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Tierw├╝rde ­čÉĽ : Lebewesen statt Sache

gesetz
tierschutz
w├╝rde

#1

Aufruf : Ich suche Mitstreiter*innen und Expert*innen
Kontaktart : Kommentar unter Beitrag / pers├Ânliche Nachricht
Inhaltliche Diskussion erw├╝nscht? : Ja
Eine Initiative von : Gerald Ehrlich (@Gerald), @cheeny, @Goldi50, @Ellen,
Bearbeitungsstatus : Idee / erster Entwurf
Redaktionsschluss : schnellstens, aber wenn fertig dann fertig :wink:

Einleitung :
In Luxemburg wurde k├╝rzlich, als zweitem Land nach der Schweiz, Tieren eine W├╝rde zugesprochen und das Tierschutzgesetz entsprechend ge├Ąndert.
Hierdurch verlieren Tiere den Status ÔÇťeiner SacheÔÇŁ und erhalten den eines ÔÇťLebewesensÔÇŁ.

Problembeschreibung :
Fr├╝her wurden Tiere als Arbeitsger├Ąt oder Transportmittel eingesetzt, sie besassen den Status einer Sache.
Heutzutage sehen Tierbesitzer ihre Tiere eher als Lebewesen an. Dies gilt sogar f├╝r die meisten Nutztierhalter (Landwirte).

In Bezug auf Straftaten hat der noch aktuelle Status erhebliche Defizite. Unsere Justiz hat i.d.R. nicht genug Handhabe, um gegen Tierqu├Ąler vorzugehen und diese in begr├╝ndeten F├Ąllen ausreichend zu bestrafen.

Forderungen
Die Änderung des deutschen Tierschutzgesetzes in Anlehnung an das der Schweiz und Luxemburgs.
Zudem soll angestrebt werden, dies in europ├Ąisches Recht zu erweitern.

Quellen

https://wildbeimwild.com/2018/07/11/luxemburg-gesteht-tieren-auf-dem-papier-wuerde-zu/


Da ich Themenstarter bin, trete ich im gesamten Thread +++ nicht als Moderator +++ auf.


#2

Da bin ich als Mitstreiterin dabei! Tiere sind Lebewesen, haben das gleiche Blut wie wir Menschen und haben Gef├╝hle.
++nicht als Moderatorin++


#3

Das w├Ąre eine wichtige Gesetzes├Ąnderung.

Aber genauso wichtig w├Ąre es, die bereits bestehenden Gesetze auch einzuhalten. Und nicht immer wieder Ausnahmen zu machen und nicht ausreichend die Einhaltung der Gesetze zu kontrollieren.


#4

Ellen, ich stehe Voll und Ganz hinter Deiner Aussage, dass Tiere Gef├╝hle haben. Ich gehe sogar noch weiter, dass sie ├╝ber ein Bewu├čtsein verf├╝gen.
Aber das gleiche Blut m├Âchte ich bezweifeln.
Geralds Initiative kann ich nur unterst├╝tzen.


#5

MIri, da mu├č ich Dir Recht geben. Die beten Gestze n├╝tzen nichts wenn sie nicht gelebt werden und mit so vielen Ausnahmen versehen, dass es den Namen Gesetz, d.h. Regel, nicht verdient.
Montesquieu hat das so formuliert: Es ist etwas nicht Recht nur weil es Gesetz ist, es mu├č Gesetz sein weil es Recht ist.


#6

So w├╝nschenswert ein weitergehendes Tierschutzgesetz ist, wenn nicht nachgehalten wird, ob und wie es umgesetzt wird, n├╝tzt das beste Gesetz nichts, auch die Strafen m├╝ssen so bemessen sein, das der Versto├č ÔÇťwehÔÇŁ tut.

Die Verst├Â├če m├╝ssen wirkungsvoll aufgedeckt und bestraft werden.

Sonst zahnloser :tiger:


#7

Klar, aber OHNE entsprechende Gesetze ist es nicht mal ein Tiger, sondern bloss ein Regenwurm. :wink:

Mir geht es darum, dass

  • a) Tiere den Status einer Sache verlieren und den eines Lebewesens erhalten - also das, was sie auch tats├Ąchlich sind
  • b) sich dadurch Strafmasse ├Ąndern: ein an der Autobahn ausgesetzter Hund, ein ohne Bet├Ąubung geschlachtetes Tier, eine aus Spass angez├╝ndete Katze, ein von Portugal nach Polen transportiertes Schwein, ÔÇŽ sind dann keine Bagatelle mehr, welche mit einer kleinen Geldstrafe abgetan werden (m├╝ssen)
  • c) auch im Versicherungswesen Tiere als das behandelt werden, was sie sind. Kommt bspw. der Kater meines Nachbarn durch ein Versehen meines anderen Nachbarn um, ist es aktuell ÔÇťblossÔÇŁ ein Sachschaden zwischen 30,- und 300,- ÔéČ. Das sollte sich ├Ąndern.

Darf ich Dich @Ellen schon mal als Mitinitiatorin anf├╝hren? Und Du, @Goldi50, habe ich Dich auch in diese Richtung richtig interpretiert?

Es w├Ąre gut, wenn wir noch eine*n Juristen*in mit an Bord h├Ątten, welche*r sich ein wenig im aktuellen Gesetz auskennt.


#8

Und es w├Ąre gut , zu definieren , f├╝r welche Tiere das Gesetz gelten soll . Ich spare mir jetzt mal Beispiele , f├╝r die der erh├Âhte Tierschutz m.M.n. nicht gelten sollte . :wink: :smile: Aber ernsthaft ; auch Quallen , Moskito┬┤s und Maulw├╝rfe sind Tiere und verdeutlichen die Notwendigkeit einer klaren Definition der schutzw├╝rdigen Tiere . Wobei ich nicht gesagt haben will , das wir Menschen das Recht haben , die Anderen zu qu├Ąlen oder als Sache zu betrachten .


#9

Bei den Luxemburgern bezieht sich das Gesetz ausschlie├člich auf Wirbeltiere und Kopff├╝├čer.
M├╝sste dies erg├Ąnzt werden?


#10

Also ich denke es ist wichtig, zu sagen, ob alle Tiere oder jede Qualle, Fliege, M├╝cke, usw. ebenfalls.

Was mich stutzig macht, ist die Frage nach wirtschaftlichen Folgen. Im verlinkten Artikel zu Luxemburg steht:

Die Gesetzes├Ąnderungen im ├ťberblick:

- Tiere haben eine W├╝rde
- Tiere d├╝rfen nicht mehr aus rein wirtschaftlichen Gr├╝nden get├Âtet werden
- Sexuelle Handlungen mit Tieren sind verboten
- Tiere d├╝rfen kein Gewinn eines Preisausschreibens sein
- Die Zucht von Tieren nur ihrer Haut oder ihres Pelzes wegen ist untersagt
- Es besteht eine Bet├Ąubungspflicht vor der Schlachtung (Die Jagd und die Fischerei sind hiervon ausgenommen)
- Strengere Strafen f├╝r Vergehen

Der zweite Punkt wirkt etwas erkl├Ąrungsbed├╝rftig, weil man je nach Sichtweise, das Ende jeder Schlachterei darin sehen kann.

Auch frage ich mich generell, ob das unser Umgang mit ÔÇťSch├ĄdlingenÔÇŁ beeitr├Ąchtigt, bzw. unm├Âglich gemacht wird.

Was spricht denn dagegen, die Gesetze wie sie da skizziert sind, zu fordern, statt zu definieren, dass Lebewesen keine Sachen mehr sind. Mal abgesehen davon, dass das wohl nur in der Justiz so gesehen wird.

Versuche gerade Quellen zu finden, die da etwas mehr Licht ins Dunkel bringen, dabei sofort das entdeckt:

https://dejure.org/gesetze/BGB/90a.html

aus


#11

Aktuell das Bienensterben und Insektensterben allgemein bringt mich zum Nachdenken , ob Tiere unbedingt eine W├╝rde oder ein Bewusstsein brauchen , um sch├╝tzenswert zu sein .
Also ich denke , dass eine solche Ini viel weiter gefasst sein sollte , aber gleichzeitig auch noch differenzierter angegangen werden m├╝sste .


#12

Hallo,
ich bin unbedingt f├╝r eine Status├Ąnderung f├╝r Tiere und bin als Mitstreiterin und Unterst├╝tzerin mit dabei.
Gru├č


#13

Aus dem Artikel

Neuerungen im Gesetz sind ÔÇô neben der W├╝rde ÔÇô folgende Verbote: Tiere d├╝rfen nun nicht mehr aus rein wirtschaftlichen Gr├╝nden get├Âtet werden

vielleicht eine ketzerische Frage: aber erkl├Ąrt mir mal, wie dann die T├Âtung eines Tieres, um sein Fleisch zu verkaufen, noch legal ist. ich meine - ich h├Ątte nichts dagegen, wenn wir keine Tiere mehr t├Âten um ihr Fleisch zu essen, aber ich glaube nicht, dass das das ist was ihr beabsichtigt :wink:


#14

Was w├Ąre denn ein rein wirtschaflicher Grund?

Wenn man Tiere t├Âtet, um sie - letztendlich - zu essen, w├Ąre das ja nicht ausschlie├člich der Wirtschaft dienlich, auch wenn nicht die die Tiere t├Âten, die sie dann essen (sagt ein Vegetarier).

Wenn m├Ąnnliche K├╝ken get├Âtet werden, weil sie nicht vermarktet oder genutzt werden k├Ânnen, dann geschieht das wohl aus rein wirtschaftlichen Motiven.


#15

Klasse. Und ich finde auch, dass es wirklich notwnedig ist zu hinterfragen, warum Tier A ein Lebewesen ÔÇťwerden darfÔÇŁ, Tier B nicht. Sehr hilfreich f├╝r diese philosophische Betrachtung ist das Buch ÔÇťWer bin ich und wenn ja wievieleÔÇŁ von Richard David Precht.

Bez├╝glich der ÔÇťrein wirtschaftlichen Gr├╝ndeÔÇŁ:
Vielleicht geht es darum, dass wir wieder Hausschlachtungen wie fr├╝her durchf├╝hren. Da wurden nur die Tiere geschlachtet, die auf diesem Hof aufgewachsen sind. Die Wurst, das Fleisch wurden eher verschenkt als verkauft, im Gegenzug bekam man Gem├╝se oder Obst aus deren Garten. Das w├Ąre nat├╝rlich sch├Ądlich f├╝r die Wirtschaft, aber gut f├╝r unseren Umgang mit Tieren, weil es Massentierhaltung unm├Âglich machen w├╝rde, wenn Fleisch nicht mehr verkauft werdne darf.

W├Ąre das eine Option?

Bez├╝glich ÔÇťBienensterbenÔÇŁ etc:
Um unsere Erde ach f├╝r nachkommende Generationen zu erhalten ist es in meinen Augen unbedingt notwendig, dass alle Lebewesen als Lebewesen betrachtet werden. Dementsprechend k├Ânnten Sachen nur noch Dinge sein, die von Menschen ohne die Hilfe nat├╝rlicher Reproduktionsprozesse erschaffen wurden.

Ja, es ist nat├╝rlich ein Problem, w├╝rden wir zum Beispiel auch Getreidepflanzen als Lebewesen betrachten und d├╝rften wir diese nicht aus rein wirtschaftlichen Gr├╝nden ernten (=t├Âten?), k├Ânnten wir dann noch gen├╝gend Nahrungsmittel auf Tauschbasis f├╝r alle Menschen auf der Erde produzieren? Vermutlich nicht. Vor allem nicht f├╝r Menschen in den sogenannten Megacities.

K├Ânnte es aber nicht auch sein, dass Megacities schrumpfen w├╝rden und die Verst├Ądterung erheblich zur├╝ckgeht wenn nicht sogar umgekehrt w├╝rde, wenn wir Nahrungsmittel nur noch auch Tauschbasis anbauen und ernten d├╝rften?


#16

Tieren "W├╝rde" zu zugestehen oder sie "Lebewesen" statt "Sachen" zu nennen, sind erst mal nur Worte. Im Detail wird es dann ja noch etwas mehr definiert, wobei das "rein wirtschaftlich" schon eine seltsame Bezeichnung ist. Selbst eine Safari macht den J├Ągern wohl Spa├č, ist das dann rein wirtschaftlich?

Also: Was soll real erreicht werden? H├Âhere Strafen f├╝r Tierqu├Ąlerei? Dann sollte man auf die hochtrabenden Worte verzichten, oder auch die W├╝rde der Stubenfliege als Lebewesen anerkennen. Sonst gilt ÔÇťAlle Tiere sind gleich, nur einige sind gleicherÔÇŁ !


#17

Nein, vielleicht nicht das gleiche, aber es ist auch rot.
++nicht als Moderatorin++


#18

Ja Gerald, das hast Du. Ich werde da gerne mitmachen.


#19

Haupts├Ąchlich geht es hier wohl um die W├╝rde des Tieres und darum, der Tierqu├Ąlerei entgegen zu wirken.
Klar, z. B. eine Fliege ist auch ein Tier oder eher ein Insekt. Wenn ich eine Schmei├čfliege erschlage, qu├Ąle ich sie nicht, aber, wenn ich ihr die Beine rausrei├če, dann wohl. Man muss da wohl differenzieren.
Massentierhaltungen und das T├Âten von K├╝ken ist auch gegen die W├╝rde des Tieres.
@Gerald Du kannst mich als Mitinitiatorin eintragen.
++nicht als Moderatorin++


#20

Hallo Gerald,

worauf ich hinaus will: Es gibt schon sehr weitgehende Gesetze europaweit, die auf dem Papier! einen tierschutzgerechten Transport bis zum Zielort sichern sollen, auch au├čerhalb der EU, aber es fehlt die ausreichende Kontrolle.

Siehe hier (nichts f├╝r schwache Nerven)

https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-geheimsache-tiertransporte-100.html

Es sind gruselige Bilder dabei, die es nach geltendem Recht nicht geben d├╝rfte, aber es gibt sie leider immer noch, weil ausreichende Kontrollen fehlen. Da sehe ich die Crux.

Wie gesagt, ich habe nichts gegen mehr Tierschutz, aber wir sollten auf strengere umfassende Kontrollen dr├Ąngen, damit w├Ąre den Tieren vielleicht schon geholfen.

Und @Sabine, das mit den wirtschaftlichen Gr├╝nden w├╝rde ich so deuten, dass es der Ern├Ąhrung dienen muss wenn Tiere get├Âtet werden.