Grundwerte zum Thema Mieten


#42

Einen Mietendeckel finde ich sehr angemessen. Das begrenzt die Spekuliererei.

Könntest du vielleicht grob umreißen, was damit gemeint ist, damit man eine Vorstellung hat? Also auch für die Ini. Ich denke, es kann sich kaum jemand vorstellen, worüber man in den Amtsstuben so mit der Zunge schnalzt :wink:


#43

Nun Dieter, die Beantwortung deiner Frage (Art. 14 GG) ist nicht einfach. Der/die Mieterin möchte natürlich eine möglichst niedrigen Miete zahlen. Der/die Vermieterin hätte gerne eine hohe Rendite seines Investment. Modernisierung erhöht den Mietkomfort, Energetische Sanierung drückt sogar die Nebenkosten. Klar kann man fordern, dass derartige Kosten nicht mehr umlegbar sind. Was wäre die Folge daraus für den Wohnungsmarkt


#44

(Hervorhebung durch mich)
müsste sowieso gesetzlich fixiert werden,
wenn ein BGE erfolgreich eingeführt wird.
Und es wird!

Warum nicht an

koppeln?

Es wäre doch in diesem Sinne ein gesamt-politischer Wahnsinn, den großen Investoren alle Freiheiten einzuräumen und die übrige Solidargemeinschaft kommt dann für sozialen Wohnungsbau oder Mietbeihilfen auf.


#45

Robert, Modernisierung muß man sich leisten können. Wir haben in unserem Land, in dem es allen gut geht, mit die niedrigste Immobilieneigentumsquote. Wir sind ein Volk von Mietern.
Wenn, wie in meinem obigen Vorschlag auf die Warmmiete begrenzt wird,dann kommt dem Vermieter seine Investition in Form von Verminderung der Nebenkosten für den Mieter und damit der Erhöhung seiner Kaltmiete zu. Des Weiteren wäre gewährleistet, dass auch die rechnerische Energieeinsparung auch wirklich erreicht wird und nicht wie des öfteren geschehen nur auf dem Papier steht.
Die Miete ist nicht nur auf das Objekt bezogen, sie ist ebenso von der Lage, der vorhandenen Infrastruktur abhängig. Um nur die wichtigsten Punkte anzuführen.
Mal ganz provakativ. Warum kann man die Rendite aus Immobilien nicht an den Basiszins der Bundesbank koppeln, so wie das BGB bei Zahlungsverzug etc. vorgibt?
Es wäre auch dem Spekulantentum eine Hürde vorgesetzt.


#46

Lieber @Thomas und Lieber @Goldi50 Im Grunde genommen ist diese Diskussion müssig. Fakt ist,der Staat hat sich aus dem sozialen Wohnungsbau mehr oder weniger zurück gezogen, gemäß dem alten FDP Motto “Privat ist effektiver”

Was mir bei dieser Diskussion auch immer ein wenig “aufstösst”. Es wird immer nur von Spekulanten und den großen Gesellschaften gesprochen. Die tausenden Menschen, welche sich eine Eigentumswohnung gekauft haben und diese vermieten um z.B. Ihre Altersvorsorge zu verbessern werden mit in den Topf der “Spekulanten” geworfen. Das finde ich etwas unredlich.

Mietrendite “gesetzlich” zu beschneiden ist ja wohl auch keine tolle Idee. in manchen Städten liegt diese mittlerweile unter 3%

Das einzige, was wirklich hilft sind nicht gesetzliche Be,-und Einschränkungen, sondern dass sich die Angebots/Nachfrage Situation entspannt. Wenn also erträgliche Mietkosten eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, worüber wohl Konsens besteht, gibt es nur eine Lösung, die wirklich hilft.

Die Kommunen/Länder/Bund müssen ein milliardenschweres Programm zur Reaktivierung des sozialen Wohnungsbau auflegen.

Aber nicht nur das. Gleichzeitig braucht es ein Infrastrukturprogramm zu Stärkung der ländlichen Gebiete. Denn während die Ballungsgebiete aus allen Nähten platzen, stehen auf dem Land zigtausend Wohnungen und Häuser leer.


#47

Und wer zahlt das am Ende?


#48

Niemand zahlt das am Ende. Das ist eine Investition.Genau wie bei einem privaten Investor fliest das investierte Kapital wieder an die Kommune usw. in Form von Miete zurück, nur eben nicht “Rendite maximiert” Weil, nicht dass wir uns da falsch verstehen, das Geld wird nicht als “Förderprogramm” oder so an Investoren ausgeschüttet. Nein, diese Milliarden werden in öffentliche Wohnbaugesellschaften gesteckt, welche in Eigenregie bauen und vermieten.


#49

Ganz im Gegenteil. Das ist eines der Probleme. Vielen Menschen wurde die Idee der Immobilie als Alterssicherung verkauft. Die wollen jetzt ausreichend Rendite zurück.

Denken wir mal neu.

Warum soll jemandem die Wohnung gehören, in der ich wohne, um damit Profite zu erwirtschaften? Es ist doch total einfach: Jeder Mensch braucht eine Wohnung. Wenn das erfüllt ist, werden weitere Wohnungen nicht benötigt.

Aber warum wohnen viele Menschen zur Miete?

Eigentum ist umständlich: Hohe Kosten bei Kauf und Verkauf, Eigentümiversammlungen, Hausverwaltung, etc.

Eigentum ist teuer: Gerade weil hohe Renditen locken, sind die Preise hoch.

Eigentum ist oft nicht erreichbar: Wer kein Kapital oder weitere Sicherheiten hat, bekommt keine oder nur teure Kredite.

Ich sehe zwei grundsätzliche Ansätze:

  • Wie können wir kurzfristig helfen?
  • Was soll grundsätzlich anders werden (Vision)?

Kurzfristig:

  • Mieten deckeln
  • Mietspiegel wieder korrekt berechnen (nicht nur Neuvermietungen)
  • Vetorecht bei Luxussanierungen (alles, was nicht in der Liste von Robert steht)
  • …was noch?

Langfristig:

  • Mietwohnungen als Renditeobjekt unattraktiver machen (Bestandsschutz für aktuelle Situation, um faktische “Enteignungen” zu vermeiden)
  • Staatlichen Wohnungsbau oder Ähnliches Aufbauen und / oder stärken
  • …?

#50

@RobWoh, tut mir leid, dass ich nicht den Unterschied zu zwischen Privatpersonen und großen Immobilienunternehmen gemacht habe.
Aber betrachte die Eigentumsquote an Immobilien bei uns.
Hier sollten Lösungen gesucht werden, wie das verbessert werden kann. Du hast recht, der Staat, das sind wir alle und nicht nur die handelnden Personen in den staatlichen Verwaltungen, sollten über Lösungen zur Erhöhung dieser Quote nachdenken. Ein Eigentümer wird sein Eigentum mehr in Acht nehmen als ein Mieter in fremden Eigentum.
Warum liegen die Renditen in manchen Städten unter drei Prozent. Welche Städte sind das und für wen liegt die Rendite unter drei Prozent?
Bei den großen Immobilienfirmen sind ganz andere Renditeüberlegungen anzutreffen.


#51

Dann wären Quellen gut, damit wir schön vergleichen können. Kennt ihr welche?


#52

Alles wunderbar. Mieten deckeln usw. hilft sicher kurzfristig. Luxussanierungen steuerlich unattraktiv machen sicher auch. Im Ergebnis werden sich private Investoren immer mehr aus dem Markt zurück ziehen, was sicher nicht zu einer Entspannung am Wohnungsmarkt führt.

All diese Maßnahmen bekämpfen nur die Symptome, nicht die Ursache.

Für Dieter:

Nachtrag: Ob die Erhöhung der Eigentumsquote sinnvoll ist wage ich zu bezweifeln.


#53

Robert, den Artikel kenne ich.
Aber auch das dürfte hilfreich sein. http://www.manager-magazin.de/finanzen/immobilien/a-856546-druck.html
https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/ratgeber-hintergrund/immobilien-wo-immobilienkaeufer-die-hoechste-rendite-erwartet/9158698-2.html?ticket=ST-1586204-PgMV5JBY162GgmJcN3Vi-ap3

Geringere Renditen bei steigenden Mieten hat immer etwas mit dem Kaufpreis für die Immobilie zu tun.
Warum meinst Du, dass die Erhöhung der Eigentumsquote nicht sinnvoll sei?


#54

Weil für die überwiegende Zahl der Eigentümer die Rechnung am Schluss nicht aufgeht. Dazu gibt es genügend Rechenbeispiele.


#55

Ich bin der gleichen Meinung wie @RobWoh,

wir können das hin und her diskutieren wie wir wollen, ohne ein staatliches Wohnungsbauprogramm wird es nicht gehen.

Tatsache ist, dass es in Deutschland zu wenig Wohnungen gibt, insbesondere in den Ballungsgebieten in und um die Großstädte.

Mietpreisbegrenzungen können nur funktionieren, wenn es genügend Wohnraum gibt, ansonsten läuft das Ganze ins Leere und ist ein zahnloser Tiger. :tiger:

Das Geld dass von staatlicher Seite investiert wird ist nicht verschenkt, es ist

Es werden später Mieten gezahlt, es ist in sofern nichts verloren, es geht um eine Anschubfinanzierung für bezahlbaren Wohnraum. Es wird in

Denkbar sind auch Genossenschaftsmodelle, in die jede*r Mieter*in einen geringen Beitrag einzahlt, und somit in sehr geringem Umfang gewissermaßen Miteigentümer*in wird.


#56

die dann irgendwann wieder “versilbert” werden, sprich “privatisiert” werden - wie in den letzten 3 Jahrzehnten bereits geschehen - und der ganze Reigen beginnt von vorne. Schönen Dank!


#57

Damit dies nicht wieder geschieht, gibt es einfache Lösung. Die Wohnbaugesellschaften werden als Genossenschaften konzipiert. Die Mieter sind zugleich Genossenschaftsmitglieder. Ein Verkauf an Investoren ist somit praktisch ausgeschlossen. Hinzu kommt, dass Genossenschaften keine Gewinnerzielungsabsicht haben müssen.

Die Genossenschaft

Der Zweck der Genossenschaft muss unmittelbar und in der Hauptsache darauf gerichtet sein, die Mitglieder der Genossenschaft entweder hinsichtlich ihres Erwerbs oder ihrer Wirtschaft oder hinsichtlich ihrer sozialen oder ihrer kulturellen Belange durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb zu fördern. Die Genossenschaft kann auch mehrere der genannten Belange zugleich fördern. Ferner darf sie (z.B. ideelle) Nebenzwecke fördern. Die Genossenschaft darf Gewinnerzielungsabsicht haben und Gewinne erzielen, allerdings nur um den Förderzweck zu erfüllen.


#58

Wie sieht es in Schweden aus…?

Abgesehen davon dass die Mieten in Schweden bisher höher als bei uns sind/waren gibt es dort keine Marktmieten sondern eine Nutzwertmiete.
Rendite bei der Miete also ausgeschlossen.

Aktuell schießen die Mieten in Deutschland sogar an denen in Schweden vorbei. Aber die Einkommen wachsen nicht mit. Das mittlere Einkommen in Schweden liegt etwa 1000 € über denen in Deutschland. Lebenshaltungskosten (Konsum) kann über Discounter auf Niveau von Deutschland gehalten werden.

Ergo es sollten mit Mieten keine Renditen mehr erwirtschaftet werden dürfen.


#59

Läßt sich das irgendwo nachlesen? Ein paar Quellen wären schon schön. :wink:


#60

Mal so gefragt: Wenn die Rechnung für Eigentümers nicht aufgeht - warum sollte sie für Andere aufgehen? Z.B. für die “Normalmenschen” die eine Wohnung gekauft haben, um sie zu vermieten und im Alter davon zu leben.

Wer selbst drin wohnt, braucht keine Rendite, da genügt es, wenn eine “schwarze Null” herauskommt.

Also wo ist der Fehler? :wink:

Ja, da muss man auch bedarfsgerechter bauen. Und unbedingt müssen es gemeinnützige Gesellschaften sein, bei denen ein Verkauf ausgeschlossen ist. Wer drin wohnt, ist Miteigentümi.

aber ohne die Fehler der Vergangenheit. Also genau so, wie @RobWoh es vorschlägt.

finde ich auch gut. Hast du Details zum Modell? Könntest du etwas für die Ini formulieren?


#61

weil wenn ich eine Wohnung kaufe um diese zu vermieten, ich den Anschaffungspreis von der Steuer absetzen kann. In der Regel 2% pro Jahr, Die Darlehenszinsen absetzen kann. Das kann ein Selbstnutzer nicht