Halle a.d.Saale: Neo-Nazi Anschlag auf jüdische Synagoge

Am heutigen Tag (9.10.19),
gab es in Halle Saale einen Anschlag auf eine jüdische Synagoge der oder die Täter Neonazis.

Die Spur führt in den Burgenlandkreis.
Der Attentäter Stephan Balliet (27) Neo-Nazi hat seine Tat im Internet online gestreamt.

Sprich die ganze Welt konnte zusehen wie er zwei Menschen getötet hat.

Es gab einen Polizei-Großeinsatz in Halle und Süd-Sachsen-Anhalt

Weitere Einzelheitenhier.

Sollte DiB diese abscheuliche Tat öffentlich verurteilen?
Kennt sich jemand mit nazisymbolik aus ob die 9-10-9-10 oder 9-10-19 irgendeine wichtige Symbolik für Nazis hat?

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Keine Nazi-Symbolik. Heute ist Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag. Da haben die wohl gedacht, sich können größtmöglichen Schaden erreichen, weil viele gläubige Juden an diesem Tag in der Synagoge sein werden.

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Eine kleine Bitte: Nicht die Bild verlinken, es gibt so viele seriöse Quellen. Bild gehört nicht dazu.

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Die Blödzeitung fällt eh meinem Adblocker zum Opfer :wink:

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Nicht nur das heute viele jüdische Menschen, nicht nur religiöse, sondern auch nicht religiöse Juden in der Synagoge waren, es ist auch alleine dadurch, dass es der höchste jüdische Feiertag ist, symbolisch. Es ist, als würde man eine christliche Kirche während der Ostermesse angreifen… wobei, in unseren Breitengraden würde vermutlich die Christmette mehr Aufsehen erregen…

Hinzu kommt: Jom Kippur legt, weil dieser Tag sowohl von religiösen als auch nicht religiösen Juden eingehalten wird, die gesamte jüdische Gesellschaft für einen Tag regelrecht lahm. In Israel z.B. steht das gesamte öffentliche Leben still. Aber auch hier in den jüdischen Gemeinden werden Kommunikations- und Mediengeräte vielfach ausgeschaltet. Dadurch werden diese Gemeinden leichte Ziele, die durch nichts vorgewarnt werden und die auch nicht schnell Hilfe holen können. Wobei ich nicht denke, dass dieser Terrorist soweit gedacht haben wird.


Motiv des Attentäters, Zitat auf tagesschau.de, stammt wohl aus seinem Stream

Er behauptet, den Holocaust habe es nicht gegeben. Zu seinem Motiv für den Anschlag sagt er, Feminismus führe zu weniger Geburten, deswegen gebe es Masseneinwanderung - und hinter all diesen Problemen stecke „der Jude“.

Wir können also eindeutig von einem antisemitischen Terroranschlag reden.

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Das liegt daran, dass an hohen jüdischen Feiertagen ein Verbot, Feuer zu entzünden, gilt. Und Elektrizität hat im modernen Judentum den gleichen Status. Diese Gebot soll zu innerer Sammlung und Ruhe führen, weil dadurch Arbeit und die damit verbundene Ablenkung vermieden wird.

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Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin wie paralysiert.
Wie kann dieses Pack in diesem Land schon wieder derart dreist agieren? Haben wir aus unserer Geschichte nichts gelernt?
Das beginnt mit Wegsehen und endet noch lange nicht mit der Wahl offen antidemokratischer, fremdenfeindlicher und antisemitischer Parteien.
Was sagte Max Liebermann angesichts eines NS-Fackelzuges aus Anlass der Nazi-Machtergreifung?

"Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte."

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Wir veröffentlichen morgen früh um 8 Uhr einen entsprechenden Post auf Facebook. Der Tenor ist ähnlich Holgers obigen Beitrag, wir haben nur noch einen entschlossenen Aufruf zum Kampf gegen Antisemitismus mit eingefügt.

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Ja sach ma…
der ist doch eindeutig völlig neben der Kappe, der hat ja wohl seine Tassen nicht mehr im Schrank!

No-Mod-Mode

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Natürlich ist der neben der Kappe :wink:

(Eine bitte: Machst du kenntlich, dass es ein Täterzitat ist. Es ist zwar im Konjunktiv geschrieben, aber dennoch… wenn da nur mein Name drüber steht :wink: ) EDIT: Danke fürs Ändern :slight_smile:

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Mich macht das nur noch fassungslos.

Der mag zwar die Tat als einzelner durchgeführt haben, aber niemand wacht eines Tages auf und ist plötzlich ein Judenhasser und Mördergesell. Das wächst in Strukturen heran, die immer noch zu sehr unter dem Radar der Sicherheitsbehörden agieren können. Und viel zu viele halten immer noch viel zu lange die Klappe, statt mal einen Hinweis auf hassredende Nachbarn, Mitschüler o.ä. zu geben.

Den Täter erwarten nun wahrscheinlich lebenslang mit besonderer Schwere der Schuld und Sicherungsverwahrung und in bestimmten Kreisen wird er dafür dann auch noch zum Märtyrer.

Wer immer noch denkt, irgendwelche wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Benachteiligungen oder angeblichen Denk- oder Sprechverbote könnten das erklären, der leistet diesen Mördern Vorschub. Die allermeisten Menschen, die in einer vergleichbaren wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Lage sind, werden nämlich nicht kriminell, das ist keine logische Folge einer bestimmten Situation. Aber es kann eine Folge der eingetretenen und geförderten Enthemmung von Sprache und Gedanken sein.

Es liegt an uns und zwar jedem einzelnen, dass wir immer laut reingrätschen, wenn wir Dinge hören oder sehen, die Gewalt versuchen zu rechtfertigen, die Opfer als mitverantwortlich zu bezeichnen usw. und dann müssen wir auch in den Konflikt mit Freunden und Familie gehen oder uns auch mal einfach so einmischen und nicht weghören.

(Und es gehören einfach alle Waffen einkassiert, die nicht zum Beruf erforderlich sind. Auch Freizeitjägern kann zugemutet werden, ihre Waffen an einer Sammelstelle abzugeben und sie dort jeweils für Ihre einzelne Jagd abzuholen. Und auch nur dort kann dann Munition erworben werden.)

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Das ist NSDAP-5.0 - Slogan und die Werteunion bestärkt dieses noch.

Wie es aussieht, ist die Tat zum Teil politischer Versäumnisse.
Am Tag der deutschen Einheit räumte die Kanzlerin deutlich ein.

M. E. ist der doch ein Fall für die geschlossene Psychiatrie! Solch abstruse Zusammenhänge herstellen kann doch ein gesundes Gehirn gar nicht und dann noch losgehen und unschuldige Menschen ermorden, der Fall scheint mir eindeutig.

No-Mod-Mode

@WUte, trotzdem sollte, ja muss man über die möglichen Ursachen nachdenken. Ich für meinen Teil, versuche dies zu ergründen in dem ich mich über Aussteiger aus der Szene informiere und deren Erfahrungen aufnehme. Ich möchte keine Werbung für ein Buch machen, aber Christian Weissgerber hat in seinem Buch „Mein Vaterland“ seinen Werdegang als Neonazi beschrieben und die Schilderung klang plausibel. Er hat dann mit Beginn seines Philosophie-Studiums sich aus der Szene gelöst.
Aber noch besser finde ich die Versuche einer Analyse in dem Buch von Münkel/Münkel Abschied vom Abstieg - 1. Abschnitt.
Hier sind nicht die politisch Agierenden gefragt, sondern das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Ein Problem des Schweigens, des Phlegmatismus.

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Nein. Das würde die Tat verharmlosen. Denn es würde rechtsextreme Gewalt wieder in die Ecke derer stellen, die nichts dafür können, weil sie halt geistig verwirrt sind. Sind sie aber nicht. Sie sind voll zurechnungsfähig und deshalb mit aller Härte des Gesetzes zu verfolgen und zu bestrafen.

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Eine psychische Erkrankung zu haben, bedeutet aber nicht zwangsläufig, für seine Taten nicht verantwortlich zu sein?!

No-Mod-Mode

Wenn du argumentierst, dass die Tat aus der psychischen Krankheit folgt (weil Einsicht- und Kontrollfähigkeit dadurch eingeschränkt werden), dann ist das so ziemlich die Definition von Schuldunfähigkeit im deutschen Strafrecht.

Nazi sein ist aber tatsächlich keine psychische Krankheit.

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Bist Du Dir da sicher Sabine? :wink:

No-Mod-Mode

Ja, ich bin mir da sicher.

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