Mehr Stimmgewicht für Eltern (war: Eine Stimme pro Kind)

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Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Bearbeitungsstatus: Idee
Redaktionsschluss: offen

Einleitung:
Ich würde gerne eine alte Idee aufgreifen, an die ich heute erinnert wurde. Es geht um die Generationengerechtigkeit und das Gegensteuern aufgrund der umkippenden Alterspyramide.

Problembeschreibung:
Eltern können für ihre Kinder immer schwerer nachhaltige Politik gestalten.
Einerseits haben sie wenig Zeit, um sich politisch zu engagieren, andererseits wird die Gesellschaft immer älter und viele Regelungen werden zulasten der folgenden Generationen getroffen.

Forderungen
Eltern sollen zusätzliche Stimmen oder zusätzliches Stimmgewicht für Kinder bekommen.

Quellen

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Ist es destruktiv, wenn ich jetzt schon schreibe, dass ich dagegen bin? :see_no_evil:

Ich halte die Problembeschreibung für nicht lösbar durch die Forderung, v.a. weil ich nicht glaube, dass Eltern immer im Interesse ihrer Kinder abstimmen. Da fehlt mir oben auch noch die Argumentation, aber ist ja ein work in progress, also bin ich gespannt was noch kommt :wink:

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Ich verstehe die Verbindung zwischen Stärkung der Kinderrechte, Ombutsstelle für Kinder und Stimme für Eltern für jedes Kind irgendwie nicht… Das eine kann ich unterstützen, eine Ombutsstelle für Kinder ist sicherlich sinnvoll, wobei ich die Arbeit der Jugendämter nicht grundsätzlich in Frage stelle würde, aber wie gipfelt das in Stimmen für Kinder bei der Wahl?..

nicht als Mod

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Ich glaube eine ähnliche Diskussion hatten wir hier schon mal:
https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/kinder-haben-recht-e/1279/68

In der Problembeschreibung gehst du davon aus, dass Eltern generell nachhaltige Politik gestalten, wenn sie denn können. Das sehe ich nicht so und in diesem Artikel wird das auch angerissen (Welt-Artikel).

Die Studie dazu ist recht interessant: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_Generation_Wahl-O-Mat.pdf

Seite 24, 4. Kinder verstärken die eigene Gegenwartsorientierung, dort wird die Problematik beschrieben, aber auch die Perspektive, das Wahlrecht danach zu ändern.


Ich denke, Menschen entscheiden nachhaltig, wenn sie es gelernt haben, langfristig zu denken. Den Zusammenhang zu der Zeit wo man Elternteil ist sehe ich daher nicht unbedingt. Wesentlicher ist die soziale Umgebung in der man aufwächst und wie sie einen prägt.

Das Problem das Eltern nicht genug Zeit haben sich politisch zu engagieren wird mit dieser Forderung auch gar nicht behandelt.

Die Problematik, dass die jüngere Generation immer mehr zur Minderheit wird, kann man auch anders begegnen. Zwischen 16/18 und 30 Jahren könnte jeder von ihnen ebenfalls einfach 2 Stimmen bekommen. Ob diese dann allerdings nachhaltiger handeln, wäre wiederum vom sozialen Umfeld und vom Bildungsniveau abhängig.

Grundlegend sehe ich aber hier, wie auch beim originalen Vorschlag, einen Konflikt mit dem Prinzip der Wahlgleichheit.

Handwerklich stelle ich mir die Frage, wer bekommt dann die Stimme des Kindes? Beide Eltern jeweils eine halbe? Hat es Einfluss ob man Alleinerziehender ist? Bekommen Eltern dann Wahlzettel für ihre Kinder und müssen diese dann mit zur Wahlkabine nehmen? Das wirkt mir alles sehr bürokratisch und anfechtbar…

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Als Vater von zwei Kindern bin ich dagegen.
Bin hier eher bei @Renaldo:

Ich kenne viele „bekloppte“ Eltern. Denen möchte ich ungern mehr Stimmrechte geben. Viele von denen sind Nicht- oder Protestwähler.

Da bin ich eher dafür, das Alter für das Wahlrecht zu senken. Soll die Jugend selber ihre Stimme abgeben.

+++ nicht als Moderator +++

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Da gibt es keine Verbindung, außer dass Frau Schwesig das alles umsetzen wollte. Ich möchte nur einen Versuch machen, das Übergewicht der Stimmen von Menschen ohne Kinder hin zu einer Möglichkeit zu bewegen, mehr Gewicht auf die Nachhaltigkeit zu legen.

Ja, danke, ist damals leider versandet.

Genau. Die Wahlzettelmitnehmen, nicht die Kinder. Schwieriger finde ich die Frage, wie das laufen soll, wenn die Eltern sich nicht einig sind.

…vielleicht sind sie das, auch weil Politik immer mehr für alte Menschen gemacht wird. Unsummen für Prunkbauten und Straßen, aber was ist mit Kinderbetreuung und Spielplätzen?

Wenn die Politik weiß, dass Eltern ein erhebliches Gewicht haben, muss auch mehr für Kinder getan werden.

Aktuell hat die Politik eher Angst vor den mittelalten weißen Männern, die sich nicht um Kinder kümmern oder bemühen, sondern auf irgendwelchen Demos gegen Überfremdung herumlaufen.

haben wir schon versucht und ist nicht angenommen worden.

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In einer idealen Welt, mit gut gebildeten und informierten Bürger*innen und Eltern, würde ich sofort dabei sein.

Leider scheint mir diese Voraussetzung z.Zt. nicht gegeben, bitter, aber daher von mir auch keine Zustimmung - schade!

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Ich denke, das ist zu kurz gesprungen.
Politik wird von mittelalten, weissen Männern gemacht. Aber die sind auch im Gros beamtet oder haben ihre Pfründe gesichert.

Politik wird NICHT für alte Menschen gemacht:

  • Man erhöht die Rente um 1,5 Prozentpunkte, sodass bei Witwe Bolte dann statt 830,- € ganze 840,- € ankommen. Miete kostet inkl. Nebenkosten 500,- €. da wird sich Witwe Bolte richtig freuen.
  • Ein anständiger Pflegeplatz ist unter 3.000,- € nicht zu haben.
  • ÖPNV ist nicht seniorenfreundlich
  • Technik / IT ist nicht seniorenfreundlich
  • etc., pp

Politik wird für ältere Wähler*innen gemacht, aber nicht für ältere Menschen!

Ich bin ja bei Dir, dass Kinder- und Familien mehr bedacht werden müssten, aber sie müssen nicht gegen die Alten ausgespielt werden. Wir müssen das zusammenbringen, bspw. Wohnkommunen attraktiver machen.

Zudem schreibt sich DiB auf die Fahne in Ämtern und Führungspositionen die Gesellschaft abzuspiegeln.
50 Frauen sollen auch 50 Positionen bekleiden.
25 Vielfaltsmenschen sollen auch 25 Positionen bekleiden.
Dann können wir aber nicht fordern, dass 60 Alte von 40 Jungen vertreten werden.

Ich kann kaum glauben, was ich hier schreibe, denn ich will ja auch eine bessere Welt für mich und meine Kids. Aber deinen Vorschlag kann ich nicht gutheissen.

+++ nicht als Moderator +++

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Es gibt insgesamt viele Menschen mit fragwürdiger Einstellung. Deshalb stellen wir doch auch nicht das Wahlrecht in Frage. Auch wenn ich zugeben muss, dass das attraktiv wäre… :stuck_out_tongue_winking_eye:

Eine Verlagerung in Richtung der jungen Menschen kann man immer so darstellen.

Man könnte z.B. als Elternteil einen andersfarbigen Stimmzettel bekommen. Einen für den Vater, einen für die Mutter. Die zählen dann mal 1,5. Also kein Bürokratie - Monster, sondern ganz einfach.

Na dann lasst uns visionär und utopisch denken. Dass das Vorhandensein von Kindern einfach ignoriert wird, kann es doch auch nicht sein. Anrechnung des Kindergeldes auf Hartz 4 hätte mit mehr Gewicht für Eltern so sicher nicht lange Bestand.

So 100% überzeugt bin ich auch nicht davon, aber gestern bin ich mit der Nase darauf gestoßen worden und wollte mal die Meinung des MP hören.

Ich will auch eure Gegenargumente nicht klein reden. Im Gegenteil kennt ihr das ja sicher schon: Falls tatsächlich mal eine Ini daraus wird, kann ich so direkt darauf eingehen, also vielen Dank dafür.

Aber etwas muss passieren. Dass Elterninteressen immer hinten anstehen, weil sie keine Zeit haben, ständig auf Demos zu gehen oder an Sitzungen teilzunehmen, finde ich nicht haltbar. Mehr als vollmundige Versprechen kommen nie heraus, siehe der Artikel oben. Rückblickend tolle Presse, aber die Umsetzung…?

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Naja, aber die Begründung für eine Stimme mehr fürs Kind wäre ja, dass sie die Interessen ihrer Kinder besser vertreten. Und das zweifle ich massiv an.

Ich werde immer dafür werben, wenn ihr die Stimme der Kinder stärker wollt: Gebt den Kindern eine Stimme! Nicht irgendwelchen Leuten, die angeblich für sie sprechen können.

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zweifelhafter, als die umsichtige Art, mit der die Gesamtbevölkerung ihre Stimme nutzt ganz sicher nicht.

Meine Tochter (16) ist SEHR dagegen. Es gibt unter den 14-18jährigen ihrer Meinung nach erheblich mehr „verpeilte“, als unter den Erwachsenen. Da ist man recht schnell mit Todesstrafe, etc. dabei. Also geht bitte nicht von euch aus, denn da ihr hier seid, wart ihr wahrscheinlich schon früher eher aktiv und engagiert.

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80-100jährigen meiner

Jüngeren. Trotzdem spricht denen niemand das Wahlrecht ab. Was auch gut so ist! Ich persönlich finde aber, dann darf das auch kein Argument den jüngeren das Wahlrecht vorzuenthalten :wink:

Anyway: Ja, ich zweifle an, dass Eltern “besser“ für ihre Kinder stimmen, als dass alle Menschen im Sinne der Kindern stimmen. Ich kenne zu viele Leute, denen es lieber gewesen wäre niemand kriegt ihre Stimme als dass ihre Eltern ihre Stimme kriegen :woman_shrugging:

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haha - stimmt! :joy:

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Ich bin da ganz bei Sabine. Gebt den Kindern eine Stimme. Da bin ich sogar radikal. Stimmrecht ab Geburt, dann kann jedes Kind selber bestimmen, wann es davon Gebrauch machen will.
Auch meine Kinder haben sich darüber schon Gedanken gemacht und mit 12 Jahren kam die Frage, warum dürfen wir nicht wählen ( da ging es um die Kommunalwahl).
So wie bei den Erwachsenen auch würde ein Teil das Wahlrecht in Anspruch nehmen und andere halt nicht.
Für eine Delegierung an die Eltern würde ich nicht zustimmen.

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Wie soll das praktisch aussehen?

Da kam mir gerade die Idee zu einem Kompromiss:

Die Eltern nehmen die Stimme für Kinder wahr, bis die 14 sind (jeder Elternteil 0,5).

Kinder KÖNNEN das Wahlrecht ab 14 beantragen, wenn sie 14 UND Mitglied einer Partei sind. Sozusagen als Nachweis der politischen Willensbildung. Etwas mehr Demokratie, aber auch die Möglichkeit für Kinder, wählen zu dürfen.

Würfeln?
Schnick schnack schnuck?
Oder per Abzählreim: Ene mene muh und raus bis du …

Für Kinder ist doch Spielen das A und O ihrer Entwicklung . :grinning:
Gut, bei Babys funktioniert das auch noch nicht.

ist ja eh Teil des Konzeptes. In diesem Zusammenhang sieht das für mich aber eher so aus, als würde Mitbestimmung durch Geld ersetzt. Ich wäre für Beides!

Sollten sie das nicht selbst entscheiden? Warum müssen sie vom Wohlwollen der Alten abhängig sein / darauf hoffen?

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Die grundsätzliche Idee ist, dass Kinder einmal zum Wahlamt gehen müssen und quasi einmal beantragen müssen ins Wähler*innenverzeichnis aufgenommen zu werden. Wenn sie das nicht machen, dann mit 16/18 wie jetzt auch :slight_smile:

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Ich verfolge diese Diskussion mit Interesse und bin gespalten in meiner Meinung.
Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust.

Ich möchte den Vorschlag machen, dass wir die bisherige Beteiligung von Jugendlichen in der politischen Arbeit erarbeiten.
So gibt es einige Erfahrungswerte, die wir in dieser Diskusiion berücksichtigen sollten.

HIer einige Links zu diesem Thema.
https://www.kinderpolitik.de/methoden/content/methode.php?ID=388
http://jugendgemeinderat.de/
http://www.bpb.de/lernen/grafstat/partizipation-vor-ort/157328/kinder-und-jugendparlamente

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Lieber @Surfista , ich habe Deinen Eröffnungsbeitrag mit einem Herz bedacht , weniger weil ich diesen Ansatz so besonders zielführend halt , sondern , weil er ein wichtiges Problem unserer Gesellschaft in die Diskussion zurück bringt . Wir sind keine Kinderfreundliche Gesellschaft und das müssen wir ändern .

Die Frage ist , wie . Deutschland hat 1992 die UN-Kinderrechtskonvention https://www.unicef.de/blob/9364/a1bbed70474053cc61d1c64d4f82d604/d0006-kinderkonvention-pdf-data.pdf in Kraft gesetzt , wenn auch unter dem Vorbehalt , dass Ausländerrecht vor Kindesrecht geht . (???) Es hat dann nochmal 18 Jahre gedauert , bis dieser Vorbehalt zurückgenommen wurde und dann nochmal 4 Jahre , bis die UN-KRK per Gesetz in Deutschland uneingeschränkt Geltung bekam . https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Kinderrechtskonvention

Ich halte den Weg , Eltern bei Wahlen eine Stimme pro Kind mehr zu geben für den falschen Weg , aber auch , Kinder direkt wählen zu lassen , für wenig sinnvoll (mit der Herabsetzung des Wahlalters auf 14 oder 16 könnte ich mich jedoch anfreunden) . Kinder sollen in erster Linie Kinder sein dürfen und sich darauf verlassen können , dass wir Eltern und Großeltern oder Urgroßeltern Politik auch in ihrem Interesse gestalten und als Wähler/innen . Ich persönlich finde es sogar angesagt , wenn unsere Entscheidungen unsere Kinder in den Vordergrund stellten .

Doch dazu bedarf es eines deutlichen Umdenkens und der bedingungslosen und schnellen Umsetzung der UN-KRK , nicht (wie oben angeführt) 24 Jahre bis zum Gesetz über das Kindeswohl . Dazu braucht es keine signifikante Änderung des Wahlrechts , sondern nur den politischen Willen breiter Bevölkerungsschichten , die sich auch mit lauten Stimmen dafür stark machen .

Wir Alle (gemeint sind alle Einwohner unseres Landes , aber auch die Gewählten) wissen schon lange um den demografischen Wandel , da hilft es auch wenig , wenn wir uns mit gestiegenen Geburtenzahlen (hauptsächlich Migranten und Geflüchteten geschuldet) zu betäuben versuchen . Es ist noch immer so , dass wir keine kinderfreundliche Gesellschaft sind . Es ist nicht die Aufgabe unserer Kinder , dies zu ändern , sondern unsere Pflicht .

Unabhängig von all dem könnte die flächendeckende Einrichtung von Kinderparlamenten aus Steuermitteln des Bundes ein guter Weg sein , ihnen auch eine Stimme zu geben .

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