Gründung einer "Jugendgewerkschaft"


#41

Mein Fazit aus der bisherigen Diskussion:

Junge Menschen können und wollen ihre Interessen selbst vertreten. Sie wollen/brauchen keine übergeordnete allgemeine Interessenvertretung.

Wichtig ist, dass wir Alle lernen, Kindern und Jugendlichen zuzuhören und ihre Wünsche und Bedürfnisse ernst zu nehmen, und nicht als unwichtig abzutun.

Als Letztes muss man Kinder von Anfang an dazu erziehen ihre Meinung zu sagen und ihre Wünsche zu äußern.

Ich musste mir als Kind des öfteren den Spruch anhören, wenn ich gewagt hatte zu sagen " ich will" dein Wille steht vor der Tür.

Sollte heißen dein Wille ist unwichtig bzw interessiert uns nicht.

Solche Sprüche sollte es nicht mehr geben, allenfalls könnte man noch fordern, die vorhandenen Jugendvertretungen zu stärken und ihnen mehr Rechte zu geben.


#42

Wir müssen die Kinder nicht dazu erziehen. Wir müssen endlich damit aufhören ihnen den Mund zu verbieten, aufhören ihnen Kompetenz abzusprechen, aufhören sie zu bevormunden.


#43

Genau so ist das . Wir Eltern und Älteren sind es , die “erzogen” werden sollten , denn wir habe schon bewiesen , dass es mit unserer Erziehung nicht allzu weit her ist und auch schon , dass wir auch schon unsere Kinder "verkorkst haben und es noch immer tun . Anwesende sind von diesem Urteil natürlich ausgeschlossen .

Lieber @Surfista , dass es mehrere “Jugenden” gibt und @leon nur für Eine davon sprechen kann , ist kein Argument , sondern ein/e Meinung/Urteil . Du glaubst , die Fähigkeit und das Recht zu haben , für Jugend allgemein sprechen zu können/dürfen und ich bin sicher , dass nicht nur Du so denkst . Versteh mich bitte nicht falsch

@llkruegro sagt´s besser , als ich es könnte . Klar unterscheiden sich Interessen von Schüler/innen der Oberstufe von denen der Student/innen oder Azubis doch jede dieser Gruppen ist schon jetzt in der Lage , für sich selbst zu sprechen - wir müssen ihnen nur zuhören . Kinder , bzw. Schüler/innen der Unter-und Mittelstufe brauchen vielleicht noch (!) ein wenig Anleitung , aber was sie wollen und was nicht , wissen auch sie schon recht gut - zuhören ist das Zauberwort - dann erfahren auch wir etwas davon .


#44

Da ist Dein Denkfehler m.M.n. - es geht nicht darum , was wir brauchen , sondern darum , was die Kinder und Jugendlichen brauchen .


#45

Vielleicht ist dir auch aufgefallen, dass ich die Forderung eines Bundesjugendrats nach Modell des DSDJ unter Berufung auf die Stellungnahme vom deutschen Bundesjugendrings und auch später noch inhaltlich kritisiert ist, da dort eine Vielzahl an praktischen und konzeptuellen Fragen offen bleiben. Auch darauf bist du bisher gar nicht eingegangen.

Außerdem geht es hier nicht um meine Vorstellungen gegen deine Vorstellungen einer Interessensvertretung für Kinder und Jugendliche. Ich fordere ganz zentral, dass die Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche mit einem Blanko-Papier an Zielen starten muss, während du vehement und wiederholt bereits Ziele voraussetzt, die ich vielleicht in meiner Blase sogar noch teilen kann, von einer Mehrheit der Jugend, die aktuell eher in das politische Spektrum der FDP als der Grünen oder der Linken tendiert, aber bestimmt nicht. Wieso müssen von vornherein Ziele festgelegt sein (die im Laufe der Diskussion hier sogar mehr anstatt weniger wurden), wenn es doch um die Ziele der Kinder und Jugendlichen geht? Das ist kein Streitpunkt zwischen politischen Blasen, sondern das ist meiner Meinung nach die Grundvoraussetzung dafür, dass ein solches Konzept überhaupt eine Chance hat.

Wir können hier gerne über die organisatorischen Lösungen einer Interessensvertretung diskutieren, da gehen die Meinungen bekanntlich auseinander. Was aber nicht geht ist, dass hier von Anfang an schon Ziele vorgegeben werden, die dann im Namen der Kinder und Jugendlichen verfolgt werden sollen, die letztere aber niemals so formuliert haben. Von daher: Strukturelle Diskussion, ja. Inhaltliche Vorgabe von Zielen, nein


#46

Sinn von Strike


#47

Lieber Leon, ich finde, jetzt gehst du ein wenig zu weit. Du verlierst dich in Unterstellungen, ohne Konstruktiv zu sein. Wenn du meine Idee und meinen Stil so schlecht findest, kannst du gerne eine eigene Ini starten. Leider gibt es bisher keine Ini in der Richtung. Jetzt möchte ich eine machen und sehe mich mit solchen Anschuldigungen konfrontiert. Wollen wir so zusammenarbeiten?

Ich würde mich freuen, wenn wir hier ohne persönlich zu werden konstruktiv eine Vision für die Beteiligung von Minderjährigen entwickeln können. Aber bitte nach DiB - Art.

Mag sein. Mein Korrekturvorschlag war, die Anzahl zu vergrößern. Weitere Schwächen sehe ich nicht. Wenn du welche siehst, zähle sie bitte auf und vielleicht hast du sogar eine Idee, wie man sie beheben könnte?

Das ist eine Unterstellung. Ich mache das weder “vehement” noch überhaupt. Ich fordere nur, dass es eine Institution gibt, die sich für die Interessen einsetzt. Ich fordere auch, dass Minderjährige dafür streiken dürfen. Und dass das Engagement der Minderjährigen unterstützt wird. WAS das sein soll, habe ich nirgendwo erwähnt. Also warum diese Anschuldigung?

Wie kommst du darauf? Das ist vielleicht wieder eine Blase? Wie schon gesagt kenne ich mehrere Schulen als Elternvertreter. Und hier im Ruhrgebiet tendieren die SVs eher ins linksautonome Spektrum. Nicht, dass ich das gut finden würde. Aber schauen wir mal auf nüchterne Zahlen:

https://www.u18.org/vergangene-wahlen/2017-bundestag/

Die sind auch nicht repräsentativ. Leider. Das will ich ändern. Was dann herauskommt, ist offen und ich will da nicht deuteln. Also bitte bleib auch du sachlich.


#48

Warum , weiß ich jetzt gerade auch nicht so genau , aber mir fällt da gerade das Statement von @MichaelHohenadler ein ; vielleicht weil die Hauptprotagonist/innen Mitglieder der gleichen Partei und des gleichen Landesverbandes sind ?


#49

Machen wir doch erstmal eine entsprechende Umfrage bei Schulen (einschließlich Berufsschulen), KOT’s, Jugendheimen, Jugendwerken (AWO) etc.
Dann können wir wirklich feststellen, was unsere Jugend wirklich möchte.
Ich finde es schon wichtig, was unsere Jugend so denkt, denn sie sind unsere Zukunft und wir sollten auch was für ihre Zukunft tun. Das ist mir z. B. bei den stattgefundenen Demos der Schüler zum Klimawandel eingefallen. Wir “Alten” verschlimmern den Klimawandel und unsere Jugend muss später damit leben, nur ein Beispiel.
Dabei können uns unsere Jungen helfen.
So werden wir jedem gerecht.
Fleyer herstellen und entsprechend aushängen oder verteilen und die Umfrage erfolgt Online. Das sieht nach ganz viel Arbeit aus.
Vielleicht brauchen wir noch mehr “Gretas”.

https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/ich-suche-die-gretas-von-dib-fuer-eine-umfangreiche-klima-initiative/27122/23?u=ellen

++nicht als Moderatorin++


#50

Weißt du was, vergiss es einfach. Hat ja so keinen Sinn. Wenn du nicht diskutieren willst, dann mache ich auch nicht mit.

Wenn du mir mir nicht mal zugestehst meinen eigenen Eindruck von deinen Forderungen zu schildern, sodern versuchst meine Ausführungen mit angeblichen persönlichen Angriffen zu diskreditieren, dann hat diese ganze Diskussion keinen Sinn.

Den Hinweis, dass du jetzt zum Dritten mal nur sehr sehr selektiv, wo es gerade passt auf meine inhaltlichen Aussagen eingehst, kann ich mir eigentlich inzwischen auch sparen. Das ist ein Diskussionsniveau, was leider jeden Diskurs und damit auch jeden Konsens unmöglich macht. Dann nutze ich meine Zeit halt anders.

Und um es abschließend zu sagen: Keine Initiative ist besser, als eine schlechte. Warum ich so ein Thema gar nicht im Parteiprogramm haben möchte, habe ich oben bereits gesagt. So entsteht bestenfalls eine linksprogressive Organisation (obwohl DiB auch nur auf dem Papier tatsächlich so progressiv ist, wie gerne behauptet wird), nicht aber eine Interessensvertretung für alle Kinder und Jugendliche.

Kopfschüttelnd ab…


#51

Ich hatte heute die Gelegenheit, mit zwei “Gretas” zu sprechen. Sie organisieren die Fridays For Future in Dortmund und haben das Thema auf unserer Nachhaltigkeitskonferenz vorgestellt. Sie haben um Unterstützung gebeten und betont, dass alle mitmachen können und man nicht Schüli sein muss.

Ihr ahnt es - das muss man mir nicht zwei Mal sagen. Sie freuen sich außerordentlich über alle, die mitmachen und sie sind für jede Art von Unterstützung dankbar. Zunächst mache ich das als Privatperson, aber ich bringe das Thema Donnerstag mit zum DiB Tisch. Mal sehen, was geht.

Für die Diskussion hier für mich folgendes Fazit:

Man stelle sich vor, die “Gretas” aus Dortmund wollen genau das tun, was sie tun und hätten sich einfach an die “Jugendgewerkschaft” wenden können. Dort hätten sie Informationen, Ratschläge, Unterstützung, etc. gefunden, um ihre Sache besser zu vertreten.

Vielleicht wären sie dann nicht mit einem sondern mit 20 Bussen nach Berlin gefahren, um ihre Sache zu vertreten. Und dann wäre vielleicht etwas Anderes herausgekommen, als ein Ausstieg in 20 Jahren.

So eine Gewerkschaft will ich für die “Gretas” vorschlagen.

Und wer die nicht mag, muss ja nicht hin gehen.


#52

Huhu :smiley: die Diskussion ist ja ganz schön “unjugendlich” geworden. Danke an @llkruegro für die Verlinkung!

Ich mag auch mal kommentieren, bin ja auch noch… uhm… 18.

Ich finde deinen Vorschlag gut, aber ich glaube, dass die Zeit dafür noch nicht gekommen ist.

Ich erzähle mal von einem Treffen vor zwei Wochen. Ich bin als Bundessprecher im Bundesfreiwilligendienst unterwegs gewesen und durfte mit meinen Mitsprecher*innen mit dem Doktor vom BMFSFJ sprechen, der das neue Konzept zum Jugendfreiwilligenjahr geschrieben hatte^^ Wir sind mit einigen Kritikpunkten hineingestartet und haben entsprechende Fragen gestellt. Und die im Ministerium hatten auch schon all diese Probleme gehabt und breit diskutiert, dann hat er uns einfach freundlich erklärt, warum sie sich für genau diesen Vorschlag geeinigt haben und nicht einen anderen. Dabei ist klar geworden, dass es einfach so viele gesetzliche Regelungen, Verbindungen und Abwägungen gibt, dass das schon in irgend einerweise sinnvoll war, ich meine, er arbeitet hauptamtlich in diesem Beruf und kann das sehr gut einschätzen (jedenfalls fühlte sich das so an).

Ich befürchte, dein Ansatz funktioniert in dem jetzigen Schulsystem nicht. Stell dir vor, du stehst morgens auf, hast bis 14 Uhr Schule und danach gehst du deinen Hobbies nach, beschäftigst dich weiter mit Schule und Hausaufgaben, abends isst du mit deiner Familie und zusätzlich machst du dir einen Kopf, warum du noch keine* n Freund* in hast, obwohl jede* r das von einem erwartet und sitzt dann vorm Fernseher und glotzt dir Game Of Thrones an (also so pauschal mal einige Jugendthemen plakativ aufgelistet).

Die wenigsten haben Lust sich ehrenamtlich oder politisch zu engagieren, noch haben sie die nötige Sensibilisierung dafür (Schlüsselbegriff: Bildung für nachhaltige Entwicklung [BNE]).

Übrigens kann man das auch super gut am Beispiel Fridays For Future sehen, dass das nicht alles so einfach ist. Ist es denn wirklich sinnvoll, dass Hunderte Schüler nach Berlin fahren (müssen), um zu streiken (Abgase grüßen)? Warum an einem Freitag, ich hab mehrere Kommentare gelesen, die einfach nur Schule schwänzten. Warum nicht an einem Wochenende? Das ist natürlich alles nicht so einfach zu sagen, man kann alles in irgendeine Richtung packen. Bei einem Video wurde ein junger Sekundarschüler gefragt, wofür die Demo ist: “Uhm… Die Demo ist darüber, dass… uhm… wir aus der Braunkohleindustrie aussteigen?” (dieser fragende Ton war einfach nur zu lustig hihi :smiley:).

Also. Ich glaube, das wäre ein interessantes Experiment. Meistens ist es ja so, dass man erst dann schraubt, wenn etwas schiefläuft, solange alles gut funktioniert, schaut man erstmal wo es dringender ist, richtig? Und dafür, dass sich relativ wenige Jugendliche beschweren, wird doch relativ viel getan, Jugendliche in die Politik zu integrieren.

Achja, übrigens gibt es in meiner Stadt ein Schülerparlament, mehrere Projekt von Demokratie Leben und diese Woche findet das erste “Aktiventreffen” für U27-Jährige statt. Ich bin gespannt darauf, man sollte erstmal klein beginnen und dann größer werden, oder? ^^

Aber vielleicht sehe ich das derzeit auch zu flapsig, hab keine Ahnung von dem Thema (und das meine ich nicht ironisch)!


#53

Lieber Dat, herzlichen Dank erst mal für deinen ausführlichen Kommentar und auch für die Einblicke in das Leben Junger Menschen ^^ (GoT).

Wie du weißt, wollen wir auch das Schulsystem umkrempeln. Daher finden die Jugenparlamente natürlich WÄHREND der Schulzeit statt, was nach unserer Reform problemlos möglich sein wird.

Wir brauchen ja auch noch ein paar Jahre, bis wir an der Regierung sind (räusper).

Um auf deine Beispiele einzugehen:

Wie soll die “Jugendgewerkschaft” dabei helfen? Sie würde im Vorfeld klären, welche Gesetze existieren und warum das Konzept so aussieht. Sie würde dann eure Kritik nehmen und mit euch gemeinsam besprechen, was sinnvoll ist und was nicht. Aber: Eben auf eurer Seite. Sie würde euch erklären, welche Gesetze und Regelungen geändert werden müssen, damit ihr keine Probleme mehr mit dem Konzept habt.

Denn dafür ist Politik da: Die Regeln und Gesetze zu ändern, falls das nötig ist.

Auch hier würde die Gewerkschaft dafür sorgen, dass ein Meinungsbild eingeholt wird, dass darüber abgestimmt wird, dass Forderungen kommuniziert werden und dass FFF sich zielgerichtet organisiert, um möglichst effektiv ihre Wünsche anzubringen.

Dass “das Volk” sich einmischt, passt den Politiker*innen oft überhaupt nicht. Wenn man mal daran denkt, wie die Menschen in Berlin für ihren Willen bei der Freifläche Tempelhof kämpfen mussten, kann einem übel werden.

Und jetzt sollen auch noch “Kinder” darin ausgebildet und unterstützt werden, wie sie für ihre Meinung kämpfen? Da werden einige Politikers aber bleich… :angel:


#54

Rahmenbedingungen schaffen ist immer gut, aber wie gesagt, ich denke, es ist noch nicht soweit.

Naja, das ist sehr optimistisch. Engagement kann man nicht erzwingen. Vor allem ist Demokratie und Politik sehr zäh und langsam, wer am Ende übrig bleibt, zeigt die Zeit. Ich würde empfehlen, eine Bedarfsanalyse zu machen.

Was du beschreibst ist auf Kommunalebene übrigens möglich, mit 14 kann man in eine Partei bzw. Jugendorganisation eintreten und sich einbringen. Das machen nur die wenigsten. Erst wenn es brenzlig wird, wird geschraubt, das gilt für Politiker als auch “Normalos” :smiley:


#55

Was haltet ihr von denen?

http://www.jurats.de/Konzept

Hier zum Zuschauen:


#56

Klingt cool. Wie gesagt finde ich das auf kommunaler Ebene zum einen persönlicher und besser umsetzbar, was junge Menschen motivieren könnte, dort einzusteigen.


#57

Das Konzept von JURATS klingt überzeugend, es ist eine Sache die sich vor Ort entwickeln muss, und es soll, wenn ich es richtig verstanden habe, parteiübergreifend sein, was ich für sinnvoll halte.

Ergo macht es wenig Sinn als Partei etwas tun zu wollen.