten muss, dass die gro├če Mehrheit der Menschen (noch!?) Fleisch i├čt.
Deshalb ist es zun├Ąchst mal sinnvoll zu unterscheiden - zwischen ÔÇťT├Âten generellÔÇŁ zum Zweck der Nahrungsherstellung (wie auch immer wir dazu stehen) ÔÇö und verletzendem und leid`zuf├╝gendem Verhalten dar├╝ber hinaus, wie grausame nicht-artgerechte Haltung, qualvolle Transporte, Grausamkeiten wie K├╝kenschreddern, u.v.m.

Und da - bei allem verletzenden und leid`zuf├╝gendem Verhalten ohne dem ÔÇťzurzeit noch Gesellschafts├╝blichemÔÇŁ ÔÇö wie Tierqu├Ąlerei, Mi├čhandlungen bei der Haltung und Schlachtung etc. ÔÇö sollte das Thema hier erst einmal ansetzen.
Auch die ÔÇťUniverselle Erkl├Ąrung der TierrechteÔÇŁ der Unesco :dog2: :cat: :pig2: sagt ja noch einiges mehr in dieser RichtungÔÇŽ ÔÇŽ

Die Auseinandersetzung um Tiere als Nahrung generell wird ohnehin ├╝ber die n├Ąchsten Jahrhunderte noch weiter gehenÔÇŽ ÔÇŽ
Bei diesem Thema geht es - jedenfalls zun├Ąchst einmal ÔÇö um etwas anderes.


#48

noch etwas philosophisches dazu,
von dem spirituellen Philosophen und alternativen Nobelpreistr├Ąger Leonardo Boff :thinking:

Er spricht von einem Anthropozentrismus ÔÇö
und sagt, Anthropozentrismus ÔÇ×kann als die ├ťberzeugung definiert werden, dass nur der Mensch einen Wert an sich habe ÔÇŽ Den Rest der Biosph├Ąre reduzieren wir auf eine von uns getrennte Umwelt. (ÔÇŽ) Der Anthropozentrismus ist seinem Wesen nach eine egozentrische Geisteshaltung.ÔÇť

Er betrachtet den Anthropozentrismus als die zentrale Wurzel der gegenw├Ąrtigen Krise.


#49

Ganz passend dazu gab es bei ARTE nen Themenabend der auch in die Richtung ging. Darunter war das:

https://www.arte.tv/de/videos/055175-000-A/brauchen-tiere-rechte/

Habe nur die letzten 30 Minuten gesehen und da wurden schon recht viele hier genannten Aspekte erw├Ąhnt. Also zum Beispiel:

  • Partei f├╝r Tiere in den Niederlanden
  • die Gesetze der Schweiz (die Idee mit den Tieranwalt ist vlt. interessant)
  • Umgang mit Tierversuchen
  • welchen Tiere sind gesteht man Rechte zu
  • Gesetz in USA auf Schimpansen anwendbar, weil menschen├Ąhnlich

Auf jeden Fall gut um Pro- und Kontra Argumente zu sammeln.


#50

Ich denke es ist unstrittig, das (S├Ąuge)Tiere denkende (wenn auch nicht im philosophischen Sinn), f├╝hlende und leidende Wesen sind, die Frage ist f├╝r mich, wie man ihre Rechte effektiv st├Ąrken kann


#51

Zur Information gebe ich Euch zwei Artikel aus der S├╝ddeutschen Zeitung zur Kenntnis.
Beide Artikel haben die Problematik der Tierversuche zum Inhalt. Betreffen meiner Meinung nach aber unser Thema, Tierw├╝rde, Mitgesch├Âpf.



#52

Es bleibt zu hoffen, das diese Computerprogramme die Tierversuche m├Âglichst bald deutlich reduzieren.


#53

Das urspr├╝ngliche Thema war ja, ob Tiere den Status eines Lebewesens erhalten sollen.
Auch wenn es schon etliche an guten/und weniger guten Tierschutzgesetzen in Deutschland gibt, meine ich, es ist in den K├Âpfen mancher ÔÇťmenschÔÇŁ einfach noch nicht angekommen.

Deshalb hat eine ge├Ąnderte Rechtsform nicht nur juristisch sch├Ąrfere Folgen, st├Ąrkt die Tiere angemessen f├╝r ein besseres Dasein, sondern hat eine nicht zu untersch├Ątzende psychologische Wirkung im Denken, F├╝hlen und Handeln von Menschen.

Nat├╝rlich interessiert das die wirklich Skurpellosen weniger, aber hier sollte man auf echte und empfindliche Durchsetzung der Gesetze hinarbeiten.

Gerald, ich k├Ânnte mir sehr gut vorstellen, dass man zum Thema ÔÇťDas Tier ist ein Lebewesen und keine Sache, gebt ihm seine W├╝rde zur├╝ckÔÇŁ (oder ├Ąhnlich) eine Petition starten k├Ânnte.

Da hier noch Tierschutzthemen aufgetaucht sind: Sollen wir die aufgreifen und weitermachen?

Liebe Gr├╝├če an alle


#54

Ich habe ein wenig recherchiert und bereits zwei Petitionen gefunden, die mangels ausreichender Beteiligung geschlossen wurden:

Die zweite Petition hattte sogar noch wesentlich weniger Unterschriften.

Ehrlich gesagt, bin ziemlich erschrocken über das mangelnde Interesse und umso mehr überzeugt, dass wir eine Änderung zugunsten der Tiere brauchen.
In unserem B├╝rgerlichen Gesetzbuch steht ja eigentlich bereits, dass Tiere keine Sache sind (Satz 1 und 2): ÔÇ×Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze gesch├╝tzt." Aber gleichzeitig, dass sie als Sachen rechtlich zu behandeln sind (Satz 3): "Auf sie sind die f├╝r Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.ÔÇť Was in sich ja schon ein Widerspruch darstellt.
Wir m├╝ssen erreichen, das Satz 3 gestrichen wird.
Wir m├╝ssen erreichen, dass im Denken und Handeln vieler Menschen ein Wandel stattfindet und der Wert eines Tieres ins Bewusstsein ger├╝ckt wird.
Wir m├╝ssen erreichen, dass bestehende Gesetze kontrolliert werden, ├╝berhaupt kontrolliert werden k├Ânnen und die Strafen angepasst werden, dass die vielen Schlupfl├Âcher und Defizite zugunsten der industriellen Produktion und ihrer Lobby und Renditej├Ągern geschlossen werden.

Ich war aber auch ├╝berrascht und erfreut, dass Deutschland im allgemeinen Tierschutzgemenge gar nicht so schlecht aufgestellt ist.
W├Ąhrend es aber oftmals bei Gro├čkonzernen und Industrie mit Scheuklappen und nahezu blind zu sein scheint.


#55

EIn kurzes, ├╝berschaubares Interview u.a. mit einem Pl├Ądoyer,
Tieren und der ÔÇťNaturÔÇŁ ÔÇťmehrÔÇŁ (!?) Rechte zu geben.
Sehr interessant.


#56

Es hat ├╝brigens auch schon einige TIERRECHTS-KONGRESSE gegeben,


der letzte im November letzten Jahres in Wien :+1:


#57

Liebe Alle,

bevor dieses Thema, nachdem es ja doch ziemllichen Zuspruch hatte, v├Âllig untergeht - was sehr schade w├Ąre - sollten wir uns ├╝berlegen, wie wir jetzt weiter verfahren wollen, damit es nicht nur eine sch├Âne Diskussion bleibt, sondern bleibende Wirkung hinterl├Ąsst.

LG Cheeny


#58

Hier ist noch ein neue Petition dazu. Vielleicht wollen wir die unterst├╝tzen.
Ich habe bereits unterzeichnet.

LG

gel├Âscht, war eine zu extreme Petition.


#59

ÔÇŽf├╝r den Moment,

grafik ich habe auch gerade unterschrieben :rainbow:


#60

Mir ist das zu populistisch. Wie das begr├╝ndet ist, entspricht es nicht meinem Ansinnen:

In allen Kriegen und V├Âlkermorden unserer Geschichte, wurden rund 619 Millionen Menschen get├Âtet. Wir t├Âten die gleiche Anzahl Tiere alle 5 Tage.

Das ist ein ÔÇťnetterÔÇŁ Vergleich und o.k.
Obwohl es hinkt, denn ich denke, dass damit ausschliesslich Schlachttiere gemeint sind, aber bspw. keine (Versuchs)M├Ąuse oder Heuschrecken.

Das ist nicht hinnehmbar und ist ein schweres Verbrechen an der Natur und dem Leben selbst. Nicht zuletzt bedeutet dieses Vorgehen eines der schlimmsten Verbrechen der Menschen, seit des Menschen Existenz auf diesem Planeten.

Ich finde nicht, dass es grunds├Ątzlich ein Verbrechen ist, Tiere zu t├Âten. Es ist ein Verbrechen, sie nicht artgerecht zu halten und qualvoll zu t├Âten oder nur zu t├Âten weil es den Gewinn ein paar Cent erh├Âht (K├╝ken schreddern).

Darum unterschreibe ich nicht.