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Professionelle aktive Sterbehilfe jetzt - Unser Ende gehört uns!


#53

Es gibt bereits jede Menge kommerzielle Sterbehilfe-Unternehmen. Diese sind in Deutschland verboten, im Ausland aber teilweise zulÀssig und bieten ihre Dienste dann (indirekt) auch hier an.
Leider ist aber auch die Sterbewelt eine gewinnversprechende, so dass sich viele auch irrefĂŒhrend als Sterbe"vereine" bezeichnen.

Ansonsten gebe ich Dir ja vollkommen recht. Absolut befĂŒrworte ich auch Sterbebegleitung, die in der Regel durch Hospize auch professionell, aber eben nicht kommerziell betrieben wird.


#54

Zumindest werden mit dieser ungewollten LebensverlĂ€ngerung die grĂ¶ĂŸeren GeschĂ€fte gemacht. Andererseits hĂ€lt dieses System immer noch eisern an ĂŒberholten Therapien fest und verkĂŒrzt dadurch die Lebenserwartung unzĂ€hliger Menschen teilweise erheblich. Von der eingeschrĂ€nkten Lebenserwartung ganz zu schweigen.

Ich kann mich an einen TV-Beitrag erinnern, in dem es vor ca. 50 Jahren um die Chemotherapie ging. Die erheblichen Nebenwirkungen und der zweifelhafte Nutzen wurden mit den Worten kommentiert: “Ja, aber wir haben noch nichts anderes
” So lange man mit diesem StĂŒckwerk noch Milliarden-UmsĂ€tze machen kann, wird sich daran nichts Ă€ndern. Denn die erfolgreichen bzw. erfolgversprechenden Mittel lassen sich nicht patentieren.

So lange dieses GeschÀft mit Krankheit und Tod boomt, sehe ich keine Veranlassung, jemand wegen professioneller Sterbehilfe zu verurteilen 


@andreas.haselbach:


 obwohl dies eigentlich nicht meiner Überzeugung entspricht.

Kleiner Nachtrag zum Beitrag Nr. 2 - beim letzten Besuch meiner SchwÀgerin mussten wir uns noch vermummen, da sie auch noch eine Infektion dazu bekommen hatte. Die Patientin im Nachbarzimmer ebenfalls.

Wer allerdings andere bewusst mit in den Tod reißt, gehört eingesperrt, falls er ĂŒberlebt - ohne Wenn und Aber! Da endet bei mir das VerstĂ€ndnis 



#55

Lieber Herbert,
man muss (s)eine Erfahrung(en) mit dem Tod gemacht haben, um radikale BegrĂŒndungen nachvollziehen zu können.
Diese hast Du hier veröffentlicht und ich werde sie daher nachdem ich geschrieben habe auch aus diesem Grunde liken.

Ich habe meinen Papa sterben erlebt, es dauerte ein Jahr. Chemo. Zerfall. Auch seine letzte Hoffnung. Und mein letzter Kampf - um ihn.

Nein, niemand sollte sich am Sterben bereichern oder daraus GeschĂ€fte machen dĂŒrfen, das will ich sicher nicht.
Und genauso wenig daran, Leben zu verlĂ€ngern, das keines mehr ist fĂŒr Sterbende.

Aber Leben oder Sterben verdient WĂŒrde! FĂŒr alles was ein Mensch erfahren durfte oder musste. In NĂ€chstenliebe.

Deshalb: Unser Ende gehört uns!

Lasst uns Wege beschreiten, dass jemand professionelle Sterbehilfe frei von finanziellen Interessen wÀhlen kann.
Sogar ein VeterinÀr schlÀfert (Klein-)Tiere ein, meist ohne finanzielle Forderung.


#56

Das Problem ist aber auch der heutige Umgang mit Suizidenten:

  • FĂŒr SuizidgefĂ€hrdete, auch wenn es sich dabei um Traumaopfer schlimmer Gewalttaten handelt (bspw. wenn die Opfer ĂŒberlebt hĂ€tten), ist nach heutiger Handhabung die geschlossene Abteilung vorgesehen, in der sie nach dem Motto “Gefahr fĂŒr sich und andere” zusammen mit potentiellen TĂ€tern (!!) verwahrt werden. Das ist absurd und absolut kontraproduktiv. Kein Wunder, daß manche auf diese Weise erst recht an dieser Welt verzweifeln. Siehe Fall Stephan Dalitz.

  • Daß verzweifelte Menschen wie diese in einen Topf mit Kriminellen gesteckt werden, ist einerseits historisch-religiös bedingt und andererseits

  • der heutigen Art der Berichterstattung zu verdanken. Denn die Medien werden angehalten, ĂŒber die 10.000 Suizide (und die 100.000 Suizidversuche) pro Jahr in Deutschland die Decke des Schweigens zu breiten. BegrĂŒndung: Die Gefahr der Nachahmung. Allerdings ahmt ja nur jemand nach, der ohnehin schon nach einer Lösung sucht. Es ist also keineswegs so, daß Suizid eine Art ansteckende Krankheit wĂ€re. Nur in gesellschaftlich relevanten AusnahmefĂ€llen soll und darf berichtet werden. Diese AusnahmefĂ€lle beziehen sich in der Regel auf Prominente oder auf Suizidenten, die andere mit in den Tod reißen. Siehe oben. Auf diese Weise entsteht jedoch ein einseitiges Bild. Man vermittelt der Allgemeinheit den Eindruck, daß Suizidenten grundsĂ€tzlich kriminell und rĂŒcksichtlos seien. Was Quatsch ist, denn das meiste, das unter Suizidenten diskutiert wird, ist, wie man möglichst schmerzlos und schnell aus dem Leben scheiden kann, OHNE andere dabei zu gefĂ€hrden. Das geht hin bis zu der Überlegung, die Auffundsituation so wenig traumatisierend wie möglich zu gestalten (dbzgl. wĂ€re wiederum ein Medikament hilfreich).

  • Dem Umfeld wird suggeriert, es sei nicht Schuld. I don’t know - ich bin der Meinung, hier wĂ€re auch mal ein neuer Umgang mit dem Thema Schuld angesagt. Denn in vielen FĂ€llen spielt das soziale Umfeld durchaus eine Rolle bei der Entscheidung.

Das alles nur, weil es keinen anderen Ausweg fĂŒr ihn gegeben hat.

Hier muß man differenzieren. Vielen Suizidenten könnte sehr wohl geholfen werden, es sei denn der LebensĂŒberdruß ist einer unheilbaren und qualvollen Krankheit geschuldet.

Das PhÀnomen Suizid wird heute einfach komplett falsch verstanden:

  • Erstens wĂ€re da die grundsĂ€tzliche Kriminalisierung und Psychiatrisierung - wie oben beschrieben.

  • Zweitens wird bei Suizidabsichten weitlĂ€ufig von einer Art Geisteskrankheit ausgegangen, die man psychiatrisch-medikamentös behandeln mĂŒsse (Pharmalobby lĂ€ĂŸt grĂŒĂŸen
). In den meisten FĂ€llen spielen jedoch handfeste sachliche Probleme eine Rolle, die die Gesellschaft mit Leichtigkeit ausrĂ€umen könnte. Beispielsweise mit einem Grundeinkommen. Oder mit einer funktionierenden, lĂŒckenlosen und unbĂŒrokratischen Existenzabsicherung bei Krankheit und Unfall. Siehe Forum fĂŒr Unfallopfer, siehe Terroranschlag Berlin. Oder mit einem funktionierenden Rechtssystem - siehe Recht & Gerechtigkeit - und einer Gesetzesgrundlage zur Ahndung von Mobbing & Psychischer Gewalt. Oder mit neuen Arbeitsmodellen und Gemeinschaftskonzepten, um Überlastung und Einsamkeit entgegenzuwirken.

Das sind meines Erachtens die Hauptpunkte, die fĂŒr eine Reduzierung der Suizidraten vonnöten wĂ€ren. Oder um es menschlich zu formulieren: 
 um verzweifelten Menschen zu helfen, damit ihnen als letzter Ausweg nicht nur der Suizid bleibt.


#57

Es ist m.M. nach unhaltbar, das sterbewilligen Menschen in diesem Land die professionelle Hilfe verwehrt wird.

Es sollte möglich sein, dass es geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig (nicht gewerbemĂ€ĂŸig) erlaubt ist Sterbewilligen zu helfen. Nach einer eingehenden Beratung ĂŒber mögliche Behandlungen (um sicherzustellen, das alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind), mĂŒĂŸte der Weg fĂŒr einen assistierten Suizid geöffnet werden.


#58

Hallo Miri,

vielen Dank fĂŒr Deine klaren Worte!
Gehe ich nur von mir persönlich aus, so vibrieren alle freiheitsliebenden Fasern meines (irgendwann) hinfĂ€lligen Körpers bei der Vorstellung, eben NICHT aus freien StĂŒcken (Freitod) aus meinem Leben scheiden zu können und zu dĂŒrfen!
Un/ertrĂ€glich 
 so muss ich es ausdrĂŒcken.

zumindest professionelle Hilfe eben nicht vorenthalten wird.

Auch wenn die Sachlage (ein Mensch ist sterbewillig, er begehrt seinen Tod) homolog, also aus seiner Entwicklung heraus verwandt und/oder gleich ist, so sind die Begriffe Selbstmord, Selbsttötung, Freitod in verschiedenen Kulturen verschieden konnotiert.

Altruistische, egoistische und anomische Selbsttötung etwa werden schon seit Émile Durkheim (franz. Ethnologe u. Soziologe) phĂ€nomenologisch und kulturell unterschieden.


#59

Ich denke, mit einer derartigen Regelung können alle zurecht kommen. Wer dennoch andererMeinung ist, dem steht es frei, diese zu Ă€ußern und seinen mahnenden Zeigefinger zu erheben.

Es wĂ€re (wie bereits angefĂŒhrt) schon viel gewonnen, wenn es nicht das Problem der ungewollten LebensverlĂ€ngerung gĂ€be, aber:

“Keine Medizin wird so gut vergĂŒtet, wie die Medizin am Lebensende.”
Matthias Thöns, Palliativmediziner

In der gestrigen Sendung “Im GesprĂ€ch” wurde ausfĂŒhrlich darĂŒber diskutiert. Zum Nachhören:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/patientenwille-am-lebensende-wie-sollte-man-vorsorgen.970.de.html?dram:article_id=399819

@barnie:

Solche Beispiele wie der Fall Stefan Dalitz erinnern an dunkle Epochen vergangener Zeiten. Man fragt sich manchmal, wo solche Unholde herkamen, wie sie Bruno Apitz in seinem Buch “Nackt unter Wölfen” beschrieb. Es hat sie schon immer gegeben. Manchmal konnten sie aber ihre Neigungen richtig entfalten. Ich will zwar den Mitarbeitern dieser KlapsmĂŒhle nicht generell derartige sadistischen Veranlagungen unterstellen, aber so ganz astrein können die nicht sein.

Daher volle Zustimmung!


#60

Da ja immer mehr hier auf dem Marktplatz auch Petitionen verlinken, tu ich das fĂŒr die professionelle aktive Sterbehilfe jetzt auch mal:

https://www.change.org/p/an-das-österreichische-parlament-und-den-deutschen-bundestag-den-rechtsanspruch-auf-professionelle-sterbehilfe-gesetzlich-verankern

Wir freuen uns auf Eure Stimme!


Und in der Schweiz geht’s jetzt richtig zu Sache - im Sinne des Menschen!

https://www.watson.ch/!257776219


Mehr von diesen Ärzten bitte!




#64

Die reißerische Headline ist ja dem Thema gegenĂŒber leider wieder einmal total unangemessen
 Man muß sich die Verzweiflung des Mannes einmal vorstellen, wenn er sich das sogar auf die Brust tĂ€ttowieren lĂ€ĂŸt
 Meine Oma wollte auch nicht mehr ins Krankenhaus, sondern in Ruhe ihre letzten Tage zu Hause verbringen
 Und das war gut so
 Nicht einmal in Ruhe sterben darf man mehr



#65





#69

Hinweis auf eine Petition zum Thema, die noch 20 Tage lÀuft:

"Es ist nicht strafbar bzw. wird meistens nicht geahndet:

  1. wenn der oder die zu Pflegende vernachlÀssigt wird und so oftmals weitere FolgeschÀden erleidet.

  2. VersÀumnisse und sonstige Fehler bei der medizinischen Behandlung.

  3. wenn medizinische Forschung hauptsÀchlich den Profitinteressen der Pharma- und Klinikkonzerne dient und echter Fortschritt sabotiert wird."

Randberliner alias Herbert

Petition 75999 - Gesundheitswesen - Selbstbestimmtes Lebensende bei unheilbarer Krankheit vom 08.01.2018

NatĂŒrlich soll auch weiterhin jeder die Freiheit haben, keine Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Und zum gern angefĂŒhrten Argument möglichen Missbrauchs: dieses Risiko lĂ€sst sich zwar nicht völlig ausschalten, aber minimieren.

In weitaus grĂ¶ĂŸerem Umfang wird jedoch die Medizin missbraucht, damit sich die Akteure die Taschen fĂŒllen können. Das GeschĂ€ft mit der Krankheit. An Gesunden und an Toten kann man kaum noch etwas verdienen.


#70

@Herbert Die Petition geht mir nicht weit genug und wirft viele neue Fragen auf.

Hier noch was brandaktuelles:


#71

Er hĂ€tte ihr was Besseres geben können. Dass sie da so viele Tabletten nehmen musste und das Sterben so lange dauerte, hĂ€tte nicht sein mĂŒssen, wenn das Wissen darum nicht ein solches Tabu wĂ€re. Bei professioneller Sterbehilfe geht es ja offensichtlich einfacher.


#73

@Walino Danke fĂŒr den Link! Habs mir gerade angesehen!


#74

Es ist und bleibt eine Gradwanderung, wie man das Leben eines Menschen beendet, bzw. zu Ende gehen lÀsst.

Meine Erfahrung ist, dass sich in den letzten 30 Jahren schon sehr viel getan hat, vor 30 Jahren wĂ€re die Intensivtherapie weiter gefĂŒhrt worden, ohne RĂŒcksicht auf den Patientenwillen!

Aber es bleibt doch noch ein Bereich der Ungewissheit. Was ist, wenn es lÀnger dauert als gedacht?

Wenn der Patient doch leidet?


#75

Ich zitiere da gern mal:

To keep someone alive against their wishes is the ultimate indignity. Steven Hawking


#76

Wie zitierte ein Bekannter von mir einmal seinen Chef so schön? “Bei mir stirbt kein Patient - ganz egal, was in seiner PatientenverfĂŒgung steht.”


#77

Siehst Du und damit hast Du ein generelles Problem. Der Bereich Sterben fĂ€llt nĂ€mlich unter Menschenrechte. Und die darf dieser fragwĂŒrdige Chef nicht umgehen. Der Mann gehört vor Gericht, wenn er so handelt!



Kuckt mal, da tickt noch jemand wie wir:

https://parteiderhumanisten.de/wp2/2017/08/25/selbstbestimmung-am-lebensende-sterbehilfe/



#80

Und die Partei “Neue Liberale - Die Sozialliberalen”:
https://www.neueliberale.org/parteiprogramm/inneres/aktive-sterbehilfe-in-deutschland-zulassen/


#81