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Professionelle aktive Sterbehilfe jetzt - Unser Ende gehört uns!


#28

@cfo tut mir leid, aber der Punkt ist wichtig. Gerade weil es hier um unschuldige Dritte geht, deren Leben durch einen Suizidversuch ruiniert wird. Das wiegt meines Erachtens so schwer, dass wir ruhig ein bissle provokativ sein darf.


#29

Kein Problem, wie ich gesehen habe, hast du ja zwei Mitinitiatorinnen gefunden, das ist gut.


#30

Bitte zeigt Eure UnterstĂŒtzung auf der Abstimmungsplattform:

Wir danken Euch!


#33

Wir sind in der finalen Abstimmung! Bitte votet fĂŒr unsere Initiative jetzt auf

Herzlichen Dank!


#34

Hallo zusammen,

gerade wollte ich einen Beitrag zu diesem Thema eröffnen, da wurde ich darauf hingeiesen, dass mein Thema diesem hier Ă€hnelt – an dieser Stelle ein Lob an die IT. :wink:

Nun zum Inhalt:
Sicherlich handelt es sich um ein sensibles und sehr persönliches Thema mit dem jede(r) unterschiedlichste Ansichten, Erfahrungen und Geschichten verbindet. Viele Argumente, die gegen ein selbstbestimmtes Sterben vorgebracht werden können, belegbar und plausibel, als unbegrĂŒndet herausgestellt werden. Es gibt in einigen LĂ€ndern Regelungen zur Suizidhilfe, die zeigen, dass bspw. Ängste wie “Der Druck auf schwerstkranke Personen wird erhöht, weil sie der Gesellschaft/der Familie nicht weiter zur Last fallen wollen.” weitestgehend unbegrĂŒndet sind.

Als Quelle und ausdrĂŒckliche Leseempfehlung möchte ich hier das folgende Buch empfehlen:

Mein Ende gehört mir – Uwe-Christian Arnold

Außerdem noch eine Anmerkung: Der Begriff “aktive Sterbehilfe” ist zwar gelĂ€ufig, leider jedoch etwas ungĂŒnstig gewĂ€hlt, da er einen recht großen Interpretationsspielraum (mit negativer Tendenz) bietet. Hier kann man das noch einmal ausfĂŒhrlich nachlesen.
Daher halte ich einen anderen Titel fĂŒr die Initiative fĂŒr wĂŒnschenswert!

Beste GrĂŒĂŸe
Kia

Und noch ein kleiner Nachtrag: Hier ein Artikel ĂŒber den Tabubruch zum Thema 13 GrĂŒnde, warum wir ĂŒber Suizid reden mĂŒssen


#35

Vielen Dank @kia fĂŒr diesen emphatischen Beitrag. Ich hatte ab und an BerĂŒhrungspunkte mit dem Thema und begrĂŒĂŸe den offenen Umgang damit, als auch mit dem Suizid.


#38

#39

Auch hier noch mal kurz zur Erinnerung: Heute Abend Themenabend in der ARD zum Thema “Selbstbestimmtes Sterben”. NĂ€heres hier:


#40

Den Film kenne ich und möchte ihn wÀrmstens empfehlen.


#41

Ich fasse hier noch mal die Situation in Deutschland zusammen. Quelle ist die oben genannte Seite der ARD:

Die Rechtslage in Deutschland
Sterbebegleitung, Sterbehilfe, Beihilfe zur Selbsttötung

In Deutschland ist geschĂ€ftsmĂ€ĂŸige Sterbehilfe verboten. Am 3. Dezember 2015 wurde ein Gesetz erlassen, welches die geschĂ€ftsmĂ€ĂŸige Förderung der Selbsttötung unter Strafe stellt.
Angehörige oder andere, dem Suizidwilligen nahestehende Personen, die Hilfe zum erwĂŒnschten Suizid leisten, bleiben jedoch straffrei, ebenso wie Einzelfallentscheidungen von Ärzten, die Hilfe zum Suizid leisten. Jedoch bleibt umstritten bzw. nicht eindeutig definiert, ab wann genau Ärzte “geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig handeln”.

GeschĂ€ftsmĂ€ĂŸige Sterbehilfe ist verboten

Die geschĂ€ftsmĂ€ĂŸige Hilfe bei der Selbsttötung steht in Deutschland unter Strafe. “GeschĂ€ftsmĂ€ĂŸig” meint das auf Wiederholung angelegte, organisierte und gewinnorientierte Handeln von Vereinen und Einzelpersonen. Wer dennoch Hilfe zur Selbsttötung als Dienstleistung anbietet, dem drohen bis zu drei Jahre GefĂ€ngnis.

Aus dem Strafgesetzbuch:

§ 216 Tötung auf Verlangen
(1) Ist jemand durch das ausdrĂŒckliche und ernstliche Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden, so ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fĂŒnf Jahren zu erkennen.
(2) Der Versuch ist strafbar.

§ 217 GeschĂ€ftsmĂ€ĂŸige Förderung der Selbsttötung
(1) Wer in der Absicht, die Selbsttötung eines anderen zu fördern, diesem hierzu geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig die Gelegenheit gewĂ€hrt, verschafft oder vermittelt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Als Teilnehmer bleibt straffrei, wer selbst nicht geschĂ€ftsmĂ€ĂŸig handelt und entweder Angehöriger des in Absatz 1 genannten anderen ist oder diesem nahesteht.

PlayParagraph 217 Themenabend “Selbstbestimmtes Sterben”: Gesetzeslage
Recht auf Mittel zur Selbsttötung

Die Hand einer alten Dame
Im MĂ€rz 2017 entschied das Bundesverwaltungsgericht: Schwerkranke haben in “extremen Ausnahmesituationen” ein Recht auf Mittel zur Selbsttötung.
Schwerkranke Menschen hĂ€tten gemĂ€ĂŸ Grundgesetz das Recht zu entscheiden, wie und wann sie aus dem Leben scheiden wollen. Voraussetzung sei, dass der Patient “seinen Willen frei bilden und entsprechend handeln kann” und es keine palliativmedizinischen Alternativen gebe. Dann dĂŒrfe Patienten der Zugang zu einem BetĂ€ubungsmittel, das eine wĂŒrdige und schmerzlose Selbsttötung erlaubt, nicht verwehrt werden. FĂŒr die Freigabe der tödlichen Medikamente – zum Beispiel Natrium-Pentobarbital – verlangte das Gericht jedoch eine “besonders sorgfĂ€ltige ÜberprĂŒfung”.

PatientenverfĂŒgung – warum?

Ein Stift liegt auf dem ausgefĂŒllten Vordruck einer PatientenverfĂŒgung
In einer PatientenverfĂŒgung kann jeder festlegen, welche Behandlung er im Falle einer schwerwiegenden Erkrankung wĂŒnscht, das kann beispielweise ein Behandlungsabbruch sein oder das Nicht-Einleiten einer noch möglichen, aber nicht gewollten Behandlung. Eine solche passive Sterbehilfe ist legal, selbst wenn damit aktives Tun (z. B. durch Abschalten von Maschinen) verbunden ist, sofern sie dem Willen des Patienten entspricht.
Eine eindeutige, möglichst detaillierte PatientenverfĂŒgung erleichtert es also den Angehörigen, den Willen des Patienten umzusetzen, wenn er es selbst nicht mehr kann, und schĂŒtzt sie im Zweifelsfall auch.

Formen der Sterbehilfe

Aktive Sterbehilfe
Das gezielte HerbeifĂŒhrung des Todes durch Handeln auf Grund eines tatsĂ€chlichen (Tötung auf Verlangen) oder mutmaßlichen Wunsches einer Person.
In Deutschland verboten.

Passive Stebehilfe
“Sterbenlassen”: Das Zulassen eines Sterbeprozesses durch Verzicht oder Abbrechen lebensverlĂ€ngernder Maßnahmen. Dazu gehört zum Beispiel das Abschalten von lebenserhaltenden BeatmungsgerĂ€ten und das Unterlassen von kĂŒnstlicher ErnĂ€hrung oder von Reanimationsversuchen.
In Deutschland legal, sofern eine WillensĂ€ußerung des Betroffenen oder gĂŒltige PatientenverfĂŒgung vorliegt.

Indirekte Sterbehilfe
Das Verabreichen von schmerzlindernden Medikamente, wobei als unvermeidbare Folge eine lebensverkĂŒrzende Wirkung des Mittels in Kauf genommen wird.
In Deutschland legal, sofern das EinverstÀndnis des unheilbar Kranken vorliegt.

Beihilfe zur Sebsttötung
Suizid mit Hilfe einer Person, die ein Mittel (meist ein Medikament) zur Selbsttötung bereitstellt.
In Deutschland nicht strafbar, wenn der Betroffene das Mittel selbst und aus freiem Entschluss einnimmt und wenn sich die Beihilfe auf einen Einzelfall beschrÀnkt.
(In der Schweiz ist Hilfe zur Selbsttötung nicht strafbar, sofern kein egoistisches Motiv vorliegt. Hier sind also auch Vereine wie Dinitas oder Exit zulĂ€ssig, die ihren Mitgliedern aufgrund klarer Richtlinien Hilfestellung und Ärzte vermitteln, um bei der Selbsttötung zu assistieren.)


edit

Derzeit sind vor dem Bundesverfassungsgericht 13 Verfassungsbeschwerden anhĂ€ngig, in denen Betroffene Ihr Recht zu Sterben einklagen. BegrĂŒndung hierbei ist die Tatsache, dass das umstrittene Sterbegesetz, das 2015 vom Bundestag verabschiedet worden ist, gegen die Grundrechte verstösst. die im Grundgesetz festgelegt sind.

Hier sieht man schon, dass das alles nicht so einfach ist. Auch wird nicht jede PatientenverfĂŒgung einfach so anerkannt. Das Thema Sterbehilfe bleibt eine Baustelle



#43


 und ich pflichte Dir @trkeisers bei, dass dies eine politische Baustelle ist.
Im Sinne aller Betroffenen sollten wir uns dieser Problematik annehmen.
By the way: Wie ein Minister Gröhe mit dem Thema verbÀndelt ist, ist mir inzwischen ein Dorn im Auge.


#44

Ich finde Deinen Gedanken interessant und muss darĂŒber erst mal nachdenken :thought_balloon:. Bitte lösche Deinen Beitrag daher nicht, da er fĂŒr andere ggf. auch eine Anregung zum Denken ist.


#45

Auch deshalb brauchen wir professionelle aktive Sterbehilfe:


#46

Na ja, dann mĂŒssen wir Messer und Gabeln verbieten; am besten alles Besteck. Wir können ja nicht Grundlagen unseres Zusammenlebens durch einige geistig Verirrten ins Wanken bringen lassen.

Das ist ein eigenartiges Argument, unabhÀngig davon wie man zum eigentlichen Thema steht.


#47

Hier noch ein zweiter Bericht, in dem auf die GrĂŒnde fĂŒr das Urteil nĂ€her eingegangen wird:

Wenn der gute Mann einen anderen Weg in den Tod, zB ĂŒber vom Arzt verschriebene Medikamente, gehabt hĂ€tte, wĂ€re das Drama sicher nicht passiert. Jetzt findet sich der TĂ€ter im GefĂ€ngnis wieder und hat sein Ziel augenscheinlich total verfehlt. Nebenbei hat es noch weiteres Menschenleben gekostet. Das alles nur, weil es keinen anderen Ausweg fĂŒr ihn gegeben hat. Damit ist niemandem geholfen!


#48

Noch eine Antwort zu dieser Art der Argumentation:

Na ja, dann mĂŒssen wir Messer und Gabeln verbieten; am besten alles Besteck. Wir können ja nicht Grundlagen unseres Zusammenlebens durch einige geistig Verirrten ins Wanken bringen lassen.

Das ist ein eigenartiges Argument, unabhÀngig davon wie man zum eigentlichen Thema steht.


#49

Unsere neue Regierung und die Sterbehilfe. Hier ein aktueller Artikel zum Thema:


#50

Du hast meine volle UnterstĂŒtzung. Dein Beitrag bringt es auf den Punkt und es gibt von meiner Seite nichts zu ergĂ€nzen.


#51

Immer noch:

  • Keine kommerzielle Sterbehilfe.
  • Keine BegrĂŒndung mit solchen Argumenten:

https://www.express.de/news/panorama/wegen-mordes--unfall-mit-zwei-toten--zwoelf-jahre-haft-fuer-falschfahrer-von-der-a4-28606826


#52

Wie willst du Sterbehilfe kommerziell Ausschlachten?

Im Endeffekt reicht eine Tablette um friedlich fĂŒr immer einzuschlafen daran kann man kein Geld verdienen. Viel mehr Geld verdient man damit wenn man dich zwingt am Leben zu bleiben.

Jeder Mensch sollte das Recht haben den Zeitpunkt seines Todes selbst zu wĂ€hlen. Der Grund fĂŒr die Entscheidung ist dabei nebensĂ€chlich.