Tempolimit auf der Autobahn?!

Original Veröffentlichtung: https://bewegung.jetzt/2017/12/01/tempolimit-auf-der-autobahn/

In beinahe allen Ländern der Welt gilt es. In Deutschland nicht. Die Rede ist vom Tempolimit auf der Autobahn. Während es in all unseren Nachbarländern längst Normalität ist, sich auch auf den Schnellstraßen an eine Höchstgeschwindigkeit zu halten, heißt es in Deutschland auf der Autobahn immer noch Richtgeschwindigkeit 130 km/h. Alles kann, nichts muss. Das Thema wird in Deutschland so heiß und emotional diskutiert wie kaum ein anderes.

So viele Befürworter/innen das Thema hat, so viele Gegner/innen hat es auch. Rückgang der Verkehrstoten, Abgasreduktion, höherer Fahrkomfort und Innovationsimpuls argumentieren die einen. Einschränkung der Freiheit, leere Straßen, Unfallschwerpunkt Landstraße und Schaden für die Automobilindustrie die anderen.

Auch bei uns auf dem Marktplatz der Ideen ist eine hitzige darüber Diskussion entbrannt: Wollen wir ein Tempolimit überhaupt? Wenn ja, wo soll die Grenze liegen? Oder doch lieber ein flexibles Modell? Um den Ideen aller Diskussionsteilnehmer/innen genügend Raum zu geben, sind wir unsere ersten Schritte im Systemischen Konsensieren, einem Prinzip, das gewohnte Entscheidungsweg über das absolute Mehrheitsprinzip auf den Kopf stellt, gegangen. Befürworter/innen und Gegner/innen haben ihre Argumente ausgetauscht, sachlich miteinander diskutiert und dann ermittelt, bei welcher Lösung der Widerstand am geringsten ist.

Deshalb fordern wir: Tempolimit 130km/h auf allen deutschen Autobahnen!

Initiator Harry Jääskeläinen hat uns einige Fragen zur Initiative beantwortet.

 

Warum ist es Zeit fĂĽr ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen?

Das Thema Auto befindet sich im Umbruch, E-Mobilität wird immer mehr zum Thema. Es gibt viele Argumente, die für ein Tempolimit sprechen. Kein Argument für sich alleine ist zwar schlagend, aber alle zusammen sind zwingend. Gerade beim Thema E-Mobilität kann durch ein Tempolimit ein Anreiz für die Hersteller geschaffen werden, sich auf höhere Reichweite zu konzentrieren und nicht in einen Geschwindigkeitswettstreit zu treten.

In der Diskussion zum Tempolimit ist mir aufgefallen, dass Du von dir selbst gesagt hast, Du fährst gerne schnell. Warum bist Du trotzdem für ein Tempolimit?

Ich fahre sehr gerne schnell, das macht das Autofahren spannender. Aber es ist auch unvernünftig und gefährlich. Viele Verkehrsteilnehmer/innen werden der Verantwortung, die sie haben, wenn sie schnell fahren aber nicht gerecht. Sie sind sich der Verantwortung oft gar nicht bewusst.

Was sagst Du Leuten, die durch ein Tempolimit ihre Freiheitsrechte beschnitten sehen?

Die Autobahn ist keine Rennstrecke. Ein Land ohne Regeln ist ein sehr ungerechtes Land. Menschen, die eingeschränkt fahrtüchtig oder nicht so selbstbewusst sind, trauen sich nicht mehr auf die Autobahn oder sind sehr unsicher. Auch für diese Leute sind die Regeln da. Es macht Sinn, in diesem Zusammenhang Freiheiten einzuschränken.

Warum ist die Diskussion um das Tempolimit Deiner Meinung nach in Deutschland so emotional aufgeladen?

Deutschland ist ein Autoland, die Autobahnen sind unser Aushängeschild. Das Auto ist oft Familienmitglied, wird gehegt und gepflegt. Das will man natürlich auch zeigen und ausfahren.

Wie hast Du im Zusammenhang dieser Initiative das Systemische Konsensieren (SK) empfunden?

Es war wundervoll, obwohl es noch kein echtes SK war, eher eine Umfrage mit Widerstandswerten. Es war toll, wie gemeinsam kontrovers diskutiert wurde und offen die Meinungen ausgetauscht wurden. Durch das Austauschen der Pro- und Kontra-Argumente konnten die Pro-Argumente noch geschärft werden. Alles wurde aufgezeigt, das war extrem produktiv. Es ist gut alle einzuladen, die Optionen mitzugestalten.

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Entschuldigung, vielleicht verstehe ich das jetzt falsch, aber die Initiative war doch bereits im Plenum in der Abstimmung und wurde mit 127 JA- : 33 NEIN- Stimmen angenommen? Weshalb stellst Du jetzt dieses Thema noch einmal zur Diskussion :question:

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Das ist der Beitrag zur Ini der Woche, die im Plenum angenommen wurde. Die Ini der Woche wird im Blog veröffentlicht. Siehe Link.

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https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/umfrage-warning-tempolimit-auf-deutschen-autobahnen-vertical-traffic-light/6303

Schau mal liebe Isa, ich glaube dieser Link hilft dir weiter.

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Du wirst nicht direkt angesprochen. Ich habe den Initiator, Harry, direkt angesprochen, den ich interviewt habe. Der letzte Teil des Beitrags ist ein Interview.

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Eigenerfahrung
Auf der Fahrt zum BPT nach Karlsruhe bin ich Sonntag FrĂĽh hingefahren und Sonntag Abend zurĂĽck gefahren. Auf der Hinfahrt habe ich festgestellt, das ich mit heller werdendem Licht schneller gefahren bin. Auf der Autobahn A5 gipfelte das, sĂĽdlich von Ffm, bei kurzzeitig 180 km/h. Auf der Heimfahrt im Dunkeln war ich dann wieder bei etwa 100 - 120 km/h. (fahre nur so schnell wie du in deinem Lichtkegel bremsen kannst.)
Die 180 km/h bin ich bei einer fast Autoleeren Autobahn gefahren.
Die Eigenerfahrung zeigt mir also, dass ich bei längeren Strecken dazu neige, schneller zu fahren; und bei besserer Sichtweite.

Ja, ich geb’s zu: Ich kann mich da auch nicht zügeln. In Frankreich, etc. fällt mir das überhaupt nicht schwer. Aber hier darf man ja und dann macht man auch und es macht ja Spaß.

Bis zum Tankstopp… Oder zur nächsten Meldung über einen Horror - Crash…

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Bei mir ist es lustigerweise genau andersrum. Wenn nachts die Autobahn frei ist, dann steigt die Tachonadel. Da fĂĽhle ich mich irgendwie sicherer. TagsĂĽber ist das anders, da fahre ich selten schneller als 140km/h und auch nur, wenn ich alleine fahre. Habe ich jemanden im Auto immer 130km/h.

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Wie gut, dass es bei uns noch keine Boni gibt und hier niemandem von der Lobby ein PS - Monster gestellt wird. Daher können wir das völlig frei angehen.

Im Land von Ferrari & Co. gibt es das Tempolimit schon relativ lange…

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Dieser Thread ist eigentlich nicht zur erneuten Diskussion von Tempolimits gedacht, darĂĽber gibt es schon Hunderte von Postings und vor allem:

Das ist wirklich nicht das wichtigste politische Thema fĂĽr eine Partei.

Es ist ja auch abgeschrieben, und ich denke DiB sollte nicht in Teichen anderer fischen, sondern ein eigenes Profil mit politischen Positionen besetzen, die aufmerken lassen und für die Leute interessant sind, die bislang (noch) nicht oder Protest wählen.

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Wenn wir es machen, ist es unser Teich. Und wenn wir zustimmen machen, ist es unsere Position.

Das ist unser politisches Profil und von den etablierten Parteien macht uns das so schnell niemand nach! :dib_spirit:

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Ich lese seit Jahren bei anderen Parteien genau davon. Aber wenn Du denkst, dass sich DiB gerade damit profilieren kann oder ein Thema an sich reißen sollte, das nicht neu ist, möchte ich Dich nicht entmutigen.

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Genau , das sehe ich auch als unser gegenwärtiges Problem an . Selbst ein noch so gutes Programm ist erst etwas wert , wenn wir es oder wenigstens Teile davon auch umsetzen können . Doch dafür braucht DiB aktive und motivierte Mitglieder , aber auch Strukturen bis herunter zu Ortsgruppen und dann braucht´s noch organisiertes Arbeiten . Aber okay , gehört nicht zum Thema ; Entschuldigung .

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siehe: https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/erfolgreiche-initiativen-und-ihre-umsetzung/13025

Da habe ich keinen Zugriff

Damit hat das nichts zu tun. Es geht um eine Positionierung und um die saubere Gestaltung der Punkte aus dem Wahl-O-Mat. Die Mehrheit der Deutschen ist bereits für ein Tempolimit, die Lobbyparteien setzen das aber nicht um. Wer dann DiB wählt, wählt wohl kaum Protest, sondern eher Demokratisch.

Ich denke, dass

dass genau solche Diskussionen nicht die Regel sind. Wer ein Thema bearbeiten möchte, kann dies tun, ohne erst beim Vorstand um Erlaubnis zu bitten. Selbst polarisierende und kritische Themen können zum Programm werden. Daher verstehe ich die Motivation nicht, bei Themen, die nicht per se mit einem Schlag die Welt retten, ins Nörglertum zu verfallen.

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@raba @birgit - vielen Dank für den Hinweis. Ich habe gerade nachgefragt, was dafür der Grund sein könnte, denn es ist ein Beitrag, der wie jeder andere auch eingestellt worden ist: Kategorie „Organisationsstruktur“ Thema „Erfolgreiche Initiativen und ihre Umsetzung“ LG

Liebe @birgit, ja und sorry, dass ich vergessen habe hier Bescheid zu geben! Habe das bei „Organisationsentwicklung“ eingestellt, und das ist - wie ich hörte (und mir nicht bewusst war) - eine abgeschlossene Kategorie.

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Ich auch , wie wahrscheinlich die Meisten , Aber ich mag das eigentlich auch gar nicht mehr großartig diskutieren , auch wenn öffentlich wahrscheinlich eher noch Erklärungsbedarf besteht .
Ich finde , es wird hier jedoch eher Zeit , Argumente für ein Tempolimit auf Landstraßen zu sammeln , denn in der Diskussion , die Autobahn betreffend , hat sich ja bekanntlich herausgestellt , dass es auf Landstraßen vielfach gefährlicher ist , wie die Unfallzahlen beweisen . Lasst uns lieber unsere Energie darauf konzentrieren , dieses wichtigere Thema anzugehen , statt zurückzuschauen auf eine zwar sehr gute und wichtige INI , die längst beschlossen ist .
Seid mir nicht böse , aber angesichts der vielen Probleme in unserem meist schönen Land , ist jetzt nicht die Zeit , sich zu beweihräuchern .

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