Grundwerte zum Thema Mieten


#22

Halte ich für schwierig, da jeder Eigentümer grundsätzlich das Recht behalten sollte, sein Eigentum so zu gestalten, wie er es möchte.
Wie gesagt, wenn bei Renovierung/Ausbau/Veredelung eine Miterhöhung heraus kommt, höhere Steuern.
Denkbar wäre auch, eine Quote prozentual an die gesamten Mieteinnahmen zu binden. Beispiel:
10.000 € Gesamtmieteinnahmen, davon 10% (1.000 €) aus definiert günstigem sozialem Wohnraum.
Bei Unterschreitung: Ausgleichsabgabe.
Und um es zu fördern: Steuerbegünstigung bei (deutlicher) Überschreitung.


#23

Um das zu bewältigen was man durch ein Wohnungsbauprogramm bewältigen müsste bräuchte man ein Programm wie es die ehemalige DDR hatte aber wollen wir tatsächlich solche Wohnungsbauprogramme haben das schafft doch nur Ghettoisierung und auch der Lebensstandard in solchen Siedlungen ist weit unten.

Wie immer schafft nur der Mix von allem etwas, damit das auch Sinn hat ist wieder einmal die Quote genau das Richtige immer da wo privat gebaut wird muss quotiert auch entsprechend preiswerter Wohnraum geschaffen werden.


#24

Die Ghettobildung kann man verhindern, indem die Wohnungen nicht komplex an einem Ort erstellt sondern gut verteilt entstehen, ich glaube oder hoffe, dass die Städte und Gemeinden aus den früheren Fehlern gelernt haben. Auch sollten die einzelnen Häuser nicht zu groß werden, um das zu verhindern, ich denke das ist machbar, auch für Investoren, weil niemand ein Interesse daran haben kann, die alten Fehler zu wiederholen.

Was ich noch vergessen habe: Selbstverständlich sollten neu entstehende Wohnungen barrierefrei sein. Von mir aus ab einer bestimmten Anzahl zu 100%! Niemand hat einen Nachteil, wenn sie*er in einer barrierefreien Wohnung lebt.


#25

Ich lass dass mal unkommentiert…


#26

Aus meiner Sicht ist ein wesentliches Problem, dass man als Mieter sein geltendes Recht (Mietpreisbremse) nicht einklagt, weil viele Konfliktscheu sind und Angst vor den Prozesskosten haben. Wer kann sich als Student den zusätzlichen Stress eines Prozesses leisten? Alleine schon psychisch. Wer hat das Geld für einen Anwalt. Ich halte es für einen Meilenstein, wenn es sichere Prozesskostenhilfe gibt und die Hürde für eine gerichtliche Entscheidung niedriger wäre. Nur mal als Beispiel: Habe hier in Stuttgart eine Anzeige für ein 9m^2 Zimmer in einer WG gesehen für knapp 500€!!! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!


#27

Wer ist der Vermieter? Vielleicht das Studentenwerk?


#28

@HrFakner: Möglicherweise gilt dieser Paragraph (Wucher):
https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__138.html
Wäre tatsächlich eine gute Idee, einen Rechtshilfe-Fond zu installieren.
Dann kann leichter eingeschritten werden…


#29

Nein. Also es ist ein Zimmer in einer 50m^2 Wohnung
https://www.wg-gesucht.de/wg-zimmer-in-Stuttgart-Weilimdorf.7048815.html?fbclid=IwAR2l8VjO-Sg3SbU9AhdTo24eO9h2_Oq6aam1EhscP68LvZ7_Jdj4Bq6t3Ns
Das Studentenwerk hält sich eigentlich an alle Gesetze. Zumindest sind die Preise ok.


#30

Das ist der Gewinn vor Steuern, also die Mieteinnahmen. Würde man die Mieten senken, würde das den Gewinn vor Steuern senken.

Daran sollte man viel häufiger erinnern. Steht im Grundgesetz, aber niemanden interessiert es.

Das kann er ja. Er darf dann nur nicht die Miete erhöhen. Falls ein Vermieti z.B. eine Gegensprecheinrichtung einbauen will, alle Mieters das aber für überflüssig halten, kann der Vermieti das Ding einbauen, aber die Miete darf er nicht erhöhen.

Dann werden nur noch wirklich sinnvolle Dinge getan, für die die Meiters auch höhere Miete zahlen müssen.

Doch, hat man. Lebt man in einem Haus mit 4 Etagen muss ein Aufzug drin sein. Finde ich auch Energieverschwendung. Was gut wäre: Alle Wohnungen im Erdgeschoss müssen barrierefrei sein. Das würde bestimmt reichen.

Da sollte es wieder ein “Wohnungsamt” geben, das sich auch um die Fälle kümmert, wo keine Miete gezahlt wird und eine Räumungsklage droht.


#31

Zum Thema Enteignung hat der Tagesspiegel einen Artikel veröffentlicht:

Den Aussagen zu Gewinnen von öffentlich rechtlichen Wohnungsbauunternehmen und der MIetpreisentwickliug kann ich so nicht zustimmen. Auch die Aussage zu der Umlegung von Sanierungskosten ist neokapitalistisch.

Es ist doch nicht einzusehen, dass Wohnungsunternehmen die Sanierungskosten dreifach geltend machen bzw. Zuschüße dafür erhalten. Einmal als Kosten und damit Steuermindernd, zweitens als Zuschuß durch KfW oder Förderbanken und drittens dann vom Mieter.
Die effektive Mietpreisbremse wäre die Warmmiete vor der Sanierung als Maßstab für die nach der Sanierung als Basis zu nehmen. Der Vermieter würde den Teil der Nebenkosten welche er durch die Sanierung einspart als Mietanteil erhalten.
Bei nicht energetischen Maßnahmen steigt der Immobilienwert. Warum soll der Mieter werterhaltene Maßnahmen mittragen, er zahlt doch bereits die Miete.


#32

Das ist das selbe Prinzip wie, wenn Anreiner einer neugebauten Straße dies mitfinanzieren müssen, obwohl sie jahrelang Steuern bezahlt haben.
Selbes auch wenn die Kanalisation gemacht wird oder es neue Hausanschlüsse gibt.


#33

Nur der ordnungshalber. Gewährte Zuschüsse/Fördermittel müssen von den Kosten der Sanierung abgezogen werden. Und damit hier kein falscher Eindruck entsteht.Es können maximal 11% der Sanierungskosten auf den Mieter umgelegt werden.

Grundsätzlich sind Sanierungsmaßnahmen zur Steigerung des Wohnwertes im Prinzip ok. Insbesonderes energetische Maßnahmen. Leider wird aber auch durch sogenannte “Luxussanierung” versucht,langjährige Mieter aus relativ günstigen Verträgen heraus zu drängen.

Hier könnte ich mir durchaus eine entsprechende gesetzliche Regelung vorstellen, welche eine derartige “Luxussanierung” zwar nicht untersagt, aber Kosten welche über ein normales Maß anlässlich der Sanierung entstehen, als nicht umlagefähig zu bewerten. z.B. der Einbau eines Waschtisches aus italienischen Marmor usw.

Werterhaltende Maßnahmen(Renovierung) können nicht auf den Mieter umgelegt werden.


#34

Die (existent aber bisher nur extensiv genutzt) da heisst: Erhaltungssatzung:

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/wohnen.shtml


#35

Die Vermieters tragen keinerlei Nebenkosten. Die werden komplett auf die Mieters umgelegt. Und die Miete steigt, weil der Wert der Wohnung steigt und damit die Mieters auch mehr berappen müssen. (Nicht meine Meinung, sondern der Hintergedanke dabei).

Da entsteht wieder ein Bürokratie-Monster. Warum muss ein Vermieti in einer Wohnung etwas werkeln, ohne dass die Mieters das wollen? Hast du da Beispiele? Ich würde das ganz einfach machen: Gesetzlich Vorgeschriebenes und baulich Notwendiges ist Pflicht. Der Rest darf nur gemacht werden, falls die Mieters zustimmen.


#36

Das ist so nicht korrekt. Nicht alle Kosten können auf den Mieter umgelegt werden:
https://www.nebenkostenabrechnung.com/nicht-umlegbare-nebenkosten/

Mit Sicherheit nicht. Der Sachbearbeiter des zuständigen Betriebsstättenfinanzamt kennt die bei der Steuererklärung angegebenen Wohnung in der Regel sehr genau. Es liegt zudem im Interesse des FA unsinnige und überteuerte Sanierungen zu monieren und ggf. die steuerliche Absetzbarkeit zu verweigern.

Genauso wie es für alle möglichen gewerbliche Anschaffungen eine ellenlange Liste der Abschreibungsdauer gibt, könnte man für Sanierungen bestimmte Vorgaben entwickeln.Z.B. bezogen auf Baujahr, Standardausstattung vergleichbarer Objekte, bzw. Mindeststandards usw. Denkbar wäre auch,dass “hochwertige” Sanierungen nicht gleich im Anschaffungsjahr in einer Summe steuerlich verwertet werden können, sondern über mehrere Jahre gestreckt werden müssen.

Eine etwaige Sanierung von der Zustimmung des Mieters abhängig zu machen halte ich nicht für sinnvoll. Tatsächlich notwendige Sanierungsmaßnahmen könnten so dauerhaft verhindert werden.

Insgesamt sollte ein “Regelwerk” enstehen,welches den berechtigten Interessen sowohl für Mieter als auch des Vermieters Rechnung trägt.Die jetzige Diskussion empfinde ich etwas einseitig.


#37

Das ist ja am Anfang oft so (jedenfalls bei meinen Inis kommt mir das so vor… :thinking:). Daher liebe ich den MP, denn am Ende ist es immer sehr ausgewogen und fundiert.

Danke auch für deine Korrekturen und Anmerkungen.

Grundsätzlich ist es nicht meine Absicht, dass erforderliche Sanierungen verhindert werden. Erhaltend, gesetzlich vorgeschrieben, baulich erforderlich. Der Rest nur nach Zustimmung, dann könnte sich Bedarf und Sanierung annähern.

Die Idee mit der Absetzbarkeit finde ich super. Das trifft die Spekulantis hart.


#38

Danke für das Kompliment. Einen “Sanierungskatalog” gemäß unseren politischen Vorgaben zu erstellen ist ein Leichtes. Da “schnalzen” die Fach/Verwaltungsbeamten schon jetzt mit der “Zunge”


#39


Beispiel, wie in Genossenschafts-Landschaften frischer Wind wehen könnte - ggf.mit etwas mehr polit. Unterstützung…

https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5563487
Beispiel, wie Rekommunalisierung gehen kann, wenn´s denn breiter gewollt wäre.

edit I:


wie Grüne zu ´Volksbegehren gegen Deutsche Wohnen´ stehen - mit paar Ratschlägen, die ernst genommen gehören.

edit II:


wie es geht Investoren auf die Finger zu klopfen.


wie man/frau Ökotope u. Soziotope nicht gegeneinander stellt.


#40


Geht doch.


#41

Robert, aber diese 11% werden dauerhaft umgelegt und nicht nur einmal. Wenn ich das als Abschreibungsquote nehme wären das in etwa 9 Jahre Abschreibung.
Die Umlegung bleibt aber erhalten. Die Sanierung, gerade die energetische Sanierung, ist aber auf einen längeren Zeitraum, ca. 30 Jahre, anzusetzen. Der Immobilieneigentümer kann seine Kosten außerdem noch steuermindernd geltend machen.
Ist das soziale Verantwortung nach Art. 14 GG?