Neuausrichtung des Bildungssystems anhand von Inklusion

Original Veröffentlichung: Neuausrichtung des Bildungssystems anhand von Inklusion | DEMOKRATIE IN BEWEGUNG - DiB

Neuausrichtung des Bildungssystems

  • “Kinder sind ein Schatz der durch gute Bildung wĂ€chst”
  • „Bildung ist der SchlĂŒssel zum Arbeitsmarkt“
  • „Bildung ist Teilhabe“
  • „Jeder Mensch will nötig sein“

Unser Zukunftsthema Nummer 1: Wir verĂ€ndern Bildung grundlegend denn alle Kinder haben eine Begabung. Das entdecken und fördern dieser Talente wird zu einer pĂ€dagogischen Kernaufgabe. Demokratie in Bewegung (DiB) setzt sich fĂŒr mehr und bessere Bildung ein, fĂŒr bundesweite Schulstandards und eine deutlich höhere QualitĂ€t bei der pĂ€dagogischen Ausbildung der Lehrer*innen. Wir wollen in allen Schulen deutlich mehr Lehrer*innen und Betreuer*innen einsetzen um inklusive Beschulung zu verwirklichen.

Unser 10 Punkte Plan

  1. DiB wird mehr direkte Investitionen in Bildung durch Abschaffung von FreibetrĂ€gen und Auszahlungen bei gleichzeitiger Verbesserung von PersonalschlĂŒsseln und QualitĂ€t der Bildungskonzepte (von der Nachmittagsbetreuung zum echten Konzept) tĂ€tigen.
  2. Freie KindergÀrten, Schulen und Hochschulen, werden im Rahmen der pÀdagogischen und angrenzenden Forschung selbstÀndig Konzepte unter der PrÀmisse der sach- und fachgerechten Bewertung wÀhlen können.
  3. SchĂŒler*innen zentrierte Bildung mit Augenmerk auf die Förderung der individuellen StĂ€rken wird erfolgen. Eingliedriges System mit stetigen Stufen je Fach, wobei FĂ€cher nicht mehr im klassischen Sinne (Physik, Geschichte, Englisch) sondern nach Lernfeldern kategorisiert sind. Der Erwerb der zu vermittelnden Kompetenzen und Fertigkeiten soll durch ÜberprĂŒfung bestĂ€tigt werden. Inhaltlicher Bestandteil sind vielfĂ€ltige Alltagskompetenzen, die Fertigkeit zur gewaltfreien Kommunikation, zur friedlichen Konfliktlösung und auch Techniken zur psychischen Entwicklung bzw. Mentalen StĂ€rkung gemeint.
  4. Die Inklusion wird in allen Schulen durchgĂ€ngig gestaltet. Das dafĂŒr nötige Personal wird bedarfsgerecht zusĂ€tzlich eingestellt.
  5. Die Kosten fĂŒr lebenslanges Lernen werden solidarisiert.
  6. Lehrer*innen werden zukĂŒnftig als SchlĂŒssel zur QualitĂ€tssicherung der Bildung begriffen und eine stetige, agile Verbesserung der Ausbildung von Lehrer*innen als PĂ€dagog*innen nach Goldstandard organisiert.
  7. Die Direktor*innen sind in dieser Struktur Experten mit Gestaltungsspielraum – demokratisch legitimiert und einheitlich geschult sowie zertifiziert, um auch QualitĂ€t in der Organisation zu standardisieren.
  8. Die freie Schulwahl ohne Schulgeld an allen staatlichen Schulen wird erreicht und die Förderung schulgeldfreier SchulplÀtze durch den Staat an nicht-staatlichen Schulen verstÀrkt.
  9. Eine Feedbackkultur an Schulen und deren QualitÀtseinstufung wird öffentlich, transparent sowie sach- und fachgerecht aus der Sicht aller beteiligten Gruppen kommuniziert werden.
  10. FĂŒr faire Weiterbildungs- und Umstiegsmöglichkeiten wird gesorgt, die duale Ausbildung ausgebaut sowie Umschulungen und Weiterbildungen im Regelfall unentgeltlich gemacht, um den VerĂ€nderungen des Arbeitsmarkts nachhaltig gerecht zu werden.

Weitere Maßnahmen

  • Bei bestehender Nachhilfe fĂŒr SchĂŒler*innen, die in ein anderes Bundesland wechseln, erhalten Betroffene nach Bedarf finanzielle UnterstĂŒtzung und abgestimmte Konzepte zur Erreichung von Barrierefreiheit.
  • Es wird zusĂ€tzliches Personal (zur Förderung von Migration und Integration) eingestellt.
  • Schule wird in einem Rahmen stattfinden, der sich an den BedĂŒrfnissen der Lernenden orientiert.

So erreichen wir das

Erhöhung der Bildungsausgaben

  • Deutschland wird Vorreiter in der Welt in Sachen guter Bildung mit dem Ziel, zu den Top 5 der OECD LĂ€nder in Sachen “Bildungsinvestition im VerhĂ€ltnis zum Bruttoinlandsprodukt“ zu gehören.
  • Die Bildungsausgaben werden schrittweise von derzeit 4% auf 7% binnen fĂŒnf Jahren angehoben.
  • Bildung wird durchgehend vom Kindergarten bis zur UniversitĂ€t kostenfrei.
  • Die staatliche Übernahme von Bildungskosten erhöht die Bildungschancen aller Einkommensschichten.
  • Durch die bessere Versorgung der Kinder, werden ErwerbstĂ€tige mit schulpflichtigen Kindern spĂŒrbar zeitlich und finanziell entlastet.
  • Der Verwaltungsaufwand wird nach sachgerechter Bewertung angemessen, aber gering, gehalten.

Beteiligung der Bundesregierung an der Umsetzung des Bildungsauftrags in den BundeslÀndern

  • Die generelle Entscheidungsgewalt zum inhaltlichen Teil des Bildungsauftrags bleibt bei den BundeslĂ€ndern.
  • DiB fordert eine Beteiligung des Bundes bei der Finanzierung von SchulgebĂ€uden jeglicher Art, der Finanzierung der Lehrmittel und der Personalkosten.
  • DarĂŒber hinaus setzen wir uns fĂŒr eine Rahmenrichtlinienfunktion des Bundes zur Sicherstellung von bundesweit gleichen QualitĂ€tsstandards bei PrĂŒfungen und AbschlĂŒssen ein.
  • DiB sieht im Bildungsauftrag eine primĂ€re, staatliche Hoheitsaufgabe. Deshalb wird es eine durchgehende Verbeamtung aller Lehrer*innen bezogen auf alle staatlichen Schulformen sowie den vollstĂ€ndigen Verzicht auf befristete ArbeitsvertrĂ€ge geben. Weiterhin wollen wir das Beamtenrecht dahin gehend verĂ€ndern, dass eine gute Aus- und Weiterbildung von Lehrer*innen gewĂ€hrleistet ist.

Das wird sich verÀndern

Notengebung und NormenerfĂŒllung

Heute Morgen mit DiB
Sie schafft Siegende und Verlierende. Schafft Gewinner im Miteinander.
Noten beeintrĂ€chtigen heute oftmals die Freude am Lernen. EinfĂŒhrung einer Kombination aus differenziertem Bewertungssystem mit integrierter Defizitanalyse.
Sie lĂ€sst nur eine Art und Sichtweise legitim erscheinen. Gezielte Förderung zur Überwindung von erkannten SchwĂ€chen.
Die Notengebung orientiert sich heute an einem normierten Wissensstand und konditioniert SchĂŒler*innen, gute Noten erreichen zu wollen. Grenzen sind weiterhin relevant und werden an passender Stelle gesetzt.
Das fĂŒhrt z. B. bei der Belegung von WahlfĂ€chern dazu, dass nicht die belegt werden, die SchĂŒler*innen herausfordern, sondern solche, die vergleichsweise einfach sind, um gute Noten zu erhalten. Diese Grenzen werden ĂŒber das Sein des einzelnen Individuums ermittelt und fĂŒhren zu individuellen Leistungsanforderungen, Lernwegen und Lerngeschwindigkeiten.
Die Abstufung von Erfolg oder Misserfolg in Form von Noten mindert die Motivation aus eigenem Antrieb oder fĂŒhrt zu Konkurrenzverhalten. Dabei wird das Ziel verfolgt, allen Kindern einen individuell geeigneten Weg zum hochwertigen Abschluss zu öffnen.
Die Abstufung von Erfolg oder Misserfolg in Form von Noten mindert die Motivation aus eigenem Antrieb oder fĂŒhrt zu Konkurrenzverhalten. Lernerfolge werden in Form von beschriebenen Beurteilungskonzepten erhoben, die Kompetenzen mehrerer Ebenen berĂŒcksichtigt, nicht nur auf der „Wissensebene“ sondern auch im Bereich der Sozialkompetenz, des Affektes, der Psychomotorik usw.
In Kombination mit Normen und dem Heranziehen von Beurteilungen mittels Durchschnitt werden die Lernerfolge der SchĂŒler*innen mit den Noten 3 und schlechter abgewertet. Damit werden SchĂŒler*innen nicht mehr gegeneinander ausgespielt und lernen mit Freude und um des Lernens Willen.
Noten sind nicht objektivierbar und nicht reprĂ€sentativ fĂŒr die eigentliche Leistung der Lernenden.

Lerneinheiten und Lernumfeld

Heute Morgen mit DiB
Der Unterricht beginnt frĂŒh am Tag. Der Unterricht beginnt nicht vor 9 Uhr.
Das mindert Lernbereitschaft und AufnahmefĂ€higkeit von SchĂŒler*innen, weil der natĂŒrliche Biorhythmus zu so frĂŒher Stunde noch nicht bereit ist. Die Abschaffung der Sommerzeit wird angestrebt.
Die Sommerzeit verschÀrft die Situation zusÀtzlich. Der Unterricht wird bezogen auf Projekte und Lernfelder gestaltet.
Stillsitzen und Folgeleisten laufen dem natĂŒrlichen Bewegungsinstinkt und der kindlichen Neugier zuwider. Der natĂŒrliche Spieltrieb, die Neugier und die Lust am Forschen werden gefördert.
Auch die Anforderung, vorgesetztes Wissen aufzunehmen, hĂ€lt den Forschungstrieb in Zaum. RegelmĂ€ĂŸige Bewegung und Sport werden einen höheren Stellenwert bekommen.
Bewegung und Sport findet in engem Rahmen von bestimmten Bereichen und relativ starr strukturierten Unterrichtseinheiten statt. Kontrolle wird auf ein notwendiges Minimum reduziert.
Die derzeitigen Institutionen legen großen Wert auf „Kontrolle und MĂ€ĂŸigung“, welche verdeckt, durch z.B. Schulglocken, als auch offen stattfinden. Die HeranfĂŒhrung an verantwortliches Handeln wird Bestandteil des Lehrplans.
Die Überwachung lĂ€uft vom Toilettengang, ĂŒber das Mittagessen bis hin zu allen SchĂŒleraktivitĂ€ten. Dazu gehört auch die BefĂ€higung der Lehrer*innen zur Gestaltung eines vertrauensvollen Miteinanders.
Die Schulroutine wird zu einem gelebten Ritual, das soziale Kontrolle durch sanktionierende AutoritÀten legitimiert Der Anteil berufsbezogener Lehrinhalte wird zu Gunsten solcher, die zur BewÀltigung des Lebens an sich im Miteinander mit anderen Menschen wichtig sind, reduziert.
Es dominiert Angst, weil Vertrauen fehlt. Lehrinhalte, die beispielhaft zusÀtzlich aufgenommen werden:
  • Gewaltfreie Kommunikation
  • Lösung von Konflikten
  • Wert und StĂ€rke des Miteinanders
  • Vorbereitung auf Elternschaft
  • Denken und Handeln im Einklang mit unseren Lebensgrundlagen|
    |Der ĂŒberwiegende Teil des Lernstoffs dient der Vorbereitung des Funktionierens in einem spĂ€teren Beruf. |DiB bezieht wichtige Themen des gesellschaftlichen Miteinanders (siehe oben) in den Unterrichtsstoff ein.|
    |Dagegen fehlt die Vermittlung von FĂ€higkeiten zur guten BewĂ€ltigung des Lebens an sich im Miteinander mit anderen Menschen. |Das fĂŒhrt zu höherer Inklusion und in der Folge zu geringerer KriminalitĂ€t.|

Betrachtung im Gesamtzusammenhang

Heute Morgen mit DiB
Es wurden bisher ĂŒberwiegend einzelne Merkmale schrittweise im Bildungssystem verĂ€ndert. Maßnahmen auf Basis neuer, pĂ€dagogischer Forschung und Konzepte werden im Gesamtzusammenhang betrachtet und angewandt.
Dabei fand keine ausreichende BerĂŒcksichtigung von Auswirkungen und Wechselwirkungen von neuen Merkmalen mit den alten statt. Dadurch werden positiven Effekte und Nachhaltigkeit erzeugt.

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Wurden hier ausfĂŒhrliche Ini-Texte zusammen gefasst? Oder wo kommt das her? Leider sind so recht unverstĂ€ndliche Satzmonster entstanden, z.B.

Welche FreibetrÀge, welche Auszahlungen?

Oder:

Konzepte wĂ€hlen? WofĂŒr?

Weiter:

Das sieht wie ein Widerspruch zu einer Ini aus:

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Der Text ist das Ergebnis einer langen Entwicklung im TK Behindertenpolitik und im TK Inklusion. ZusÀtzlich nutzt er das Bildungspapier des DiB Landesverbands Hessen.
Ziel ist, den gesamten Bildungsbereich bis zum Berufsabschluss inklusiv zu gestalten, ohne Ausnahmen und Sondereinrichtungen. Zu einzelnen Details fehlen auch noch weitere Ausarbeitungen.

Deshalb ist dieser große inhaltliche Umfang nicht immer einfach formuliert bzw. komplett. Aber wir wollten auch endlich damit nach aussen und damit die Diskussion und den Input von Aussen haben.

Es steht keinesfalls im Gegensatz zu der Ini „Schulbildung soll BUndessache werden“. Im Papier werden ebenfalls bundeseinheitliche Standards gefordert. Einziger UNterschied ist, das der Betrieb der einzelnen Bildungseinrichtungen bei den LĂ€ndern und Kommunen bleibt um die dort zumindest marginal vorhandenen inklusiven AnsĂ€tze weiter zu nutzen und / oder als „Leuchtturmprojekte“ einzusetzen. Es braucht eben auch praktische Beispiele, um die grosse Masse zu ĂŒberzeugen, das das alles nicht nur eine Utopie ist.

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am Rande:

gilt fĂŒr so ziemlich Alles auf MP. ;- )

Deswegen bin ich so ein Freund der ‚ErzĂ€hlung der gelungener Praxis‘ von Welzer.

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Ja, wir hatten an einen Anhang gedacht zumal es mehr gute Beispiele gibt als wir normalerweise wahrnehmen. Andererseits wollten wir die Diskussion auch breit anschieben und erst mal Raum fĂŒr frische Ideen lassen.

Beispiele:
Martin-Luther-Schule Marburg
oder eine bunte Reihe von Beispielen bei Aktion Mensch
Rein schauen lohnt sich :slight_smile:

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ich bin ja eher der Meinung, dass es sinnvoller ist die persönlichen StĂ€rken zu erkennen und diese zu fördern. Du wirst aus einem Legastheniker keinen LiteraturnobelpreistrĂ€ger und aus jemandem mit Dyskalkulie keinen Physiker machen können. Da wĂ€re es schon hilfreich, wenn diejenigen trotz ihres Handicaps unfallfrei durch den Alltag kommen. Das sollte möglichst garantiert werden. Ansonsten, wie gesagt
 StĂ€rken erkennen und fördern.

Weshalb? Ich habe Sport immer gehasst. Jetzt sollen SchĂŒler, die weder KlimmzĂŒge oder Bockspringen mögen, im Rahmen besserer Bildung noch mehr gestriezt werden?
Nichts gegen Bewegung, solange sie notwendig und förderlich ist oder Spaß macht. Aber bitte nicht per Dekret. Dann kann man es auch so lassen wie es ist


RegelmĂ€ĂŸige Bewegung und Sport:
Zum Einen weiß ich mittlerweile aus leidlicher Erfahrung wie schlecht mangelnde Bewegung ist und auch ĂŒber immer Studien, die belegen, dass wir - als Gesellschaft - uns deutlich mehr und vielfĂ€ltiger bewegen mĂŒssen. Wöchentlich 3mal Joggen ist erheblich besser als nur Couch-Potato. Wöchentlich 3mal ganz unterschiedliche Bewegungsarten sind nochmal besser.

Wenn wir aufhören nur auf Absolutwerte zu schielen und stattdessen die Steigerungsmöglichkeiten beim Laufen, LiegestĂŒtze etc. zu messen, wenn es denn wirklich noch was zu messen geben soll, dann haben die Unsportlichen die besseren Karten.

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Im Großen und Ganzen finde ich das gut gelungen. Ein paar Fragen und Anmerkungen hĂ€tte ich noch:

Was wÀren beispielsweise solche Lernfelder?

Was ist der Goldstandard?

Der Satz lĂ€sst mich ein bisschen ratlos zurĂŒck: geht es um die Förderung von Nachhilfe, um den Umzug in ein anderes Bundesland oder um Barrierefreiheit?

Ich wĂŒrde gerne die KuMis in den einzelnen BundeslĂ€ndern aufgelöst sehen, so wie es auch bei der Umsetzung unserer Ini der Fall wĂ€re (wenn ich das richtig verstanden habe). Alles was ein Kultusministerium regeln sollte kann auf Bundesebene geschehen. Der Rest liegt in der Hand der Schule.

Wollen wir die Verbeamtung nicht abschaffen? Oder ist das nur mein Wunsch? Ich finde es unsĂ€glich dass Menschen die bei unserem Staat angestellt sind keine Steuern zahlen mĂŒssen und sich privat Krankenversichern weil es gĂŒnstiger ist.

Ein bisschen schwierig fĂŒr berufstĂ€tige Eltern. Außer man wĂŒrde dann eine Kernzeitbetreuung ab ca 7:30 Uhr zur VerfĂŒgung stellen.

Unter „Lerneinheiten und Lernumfeld“ hat sich etwas verschoben. Die Aussagen in der gleichen Zeile passen oft nicht zueinander.
Ein Lehrinhalt den ich noch wichtig fÀnde: Kochkurse in denen gesunde ErnÀhrung praktisch beigebracht wird.

Ja man braucht nur in Waldorf- und Montessorischulen zu schauen. Viele von den oben beschriebenen Elementen werden dort schon seit Jahrzenten erfolgreich eingesetzt. Falls ihr auf 13 Jahre Waldorfschulen-Erfahrung zurĂŒckgreifen möchtet könnt ihr euch gerne bei mir melden :slight_smile: Da ich auch immer schon enge Freunde auf der Staatsschule hatte, kann ich glaube ich ganz gut die Vor- und Nachteile benennen.

Ein Beispiel: Ich konnte beispielsweise nie verstehen wie man ein Fach wie BK benoten kann. Auch andere praktische FĂ€cher fehlen völlig auf der Staatsschule. Ich kenne so viele die sagen: ich kann nicht malen, nĂ€hen, handwerken,
 usw. Ein Satz den man von eine*r WaldorfschĂŒler*in so gut wie nie hört. Dort stand es gar nicht zur Debatte ob und wie gut jemand etwas kann. Es wurde einfach gelehrt und gemacht.

Ich antworte mal der Reihe nach.

  1. Lernfelder werden
    mindestens durch Zielformulierungen (Kompetenzen), Inhalte und (Zeit)Richtwerte beschrieben
    an (beruflichen) Aufgabenstellungen/ HandlungszusammenhÀngen orientiert
    stehen im ErklÀrungszusammenhang zugehöriger Fachwissenschaften
    erhalten die Handlungs- und Prozessorientierung und Ganzheitlichkeit der Lernprozesse

  2. Goldstandard
    oder auch „Evidenzbasierte PĂ€dagogik“ Beipiel: (wissenschaftliche Beschreibung)

  3. Finanzielle UnterstĂŒtzung
    Bei einem Umzug muss das alles im Paket finanziert werden. Die Unterschiede in der Bildung sind zwischen den BundeslĂ€ndern so unfassbar groß, das ohne solche UnterstĂŒtzungen kein Schulwechsel ĂŒber ein Bundesland hinaus mehr möglich ist. Diese Unterschiede wĂŒrden auch nicht verschwinden, wenn alle Kompetenzen beim Bund angesiedelt werden. Die Differenzen sind in mehr als 40 Jahren gewachsen und tief verwurzelt.

  4. Entscheidungsgewalt/Bildungsauftrag
    Wir brauchen definitiv bundeseinheitliche Standards fĂŒr den gesamten Bildungsbereich. Das muss daher an den Bund gehen. Um die GrĂ€ben / Differenzen zwischen den BundeslĂ€ndern zu beseitigen, braucht es eine auf lange Sicht angelegte AnnĂ€herungsphase. DafĂŒr braucht es aber weiter eine Umsetzung die nicht zu weit von der Praxis entfernt ist. Daher haben wir die BundeslĂ€nder noch drin.

  5. Verbeamtung
    Kinder und Jugendliche sind nicht einfach ein Job. Beamt*innen mĂŒssen nicht weiter so eine eigenartig priviligierte Versorgung haben. Wir denken schon, dass es kĂŒnftig eine BĂŒrgerversicherung braucht, in die alle ohne Bemessungsgrenzen einzahlen. Steuern mĂŒssen Beamte auch jetzt schon zahlen.
    Sie sollten aber die Sicherheit haben, sich voll und ganz auf die pĂ€dagogische Arbeit zu konzentrieren. Befristete VertrĂ€ge wie sie gerade an der Tagesordnung sind gehören da nicht hin. Wer sich dafĂŒr entscheidet, mit Kindern und Jugendlichen oder jungen Erwachsenen zu arbeiten soll das als Berufung verstehen.

  6. Unterrichtsbeginn
    Das Konzept beeinhaltet eine Ganztagsbetreuung, die eben auch eine Betreuung vor und nach Unterrichtsbeginn bietet.

  7. Kochkurse
    Da wÀre ich als erster mit dabei. Mit Kochen kann man wunderbar fast alles lernen und bekommt ganz nebenbei einen abwechslungsreichen sinnlichen Zugang zu gesunder ErnÀhrung, aber auch zum lernen an sich. Das hatten wir bei der Ausarbeitung aber nicht auf dem Schirm. Genausogut könnte man auch Sport ohne Leistungszwang zu einer solchen sinnlichen Erfahrung mit Lernbezug entwickeln.

Ausserhalb der Liste: WaldorfpĂ€dagogik ist schon noch anders als dieser Vorschlag. Seit ein paar denkwĂŒrdigen Erlebnissen im Zusammenhang mit Covid hab ich inzwischen auch einen deutlichen Abstand dazu. Das hat aber mit der Ausarbeitung nix zu tun, die war vorher schon fertig.
Und: ja. wir freuen uns ĂŒber Mitmacher*innen. Bildung ist enorm wichtig und ein gewaltig grosses Feld, das grĂŒndlich und mit Hingabe „beackert“ werden will :slight_smile:

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Zu 1. Leider kann ich mir immer noch gar nichts darĂŒber vorstellen. Wir wĂŒrden denn solche Lernfelder beispielsweise heißen?
Zu 5. Ich finde Verbeamtung ist hier nicht der richtige Weg. Man könnte beispielsweise auch als Standard unbefristete VertrĂ€ge einfĂŒhren. Ich finde schon dass Lehrer*in zu sein genauso ein Job ist wie Erzieher*in, Ärzt*in, Pfleger*in,
 Ich verstehe nicht warum die einen eine Verbeamtung verdient haben und die anderen nicht. Auch finde ich es nicht gut dass man schlechte Lehrer*innen kaum losbekommt. Das kann auch nicht im Sinne guter Bildung sein.

Zur WaldorfpĂ€dagogik: ich habe nur gemeint dass gewisse Elemente sich ĂŒberschneiden. Ich weiß dass euer Konzept anders ist. Ich weiß auch, dass einige Eltern von WaldorfschĂŒlern und vielleicht auch einige Lehrer Querdenker sind. Trotzdem hat die WaldorfpĂ€dagogik nichts damit zu tun. Es gibt auch viele Eltern und Lehrer die sich gegen dieses Image wehren. Ich sehe auch einiges kritisch an meiner Schulzeit, es ist eben nichts perfekt :woman_shrugging:t3:

Wenn ich kann helfe ich gerne mit!

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Zu 1 mit einem Beispiel:
DER PRIVATE HAUSHALT | Aufgaben: Zusammenleben, Versorgen, Wirtschaften
also ein ideales Lernfeld (Beispiele):
:: 
Aufgabenstellungen und HandlungszusammenhÀnge aus dem Lebensalltag (bezogen auf die ErnÀhrung des Menschen)
:: 
Kompetenzen und Inhalte aus mehreren Disziplinen (fĂ€cherĂŒbergreifendes und fĂ€cherverbindendes Lernen)
:: 
Lernen durch Handlungs-und Prozessorientierung (angewandtes Fachwissen in fachpraktischen Übungen)

Beispiel 1: Der Haushalt als Ort des Zusammenlebens
Soziales Lernen

Arbeiten im Team: planen, entscheiden, durchfĂŒhren und bewerten (Produkt-und Prozesskriterien)

Beispielhafte LernanlÀsse: Die Mahlzeiten des Tages

FĂŒrsorge und Verantwortung ĂŒbernehmen

Lernfelder ermöglichen es, bislang in FĂ€chern isolierte Wissens-, Erfahrungs- und Kompetenzvermittlung FachĂŒbergreifend zu gestalten und sinnliche Lernerfahrungen einzubauen. Gleichzeitig wird immer ein Praxisbezug hergestellt.
Das ist nicht neu, in der PĂ€dagogik wurde es in anderen LĂ€ndern zunĂ€chst in der berufsbezogenen Bildung angewandt, spĂ€ter, u.a. in Österreich, auch in KindergĂ€rten, Grund- Mittelschulen bis hin zum Abitur und Studium. Die Idee ist, neugierig machen, Kompetenzen vermitteln, Eigenverantwortung fördern, freies aber praxisbezogenes Lernen fördern.
Das Komzept fĂŒllt inzwischen schon viele BĂŒcher und HörsĂ€le.

zu 5 Verbeamtung
Muss auch nicht sein. Das hat seine Geschichte in der immer noch gĂ€ngigen Praxis, junge Lehrer*innen ĂŒber Jahre mit 9-MonatsvertrĂ€gen auszustatten. Die hatten dann drei Monate kein Einkommen bzw. nur ALG II. Das könnten wir auch komplett veĂ€ndern, u.a. auch im Zusammenhang mit einem BGE. Ist ein WahlkampfĂŒberbleibsel. Wir wollten damals die Kultusminister*innen ein bischen Ă€rgern.

Wir werden wohl Montag entscheiden, wie wir da weiter machen. Wenn lade ich Dich gerne ein.

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Mal etwas genereller: Warum werden (erneut) TK-Ergebnisse ohne BestÀtigung durch eine Ini auf der Homepage veröffentlicht, wo sie doch sehr wie eine abgestimmte Parteimeinung wirken? Wird dadurch nicht der Kerngedanke der Programmgestaltung von DiB umgangen?

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DafĂŒr gibt es die folgenden GrĂŒnde:

  1. ca. 80% des Ergebnisses wurden auf einer Klausurtagung des LV Hessen erarbeitet
  2. diese Ergebnisse wurden auf einem Landesparteitag einstimmig beschlossen.
  3. stehen sie seitdem auf der Webseite von DiB Wahlprogramm DiB Hessen 2018
  4. hat der TK Behindertenpolitik aktualisert und wegen Ptk 5 einer (erneuten) Veröffentlichung zugestimmt.
  5. hat die erneute Veröffentlichung folgende Ziele: potentielle (mehr) Mitwirkende fĂŒr die weitere Entwicklung finden und DiB Inhalte nach innen und aussen zu tragen
    Ich finde, da sind wir immer noch beim Kerngedanken der Programmgestaltung.
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Ich freue mich ja, das es noch aktive Gruppen gibt, die detaillierte inhaltliche Konzepte ausarbeiten und dass es Menschen wie dich gibt, die dies zusammenfassen und veröffentlichen. :+1:

Bislang galt dabei immer der Grundsatz, dass die veröffentlichten Inhalte vom Programm (=Inis) gedeckt werden. Als „DiB-Kerngedanke der Programmgestaltung“ sehe ich aber verabschiedende Initiativen, wie die DiB-Homepage sagt:

HerzstĂŒck von Demokratie in Bewegung ist unsere online Abstimmungsplattform. Du musst kein Parteimitglied sein, um mitzubestimmen

Und eben nicht die Meinung einer TK oder eines LV. DiB war lange Zeit der Meinung, dies sei (neben den zwei Quoten) ein Alleinstellungsmerkmal. Der Schritt zu einer abzustimmenden Ini fehlt also noch.
Aber evtl. ist es zurzeit auch wichtiger, ĂŒberhaupt neue Inhalte zu veröffentlichen.

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