Ist rassistische Sprache mit dem Grundgesetz vereinbar?

Denken beginnt mit Sprache und Sprache beeinflusst das Denken.
Unterliegen rassistische Sprache und Sprachgebrauch nicht auch dem Grundgesetz?
#WeTooArtikel3GG und DiB Rheinlandpfalz haben gemeinsam an diese Petition gearbeitet und wir würden uns über eure Unterstützung freuen.

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gehe mal von einer ‚rhetorischen Frage‘ aus.

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Nee! Müssen wir die Deutungshoheit mancher Schlaumeier-innen akzeptieren, die Kraft ihrer Wassersuppe Begriffe als „rassistisch“ deklarierieren? So nach dem Motto: „Jeder, der nicht bereitwillig meiner Denke folgt, ist ein Rassist, böser Bube oder sonst etwas Schlimmes!“

In der Schule hatten wir mal das Buch „Der N… Nobi“ von Ludwig Renn behandelt. Die Geschichte eines jungen afrikanischen Schmiedes, der die Sprache der Tiere versteht und gemeinsam mit ihnen die weißen Eindringlinge und ihre Helfershelfer - insbesondere den König und den Medizinmann, den diese mit Schnaps gefügig machten - bekämpft. Die Botschaft dieses Buches: Die Afrikaner (und auch andere) hatten wohl eine etwas andere Kultur und eine andere Wirtschaftsordnung, kamen aber damit durchaus zurecht. Sie brauchten keine Beglückung durch die europäische Zivilisation und erst recht keine koloniale Unterjochung oder gar die massenhafte Verschleppung ihrer Mitmenschen in die Sklaverei.

Das (Un)-Wort stammt bekanntlich aus dem Lateinischen und bedeutet „schwarz“. Auf rumänisch heißt das übrigens z.B. „negru“. Auf spanisch und italienisch „negro“. Es ist nun einmal so, dass wir Menschen etwas unterschiedlich aussehen. Und dass manche Passbildautomaten damit ein Problem haben, hat sich vielleicht auch schon hier und dort herumgesprochen. Der Knackpunkt ist doch, dass man alle Menschen trotz äußerer Unterschiede als gleichwertig betrachtet.

Sollen sich die Franzosen ein anderes Wort für visage einfallen lassen, nur weil es die deutschen Nachbarn abwertend verwenden? Oder soll sich unser östlicher Nachbar aus dem gleichen Grund nicht mehr als polak bezeichnen? Das gelbe Büchlein mit dem großen blauen „L“ ist manchmal eine echt interessante Informationsquelle…

Diese Petition ist ganz sicher gut gemeint, aber ich kann sie so nicht akzeptieren. Den wirklich bösen Buben, die eine Menge Dreck am Stecken und Blut an den Stiefeln hatten, sollte man die öffentliche Ehrung entziehen - völlig o. k.

Ich weiß nicht, wie viele echte Rassisten der Autorin Astrid Lindgren in rüder Weise ihr Missfallen über die Abstammung ihrer Heldin Pippi Langstrumpf bekundeten. Ich weiß auch nicht, wie viele das Buch Ludwig Renns verächtlich in die Ecke warfen, weil sie meinten, die N… seien nun einmal keine vollwertigen Menschen. Ich weiß allerdings, dass sich vor ca. 55 Jahren, als wir es lasen, sich niemand etwas Arges bei dieser Bezeichnung dachte.

Wirklich rassistische Sprache ist m. E. wohl kaum mit dem Grundgesetz vereinbar. Aber auch nicht, dass man jemanden auf Grund geänderter Betrachtungsweisen verdammt für etwas, was ursprünglich nicht als verwerflich galt.

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Ich glaube du hast der Sin dieser Aktion verkant, es geht um nutzung von rassistische Sprache in der Politik, Büche u.s.w. dies hat zur Folge dass manche als Normal finden ein Afrikana als N. zu bezeichnen und zu beleidigen oder ein Roma als Z. Wenn jemand ein Mensch abwertend bezeichnet dann tut er seine Wertigkeit in Frage stellen. Machen das mehrere entfindet die Umgebung das normal was die schwele zu gewalt gegen diese Menschen abreisen lassen.

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Wenn ich mich an einer Aktion beteiligen soll, will ich genau wissen, was Sache ist und nicht nur wie ein Schaf mit der Herde trotten. Das N-Wort - dessen offensichtlichen Ursprung ich bereits anführte - wurde zwar auch von Rassisten jahrhundertelang benutzt, aber ebenso von normalen Menschen, ohne dass sie sich etwas Böses dabei dachten. Mit dem M-Wort verhält es sich ähnlich. Über das Z-Wort konnte ich bisher keine plausible Erklärung finden, wie es zustande kam und was es ursprünglich bedeutete. Also rüber mit die Schmalzstullen und verklickert mir mal die Sache. Vielleicht habt Ihr auch einen echten Experten bei der Hand?

Im change.org-Forum meinte jemand, man solle den Begriff Rasse abschaffen. Eine geniale Idee - dann gäbe es auch keine Rassisten mehr :slightly_smiling_face:. Aber wie ich schon schrieb: Nicht das Anerkennen dieser äußeren Unterschiede ist das Problem, sondern der Umgang damit. Auch der Begriff Hautfarben würde diesem Thema nur teilweise gerecht. Hatte mal von einem japanischen Touristen gehört, der in Nordkorea heimlich die Hinrichtung einiger Regimekritiker filmte. Als Europäer oder Afrikaner wäre er sofort aufgefallen. Aber auch als Inder oder Latino mit ähnlichem Teint hätte er die Aufmerksamkeit der Behörden erregt.

Wirklich üblen Beschimpfungen unserer Mitmenschen sollten wir entschlossen entgegentreten. Und auch der Verbreitung von Unwahrheiten. Als eine Nichte mal zu einem Au-Pair-Jahr in Nashville (TN) weilte, versuchte eine Einheimische, ihr weiszumachen, die Schwarzen hätten es in der Zeit der Sklaverei doch ganz gut gehabt. Na toll!

Beim Entfernen von Denkmälern oder dem Umbenennen von Straßen muss die betreffende Person in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. In vielen Fällen dürften wohl die Verdienste dieser Leute trotz aller berechtigten Kritik überwiegen. Wenn jedoch die Leistung der Geehrten nur daran besteht, andere Menschen unterjocht und drangsaliert zu haben, dann können wir auf diese verzichten!

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