Webseite Plenum

Grundwerte für Bildung: Die DiB-Werte für eine progressive Schulbildung

idee-zur-initiative

#1

Aufruf: Ich suche Mitstreiter*innen Expert*innen Prüfer*innen
Kontaktart: Kommentar unter Beitrag / persönliche Nachricht
Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: @megaera, @miri, @Surfista
Bearbeitungsstatus: Entwurf
Redaktionsschluss: 24.06.2018

Einleitung:
Werte für eine progressive Schulbildung

Problembeschreibung:
Unsere Ansätze im Bereich Bildung unterscheiden sich grundsätzlich von der aktuellen Situation, da sie mit DiB Spirit :dib_spirit: entstehen.
Damit die hinter unseren Initiativen stehenden Ansätze größtmöglich mit der Meinung von DiB übereinstimmen, wollen wir die Grundwerte vorab zur Diskussion stellen.

Forderungen
DiB beschließt Grundwerte zum Thema Bildung - Hier speziell für die Schule

Liebe Bewegis,

wir (TK Bildung) möchten hiermit einen Vorschlag für Leitlinien zur Bildungspolitik zur Diskussion stellen.

Bitte nutzt nach Möglichkeit die Kommentarfunktion im Dokument (Wort / Absatz markieren und dann rechts auf das “+” klicken).

Ich bin gespannt auf eure Ideen dazu!


#2

Sehr gute Arbeit , liebe Mitglieder vom TK_Bildung/Forschung , wollte ich schon paar mal in Eurem halboffenen thread posten .


#3

Ich habe einen Absatz eingefügt - zuerst anonym und dann mit Login, weil alle Sekunde ein Kommentar entstanden ist.

Mir gefällt das schon ziemlich gut. Lets go.


#4

Danke! Hast du einen Vorschlag, wie eine Belohnung aussehen könnte?


#5

Zunächst: Was bedeutet “progressive Schulbildung”? Und ich finde einige Thesen sehr gewagt, darunter fallen zum Beispiel:

  • Die Schule soll Kindern echte Bildung vermitteln. Bildung ist Erfahrung und daher sollen Erfahrungen aus Kindern gebildete Menschen machen. - zum einen ist das sehr unkonkret und zum anderen gibt es genug Beispiele, die das widerlegen (beispielsweise der Holocaust ändert bei Nazis oft nicht deren Meinung).

  • Druck und Stress sind schädlich. - Formal eine Pauschalisierung, die einen nicht auf das Arbeitsleben vorbereitet (meiner Meinung nach, hab keine Ahnung, war bis vor kurzem noch selber Schüler und habe nur eine Nebentätigkeit, die trotz der geringeren Zeit viel anstrengender ist als Schule)

  • Eine Schule, die man nur mit Hilfe von Erwachsenen oder Nachhilfe erfolgreich abschließen kann, wollen wir nicht. - das klingt für mich wie “lasst uns das Niveau des Abiturs (bzw. Realschulabschlusses) noch weiter senken”

Klar, Schule ist auch Zeit zum Leben und mehr als nur noch reine Wissensvermittlung. Aber meiner Meinung nach ist es nicht gut, wenn man den Kindern zu viel Freiraum lässt ihre eigene Bildung zu verwirklichen. Und Schule kann progressiv sein wie sie will, einige haben auch schlicht keine Lust auf Schule / Bildung bzw. erkennen keinen Zweck für sich. Schwierig…


#6

Was ist denn unechte Bildung?

emanzipatorisch fände ich hier passender


#7

Alle Kinder sind neugierig und wenn mensch ihnen diese Neugier nicht austreibt, lernen sie ohne es zu merken unheimlich schnell unheimlich viel. z.B.: 1000de von Pokemon mit allen Entwicklunsstufen, Stärken und Schwächen.


#8

Sehr schön, danke, so soll das sein! :dib_spirit:

Vielen Dank auch für deine detaillierte Rückmeldung. Hier meine Gedanken dazu zur Diskussion:

Das stimmt einerseits, denn welche Erfahrungen gemacht werden, muss natürlich noch definiert werden. Dazu kommen in Zukunft weitere Inis. Aber wichtiger ist, dass dies von den Schülers ausgehen soll. Die Lust am Ausprobieren wird den Kindern in der Schule regelrecht ausgetrieben und nach einigen Jahren kann man sich kaum noch vorstellen, dass es anders geht. Mir war das auch nicht bewusst, bis ich das bei meinen eigenen Kindern erlebt habe.

Andererseits geht es um die Erfahrung. Und damit sind wir beim Kern. Das reine Wissen um den Holocaust (die Information darüber) führt sicherlich nicht zum Umdenken. Da gebe ich dir Recht. Aber die Erfahrung, also z.B. ein Besuch dieser Vernichtungsmaschinerie und eine Schilderung, wie die Abläufe vor Ort waren, macht dann doch Eindruck. Natürlich nicht bei den Hardcore - Nazis, da muss man andere Mittel und Wege wählen, aber das führt hier vom Thema weg.

Das sind sie unbedingt. Und da sitzt du aus meiner Sicht schon in der Falle. Die “Vorbereitung” besteht nämlich genau darin, dass die Kinder darauf konditioniert werden, brave Arbeitsmaschinen zu sein. Druck und Stress werden als Normal eintrainiert. So geht es dann weiter bis zum Burn-Out. Also von uns ein klares Nein und der Ansatz zum gesellschaftlichen Umdenken. Da liegt die im Dokument geforderte Revolution.

Da stellt sich dann die Frage nach dem Sinn des aktuellen “Niveaus”. Meiner Erfahrung nach ist das Abitur fast wertlos. Und das war es schon vor Jahrzehnten, als ich es gemacht habe. Das Abitur ist als Reifeprüfung gedacht. Heute lernt man Unmengen an Informationen auswendig. Wenn du 5 Jahre nach deinem Abitur mal zurück denkst, wirst du feststellen, dass 80% überflüssig waren und die 20% Dinge sind, die man sich auch in wenigen Wochen hätte aneignen können.

Es tut mir total leid, wenn das jetzt überheblich klingt. Ich verstehe deine Perspektive und habe das wahrscheinlich ebenso gesehen. Was mich bewegt hat, etwas zu ändern, war das auf dieser Seite verlinkte Manifest: http://www.demokratische-stimme-der-jugend.de/projekte/bildungsgang/manifest.php

Falls du Zeit und Lust hast, dir das anzusehen, würde mich deine Meinung dazu sehr interessieren.

DiB ist eine progressive Partei. Bedeutung hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Progressivismus Dementsprechend soll die Schule eine “lernende Organisation” sein, also das Gegenteil zur konservativen, also “unveränderlichen” Schule.

Das Gegenteil wäre für mich vermeintliche Bildung. Also auswendig gelernte Information. Ich denke, dass viele mit dem Begriff “Echt” mehr anfangen können, als mit “emanzipatorisch”. Siehst du das ebenso?


#9

Ja, sind sie.
Es ist eine neurobiologische Tatsache, dass man unter Stress nicht gut lernen kann. Das liegt daran, dass vermehrt Stresshormone ausgeschüttet werden, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen und schlimmstenfalls die fight-or-flight-Reaktion auslösen, die man dann versuchen muss zu unterdrücken. Weder Flucht noch Kampf stoßen in unserer Gesellschaft auf Verständnis. Unser Körper ist dann also dank unseres evolutionären Erbes damit beschäftigt, Kapazitäten aus den höher entwickelten Hirnstrukturen abzuziehen und versucht, unser Überleben sicherzustellen. Merkfähigkeit, Konzentration, die Langzeitgedächtnisbildung sind massiv beeinträchtigt. Und auch die Auswirkungen von Dauerstress auf Körper, Seele und Geist sind verheerend.

… haben wir jetzt und es ist klar zu erkennen, dass der Bildunggrad und der finanzielle Status der Eltern nach wie vor in vielen Fällen darüber entscheiden, wie die Schulkarriere der Kinder verläuft. Das ist eine nicht hinnehmbare Benachteiligung. Jeder soll die gleichen Chancen haben. Daher muss das Bildungssystem dafür Sorge tragen. Anders ist dieses Dilemma nicht lösbar.


#10

Hallo Dat, was wir meinen, ist:

Das Wissen soll nicht auswendig gelernt werden, sondern selbst erarbeitet oder, so weit möglich erfahren und erlebt werden, dann behält man es besser und so macht lernen Spaß.

Zu Beginn will jedes Kind lernen und die Welt erleben, Kinder die nicht (mehr) lernen wollen, sind durch irgendetwas frustriert oder begrenzt worden und rebellieren damit, sagen so will ich nicht lernen. Schau dir Kinder im ersten Lebensjahr an, was lernen die nicht alles, ohne dass irgendwer sagt: Du musst das lernen.

Das Lernen ohne Hilfe von Erwachsenen und Nachhilfe bezieht sich auf lernen außerhalb der Schule und bedeutet nichts anderes als, alle Übungsaufgaben werden in der Schule erledigt, also in einer Ganztagsschule.


#11

Ich habe dem Dokument einen Teil mit Fragen und Antworten hinzugefügt. Das könnte sehr hilfreich sein. Falls euch also weitere Fragen einfallen, könnt ihr sie gerne hier stellen oder direkt im Dokument als Vorschlag einfügen.


#12

Ich würde den Absatz mit der Belohnung rausnehmen. Das ist auch nur Konditionierung und bestraft letztlich die nicht-belohnten Schüler*innen. Ansonsten ist da viel Gutes drin! Danke! Ich persönlich würde das Konzept mehr an ken robinson divert thinking und an schools of trust anlehnen.


#13

Schaut mal.

Edit: und vielleicht Inspiration hiervon? https://freilerner.at/freilernen/was-ist-freilernen/


#14

@all, vielen Dank für die Hinweise und Anmerkungen. Ich habe das Dokument jetzt angepasst.

Zu den Beispielen für die Schulen von @braegel und @llkruegro:

Die Grundwerte sollen unabhängig von der Schule an sich sein. Ich bin also der Meinung, unsere Grundwerte geben das her. Seht ihr das ebenso?

Wie die Schule unserer Meinung nach aussehen könnte, diskutieren wir, nachdem wir uns über die Grundwerte einig sind. Wir haben bereits einen Entwurf, aber dazu bitte später.


#15

Ich habe noch einen Kommentar zum Beginn des Unterrichts ab gegeben: Ich wäre für 8:30, denn 8:00 ist zu früh denke ich.


#16

Das denke ich auch. Aber nicht für alle. Grundsätzlich ist die Frage aber nicht. Das hier sollen ja generelle Leitlinien werden. Sollen wir das lieber im Detail - Dokument klären?

Ich habe einen Hinweis so aufgenommen, ist das für die Grundwerte ausreichend?

Hausaufgaben, starre Stundenraster und ungesunde Regelungen lehnen wir ab.


#17

Bitte eine Quelle. In Google mal eingegeben: “Ist Stress schädlich?”, das erste Ergebnis fand ich hier:
https://www.neuronation.de/science/wieso-stress-gesund-sein-kann (kurz zusammengefasst: Stress entsteht im Kopf, es kann gesundheitlich schädlich sein, aber auch anspornen Herausforderungen zu meistern). Bei mir war es in der Grundschule auch so, ich hab mir hauptsächlich Mühe gegeben, um besser zu sein als die anderen, nicht der Bildung wegen (z.B. Lesewettbewerbe, da hat es mir Spaß gemacht mein bestes zu geben, um zu beweisen, dass ich das kann, hab aber mittlerweile eine andere Einstellung dazu)

Die gleichen Chancen haben bedeutet nicht, dass jeder einen Abschluss erhalten soll. Es gibt doch schon eine Unterteilung zwischen Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Soweit ich weiß, war es in meinem Umfeld so, dass auch jeder Hilfe beanspruchen konnte durch die Lehrer, es lag meist an den Schülern selbst, was sie damit anfingen.

Meine Erfahrung her zeigt, dass der Hauptgrund Nummer 1 eindeutig der Lehrer ist. Das geht vielen aus meinem Jahrgang ebenso, dass immer die gleichen Hassfächer genannt werden wegen dieses einen Lehrers, der seine Lieblinge hat. Ich mochte Ethik nie bis zur 11ten Klasse (ich habe dann die Schule gewechselt) und dann war es in der Qualifikationsphase mein liebstes und inspirierendstes Fach.

Schwierig zu sagen. Vielleicht hast du das so erlebt. In meinem Umkreis teilen wahrscheinlich viele diese Meinung. Aber es gibt doch wohl auch einige Dinge, die einen helfen einen weiteren Bildungsweg einzuschlagen oder eine gewisse Methodenkompetenz vermitteln, ohne dass man sich bewusst ist, was sie bringen. Beispiel 1: In Deutsch lernt man etwas über das Schreiben und die Literaturgeschichte. In Thüringen ist Deutsch mit erhöhtem Anforderungsniveau Pflicht. Nach der 10ten Klasse hätte ich sonst wohl Deutsch abgewählt, heute denke ich darüber nach Germanistik zu studieren. Beispiel 2: In Geographie müssen wir oft Naturraumanalysen machen und Vorschläge zur Nutzung oder Verbesserung der Nachhaltigkeit machen. Ich möchte auf jeden Fall nicht in Richtung Geographie oder Umwelt studieren, aber die Methodik, Material auszuwerten, bereits vorhandene Projekte als Inspirationen zu nutzen und auch über die Thematik zu reflektieren sind wichtige Kompetenzen, die man braucht, um Lösungen zu finden. Achja, und Auswendiglernen kann zum Teil auch wichtig sein, beispielsweise im Jura-Studium. Ich kann mir vorstellen, dass die Hälfte der Gesetze nur ein einziges Mal im Leben gebraucht werden, aber dann hatte man sie parat und weiß mit ihnen umzugehen.

Übrigens ist mir noch aufgefallen, dass ich mir vorstellen könnte, dass “selbst erarbeitete” Arbeit viel mehr Zeit beansprucht als vorgefertigte Stundenpläne durch Lehrer. Vor allem ist es sicher schwierig mit unzähligen Individuen auf jeden einzelnen einzugehen.

PS: Keine Bange, ich finde es großartig, dass ihr euch Gedanken darum macht, Bildung zu verbessern. Ich möchte nur klar machen, dass es zu jedem Schritt eine andere Seite gibt. Ich gebe auch zu, dass ich mich noch stark an der derzeitigen Schule (bzw. das Gymnasium, über Realschule hab ich keine Ahnung) orientiere und es besser befinde mit kleineren Reformen eine progressive Bildung voranzutreiben.


#18


Es gibt den Begriff des Eustress. Das meint eine positive Form von “Stress”, die entsteht, wenn man Bewältigungsstrategien an der Hand hat und die Situation als Herausforderung empfindet. In dem verlinkten Artikel wird gegen Ende erwähnt, dass auch ein Zuwenig an Stress im Verdacht steht, negative Auswirkungen zu haben. Ich denke, die Gefahr besteht in einem Schulsetting eher nicht.

Davon war doch gar nicht die Rede. Es soll nur JEDER Schüli die Möglichkeit haben, unabhängig von seinem Elternhaus Unterstützung zu erhalten. Es freut mich, dass du so positive Erfahrungen in deiner Schule gemacht hast. Leider ist das nicht der Regelfall.


#19

Sicherlich gibt es Dinge, die auch die beste Schulreform nicht ändern kann. Wenn es zwischen Lehrenden und Lernenden menschlich nicht passt, dann ist das so und da hilft eigentlich nur der Wechsel in eine andere Klasse oder Gruppe.

Der Stress, den wir meinen, entsteht durch länger andauernde Über- oder auch Unterforderung.


#20

Guten Tag, ich finde diesen Vorschlag sehr gut :slight_smile:
Was ich mich aber frage: Wie kann man es schaffen Druck und Stress von außen in der Schule wie ihr schreibt möglichst vollständig zu vermeiden, aber gleichzeitig zu erreichen das Schüler nicht daran zerbrechen, wenn sie im Studium und der Arbeitswelt auf Umgebungen stoßen in denen diese weit verbreitet sind? Wir werden es ja wohl (leider) nicht schaffen alle diese Bereiche gleichzeitig so schnell zu reformieren. Deshalb denke ich ist es wichtig dass die Schüler erfahren dass die Welt außerhalb der Schule anders ist, als dass was (im besten Fall) an ihrer Schule vorgelebt wird und dass sie auch eine gewisse Widerstandskraft mitbekommen, die meiner Meinung nach schwer ganz ohne dass sie je Druck oder Stress erlebt haben zu vermitteln ist. Wie könnte man das konkret schaffen?