Modernisierung der Drogenpolitik, um Kriminellen die Geldquelle zu nehmen und Leidtragenden zu helfen

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Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: @Surfista, @AlexanderKleilein, @megaera
Bearbeitungsstatus: Entwurf
Redaktionsschluss: offen

Einleitung:
Die Kriminalisierung von Drogen ist einer veralteten Moralvorstellung geschuldet und verursacht in allen Bereichen große Probleme. Wie zu Zeiten der Prohibition verdienen aktuell in Deutschland kriminelle Banden am Verkauf von Drogen. Suchtkranke werden stigmatisiert, etablierte Drogen werden verharmlost.
Es ist an der Zeit für eine moderne und vernunftbasierte Drogenpolitik.

Problembeschreibung:
Namhafte Expert*innen und Politiker*innen mahnen, dass der Kampf gegen Drogen nicht zu gewinnen ist und dieser nur in allen Bereichen viel Leid und viele Probleme verursacht. Sie reden offen darüber, dass die Legalisierung aller Drogen auch Probleme verursachen wird, dass jedoch die Kriminalisierung der Drogen weitaus größere Probleme verursacht.

Wie seinerzeit das Verbot von Alkohol („Prohibition“) die Mafia groß und mächtig gemacht hat, profitieren heutzutage kriminelle Banden und Terrororganisationen von der Illegalität der Drogen. Der Bedarf ist da und der Konsum findet statt. Rund 320 Milliarden US-Dollar geben Menschen pro Jahr für Drogen aus, schätzen Experten. Das ist mehr als die Wirtschaftsleistung Dänemarks. Dieses Geld fließt aktuell in die Taschen von Kriminellen und finanziert weitere Verbrechen und Terror.

Gleichzeitig werden Suchtkranke als Belastung und Bedrohung gesehen und stigmatisiert. Dringend erforderliche Hilfe bekommen sie nicht. Drogenkonsumenten werden direkt als Abhängige und Kriminelle gesehen, statt auf die Hintergründe ihres Konsums zu reagieren und die Ursachen zu bekämpfen.

Die legalen Drogen Nikotin und Alkohol sind frei verfügbar, werden beworben und kaum problematisiert. Gerade Nikotin hat ein hohes Suchtpotenzial und ist auch für Minderjährige leicht verfügbar. Verstöße gegen das Abgabeverbot werden praktisch nicht geahndet. Kaum jemand kommt von Nikotin wieder leicht weg.

In anderen europäischen Ländern wurden bereits sehr gute Erfahrungen mit einer radikal anderen Drogenpolitik gemacht. Diesen Erkenntnissen darf dürfen wir uns nicht weiter verschließen. Dafür ist jedoch ein Umdenken erforderlich, da die bisherige Drogenaufklärung hauptsächlich daraus besteht, alle Drogen zu verteufeln.

Insbesondere die guten Erfahrungen in Portugal dürfen nicht ignoriert werden. Im Fokus muss Aufklärung und Therapie stehen, statt vermeintliche Abschreckung durch Illegalität und Strafen.

Eine Legalisierung und staatliche Regulierung würde die Chance bieten, die Geldquellen der Kriminellen versiegen zu lassen. Der Gewinn aus dem Verkauf könnte direkt für Prävention und Therapie genutzt werden.

Konsumenten werden von Dealern nicht über Risiken und Konsequenzen aufgeklärt. Das Interesse der Dealer ist allein der immer häufigere Verkauf in immer größerer Mengen um eine “Stammkundschaft” aufzubauen. Das führt unweigerlich zu Suchtkrankheiten und im schlimmsten Fall zu Überdosierungen (endet meist im Tod). Hinzukommt ein “Anfixen” der Konsumenten durch Dealer. Hierbei werden kleine Proben stärkerer Drogen zu geringen Preisen oder sogar umsonst vergeben um den Konsumenten abhängiger zu machen. Ein legaler Verkauf über staatliche Abgabestellen bietet die Möglichkeit, alle Konsumenten geeignet aufzuklären und Angebote zu Entzug und Therapie zu unterbreiten.

Bei einer Abgabe in staatlichen Läden könnten Angebote zur Therapie gemacht werden. Statt „Anfixen“ (Erzeugen neuer und fatalerer Süchte durch Dealers) könnte ein „Abfixen“ (Angebot von weniger schädlichen oder schwächeren Drogen, sowie Therapie durch die Abgabestellen) erfolgen.

Die Qualität würde sichergestellt, was zu weniger Unfällen mit minderwertigen oder verschnittenen Drogen führen würde.

Die heute für die generelle Bekämpfung eingesetzten Mittel können an den Stellen konzentriert werden, die tatsächlich wichtig sind. Z.B. Verfolgung der Abgabe oder Weitergabe an Minderjährige, Bekämpfung der Bandenkriminalität, etc.

Die Bagatellisierung und die leichte Verfügbarkeit von Tabak und Alkohol auch für Minderjährige trägt erheblich zur falschen Wahrnehmung und einer sorglosen Einstellung gegenüber Drogen bei.

Forderungen

  • Sämtliche Drogen und Betäubungsmittel sollen entkriminalisiert werden.
  • Tabak soll ebenfalls als Droge eingestuft werden.
  • Für Drogen darf nicht geworben werden und sie dürfen nicht offen verkauft werden.
  • Menschen ab 18 Jahren dürfen weiche Drogen, Menschen ab ab 21 Jahren alle Drogen in staatlichen Drogenläden erwerben.
  • Verkauf und Weitergabe an Minderjährige soll intensiver verfolgt und hart bestraft werden
  • Die Einnahmen aus dem Verkauf sollen zweckgebunden für Aufklärung, Suchtprävention, Therapie und Entzug eingesetzt werden.
  • Auch für Alkohol darf nicht mehr geworben werden.

Die Umstellung soll schrittweise erfolgen.

  1. Entkriminalisierung des Besitzes weicher Drogen
  2. Aufbau staatlicher Drogenläden und legaler Bezugsquellen bis hin zu den Erzeugern, bei denen ebenfalls darauf geachtet werden muss, dass dort keine illegalen Organisationen profitieren
  3. Entkriminalisierung des Besitzes aller Drogen in Anlehnung an die Regelung in Portugal

-> Sobald das Verkaufsnetz komplett ist:

  1. Verkauf von Tabakprodukten und nikotinhaltigen Substanzen (Z.B. auch Verdampferflüssigkeiten) ausschließlich in staatlichen Drogenläden
  2. Werbeverbot für Alkohol

Im Gesetz zur Legalisierung muss die Zweckbindung der Einnahmen festgeschrieben werden. Aufklärung und Prävention sind vordringlichste Ziele. Weiterhin die Therapie und die Förderung des nachhaltigen Anbaus. Überschüsse müssen in die Unterstützung der Anbauländer fließen, z.B. um den Anbau von Lebensmitteln gegenüber Drogenanbau attraktiver zu machen.

Quellen

http://www.huffingtonpost.de/2015/08/04/staaten-drogen-legalisierung_n_7931976.html


Kosten
Der Wirtschaftsökonom Haucap schätzt Einnahmen von mindestens 2 Mrd. Euro alleine für Cannabis. Pro Jahr! Die weiteren Drogen könnten etwa ähnlich viel einbringen. Wir reden hier also nicht über Kosten, sondern darüber, wie viel Geld die Legalisierung einbringen würde. Dieses Geld steht für Aufklärung, Prävention und Therapie zur Verfügung und wird den illegalen Organisationen entzogen.

Gegenargumente

@ Gegners dieser Ini: Bitte formuliert eure Bedenken zitierbar. Entweder im Thread oder auch per PN an mich, falls ihr das nicht öffentlich tun wollt. Ich werde sie hier kommentarlos einfügen, damit alle Aspekte des Themas im Plenum ersichtlich sind.

Gegenargumente, die angeführt werden:

  1. Mit der Legalisierung folgt die Industrialisierung, siehe Tabak-, Alkohol und Waffenindustrie.
    Ob der Kampf gegen diese entstehende Industrie dann erfolgreicher ist, als der bisherige Kampf kann bezweifelt werden, vor allen weil das Ziel ja ist, alle Drogen zu legalisieren, auch die, die noch kommen werden.
    Mit welchen Argument sollte diese Industrie daran gehindert werden nicht immer neue Drogen entwickeln?
  2. Negative Auswirkungen auf die Gesellschaft insgesamt. Der Nichtraucherschutz ist ein gutes Beispiel dafür, wie konfliktreich eine Legalisierung aller Drogen wird. Es müssen viele Gesetze geschrieben werden, die das Ganze dann so begrenzen, das Unbeteiligte geschützt sind. Mit einem einfachen Werbeverbot ist das nicht getan. Auch darf bezweifelt werden, dass ein Werbeverbot viel bringt, wenn sich alle einfach im Internet über Vorteile informieren. Und das so zu kontrollieren, dass daneben immer die Nebenwirkungen stehen, ist aus heutiger Sicht aussichtslos.
  3. Druck auf Menschen dann Drogen zur Leistungsverbesserung in Schule und Beruf zu nehmen. Dieser Druck besteht schon heute, mit Legalisierung von allen Drogen ist abzusehen, dass das weiter zunimmt.
    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/hirndoping-jeder-fuenfte-student-nimmt-mittel-zu-leistungssteigerung-a-880810.html
  4. Gefahr das Einnahmen einfach in Staatshaushalt fließen und dadurch eine Abhängigkeit an diesen Einnahmen entsteht. Politische Verantwortlichkeiten ändern sich und die Gefahr, dass Regelungen an Drogen verzögert oder gar blockiert werden, weil daran ja Arbeitsplätze (siehe Industrie), Bedarfe der Abhängigen und schließlich Einnahmen hängen, ist auf jeden Fall gegeben.
  5. Die Gründe für den Anstieg der Drogentoten sind Experten zufolge auch eine steigende Stoffqualität und sinkende Preise.

Transparenzinfo
Ich finde wichtig, dass diejenigen, die sich dann letztendlich als Mitinitiatoris im Plenum eintragen lassen, ebenfalls ihre persönliche Intention und auch ein paar Worte zum Konsum äußern. Ja, das geht relativ weit. Halte ich aber bei diesem Thema für wichtig. Es sollte keinesfalls der Eindruck aufkommen, dass wir uns unsere Halluzinogen - Parties legalisieren wollen.

@Surfista: Ich persönlich konsumiere keine illegalen Drogen und habe das auch nicht vor. Meine Intention ist es, den kriminellen Sumpf auszutrocknen und sowohl Suchtkranke als auch Anbauländer zu entkriminalisieren. Das Problem liegt im Bedarf. Daher ist weiterhin meine Intention, die Aufklärung und Prävention zu verbessern und das Geld dafür direkt aus dem Verkauf zu ziehen. Ebenfalls ist meine Intention, Nikotin dort anzusiedeln, wo es hingehört. Kaum jemand kommt davon wieder los und es ist an jeder Ecke auch für Minderjährige leicht verfügbar.

@AlexanderKleilein: Drogenhintergrund: Durchaus in der Vergangenheit mal was ausprobiert aber nie in großen Mengen und auch nicht regelmäßig. Motivation: Ganz klar, das Entkriminalisieren von Drogen. Das Abdrehen der Geldhähne von Kartellen und anderen Kriminellen. Missbrauchsprävention, Aufklärung und Suchtberatungen stärken um langfristig die Anzahl der Suchtkranken zu minimieren. Das Entlasten der Justiz durch das Wegfallen hunderter wenn nicht tausender Strafverfahren wegen Drogenvergehen.

@megaera: Ich konsumiere Cannabis zu medizinischen Zwecken, da ich seit vielen Jahren unter chronischen Schmerzen leide. Der Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse läuft.
Mein Hauptaugenmerk gilt hier aber nicht dem Cannabis (Eine INI dazu gab es ja schon), sondern den anderen Substanzen. Aus meiner beruflichen Erfahrung (als werdende Ergotherapeutin in einer Suchtnachsorgeeinrichtung für polytoxikomane Klienten und als Sozialarbeiterin im Praxissemester beim sozialpsychiatrischen Dienst) kann ich nur sagen, dass der Umgang mit illegalen Drogen neu gedacht werden muss.

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Die Fakten sprechen eigentlich für sich.

Sollen wir damit so ins Plenum gehen? Wer würde Mitinitiati sein wollen?

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Ist der Plan, dass man sich in diesen Abgabeläden unbegrenzt viel Drogen holen kann?
Ich fänds nicht schlecht, wenn zumindest eine Form der Kontrolle besteht, wie z.B. durch eine Art „Mitgliedskarte“ mit der man dort einchecken/einkaufen kann. Das würde auch verhindern, dass Deutschland zu einem Drogentouristenort wird.
Eventuell machen auch Limitierungen Sinn. Also, dass man bspw nur x gramm Kokain pro Monat kaufen darf.

Ansonsten untersütze ich auch diese Ini. MMn ergibt das Sinn, da Drogen so oder so hergestellt und konsumiert werden. Da der Staat die Aufgabe hat, seine Bürger zu schützen, kann man es schon fast als verantwortungslos bezeichnen, dass die Drogenpolitik dem Schwarzmarkt überlassen wird.

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Finde ich gut! Abgabe z.B. gemäß Eigenbedarf in Portugal „[…]bis zu 25 Gramm Marihuana, bis zu zwei Gramm Kokain, bis zu einem Gramm Heroin oder Crystal, bis zu zehn LSD- und Ecstasy-Pillen[…]“

Das ist dann auch die Menge, die man legal besitzen darf.

„Membership Card“ finde ich ein wenig problematisch, da dann der Staat Informationen über den Konsum speichert, die schlimmstenfalls in falsche Hände geraten können.

Abgabevoraussetzung Wohnsitz DE finde ich ok, aber nicht zwingend erforderlich. Mit einer liberalen Abgabe würden wir die Diskussion in andere Länder tragen. Wäre also noch zu diskutieren.

Einen Ausweis muss man ohnehin vorlegen, denn die Abgabe soll ja nur ab 18 erfolgen.

@Sofian, könnte man das auf europäischer Ebene machen? Also vielleicht direkt als Wahlkampfthema für Europa?

Das wird sehr viel Aufmerksamkeit bringen und polarisiert. Was nicht schlimm ist, denn es polarisiert zwischen hellen Köpfen unf Betonköpfen :wink:

Die Gesundheitspolitik ist immer noch Sache der Nationalstaaten, die EU kann hier also weder Dinge vorgeben noch anordnen, lediglich koordinierend da wirken, wo es ihr die Nationalstaaten erlauben. Da Portugal und die Niederlande als Mitglieder der EU zumindest weiche Drogen z.T. legalisiert haben, könnte man es über das Wettbewerbsrecht und den EuGH versuchen (analog zur Aufhebung des Absinthverbots in den 90ern), halte das aber für unwahrscheinlich. (Bin aber auch kein auf Wettbewerbsrecht spezialisierter Anwalt^^) Es gab aber soweit ich weiß bereits einen Versuch, über die Schiene mit einer Petition Einheitlichkeit in die EU- Politik zu Cannabis zu bringen, aber die hat das notwendige Quorum nicht erreicht, damit sich die EU- Kommission damit befassen musste.

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Also keine Maximalabgabe im Monat? So gesehen wäre dann also möglich, dass ich mir morgens 2g Koks und dann abends nochmal 2g Koks hole und das mehrmals die Woche. Finde ich leider etwas kritisch

Das wäre in der Tat ein Problem. Nur finde ich man sollte hier eine Balance zwischen Kontrolle und Freiheit finden. Ob das dann eine Konsumkontrolle durch so eine Karte beinhaltet, da kann ich aktuell nicht ganz bestimmen, ob das das Beste wäre.
Ich denke gut wäre es, aber dein Bedenken stellt natürlich auch ein großes Problem dar.

Noch denke ich, dass Wohnsitz DE nötig sein sollte. Aber das wäre auch nicht mein wichtigster Punkt in der Sache.

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Das Thema erinnert mich an eine Leseprobe, die ich vor einer Weile mal gelesen hab…

„Diese Zukunft ist ein Schlaraffenland: Konsum ist Pflicht, Rauschmittel werden vom Staat verabreicht, und Beamte achten darauf, dass ja keine Langeweile aufkommt. Die Wirklichkeit in »Junktown«, wie die Hauptstadt nur noch genannt wird, sieht anders aus. Eine eiserne Diktatur hält die Menschen im kollektiven Drogenwahn, dem sich niemand entziehen darf, und Biotech-Maschinen beherrschen den Alltag“.

Ich wäre dagegen, generell alle Drogen gleichzusetzen und zu legalisieren. Bisher hatte ich eher den Eindruck, dass es so viele neue Drogen auf den Markt schaffen, dass man mit Verboten kaum hinterher kommt.

Meiner Meinung nach muss jede Droge einzeln bewertet werden, ob sie legalisiert werden kann.

Auch die Auswirkung auf die Gesellschaft müsste man mit einbeziehen. Wenn alle legal Drogen bekommen, werden sie auch vermehrt in den öffentlichen Raum gelangen. Am Beispiel Nichtraucherschutz kann man sehen was sich da für Konflikte abzeichnen.

Oder die Frage, hat der Arbeitgeber dann weiterhin das Recht, jemanden Drogen am Arbeitsplatz zu verbieten oder wird es sich dann nach und nach dazu entwickeln, dass das immer weiter aufgeweicht wird, ja vlt. sogar vom Arbeitgeber empfohlen wird (im Sinne Leistungssteigerung).

In Zeiten des Internets muss es das auch gar nicht mehr, vor allen wenn es legal ist.

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@Sofian Vielen Dank! Also in die Richtung brauchen wir zunächst nicht zu arbeiten.

Man könnte z.B. die Daten lokal speichern. Dann wäre es aber möglich, mehrere Shops abzuklappern, was dann auch wieder nicht zielführend ist.

Der eigentliche Hebel ist

Also

wäre schon nicht legal. Auch das Abklappern mehrerer Läden und dann der Besitz dieser Menge sind strafbar.

Die Ini geht ja in die Richtung, dass exakt dieser Missbrauch dann stärker verfolgt wird und der echte private Konsum entkriminalisiert wird.

Und selbst wenn jemand täglich 2kg Koks konsumiert, soll er das lieber im staatlichen Laden kaufen, als bei den Terroristen.

Das ist nicht meine Intention. Mir geht es darum, dass der Konsum heute ohnehin stattfindet. Geld fließt in die Taschen von Kriminellen. Jeden Tag.

Ich möchte die negativen Effekte nicht leugnen. Im Gegenteil. Ich möchte mehr Geld für Aufklärung. Und dass soll direkt über den Konsum eingenommen werden.

Auch heute findet „Komasaufen“ legal statt, obwohl die Effekte von Alkohol bekannt sind. Eine legale, akzeptierte Droge. Und aus wirtschaftlichem Interesse toleriert man das.

Also: Steuereinnahmen aus Alk zweckgebunden in die Aufklärung und Therapie. Tabak und alle Drogen staatlich kontrolliert abgeben. Steuereinnahmen und Gewinne daraus ebenfalls zweckgebunden in Aufklärung und Therapie.

Entkriminalisierung der Drogenkranken. Austrocknung der Geldqullen von Kriminellen.

Danke, dass du trotzdem schreibst. Ich möchte in der Ini natürlich auch die Bedenken nennen.

Aber dann bitte inhaltlich. Nur weil Vice darüber schreibt, ist das Thema nicht verkehrt. Und z.B. geht DiB teilweise auch auf einen Artikel der Huffpost zurück…

Das ist doch ein Widerspruch in sich, oder?

Also statt Verboten sollten die „neuen Drogen“ schnell und in guter Qualität in den staatlichen Drogenläden verfügbar sein. Zusammen mit einem Aufklärungszettel, der über Risiken informiert und auch sagt, wie lange nach welchem Konsum man z.B. nicht Auto fahren darf. Falls nur ein geringer Teil der Konsumenten diese Zettel liest und ernst nimmt, ist das immer noch besser, als die aktuelle Situation. Oder kennt jemand einen Dealer, der einen davor warnt, nach dem Joint Auto zu fahren?

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Die „Erfolge“ beim Thema Alkohol lassen sich 1:1 auf alle weiteren Drogen übertragen:


Mir geht es um den Aspekt, wie die Prohibition die Kriminellen reich gemacht hat. Bitte lest den Artikel mal unterdiesem Aspekt, dann wird eigentlich klar, was wir uns mit dem Verbot antun.

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Hallo @niko, danke für die Frage und ich finde das auch sehr wichtig. Wir kennen uns ja nicht uns sehen uns noch nicht einmal, daher sollte die Intention klar sein.

Ich fände auch gut, wenn diejenigen, die sich dann letztendlich als Mitinitiatoris im Plenum eintragen lassen, ebenfalls ihre persönliche Intention und auch ein paar Worte zum Konsum äußern. Ja, das geht relativ weit. Halte ich aber bei diesem Thema für wichtig. Es sollte keinesfalls der Eindruck aufkommen, dass wir uns unsere Halluzinogen - Parties legalisieren wollen.

Ich persönlich konsumiere keine illegalen Drogen und habe das auch nicht vor. Meine Intention ist es, den kriminellen Sumpf auszutrocknen und sowohl Suchtkranke als auch Anbauländer zu entkriminalisieren. Das Problem liegt im Bedarf. Daher ist weiterhin meine Intention, die Aufklärung und Prävention zu verbessern und das Geld dafür direkt aus dem Verkauf zu ziehen. Ebenfalls ist meine Intention, Nikotin dort anzusiedeln, wo es hingehört. Kaum jemand kommt davon wieder los und es ist an jeder Ecke auch für Minderjährige leicht verfügbar.

Ich hoffe, das beantwortet die Frage. Falls nicht, bitte weiter nachhaken, denn wie gesagt finde ich die Transparenz in dieser Hinsicht bei dieser Frage extrem wichtig.

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Würde eine Legalisierung nicht zum Ansteigen des Bedarfes führen? Diejenigen die jetzt durch Verbote von Rauschmitteln abgeschreckt werden, hält dann ja nichts mehr ab, diese zu probieren.

Das ist die landläufige Meinung. Siehe oben der Artikel auf heise über Portugal zeigt, dass es anders ist.

Der Reiz des Verbotenen entfällt. Die Aufklärung wird verbessert. Die Therapieangebote werden verbessert.

Natürlich kann es sein, dass mehr Menschen Drogen ausprobieren. Aber das führt nicht dazu, dass aus denen direkt Junkies werden. Die aktuelle Situation führt zu finanziell gut ausgestatteten Verbrecherbanden. Und das ist weitaus schlimmer, als dass mal jemand zum 18. einen Joint raucht oder einen Trip einwirft, der das heute vielleicht nicht tun würde.

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Ich bin für die Legalisierung sogenannter „weicher“ Drogen, nicht für eine allgemeine Legalisierung.

Gerade solche, die schnell zu Sucht, körperlicher Abhängigkeit und gesundheitlichen Verlusten führen, sollten nicht freigegeben werden. Das hielte ich für ein fatales Signal.

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Wenn man dem konsequent folgt, muss man Nikotin komplett verbieten. Dessen Suchtniveau ist identisch zu Heroin.

Aber um die Akzeptanz zu erhöhen, könnte man in der ohnehin geplanten schrittweisen Einführung einen weiteren Schritt einbauen. Zunächst eine Reihe von „weichen“ Drogen legal verkaufen. Also alle „Einstiegsdrogen“. Grundsätzlich möchte ich aber alle entkriminalisieren.

Und insbesondere Heroin und Crack müssen zu medizinischen Zwecken verwendet werden dürfen. Hier geht es um die Fälle, in denen z.B. Methadon nicht zielführend eingesetzt werden kann. Da Cannabis eine „weiche“ Droge ist, erübrigt sich dann auch das Geschwurbel um die medizinische Wirksamkeit.

Die aktuelle Drogenpolitik erschöpft sich leider in der Verteufelung aller „bösen“ Drogen. Der Erfolg ist mäßig und die Stigmatisierung der Suchtkranken ist menschenverachtend. Die Politikers der etablierten Parteien haben Angst vor ihrer wertkonservativen Basis und dann wird mal wieder Drogenpolitik auf Stammtisch - Niveau gemacht. Natürlich bei Bier und Zigarette.

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Ich habe die Befürchtung, dass nach der Legalisierung, die Industrialisierung der Drogen folgt.
Diese „Drogenindustrie“ nimmt dann Einfluss auf alle Entscheidungsprozesse. Als Beispiel die Tabak- und Alkoholindustrie. Es dauerte lange bis sie eingestanden haben das ihre Produkte wirklich gesundheitsschädlich sind.
Bei einigen Industriezweigen sehen wir ja aktuell auch, wie schwer Regulierungs- und Schadensfragen sind.

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Dem möchte ich ja durch das Werbeverbot, die Aufklärung und die staatliche Abgabe entgegen wirken.

Mein Ziel ist, dass Extacy und Kokain ähnlich „sexy“ werden, wie Briefmarken.

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Willkommen und ich wollte dir das Thema nicht wegschnappen. Ich möchte es aber auch nicht vergessen. Falls du es also übernehmen und treiben möchtest: Sehr gerne.

Schon heute bekommt man Alkohol ab 16. Und Patex ohne Altersbeschränkung. Wer einen Rausch will, bekommt ihn auch. Aber ich wäre offen, was das Alter angeht. Also „weiche“ ab 18 und „harte“ ab 21?

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber für mich ist der wichtigste Punkt die Abschaffung der Geldquelle für die Drogenmafia. Aufklärung und Prävention sollen besser ausgestattet und intensiviert werden. Daher müssen alle Drogen legal verfügbar sein und die Gewinne müssen zweckgebunden in die Drogenprävention und die Therapie fließen. Das Alter spielt für mich also weniger eine Rolle, als die legale Verfügbarkeit aller Drogen.

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Ich habe den Text oben im Kopf jetzt angepasst. Ist das so ok?

@megaera, @Jojo, @AlexanderKleilein: Falls ihr die Ini unterstützt, würde ich euch um die „Transparenz - Info“ (siehe oben, euren „Drogenhintergrund“ und eure Motivation) bitten. Dann würde ich das und euch auch oben im Kopf eintragen.

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Hallo zusammen,

spannendes Thema, bei dem ich mich hin- und hergerissen fühle zwischen den Argumenten. Spontan widerstrebt mir der Gedanke dieser weitreichenden Liberalisierung – ich muss aber zugeben, dass es mir auch bei Cannabis zunächst so ging und ich da meine Meinung vor ein paar Jahren geändert habe. Insofern kann ich auch den einleitenden Argumenten von @anon40304920 folgen.

Mein Impuls wäre: An Themen wie diesem sieht man deutlich, dass wir dringend neue Wege der inhaltlichen Auseinandersetzung, Positionsbestimmung und Konsentfindung bei DiB testen müssen. Mir widerstrebt der Gedanke, dass eine solch weitreichende und sensible Initiative einfach nach ein bisschen weiterer Marktplatz-Diskussion und etwas Austausch unter den Initiator/innen im Plenum landet und ich und viele Andere dann aus dem Bauch heraus eine recht uninformierte Entscheidung treffen müssen.

Um unsere Initiativen und unser Programm auf das nächste Level zu bringen, brauchen gerade die kontroversen Themen mehr Zeit, mehr Raum und vor allem mehr Expertise.

Deshalb meine Frage an diejenigen, die sich vorstellen können, diese Initiative anzustoßen: Wie könnte ein solches Vorgehen aussehen, wie sammelt ihr ausreichend Wissen und Expertise zum Thema ein, wie machen wir das für Mitdiskutierende verfügbar, wie werden relevante Sichtweisen (z.B. von Suchtkranken) eingebunden, wie gestalten wir eine konstruktive Diskussion und wie lässt sich eine gute Entscheidung treffen (z.B. via SK)?

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