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Nachdiskussion / Weiterentwicklung "Kostenloser ÖPNV"


#81

Verkehr abbauen leicht gemacht:

Es bedarf garkeine so großen Anstrengungen um den Verkehr abzubauen.
Man muss sich nur anschauen wer und was auf deutschen Strassen unterwegs ist.

Thema 1 (Die Bahn):
Wir befördern ĂŒber 90% aller GĂŒter ĂŒber die Strasse, statt alternative Wege zu nutzen.
Allein am Bsp. Schweiz sehen wir es geht anders. Hier steht die Schiene auf Platz 1.
Die Bahn hat unter Mehdorn die Weichen falsch gestellt. Und so verlagert sich jedes Jahr mehr von der Schiene auf die Strasse. GĂŒterbahnhöfe werden in Deutschen zu hunderten dicht gemacht, obwohl sie gebraucht werden. Bsp. Reutlingen, hier hat die Bahn dicht gemacht und abgerissen. Darauf hin kaufte die Stadt das GelĂ€nde (vorkaufsrecht eingeklagt) und betreibt heute selbst einen GĂŒterbahnhof. Das zieht sich quer durch ganz Deutschland.
Grund: die Bahn spielt lieber ICE als ein Verkehrskonzept zu haben.

Thema 2 (Pendler 1):
Durch die Vergabepolitik von Bauprojekten sind zudem viele Menschen sinnlos Pendler geworden. Pendler nicht mal von Stadt zu Stadt, oft geht es durchs gesamte Bundesgebiet. Ein Hamburger Firma die mit Berliner Arbeitnehmern im MĂŒnchen eine Baustelle betreibt, ist keine Seltenheit. Klingt ĂŒberspitzt, aber selbst diese Konstellationen existieren real.

(Pendler 2):
Wohnungsmarkt bedingt können sich immer mehr das Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten, folglich wird in die VorstĂ€dte gezogen. Resultat: TĂ€glich grĂŒĂŸt das Murmeltier, Morgens ziehen Karawanen in die Stadt abends wieder raus. Der Verkehrsinfarkt ist vorprogrammiert.

Thema 3 (Lager auf der Strasse):
Viele Betriebe haben Zulieferer, am Standort wird Just-in-time produziert. Statt ein Lager zu betreiben liegt das Lager auf der Strasse. Statt 1x im Monat eine Lieferung per Zug kommen tÀglich viele LKW zum Einsatz.


solche idiotischen Dinge gibt es zu hauf.

Und das deutsche Strassen unter dem Verkehr schneller verschleißen und somit große Kosten verursachen sieht kaum einer. Mit den Einsparungen die so entstĂŒnden ist ein kostenloser ÖPNV leicht finanzierbar, und man muß dem Deutschen nicht mal sein Lieblingsspielzeug weg nehmen. Ganz im Gegenteil, endlich mal wieder freie Bahn um es wieder genießen zu können.
Und im Umkehrschluss wird dadurch der Verkehr nochmals entlastet.
Sowas nennt man Win-Win-Win
Situation (ĂŒberspitzt).

Man könnte vieles anders machen. Man muss nur wollen.


#82

Grad als im Radio ĂŒber eventuell kommende Dieselfahrverbote berichtet wurde, kam mir ein wirrer Gedanke:

Es fĂ€llt uns allen leicht - auch mir - einen kostenlosen ÖPNV zu fordern, aber ist das nicht kontraproduktiv in Bezug auf Umwelt, Gutes Leben etc?

Zum Einen weil ich noch nie jemanden hörte oder las, der einen Monatsfixbetrag fĂŒr seine TankfĂŒllung forderte - unabhĂ€ngig ob er nur 2 km oder 20 km fahren muss. Denn einen Monatsfixbetrag fĂŒr die ÖPNV-Fahrkarte in einer möglichst großen Zone, z.B. ganz Stuttgart, zu fordern ist ganz normal?!?

Das ist jedoch schlecht fĂŒr das Verkehrsaufkommen, denn dadurch sorgen wir fĂŒr mehr Pendelei, fĂŒr mehr Freizeitverkehr. Ob damit die große Mehrheit der autofahrenden Menschen zum Umstieg bewegt werden, wurde hier im Thread auch schon mehrfahc in Frage gestellt.

Also bleibt doch wohl nur als Hebel, die Kosten zu steigern und die Bequemlichkeit fĂŒr Autofahrer zu senken. Zum Beispiel im Film “The Human Scale” von Andreas M. Daalsgard aus dem Jahr 2012, da werden Maßnahmen in New York, Kopenhagen und anderen GroßstĂ€dten aufgezeigt, die durch Verringerung der Fahrbahnen, drastische Verringerung der ParkplĂ€tze, Errichtung/Erweiterung von FußgĂ€nger- und FahrradflĂ€chen und mehr Bus- und S/U-Bahnhaltestellen.

Wenn dann die ParkplĂ€tze auch noch verteuert wĂŒrden, die Steuern fĂŒr Pkw erhöht etc., dann habe ich als bereits vieljĂ€hriger ÖPNV-Nutzer auch kein Problem, wenn die Monatsfahrkarte was kostet. Hier können dennoch Verbesserungen eingefĂŒhrt werden, indem die Fahrkarten im Abo zugeschickt werden oder andere technische Spielereien eingefĂŒhrt werden.

Also: momentan bezweifle ich ob uns kostenloser ÖPNV wirklich weiterbringt, auch im Hinblick auf ein Gutes Leben und möglichst wenig Pendelei.

Übrigens: von einer Forderung nach ArbeitsplĂ€tzen in der NĂ€he der Wohnorte halte ich erst mal gar nichts. So eine Forderung kann jede*r von uns dann stellen, wenn sie/er auch selbst zur Schaffung von ArbeitsplĂ€tzen beitrĂ€gt, zum Beispiel in solidarischen Unternehmen. :thinking:


#83

Ich habe noch Überlegungen in Vorbereitung, die auch diesen Aspekt enthalten, die ich hoffe, morgen einstellen zu können - falls bis dahin nicht die 100-BeitrĂ€ge-Grenze dazwischen kommt . . .

Fortsetzug folgt . . .


#84

Was wollen wir mit dieser Initiative erreichen ? Wollen wir Menschen bestrafen , weil sie ein Auto besitzen , indem wir die KFZ-Steuern erhöhen ? Oder wollen wir , dass sie sich ĂŒberlegen , das Auto nur dann zu nutzen , wenn es unvermeidbar ist und fĂŒr die “normalen” tĂ€glichen Wege den ÖPNV nutzen , um Umwelt und Ressourcen , sowie die Nerven ihrer Mitmenschen zu schonen ?

Ich mag mich nicht zum FĂŒrsprecher der Autoindustrie machen , doch es ist nunmal eine SchlĂŒsselindustrie in Deutschland , von deren ArbeitsplĂ€tzen ein Großteil unseres ökonomischen Wohlergehens abhĂ€ngt .
Es ist schön an eine Zukunft zu denken ohne Verkehrstoten mit viel Platz fĂŒr spielende Kinder . Aber entweder wir schaffen neue SchlĂŒsselindustrien oder wir schaffen Anreize , fĂŒr ökologisch bessere Autos . Sonst können wir die angestrebte StĂ€rkung des ÖPNV vergessen , weil die Menschen einerseits durch den Wegfall der ArbeitsplĂ€tze nicht mehr pendeln mĂŒssen und wegen zu wenig Geld in der Tasche nicht mehr in die StĂ€dte kommen können , um einzukaufen oder kulturelle Angebote zu nutzen .
Nicht das Auto ansich ist das Problem , sondern seine unĂŒberlegte Nutzung .


#85

Hallo Raba,

Die Automobilindustrie kann bleiben aber die Produkte mĂŒssen sich Ă€ndern.
Ändern hin zu alternativen Antriebssystemen.
Doch das Hauptproblem ist das unsere Öllobby das bisher verhindert.
Wir könnten eigendlich MarktfĂŒhrer der eMobilitĂ€t sein, stattdessen hĂ€ngen wir dem Diesel hinterher. Deutschland ist ins Hintertreffen geraten.
So mĂŒssen aktuelle Neuanschaffungen aus dem Ausland bezogen werden, weil unsere Hersteller die Herstellung in Serie verpennt hat.


#86

die schönen E-Autos die die Hersteller auf den Messen prÀsentieren kann man ja auch kaum kaufen.
Ruf mal bei einem beliebigen Auto-Konzern an und frag nach 20 E-Autos. Da kriegt man so Dinge zur Antwort wie “2 haben wir noch. Den Rest mĂŒssten sie Hybrid nehmen.”


#87

Als die inzwischen angenommene Initiative „Kostenloser Nahverkehr“ sich im Diskussionsstadium befand, habe ich mich an den Diskussionen vor allem deshalb nicht beteiligt, weil ich in verschiedener Hinsicht starke Bedenken gegen die Darstellung des Nahverkehrs als kostenlos hatte.

a) Diese Darstellung ist irrefĂŒhrend. Die Bereitstellung des ÖPNV ist mit erheblichen Kosten verbunden, die in der einen oder anderen Form gedeckt werden mĂŒssen. Das sollte jedem Nutzer bewusst sein, denn was kostenlos zu haben ist, wird oft geringgeschĂ€tzt und entsprechend behandelt, was zu Folgekosten fĂŒhrt.

b) Ferner sollte Jedem bewusst sein, dass jede Leistung eine Gegenleistung bedingt, in unserem Wirtschaftssystem in der Regel in Form von Bezahlung. Warum sollte dies fĂŒr die Dienstleistung ÖPNV nicht gelten?

Wir zahlen ganz selbstverstĂ€ndlich fĂŒr andere Dienstleistungen, entweder nach dem Umfang der Inanspruchnahme (z. B. Strom, Gas, Wasser, MĂŒll- / Abwasserentsorgung, Postbeförderung 
) oder im Umlageverfahren (Gesundheitsversorgung, Sozialabgaben etc. pp.). Sollen auch diese Leistungen irgendwann ohne Bezahlung zur VerfĂŒgung gestellt werden bzw. wo liegt die Grenze der auf die Allgemeinheit abzuwĂ€lzenden Kosten?

c) Außerdem hatte ich Zweifel, dass das Entfallen einer Bezahlung im Hinblick auf das Erreichen des angestrebten Ziels einer stĂ€rkeren Nutzung des ÖPNV sich alls ein nicht so bedeutsamer Faktor erweisen wĂŒrde, wie von Vielen angenommen.

Wie gesagt, habe ich viel Zeit und MĂŒhe zur Auseinandersetzung mit dem Thema vor allem zu dem Zweck investiert, fĂŒr mich persönlich zu einer Meinung zu kommen. In diesem Punkt steht meine Meinung nun fest: Kein Verzicht auf die Einnahmen durch die Nutzung.

Auch in anderen Punkten weicht meine Ansicht inzwischen von der Mehrheit derer ab, die die bereits angenommene Initiative befĂŒrwortet haben und sich weiterhin intensiv dafĂŒr einsetzen – siehe change.org-Petition „Kostenfreier ÖPNV“ mit bereits verteilten Flyern. Das bedeutet, dass Vieles, was ich mir zur Förderung des Umstiegs vom eigenen Fahrzeug auf den ÖPNV „ausgedacht“ habe, nicht den von DiB bereits verfolgten Zielen entspricht.

Damit scheint mir ein weiteres Engagement an dieser Stelle wenig sinnvoll zu sein, denn schließlich soll es hier nicht um persönliche Meinungsbildung, sondern um die Verfolgung bzw. Weiterentwicklung der DiB-Ziele gehen.

Daher meine ich, dass – sofern ausreichendes Interesse an einem reinen Meinungsaustausch (auch dafĂŒr steht der Marktplatz ja zur VerfĂŒgung) ĂŒber nicht DiB-konforme Konzepte fĂŒr den ÖPNV und ĂŒbergreifende Bereiche besteht – dafĂŒr, von wem auch immer, ein neuer thread eröffnet werden mĂŒsste.

Über ein diesbezĂŒgliches feedback und ggfls. VorschlĂ€ge eines Titels und unter welcher Kategorie, wĂŒrde ich mich freuen. Bei Zustimmung wĂŒrde ich dann auf Fortsetzung folgt 
 zurĂŒckkommen :wink:

Edit:
Mit “nicht DiB-konform” wollte ich natĂŒrlich nicht die DiB-Werte oder den Ethik-Kodex in Frage stellen, sondern meinte damit lediglich die derzeit prĂ€ferierten Ziele bezĂŒglich des ÖPNV.


#88

7 BeitrĂ€ge wurden in ein neues Thema verschoben: Sicherheit im ÖPNV


#89

DarĂŒber hinaus macht ein “kostenloser” ÖPNV insofern Sinn, dass man ihn fahrscheinlos machen könnte und jeder Haushalt eine Abgabe von 10 -20 € bezahlt. Eigentlich ist es einfach: kostenloser ÖPNV wĂŒrde 13 Milliarden € kosten. Eine Haushaltsabgabe von 17,50 € fĂŒr den ÖPNV erbrĂ€chte 8 Mrd. €. Blieben 5 Milliarden ĂŒbrig. Die könnte man aus dem Haushalt finanzieren.
Weiter 5 Milliarden steckt man jÀhrlich in den Ausbau der Systeme. Zur Gegenfinanzierung erhöht man bundesweit die KFZ-Steuer.


#90

Mit meinen Argumenten und der von mir pÀferierten Vorgehensweise habe ich offensichtlich niemanden

können. Dem stand wohl vor allem entgegen, dass ich die Nichtzahlung der Nutzer nicht befĂŒrworte. (Dabei könnte man die Einnahmen so gut zweckgebunden verwenden, z. B. fĂŒr bargeldlose Bezahlung, statt Ticket-Kauf oder fĂŒr mehr Sicherheit.) Darum habe ich auch nichts in Dein google.doc (danke dafĂŒr!) eingetragen und spare mir nun weitere VorschlĂ€ge.


#91

@Tina39

WĂŒrde man nur dass betrachten was Politik und Medien uns tagtĂ€glich sagen, und was heute gemacht wird hast du zwar recht.

Aber diese Betrachtung ist falsch, allein die Gegenrechnung von @JoergRupp zeigt, dass viel mehr in die Waagschale zu werfen ist. Und das ist nur der Anfang.

Unser Staat gibt jedes Jahr ein Betrag X fĂŒr Verkehr aus doch nur 20 % geht in öffentliche Verkehrssysteme. WĂŒrde man nur 10% mehr rein stecken könnte alles kostenlos sein.

Oder schau zu den Steuereinnahmen, es heißt immer wir mĂŒssen sparen. Also bei den Einnahmen
 Weil der Staat nimmt einfach seine Steuern nicht ein. Er fördert gar Steuervermeidung, siehe Koch MP Hessen der einfach Steuerfahnder auf die Straße setzt, weil sie jemanden in den Ermittlungen zu nah kamen.

Unsere Politik verhindert das Reiche angenessen ihren Reichtum versteuern, und da entgehen dem Staat sogar Billionen. Damit könnte man sogar ein mehrfaches BGE finanzieren.
Im ĂŒbrigen hat DiB dazu beteits eine Ini.

Du siehst es ist vieles machbar, wenn man will.


#92

Im Grundsatz ist der sukzessive Wechsel von der sogenannten individuellen MobilitĂ€t (IM) hin zur kollektiven Nutzung des ÖPNV eine ĂŒberlegenswĂŒrdige Angelegenheit.
Durch fehlende politische Signale und der geringen Bereitschaft seitens der Regierungsstellen kommt es nicht zur konsequenten Umsetzung.

Interessant wĂ€ren zudem zeitversetzte Transitzonen, die es der MobilitĂ€tsforschung ebenso wie den Produktentwicklern ermöglichen, ihre Schubladen zu öffnen und vorhandene emissionsfreie /-arme Prototypen fĂŒr die IM in den Markt zu bringen.


#93

#94

Man könnte es ĂŒber eine zentrale ParkgebĂŒhr machen. Also alle Autos, welche in die Stadt fahren mĂŒssen bezahlen, entweder als Abo oder als Prepaid System (da mĂŒsste man an der UmsĂ€tzung feilen. Ggf ĂŒber gps und Handy, aber das ist auch lĂŒckenhaft) wodurch Leute begrĂŒnden mĂŒssen, bspw Eltern mit Kind, ob es zu einer Reduzierung kommt. ParkhĂ€user bleiben separat, da sie oft privat wĂ€ren. Und das Abo könnte man mit Knotenpunkten verknĂŒpfen. (Zentrum / Stadtrand.) dadurch könnte man entweder GebĂŒhren fĂŒr ParkplĂ€tze am straßenrand reduzieren und/oder Abschaffen. Das ggf zusĂ€tzliche Geld könnte in einen Topf fĂŒr den Öfnv gehen. Nicht jedes Kind muss mit dem Auto gefahren werden. Viele Können auch mit öfnv fahren bzw abgeholt werden.


#95

Hallo Julian,

zunÀchst herzlich willkommen auf unserem Marktplatz!

Das Thema ist schon etwas Ă€lter und wir haben dazu schon eine angenommene Initiative. Der kostenlose ÖPNV und wie er finanziert werden soll sind also schon Teil unseres Parteiprogramms:

Aber falls du dazu fragen hast, schreib gerne hier.

Viel Spaß auf unserem bunten Basar der Ideen!

WĂŒnscht,

Harry.


#97

Moin danke :slight_smile: sry blicke hier noch nicht ganz durch. Finde die Plattform iwie unĂŒbersichtlich.
Ich schau mal rein, habe nen anderen Beitrag auch aus dem Grund wieder geplÀttet :slight_smile:


#98

Wir arbeiten daran. Du kannst hier einen Paten bekommen, zum Einstieg. Falls du sonst Fragen zum MP hast, kannst du mir auch gerne eine PN schreiben.