Katastrophenschutz - Pflichtfach schon ab der Grundschule

Aufruf: Ich suche Mitstreiterinnen, Expertinnen
Kontaktart: Kommentar unter Beitrag
Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: Petra J.
Bearbeitungsstatus: Entwurf

Einleitung, Problembeschreibung, Forderungen:

Erdbeben, Sturmfluten, Hochwasser, Wetterphänomene (Sturm/Orkan/Windhosen, Starkregen, extreme Hitze) mögen Ausnahmezustände sein, die je nach Blickwinkel auf die Zeitachse und im Rahmen von Diskussionen um Klimawandel und Ausbeutung der Erde (Stichwort Fracking, Rodung etc) in Zukunft vermutlich zunehmen werden. In meinem Umfeld höre ich gerade jetzt sehr häufig: „Dass es uns so stark treffen konnte, hätte ich nie gedacht. Das geschieht doch nur im Ausland“

Fragestellung: Getreu nach dem Motto „was Hänschen nicht lernt - lernt Hans nimmermehr“ sollten Kinder und Jungendliche lernen:

  • was Notsituationen sind
  • wie erkennt man Notsituationen (z. B. Alarmierung durch Sirenen)
  • an wen wendet man sich (Notrufnummern, offizielle Stellen)
  • wie sollte man sich in einer Notsituation verhalten (wen alarmiere ich, wie schütze ich mich, wie kann ich helfen)
  • was sollte man unterlassen (Stichwort: filmen von Notfällen, Katastrophentourismus)
  • aus welchen Quellen sollte man sich informieren (Stichwort Soziale-Medien-Kompetenz)
  • wie kann man sich auf Notsituationen vorbereiten (Stichwort Notfallrucksack)

Ein positiver Nebeneffekt: Kinder sind Multiplikatoren innerhalb einer Familie. So rückt das Thema „Katastrophenschutz“ auch in das Blickfeld von Eltern, Großeltern u. a.

Die Forderung:
Einführung von Pflichtstunden zum Thema Katastrophenschutz. Angepasst an die Alters- bzw. Entwicklungsstufen - regelmäßig wiederkehrend (z. B. ab der 1. Klasse im 2-Jahres-Rhythmus)

Quelle
Ein Beispiel aus Japan In Japan bereiten sich schon Kinder auf Erdbeben vor - Hamburger Abendblatt

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Erste-Hilfe-Kurse, die regelmäßig durchgeführt werden an Schulen, fände ich auch sehr sinnvoll.
Sabine - nicht für die Moderation

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Keine schlechte Idee.
Man sollte es, wie schon über mir gesagt, um einige Dinge erweitern:

  • Die im Ursprungsbeitrag genannten Dinge
  • Erste Hilfe
  • Sozialkompetenz im Umgang mit Opfern einer Katastrophe (also wie gehe ich mit Opfern um, richtige Worte, Beruhigung etc.)
  • einen praktischen Teil (bei THW, Feuerwehr, Bundeswehr und andere)
    Ich wäre dafür, dafür immer eine „Katastrophenschutzwoche“ einführen, gerne jedes Schuljahr.
    Bis zur 5. Klasse mit Schwerpunkt auf den im Ursprungsbeitrag genannten Punkten mit kleine praktischen Übungen vor Ort. (wo ich denke, da reichen dann noch 2-3 Tage je Schuljahr)
    Ab der 6. Klasse ergänzt um Erste-Hilfe-Kurse und praktischen Übungen bei den zuständigen Organisationen. (dafür dann schon die 5 Tage, weil halt einiges dazu kommt).
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Grundsätzlich ist das eine gute Idee, dass Kinder und Jugendliche in der Schule an den Katastrophenschutz herangeführt werden.

Aktuell in Zusammenhang mit der Flutkatastrophe ist ein anderes Problem in den Vordergrund getreten: Es gibt in Deutschland offenbar kein funktionierendes Frühwarnsystem.

Im Vorfeld wurde von den Wetterdiensten und vom Bundesamt für Katastrophenschutz präzise vor den Starkregenfällen gewarnt, aber in betroffenen Kreisen wurde nicht oder unzureichend reagiert.

Es stellt sich nun die Frage, ob wir den Katastrophenschutz neu organisieren müssen.

Das ist natürlich ein weiteres Problem was durchaus eine neue Initiative wert wäre. Mit dieser Initiative bieten wir ein Programm zur Hilfe und Selbsthilfe an. Aber wir sollten schon dafür sorgen, dass wir Menschen gar nicht erst in die Situation bringen, wenn es, wie in diesem Fall, zum großen Teil vermeidbar gewesen wäre.

Ich war ja in Bayern in der Schule. Wir haben damals Kurse für Erste-Hilfe und Rettungsschwimmer über die Schule gemacht. War zwar freiwillig, aber immerhin.
Ich fand das toll.

Ich sehe generell ein Problem in der Frühwarnung wie Katwarn und Nina und stelle mir die Frage, wie man die Menschen für das Thema „auch wenn nach x-Warnungen in deiner Umgebung nichts passiert, kann die nächste Warnung dein Leben bzw. die Existenz retten“ sensibilisieren kann. Hinzu kommt: viele Menschen haben sich nicht vorstellen können, was so ein Starkregen anrichten kann. Menschen in Fluß- und Bachnähe sind es eigentlich gewöhnt, dass sie mindestens 1 x im Jahr das Hochwasser treffen kann. Aber die Dimension scheint vielen nicht klar gewesen zu sein. Vielleicht nach dem Motto: es hat schon immer gut gegangen oder das trifft andere, nicht mich.

Es dürfte eine Mischung aus örtlichen und überörtlichem Versagen und eine gewisse Ignoranz der Betroffenen gewesen sein. Generell bin ich der Ansicht, dass man sich mehr mit der Arbeit des Amtes für Katastrophenschutz und der jeweiligen Hierarchie im Katastrophenfall auseinandersetzen sollte. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, da liegt einiges im Argen. Aber das wäre meiner Meinung nach ein weiteres Thema auf der Agenda

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Hochglanzkapitalismus kennt nicht und WILL NICHT Katastrophen kennen.
(dies auszubügeln obliege staatlichen/gesellschaftlichen Institutionen (Vergesellschaftung der Miesen))

Jedwede Form der Ertüchtigung gegen Miseren o. Katastrophen ist ein Affront gegen fast sämtliche Geschäftsmodelle (mit Ausnahme von Bestattern und Versicherungen), weswegen - vornämlich ‚freie Demokraten‘ - Zetter und Mordio rufen werden, weil dies wie ‚paramilitärischer Antikapitalismus‘ anmute.

Wetten?

Eine eigenartige Sichtweise, die ich erst mal auf mich wirken lassen muss.

was ist aktiver Umweltschutz allg. u. Katastrophenschutz in speziellen?
Aktiv kollektiver Akt der gemeinschaftlichen Verantwortung.

Der ‚Homo economicus‘ ist aber ein isolierter, armer Kaufidiot.
(OK, einkaufsprofilierte Zeilgruppen o. gar spezifisch ‚bedürftige‘ Volksgemeinschaften können subsumiert werden)

Fakt ist, dass - wie auch immer geartete Störungen - den ‚geschmierten‘ Ablauf der Geschäfte unterlaufen.

Resilienzerziehung würde aber Reflektion der Verhältnisse erfordern, und rückschlüsse auf
’ das laufende Betreib’ (!).

Undenkbar!
(als Grundhaltung = Grunderziehung)

Zum Thema wird ja aktuell in vielen Medien debattiert. Die Frage „was lief im Warnsystem falsch?“ jetzt schon vollumfänglich beantworten zu wollen, ist verfrüht, denn aktuell geht es noch viel stärker um Hilfe. Aber es die Beantwortung der Frage darf nicht zu lange aufgeschoben werden.

Im Deutschlandradio finden sich interessante Beiträge:

oder dieses 6minütige Interview (zum Hören) zum Thema " Wie dringen Warnungen durch? Die Psychologie des Warnens "

Es braucht auf jeden Fall eine andere Form der Warnmeldungen, damit die Gefahr für jeden und jede einzuschätzen ist. Denkt nur an den Tsunami vor über 10 Jahren. Menschen, die noch nie einen Tsunami erlebt hatten oder noch nie davon gehört hatten, können und konnten die Gefahr nicht einschätzen. Ein ähnliches Beispiel mit einem Pegelstand bringt die Gesprächpartnerin im Interview.

Daher macht es enorm Sinn, Kinder bereits in Kindergarten und Grundschule damit ‚vertraut‘ zu machen. Die sind auch die besten Multiplikatoren bei den Eltern und Großeltern.

Und Thema Erste Hilfe sowie Beteiligung bei Feuerwehr, THW und Rettungsdiensten sollte im Alter von 18-21 verpflichtend sein. Ob im Block oder über 3 Jahre wöchentlich. Auch sollte es wieder bei Vorgesetzten udn Firmen angesehen und unterstützt werden, dass man sich darüber hinaus engagiert. Früher war es ‚normal‘, dass v.a. Handwerker (ja, meistens Männer) in der örtlichen Feuerwehr waren. Heute wird es nicht gern gesehen.

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welcher Warnsystem?

Sirenen abgeschraubt, ‚KatWarnApp‘ nicht verpflichtend.
Katastrophenschutz wurde erst neulich reanimiert, aber noch nicht richtig mit ‚Fleisch‘ gefüllt.

Verpflichtender sozialer, ökologischer, sonstiger Jahr wurde erst neulich auch hier negiert.

Von Übergriffen auf Rettungskräfte mal ganz abgesehen.

Wobei…
Am Spontanem ist schon beeindrückend was geschehen.

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Und eine Nachschulung für den Führerschein incl. Sehtest und Rettungsdings …

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mindestens (!)
:wink:
Aber…
bis 25 kmh geht auch ohne Führerschein und besstens elektrisch.

Ein Kommentar von Sascha Lobo im Spiegel:

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