Grundwerte zum Thema Mieten

#82

Bei neu gegründeten Bundesbehörden gibt es ja wohl Versuche, die auch in strukturschwacheren Städten anzusiedeln oder in den OstBundesländern. Aber wenn du Behörden und Gerichte so umsiedelst, dass die Erreichbarkeit erschwert wird, dann hast du neue Gebiete, in denen der Staat (der Rechtsstaat) nicht mehr sichtbar ist. Das kann daher wohl auch nicht die Lösung sein.

Und wir hätten dann noch mehr Fahrerei und Pendelverkehr.

Das ist alles die Quadratur des Kreises, glaube ich, in Großstädten bezahlbare Mieten herzustellen, die Arbeitsplätze zu erhalten und die Lebensqualität zu mehren.

Ich gebe dir Recht, es scheint im Moment alles nur Kosmetik. Es wird Zeit, dass sich durchsetzt, dass Wohnen ein Recht und keine Gnade ist, bevor es zu gewaltsamen Besetzungen der Villen kommt.

3 Likes

#83

Beim sozialen Wohnungsbau läuft man sehr schnell Gefahr das Ghettoisierung entsteht, das bringt absolut keine gesellschaftlichen Strukturen das bringt nur neue Probleme also kann man beim besten Willen so etwas gar nicht wollen.

Bundesbehörde irgendwo in den Osten zu verschieben das ist nur Alibi das bringt keine Arbeitsplätze in diesen Behörden arbeiten großartig keine Einheimischen sondern doch auch wieder nur die Elite die aus dem ganzen Bundesgebiet zusammen gekarrt wird.

Das finnische Modell macht da mehr Sinn denn die Gesellschaftsschichten müssen durch mischt werden ergo kann man überall da wo neu gebaut wird dafür sorgen dass ein Teil für sozial Schwache bereitgestellt werden muss.

Eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit wird sicherlich der Neubau des 13 Bezirk von Berlin sein. Doch schon die Planung dieses neuen Viertels zeigt welche Probleme einhergehen. Eigentlich kann sich Berlin gar keine neuen Einwohner leisten denn die Infrastruktur in Berlin ist hoffnungslos überlastet. Baut man vor die Tore von Berlin so wird man den Pendelverkehr von dort nach Berlin noch verstärken. Baut man innerhalb von Berlin wird man die schon vorhandenen Infrastrukturen noch stärker überlasten. Das zeigt dass die Urbanisierung ebenfalls ein sehr großes Problem für unser Land darstellt.

Vielleicht gar brauchen wir neue Städte aber keine Satellitenstädte, Städte die in sich geschlossen für sich selber sorgen können im Grunde kann man das mit Modell Städten machen Deutschland hat eh nachholebedarf es gibt genügend Region die sich anbieten würden.

2 Likes

#84

Zur Ergänzung des bisher gesagten.


und der zweite Artikel:

Aus das gehört dazu: https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-thema-des-tages-turley-weiterverkauft-fuer-den-sechsfachen-preis-_arid,1410029.html
und dieses hier:
https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-mannheim-kommunalpolitiker-entsetzt-kritik-an-skrupellosem-vorgehen-_arid,1410800.html
Wir haben bis hierher 82 Beiträge mehr oder weniger passend zum Thema. Aber alle beziehen sich auf das Thema - Mieten und Wohnungsbau.
Wäre es nicht an der Zeit mal ein Entwurf einer Initiative zu fertigen?
Ich bin gerne dabei.

2 Likes

#85

Hallo zusammen. Ich weiß nicht, ob das hier schon irgendwo gesagt wurde. “Leerstand” darf nicht zum Normalfall werden. Eigentum verpflichtet heißt für mich auch, dass sich Leerstehende Wohnungen etc. steuerlich nicht lohnen dürfen. Sehe das selber hier in meiner Umgebung auch an leerstehenden Geschäftsräumen. Die Vermieter lassen die lieber leer stehen, anstatt die überteuerten Mieten zu senken.

Themen greifen ineinander über: zu hohe Mieten. leerstehende Wohnungen zuwenig Sozialer Wohnungsbau bzw. auch Fehlplanung bei Barrierefreiheit. Eine Initiate sollte diese Bereiche zusammen berücksichtigen. Bin bereit mit anderen eine Initiative zu starten. Lass es uns anpacken. Wer ist mit dabei konkret?

2 Likes

#86

Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Nachtrag: Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

1 Like

#87

Acht Tage sind ins Land gegangen und kein neuer Beitrag von DiB.
Wie stehen wir zu Habecks Äußerung?

Wer kennt das Ulmer Modell?

0 Likes

#88

Hast du nicht Lust, einen Beitrag zu schreiben?

0 Likes

#89

FDP: “DDR-Ideen”
Und? Paar waren gut.
Was mann von ´Besserverdiener-Besitzstandwahrung/Mehrung-Ideen´ nicht so sagen kann.

3 Likes

#90

Ich finde es auch erstaunlich , wie diese “DDR-Ideen” es in GG geschafft haben .:wink::laughing:

3 Likes

#91

Vor allem vor der Gründung der DDR :wink:

5 Likes

#92

Taz heute, InfoBlock Seite 6 zu akt. Thema “Enteignung”
(Sehr aufschlussreich)


und

Ein Schelm, wer dabei böses denkt…

4 Likes

#93

Enteignung ist jetzt der neue Streitpunkt. Dabei gibt es eine elegantere Methode:

Wenn der Bund eine “Wohnungsbauverstaatlichungsgesellschaft” (Euphemismus muss noch gefunden werden) gründet, könnte diese jeweils 51% der Aktien übernehmen. Schaut man sich Vonovia an, wären das pro Wohnung knapp 30k€. Bei der Deutsche Wohnen etwas über 44k€.

Garniert mit einem echten Mieten-Deckel wird die Aktie unattraktiv und der Bund kann den Anlegers bei der Desinvestition helfen.

Ein schlechtes Gewissen muss man nicht haben, denn die freie Wirtschaft (Lehmann) hatte den Kurs der Deutsche Wohnen 2009 auf unter 5€ gedrückt. Jetzt steht er über 40€.

Ich finde, dann darf der Staat das auch. Also “Lehman Bros für Immobilien” spielen. So ist das günstiger und weniger risikoreich. Und voll auf dem Kurs von Fritze Merz. :rofl:

1 Like

#94

Noch was nettes aus der taz ( Seite 14):


;- )

“Wohnungsbauverstaatlichungsgesellschaft” o. so ähnlich hiess die Neue Heimat.
Achtung! Unrühmliche - aber lehrreiche - Geschichten!

3 Likes

#95

Nicht nur für den Regierungschef; im Chiemgau ist man besonders innovativ bezüglich Reduzierung des Flächenverbrauchs.

Dazu ein Audio vom Dlf:
Projekt „Anders Wohnen“ Mehrfamilienkonzepte statt Einfamilienhaus in Chiemgau

2 Likes

#96

Ja, das waren immer Schweinereien, bei denen Tafelsilber verscherbelt wurde, um Löcher zu stopfen.

Das müsste man anders aufziehen. Etwa eine “Stiftung Wohnraum”. Dort muss guter Wohnraum zu Selbstkosten vorgehalten werden. So, dass die Politik nicht mehr dran kann. Sollte etwas mit der Stiftung passieren, geht der Wohnraum in den Besitz der aktuellen Bewohners über.

Wer luxuriöser wohnen möchte, kann den “freien Markt” nutzen und dort darf dann spekuliert werden. Hat die Stiftung irgendwo zu wenig Wohnraum, hat sie das Vorkaufsrecht auf Bauland und darf zur Not enteignen.

Wie wäre das?

0 Likes

#97

Das alles ist/war etwas komplexer.

es gab immer schon:

  1. soz. WoBau, der per Definition als solcher gebaut wurde,
    (landeseigen, kommunal, Genossenschaften (Satzung)…)
  2. soz. WoBau, den Investoren stellten (Mietbindung (anfangs aber befristet) gegen Abschreibungsmöglichkeit (deal)),
  3. geförterter WoBau (änlich wie zuvor, aber höhere Mieten vs. weniger Abschreibung,
  4. freier WoBau

Aber als der Run auf Betongeld anfing (Nullzins-Politik) scheilten alle, wie man schnellstens aus den Mietbindung rauskommt und frei vermarktet.
Wer nicht konnte, versuchte mit Luxussanierung o Aufwertungs-Sanierung.

Der Irrsinn ist, dass die Renditejäger oft Pansions/Renten-Fonds (im angelsächsischen Raum die üblichste Form der Altersvorsorge; und zunehmend auch im deutschen Raum (RiesterRente - Black Rock a guckguck!)) bedienen.

Um´s mal den Irrsinnskreis mal deutlicher zu machen:

  1. Der Michel wird möglicht präker beschäftigt (Mindestlohn-Niveau),
  2. das recht nicht für Rente - soz. Systeme werden möglichts runter gefahren, damit ´Sozialkosten´ nicht Renditen stören - eine priv. Zusatzrente muss her.
  3. Diese wird unter Anderem - und in Zeiten der Null-Zins-Politik insbesondere - durch Gewinne auf den Wohnungsmarkt (Betongeld - das wenige, das noch was abwirft) finanziert (abzüglich führstlicher Boni der kündigen Involvierten natürlich),
  4. Diese ´ZusatzRente´ wird aber in Voraus aufgefressen von - der Betongeldgeilheit ALLER Beteiligten* befeuterten Mietsteigerung.
    Was für ein Circus!
    *): in Berlin sind gerichtlich zwei Fälle bekannt, wo Leute (Hausbesitzer) aus purer Nechstensliebe Wohnraum deutlich untem Durchschnitt vermietet und längere Zeiträume die Miete nicht angehoben (beide Künstler wohl bemerkt) haben.
    Finanzamt bestritt darauf die ´Gewinnerzielungsabsicht´ und schloss sie von der Möglichkeit Sanierung- u. Reparaturkosten steuerlich abzusetzen.
    Wahnsinn!
4 Likes

#98

Lieber Harry, wenn´s so einfach wäre. Sobald der Staat hier ein Aufkaufprogramm startet, werden die Kurse immens steigen. D.h. für die avisierten 51% muss wesentlich mehr Geld hingeblättert werden. Dann schon lieber enteignen und die Anleger zum aktuellen Kurswert entschädigen.

Die aktuelle Marktkapitalisierung der Deutschen Wohnen z.B. beträgt ca. 14,5 Mrd €

4 Likes

#99

Und hinzu kommt. Durch Enteignung ensteht nicht ein Wohnung mehr. Auch eine staatliche Wohnungsgesellschaft muss Erträge erzielen, um

  1. den Kaufpreis incl. Darlehenszinsen zu begleichen.
  2. Rücklagen für Instandhaltung und Modernisierung bilden.
  3. Verwaltungskosten erwirtschaften

Was nicht mehr anfällt ist Rendite zu erwirtschaften. Dadurch dürften wohl die Mieten moderat sinken.

Nur ein sofortiges staatliches Wohnbauprogramm mit einem jährlichen Volumen nicht unter 25 Mrd € würde helfen.

6 Likes

#100

Da muss man aber auch hinzufügen, dass Berlin überdurchschnittlich mit Eigentumsmuffeltum glänzt - da wäre mann nämlich fein raus aus dem ´Verwertungsdruck´- was immer man/frau darunter verstehen mag/will.
Etwas weniger umständlichere Weg wäre - für viele (!), sich in eine Wohnbaugenossenschaft ´einzukaufen´ - längst nicht die Belastung, wie ´echtes Eigentum´ zu erwerben, dafür für Genossen fast so sicher!
Wird eigentlich auch reichlich genutzt, ist aber seeehr angestaubtes Modell und führt zu ebenso angestaubten Immobilien.
Aber wo steht geschrieben, dass Wohnbaugenossenschaften langweilige Schlafpferche sein müssen?
Wo steht geschrieben, dass Wohnbaugenossenschaften nicht besser gefördert, nicht besser politisch, sozial, etc. betreut sein müssen?

Liber @RobWoh, das ist aber absolut nicht alles.
Allen rationalen Pro-Contra-Argumenten voran geht hier um Zeichen.
Zeichen, dass man endlich bereit ist das Thema übers Knie zu brechen!
Um eine schocktherapeutische Wirkung für ´Marktwirtschaftler´ : Hier und nicht weiter! - und so ich hoffe, um Lernprozesse der Allgemeinheit: Was geht, was sind ´no-go´s´, welche Regulierungen sind nötig, sinnvoll - und dass solche Abwehrmechanismen überhaupt denkbar, möglich sind, bereits existieren (!), ja geradezu drauf warten angewandt zu werden (so hat man sich verblöden lassen).
Sehr spannend das Ganze.

edit :
Diese ´kalte Dusche´ gönne ich der ImmoBranche - aber so was wie.
Nüchtern betrachtet gibt es natürlich bessere, prakticshere Methoden - zu mal bekannte:
Mietbremse,
Mietpreisbindung,
flächige Wohnbauförderung,
Ausweitung der Milieuschutzgebiete,
etc…

Da man diese nur unzureichend, verschleppt nutzte, bekommen Verantwortlichen eben eine Maximalforderung ins Gesicht geklatscht.
Gut so!

edit II:
Noch ein guter Stoff zum lesen:
‘der Freitag’ 11.04.,Seite 1
“Eigentum ist antastbar” von S. Kaufmann

1 Like

#101

Eine Aussagekräftige Doku zum Thema Ghettorisierung

1 Like