Polyamorie als Gegenmodell zur Monoamorie

Inhaltsverzeichnis

Erzwungene Monogamie abschaffen -allgemein-
Polyamorie als Gegenmodell zur Monoamorie
Was ist mit erzwungener Monogamie gemeint?
Erzwungene Monogamie abschaffen -Rechte und Pflichten in einer Poly-Ehe-
Erzwungene Monogamie abschaffen -Elternschaft-
Erzwungene Monogamie abschaffen -Erbschaftsrecht-

Zuerst eine kleine Begriffserklärung:
Die weit verbreiteten Begriffe Monogamie und Polygamie werden häufig leider falsch verwendet. „Gamos“ bedeutet übersetzt „Ehe“, somit kann man nur verheiratete Paare als monogam bezeichnen und polygam-lebende Menschen sind in unserer Gesetzgebung (aktuell noch) nicht vorgesehen.
Menschen, die feste Beziehungen zu mehreren Partnern pflegen heißen richtig: polyamor
Wie mein damaliger Partner und ich unsere Polyamorie gelebt haben, haben wir der Stuttgarter Zeitung gegenüber erklärt und dabei ist dieser Artikel entstanden:

20170516_STZ_D_STZ_024.pdf (2,8 MB)

Achtung! Neuer Artikel! Der alte war gekürzt. Hab ich leider erst jetzt bemerkt :rage:.

In der Polyamorie gibt es keine gesellschaftlich festgelegten Normen, weshalb wir in diesem Artikel auch nur erzählen wie wir die Polyamorie gelebt haben. Es handelt sich also nur um ein Beispiel und keine feste „Gebrauchsanweisung“.
Ja, wir sind mittlerweile leider getrennt, woraus man lernen kann, dass Polyamorie auch kein Garant für ewiges Beziehungsglück ist, auch wenn einige Neueinsteiger das zu hoffen scheinen.

Lest euch doch einfach zuerst den Artikel durch und ich beantworte hier gerne Fragen, die dann noch übrig bleiben.

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Für die meisten monoamor sozialisierten und in „serieller Monogamie“ lebenden Menschen dürfte das Thema befremdlich sein. Ich finde es toll, dass du es hier aufs Tapet bringst.
Ich glaube, die Gesellschaft braucht noch so zwei- bis fünfhundert Jahre… (wie für so manch andere Dinge auch).
:smirk:

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Ich würde doch bitten dass wir erst einmal ein Stimmungsbild einholen ob dieses Thema hier bei DIB überhaupt Gründen kann.

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Wieso das? :thinking:

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Das Stimmungsbild entsteht ganz einfach durch die Diskussionsbeiträge. Außerdem ist mir nicht bewusst, dass wir uns fremde Themen erstmal mittels Stimmungsbild - vermutlich meinst du per Abstimmung - bewilligen lassen müssen.

@Lilien Ich finde dieses Thema ziemlich spannend und fremd. Ich vermute mal, dass es nicht wirklich mein Ding ist, aber andererseits kann ich mir auch vorstellen, wie es ist polyamor zu leben, in einer Gesellschaft, in der wir immer noch künstlich-ethisch-christlich an der Monogamie und der impliziten seriellen Monoamorie festhalten wollen/müssen. Obwohl auch bei den seriell Monoamoren immer wieder Phasen von Polyamorie enthalten sein können. Denn ich denke viele Menschen leben in einer festen Beziehung und „springen zur Seite“ oder flirten intensiv mit einem anderen Menschen ohne deswegen den Partner wirklich verlassen zu wollen oder zu denken, dass ein „Wechsel“ die bessere Option wäre.

Aber wir sind monoamor aufgezogen worden, vermutlich vornehmlich von Institutionen, deren Hirten von Monoamorie auch nicht viel hielten. Und wir halten moralisch an diesem Konstrukt fest bis zum großen Knall.

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Genau ; letztlich ist die Monoamorie nur eine Sonderform der Polyamorie - wie die Ordnung eine Sonderform des Chaos .

Mich stört so ein Wenig der Titel dieses Threads „… als Gegenmodell zu …“. Wieso „gegen“? Soll damit irgendetwas impliziert werden?

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https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/hitparade-musik-verbindet-menschen-xv/28628/16?u=thomas

Aus meiner Sicht sind beide Arten zu sein/Leben zu wollen völlig gleichwertig.

„Gegen“ heißt für mich hier eigentlich nur „entweder machst du es so oder anders“, aber ich verstehe was du meinst. Wie würdest du es denn umformulieren?

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Polyamorie als ein weiteres Beziehungsmodell

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Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: Erzwungene Monogamie abschaffen -Elternschaft-

Hmmm… Ich habs halt an die anderen Überschriften angeglichen und da geht es ja um Monogamie… :thinking:

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Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: Erzwungene Monogamie abschaffen -Elternschaft-

Hey, mir ist gerade erst aufgefallen, dass der Link zu einem gekürzten Artikel führt. Ich hab den 4 mal so langen Artikel jetzt oben eingepflegt (den Link ersetzt).
Super ärgerlich, ich hoffe, dass ich euch mit diesem Post noch darauf aufmerksam machen kann.

ein weiteres Beziehungsmodell klingt für mich stimmig… …

vielleicht sind etwas über neunzig Prozent der Menschen heterosexuell … und möglicherweise etwa zehn Prozent lesbisch und schwul, ein weiterer Prozentsatz bisexuell… …
somit sind Lesbischsein, Schwulsein und Bisexuellsein weitere natürliche Formen sexueller Orientierung.

Genauso ist es hier, die Mehrzahl der Menschen ist wahrscheinlich auf einen Liebespartner orientiert … und ein Teil, ich würde vermuten ähnlich wie bei schwul und lesbisch, innerlich polyamor orientiert.

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das führt aber steuerrechtlich zu unübersehbaren/unbeherrschbaren Nicht-Ehegatten-Sptlitting…
verwildert wucherne Verhältnisse! :- )
+++nicht als Hippie+++

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Es gibt ja auch mehrere, oder jedenfalls zwei Themen,
bei diesem Thema.

Das eine ist, dass Menschen in ihrem Unterschiedlichsein, Anderssein, Vielfältigsein respektiert gehören.

Die Mehrheit der Menschen ist heterosexuell - und ein Teil ist lesbisch und schwul — und noch ein, sicher nicht so großer Anteil, doch das ist hierbei unwesentlich, bisexuell.
Die Mehrheit der Menschen sind männlich/Männer und weiblich/Frauen — und es gibt einen Anteil Menschen, die in keine dieser beiden Kategorien gehören.
Die Mehrheit der Menschen ist monogam, bzw. so veranlagt, sich einen Intimpartner, Liebespartner zu wünschen - von denen die einen, wenn sie Single sind, eher 'enthaltsam` leben, die anderen nicht — und ein Anteil der Menschen ist polyamor veranlagt.

Das gehört so gesehen, akzeptiert und respektiert —
und nicht, wie es in der Menschheitsgeschichte überwiegend der Fall war, und in vielen Teilen der Welt heute immer noch - geleugnet, unterdrückt, diskriminiert, bestraft, als ‚unnormal‘, ‚unnatürlich‘, oder als ‚sündig‘ abgestempelt.
So ist das eine Thema einfach eine Welt :weltoffenheit: anzustreben, auch sich dafür zu engagieren — in der Menschen ihr Sosein leben können, und nicht in eine Form 'des einzig Normalen` gepresst werden.

Das andere Thema, das rojko anspricht, ist wie Zusammenleben in einer Gesellschaft organisiert werden kann, da wo es sinnvoll und/oder notwendig ist, insbesondere auch wenn Kinder beteiligt sind.

Das ist natürlich nicht immer nicht unbedingt einfach…
und braucht oft ein Nachdenken, dass allen Beteiligten dann gerecht wird.

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Wir haben durch Flüchtlinge das Problem der rechtlichen Bewertung von Vielehen schon heute. Da sind Familien angekommen, in denen sich eine Zweit-Frau als „Schwester“ verkauft, weil sie um das Unverständnis unserer Gesellschaft für ihr ganz legal eingegangenes Lebensmodell wissen. Und ich habe lernen müssen, dass diese Menschen keineswegs unglücklicher in diesen Vielehen sind. Sie ermöglichen den Frauen einen flexiblere Wahl zwischen der in die Familie gerichteten Mutter- und Haus-x-rolle und einer nach außen gerichteten Rolle, die etwas von den Zwängen befreit ist, den Laden am laufen halten und zurückstecken zu müssen.
Natürlich würde ich mir wünschen, dass wir Männer und Sonstige auch die Freiheit der flexiblen Wahl unserer Rolle bekommen, was in der Vielehe aus islamischem Kulturkreis nicht gegeben ist. Aber jedenfalls müssen wir uns auf die Dauer mit dem Status und der Absicherung der Vielehe auch in unserem Rechts- und Sozialsystem befassen, denn sie ist hier angekommen und man kann diesen Lebensmodellen m.E. nicht im Nachhinein die Legalität entziehen! Welche Rente steht diesen Menschen zu? Was bedeutet das für das Erbrecht? Was, wenn einen Beziehung nach Jahren mit Karacho scheitert oder formlos einschläft?
Die Flüchtlinge stehen so unter Beschuss, die werden das Thema nicht selbst aufbringen sondern sich irgendwie arrangieren. Aber für uns könnte diese Wirklichkeit in unserem Lande einen Impuls geben.

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