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Im Plenum: Reform der Jagd

initiativen

#1

Liebe Umweltbewusste,

die Reform der Jagd steht zur Abstimmung im Plenum:

Bitte unterstützt die Ini, damit sich der natürliche Lebensraum der Tiere und deren Bestand “bleifrei” entwickeln kann.

Bleifreie GrĂĽĂźe,

Harry.


#2

Liebe Naturfreundis,

unsere Ini ist angenommen!

Ja-Stimmen: 35
Nein-Stimmen: 28
Enthaltungen: 14

Folgende GrĂĽnde fĂĽr Nein-Stimmen wurden angegeben:
4x: Die Initiative
2x: Die Initiative enthält ein Detail, mit dem ich nicht einverstanden bin.
1x: Die Initiative lässt sich nicht vertreten.
5x: Die Initiative ist inhaltlich noch nicht ausgereift.
7x: Die Initiative entspricht nicht meiner Ăśberzeugung.

Insgesamt haben sehr wenige abgestimmt. Ich glaube, wir brauchen mal wieder eine Wahl, um mehr Menschen zu bewegen, über Politik zu diskutieren…

Jedenfalls haben wir jetzt ein rundes Paket, mit dem wir werben können: Den Wolf schützen und zur Regulierung des Wildbestandes nutzen. Hochsitze zu Wildbeobachtungstürmen machen und die Hege unterlassen, damit der zu hohe Wildbestand keine Schäden verursacht.


#3

Was ich an dieser Initiative bedauerlich finde ist:

“Der Gemeinschaft entstehen keine Kosten.”

Aber darunter steht:

“Jäger*innen bezahlen für Jagd auf staatlichen Grundstücken Pacht, was zu Einnahmeausfällen führen würde.”

Weiterhin wurde in der Diskussion darauf hingewiesen, dass ein Abschaffen der Jäger und Ersatz durch Berufsjäger auch nicht umsonst ist. Darauf wurde somit auch kein Bezug genommen.

Unabhängig von dieser Initiative im Konkreten, finde ich es immer noch bedauerlich, dass nach Annahme, der Diskussionsverlauf verschwindet.


#4

Wenn du das große Ganze betrachtest, ist das so. Nimm die Wildschäden, die Autounfälle durch “Wildwechsel”, etc. Berufsjägis gibt es schon jetzt genug. Klar, kann man diskutieren, aber wollen wir hier wirklich jeden Cent ausfeilschen?

Ă„hnlich wie bei anderen Inis sollten wir das Gesamtbild betrachten. Die Finanzierung des Ă–PNV wird nicht billig, wenn man nur auf die Tickets schaut. Dann nimm die CO2 - Bilanz dazu, die Erhaltungskosten fĂĽr die StraĂźen, die Kranken durch Luftverschmutzung, etc. Wenn man zu nah am Problem ist, sieht man vielleicht das Gesamtbild nicht.

So oder so: Die Jagd ist ein Anachronismus. Tiere abknallen und ausweiden, im Lodenmantel mit der Flinte auf einem Holzgestell auf Beute warten, grausam.

Lieber mit dem Fernglas den Tieren zusehen. So wie es keine GroĂźwildjagden mehr gibt, sondern Safaris, bei denen die Tiere ganz nah kommen, weil sie keine Angst mehr zu haben brauchen.


#5

Es geht hier wie beim ÖPNV nicht um die Kosten bis hin zum Cent. Aber das sind einfach logische Fehler und man kann auch hinschreiben, dass man bestimmte Kosten erwartet, aber diese nicht abschätzen kann.

Das wäre ehrlicher als “es entstehen der Gemeinschaft keine Kosten”. Die fehlende Jagdpacht bei mehr als 300.000 Jägern wird wohl nicht gerade klein sein.

Allgemein fehlt es mir bei dieser Initiative auch an der Risikoabschätzung. Die Diskussionen führten zu offenen Fragen. Was ist wenn durch das Fehlen der Jagd, die Wildunfälle durch den hohen Tierbestand zunehmen. Wer haftet dann dafür? Das Bundesumweltamt hinter dem Berufsjäger? Die fehlenden Schutzmaßnahmen auf Straßen?

Das mit den Wölfen funktioniert bisher auch nur, weil Schutzmaßnahmen der Nutztiere gefördert werden und Bauern für gerissene Nutztiere entschädigt werden. Das ist auch nicht umsonst.

Das Fernglas brauchst du gar nicht, so wie die Tiere sich Richtung Städte bewegen. Die Anzahl der Wolfsbegegnungen nimmt zu und auch andere Tiere sind regelmäßig in Siedlungen unterwegs.

Keine Angst vorm Menschen? Ernsthaft? Dann hab ich im Umgang mit Wildtieren irgendwas falsches gelernt.


#6

Die Kaskoversicherung des Fahrzeughalters haftet, wie bereits heute auch schon.

+++ nicht als Moderator +++


#7

Norbert Happ, Wildschweinkenner, Jäger: “Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht!” Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger verantwortlich: »Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten«, so Happ (in der Jägerzeitung »Wild und Hund«, 23/2002).


#8

Hier wird das Thema wesentlich objektiver behandelt, als in unserer Initiative. Dort werden auch Aussagen zu den Kosten gemacht. Einige AuszĂĽge:

“Wissenschaftler und viele Förster sowie der ökologische Jagdverband sprechen sich zwar nicht für die Abschaffung aber für eine andere Art der Jagd aus. Ihre Forderungen sind nicht alle identisch, aber sie haben viele Gemeinsamkeiten.”

“Unser Wald wird größtenteils forstwirtschaftlich genutzt. Viele Kommunen sind auf die Einnahmen aus der Forstwirtschaft angewiesen.”

“Der DJV schätzt, dass private Jäger pro Jahr etwa Leistungen im Wert von 2,7 Milliarden Euro erbringen.”

Stimmt, damit fallen aber die Mehrkosten im Falle von steigenden Versicherungskosten auch der sogenannten Allgemeinheit zu. Abgesehen davon, gibt es auch Wildunfälle ohne Fahrzeuge.


#9

Dann musst du aber auch die Gegenargumente aus dem PDF zitieren:

• Die Jagd, wie sie derzeit in Deutschland durchgeführt wird, hat nicht zu weniger, sondern zu mehr Wild geführt.
• Jagd ist gar nicht notwendig. Studien in der Schweiz haben gezeigt, dass sich der Wildbestand von selbst reguliert und ein Level erreicht, das vom Ökosystem getragen werden kann.

Und insbesondere das Fazit:

Eine Weiterentwicklung der Jagd tut not!

Und das macht doch unsere Ini.


#10

Es war wie gesagt ein Auszug. So wie ich das überlesen hab, habt ihr in der Initiative schon alle Pro-Argumente aufgezählt. Daher habe ich mir das eben erspart.

Was fehlt, sind die Gegenargumente, die nur plakativ mit “es entstehen keine Mehrkosten” und

abgetan werden.

Und Hauptforderung der Initiative ist nun mal die Abschaffung der Jagd:

“Das Recht zur Jagd soll für Privatpersonen vollkommen abgeschafft werden.”

Und die Reform (die wirklich wichtig ist) nur eine Übergangslösung:

“Durch die aktuell noch viel zu hohen Bestände an Wild ist allerdings ein Übergang erforderlich, um den Bestand geregelt auf ein natürliches Maß zu bringen. Dazu sind nach unserer Meinung die Ziele des ÖJV sehr gut geeignet.”

Aber da nur wir beide hier diskutieren @Surfista, lass ich nun mal bissl Platz fĂĽr andere Kommentare.


#11

Das Abstimmungsergebnis macht mich wĂĽtend und traurig zugleich!

WĂĽtend, weil wieder mal eine total VONMIRSELBSTZENSIERT Ini durchgekommen ist. :rage:

Traurig, weil offensichtlich weniger als 4 % aller Abstimmungsberechtigten ausreichen, eine Wahlprogrammforderung durchzubringen, die dann von allen Wahlwerbern und FĂĽrsprechern bundesweit vertreten werden muss.

Und ich bin immer noch enttäuscht darüber, das sich niemand um diese Nichtrepräsentabilität des Wahlprogramms kümmert. Es ist ein Quorum erforderlich, damit eine Ini in die Diskussion kommen darf, aber es ist kein Quorum erforderlich für die Abstimmung. Ein basisdemokratisch legitimiertes Wahlprogramm kommt mMn anders zu stande… :frowning:


#12

Also da wĂĽrde mich schon interessieren, was denn so

an der Ini ist…

Sie ist Folge der “Wolf - Ini” und deren logische Folge. Ist diese Ini deiner Meinung nach auch

? Dann könntest du das vielleicht auch näher erläutern?


#13

Ich zensiere mich selbst, wenn im Rahmen einer negativen Meinungsäußerung meine Wortwahl der Netiquette oder den DiB-Kommunikationsregeln widersprechen würde. Daher kann ich das auch nicht näher erläutern.

Das “zensiert” ist also eine Art regelkonformer Platzhalter für wortgewaltige Negativität. Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass das allgemein auch so verstanden wird.