Laufzeitbegrenzung der Modernisierungsumlage

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#21

Und wenn man eventuel ein Amt(Schiedsgericht?) schafft an das sich Mieter wenden können bei verfehlungen des Vermieters. Welchen den Vermieter zu Rückzahlung In Höhe X und auch Rückwirkend verpflichten kann?

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#22

Gestern auf ZDF info und in der Mediathek:

"Ein Beispiel für die Misere auf dem Wohnungsmarkt gibt ein Haus in der Lützowstraße in Berlin-Tiergarten. Für die Mieter dort spielt sich seit Weihnachten 2016 ein Drama ab, denn sie sollen raus aus ihren Wohnungen.

In dem Gebäudekomplex mit knapp 100 Wohnungen leben Menschen mit kleinem Einkommen - Rentner, Familien, Bezieher von Hartz IV oder Grundsicherung. Manche schon seit 40 Jahren. Gekauft hat das Gebäude eine Investmentgesellschaft, die die einstmals vom Staat geförderten Wohnungen modernisieren und in Eigentum umwandeln will. Sie verspricht ihren Anlegern Renditen bis zu 18 Prozent - jährlich. “Leben heißt Veränderung”, schreibt die Hausverwaltung dazu an die Altmieter und kündigt schon einmal Mieterhöhungen von über 70 Prozent an. Die Modernisierungsumlage macht es möglich."
(Hervorhebung von mir)

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Grundwerte zum Thema Mieten
#23

Gestern auf RBB und dort in der Mediathek bzw bei ARD:

Interessant fürs Thema wird es ab Minute 35 bis Minute 39, wo der Vertreter von Deutsche Wohnen eine Antwort gibt auf die Frage: Warum sollen Mieter für eine Modernisierung unbegrenzt zahlen?
Sinngemäß: Wir als Immobilienwirtschaft machen ja nicht die Gesetze, sondern befolgen sie ja nur. Ein Ende des Modernisierungszuschlags ist da im Moment nicht vorgesehen.

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#24

Da wir gerade andernorts über die Aberkennung der Gemeinnützigkeit von attac diskutieren, sei hier mal erwähnt, dass es bis 1990 auch eine Wohnungsgemeinnützigkeit gab. Diese wurde unter der Regierung von “Birne” Kohl abgeschafft.

Neuerdings wird allerdings von progressiven Kräften für eine Neue Wohnungsgemeinnützigkeit plädiert (Wohnungsgemeinnützigkeit 2.0).
Eine Studie dazu von :sunflower: kann man hier in Kurzfassung nachlesen.
Oder auch einen Kommentar dazu aus dem Tagesspiegel.

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#25

Wohnungsmarkt in Berlin: Ein Volksbegehren für Enteignung (Dlf)

Zitat daraus:
„Im Prinzip finde ich Eigentum keine verkehrte Sache. Aber die Art und Weise, wie mit Eigentum umgegangen wird in der Praxis, führt zu Problemen, die demokratische Lebensverhältnisse am Ende verunmöglichen.“

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#26

die Umlage muss komplett gestrichen werden denn der Vermieter hat in den Jahren zuvor genügend Rücklagen zu schaffen um eine Modernisierung von Zeit zu Zeit vornehmen zu können.

#27

@MDK ich bin immer wieder überrascht, wie einfach die Welt doch sein kann. Vermietest du?

  1. auf Mieterträge werden Steuern fällig
  2. aus Mieterträgen müssen zuerst mal Reparaturen und Sanierungen gezahlt werden,denn dazu bin ich nach dem Mietvertrag verpflichtet.
  3. aus Mieterträgen müssen ggf. auch noch Tilgungen erbracht werden, diese Beiträge kann ich nicht steuerlich geltend machen
  4. Es ist deshalb nicht so einfach, etwas zurück zu legen, um von Zeit zu Zeit zu modernisieren.
  5. Gemietet wird der Zustand, wie er ist. Keine Mieterinnen haben das Recht auf Modernisierung (es sei denn gesetzliche Regelungen führen zwangsläufig dazu- z.B.Nachtspeicherheizungen).
  6. Jetzt investiere ich trotzdem, z.B. in Dämmung, damit erhält die Immobilie einen höheren Wert, es steigt aber auch der Nutzwert der Wohnung. Ist da nicht auch eine Mieterhöhung gerechtfertigt?
  7. Es kommt auf ein sozial ausgewogenes und angemessenes Verhältnis und den Ausgleich der betroffenen Interessen an. Ich bin voll dafür, dass Luxussanierungen, die letztlich der Entmietung dienen sollen, nicht umgelegt werden dürfen. Es muss aber dennoch möglich bleiben, Mieterhöhungen im laufenden Mietvertrag durchzusetzen, denn sonst unterbleiben Investitionen.
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#28

so einfach ist dass …

#29

Äpfel und Birnen. Eine Sanierung führt nur den vermieten Status Quo wieder herbei, wir reden hier aber über Modernisierung, das ist eine Verbesserung des vermieteten Zustands.

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#30

Wer regelmäßig renoviert und saniert braucht in erster Regel nicht modernisieren denn wenn regelmäßig saniert, wird wird die Modernisierung zur reinen Willensbekundung des Vermieters.

#31

Zitat “Schwäbische Wirtschaft” (s.o.):

Die Deutsche Wohnen … steht in dem Ruf, die Instandhaltung der Gebäude so lange zu verzögern, bis sie komplett modernisiert werden müssen. Diese Kosten lassen sich dann auf die Mieter umwälzen.

So einfach kann Geldvermehrung sein. (Hervorhebung von mir)

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#32

Dito

Deutliche Parallelen zur Deutschen Bahn

#33

Dann viel Spaß mit der Ofenheizung und dem Etagenklo.

Matthias, du erwartest, dass jemand anders allein ins Risiko geht, damit du immer eine schöne, moderne Wohnung bewohnst, die du so nicht gemietet hast. Warum sollte ich an dich vermieten? Warum solltest du überhaupt eine Mietwohnung haben können, kauf doch. (Ironie aus) Warum sollte ich investieren? Dann warte ich doch lieber, bis dich das Etagenklo nervt und du ausziehst (und in der Wohnung mit Bad dann auch mehr Miete zahlst) und modernisiere dann erst zur Neuvermietung.
Ich glaube nicht, dass es immer nur Gegensätze zwischen Eigentümerin und Mieterin geben muss, zwischen jemandem, der hat, und jemandem, der nicht hat. Auf das vernünftige Miteinander kommt es an.

Ich bin doch auch zufrieden und abgesichert, wenn meine Mieter zuverlässig ihre Miete zahlen, die Wohnung pfleglich behandeln und noch freundlich mit mir sprechen, wenn mal was ist, und mir nicht gleich ein Anwaltsschreiben zusenden. Und dann bin ich auch eher mal bereit, was zu geben, wozu ich nicht vertraglich verpflichtet bin.

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#34

Liebe @WUte , willst Du Dich als Person mit Deinen wohlwollenden Absichten ernsthaft mit einem reinen Renditeunternehmen (AG) vergleichen?

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#35
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#36

Lieber @MDK und Co. Was mich an dieser Diskussion stört, ist die einseitige Betrachtung.Ja die “deutsche Wohnen” ist ein Paradebeispiel für “Renditesucht” Ich würde mir bei diesem Thema, und nicht nur da eine differenziertere Betrachtung wünschen.

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#37

Mir kamen tatsächlich die Tränen beim Lesen des von @WUte verlinkten Artikels. Es scheint ja für Privatvermieter immerhin so lukrativ zu sein, dass man dieses “Geschäft” betreibt. Oder sind alle Privatvermieter Masoschisten?

Nein, ich glaube es liegt eher auch an der Null-Zins-Politik der EZB. Leider profitieren davon lediglich diejenigen, die schon über genügend Kapital verfügen, um es in Wohnungen oder ganze Häuser zu stecken. Auch das treibt den Immobilienmarkt. Der Kleinsparer bleibt außen vor.

Wie differenziert ist es denn gewünscht @RobWoh? So differenziert, dass man allen hier gleich Undifferenziertheit vorwerfen muß? Am Besten ist es doch mit gutem Beispiel voranzugehen.

#38

Man muss wohl erstmal differenzieren, wo die vermietete Immobilie herkommt. Beispielsweise durch Tod von Menschen. Oder irgendwann mal gekauft (bzw. finanziert über z.B. eine Sparkasse, noch nichtmal abgezahlt) und dann kam ein erzwungener Jobwechsel. Oder oder oder. Wir können ja nicht davon ausgehen, dass alle Vermietenden vermieten um damit Reibach zu machen. Miese will man damit sicher auch nicht machen.

Und wenn sich Leute dazu entscheiden, ein Erbe nicht zu vermieten, weil es zu stressig ist oder erstmal hergerichtet werden müsste oder oder oder, dann können sich diese Leute anhören, dass sie bitteschön ihre freien Zimmer oder ihre leere Wohnung vermieten sollen.

Also ich bin auch sehr stark dafür, etwas genauer hinzuschauen. Ich hab hier gerade den Eindruck, dass manche Leute es manch anderen so oder so nicht Recht machen könnten.

#39

Wer ist denn “euch”?
Lagerbildung?
Sorry, aber ich glaube auch das führt zu nix.

geschlossen, #40

Auf Wunsch der Thread-Erstellerin nun geschlossen.