Gräben ziehen oder Brücken bauen? Was erwarten "Nichtmitglieder" von DiB - Lasst uns reden (hier extern - offen für alle)

Da der BPT immer näher kommt und wir diverse spannende Diskussionen haben, würde ich mich gerne mit Interessierten dazu austauschen, was werden könnte.

Themenvorschläge:

  • Was erwartet ihr von einer neuen Partei?

  • Was zieht euch an, was stößt euch ab? (bitte neutral halten, wir wissen eh, was gemeint ist. Falls nicht: Bitte PN)

  • Wie müsste eine Partei sein, damit ihr eintretet?

Lasst uns reden!

Die interne Diskussion für Mitglieder gibt es hier: https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/graeben-ziehen-oder-bruecken-bauen-wie-geht-es-weiter-mit-dib-lasst-uns-reden/33891

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Wie ist das mit der Streitkultur? Wie sieht das „von außen“ aus?

Wenn „die großen“ Parteien sich nicht einig sind, wird das in der Presse oft als „Uneinigkeit“ dargestellt. Ich finde das außerordentlich unangemessen, denn Menschen haben nun mal unterschiedliche Meinungen. Aber es gibt auch Parteien, die „den großen Zampano“ wählen wollen, den sie dann anhimmeln (oder verhauen) können und der mit starker Hand die Partei führt. Für mich passt das eher zu einer Monarchie oder einer Diktatur.

Also was ist so schlimm daran, öffentlich anderer Meinung und uneinig zu sein?

Und: Was ist so schwer daran, sich hinter eine Mehrheitsmeinung zu stellen, wenn das Thema dann abgestimmt ist? (Man denke an DiEM, etc.)

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Darüber, was Externe motivieren oder davon abhalten könnte, einer kleinen Partei beizutreten, hat es schon viele, sehr engagierte Diskussionen gegeben. Ich würde davon ausgehen, dass die diversen threads bereits sämtliche möglichen (vermuteten) Pro- und Kontra-Argumente als Antworten auf die von Dir aufgeworfenen und eventuell noch zu stellenden Fragen enthalten, so dass Du daraus einfach eine (sicherlich sehr umfangreiche) Liste zusammenstellen könntest, lieber @Surfista :wink:.

Nach meiner Wahrnehmung haben all diese Diskussionen wenig bewirkt. Darum stellt sich mir die Frage, was Du von einem weiteren Meinungsaustausch dieser Art erhoffst – gerade jetzt, da die personellen Ressourcen zur Umsetzung irgendwelcher neuen Erkenntnisse (so es sie überhaupt noch geben könnte) niedriger sind, denn je – und auch … ob noch jemand Lust hat, alles längst Gesagte noch einmal zu wiederholen.

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Unkenrufe bringen uns bestimmt nicht weiter. Wenn du eine geniale Idee hast, was sonst wirken könnte, lass sie raus. Wenn du nicht an den Erfolg einer anderen Idee glaubst, lass sie in Ruhe machen.

Es geht hier nicht um eine Wiederholung, sondern um die persönliche Meinung derer, die noch ein Interesse an dieser Partei haben. Einen Abgesang können wir anstimmen, wenn sie sich aufgelöst hat. Aber du weißt ja: Totgesagte leben länger.

Wenn ich zu einer neuen Partei komme, möchte ich politisch arbeiten, denn dafür wäre ich hier, Unterstützung suchen, evtl. meine Hilfe anbieten und keine endlosen irreführenden Diskussionen lesen.

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Oder schreiben ???

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Ich möchte einen grundsätzlichen Vorschlag machen:

Kritik nur sachbezogen zu üben, und nicht gegen Personen oder Gruppen zu richten, sondern die Vorschläge, die gemacht werden abzuwarten und dann, falls nötig, zu kritisieren.

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„Unkenrufe“, „Abgesang“ – ich bin verblüfft, was Du meinem Kommentar alles entnommen hast :wink:.

… und nur die habe ich (aus meiner Sicht als Realist) hier geäußert, und zwar nicht, um irgendjemanden von einer erneuten Diskussion abzuhalten, sondern lediglich als Erläuterung, wieso sich mir die Frage stellte, was Du Dir wohl von einer erneuten Diskussion zu diesem Thema erhoffst. Das würde mich allerdings ehrlich interessieren. Magst Du mir darauf noch eine Antwort geben?

Es wundert mich auch, dass ich schon mit einem einzigen Kommentar Reaktanz (psychologischen Blindwiderstand, den Menschen empfinden, wenn sie sich in ihrer Meinungsfreiheit beschränkt, kritisiert oder bevormundet fühlen) bei Dir ausgelöst habe. Normalerweise tritt er erst beim vierten oder fünften Beharren auf der eigenen Meinung zu Tage :rofl: (es sei denn, es bestünde bereits ein Vorurteil gegenüber dem Diskutanten, der sie geäußert hat ).

WICHTIGES EDIT:
Meine Verwendung des Begriffs ’Blindwiderstand’ wurde als Unterstellung gemeldet und ich deshalb um „Entschärfung“ gebeten. Leider weiß ich nicht so recht, wie ich das durch Umformulierung tun könnte. Den ganzen Absatz möchte ich aber auch nicht löschen. Darum hoffe ich, das Missverständnis ’Unterstellung’ (um ein solches muss es sich handeln) durch eine ergänzende Erläuterung zum Hintergrund des Begriffs Blindwiderstand entschärfen zu können.

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Physik. Blindwiderstand bzw. Reaktanz (bedeutungsgleich) ist eine mathematische Größe, die z. B. in der Elektrotechnik einen Wechselstrom durch Aufbau einer Wechselspannung begrenzt (ähnlich auch in der Akustik). Zwei oder mehr einzelne leitende Oberflächen (z. B. Leiterbahnen, parallel verlaufende Kabel) stellen sog. Kapazitäten dar, die einen kapazitativen Blindwiderstand verursachen, der die Funktion einer Schaltung beeinflusst.

Der Psychologie-Professor Jack W. Brehm, der sich seit den 60er-Jahren des vorigen Jhdts. der Erforschung widmete, in welchem Maße Emotionen das menschliche Verhalten beeinflussen, adaptierte den Begriff an sein Fachgebiet. Seine weltweit anerkannten Forschungsergebnisse bestimmen bis heute die Handels- und Arbeitspsychologie und sind dabei insbesondere die Grundlagen der Kommunikationspsychologie.

Die Kapazitäten sind in der Kommunikation die Kommunizierenden zwischen denen eine Wechselspannung besteht , wobei sich die Kommunikation auf ’leitenden Oberflächen’ bewegt und die ’Schaltung’ zwischen ihnen beeinflusst.

Brehm kam bei all seinen Forschungsansätzen zu der Erkenntnis, dass die zwischen Kommunizierenden zwangsläufig entstehende Wechselspannung auf Emotionen beruht, die die ’Schaltung’ (das gegenseitige Verstehen) zwischen ihnen beeinflusst und damit zu Missverständnissen, selbst zwischen sich als mehr oder weniger gleichgeschaltet betrachtenden Menschen, führt. Da es Menschen unmöglich ist, sich von Emotionen zu befreien, hält Brehm auch eine absolut emotionsfreie Kommunikation für unerreichbar.

Die von ihm entwickelte Kommunikationstheorie geht jedoch davon aus, dass Nichtverstehen / Missverständnisse durch die Anwendung der Mittel der Kommunikationspsychologie in der mündlichen Kommunikation weitgehend vermieden und in der schriftlichen Kommunikation zumindest stark reduziert werden können, wobei die Anwendung der Mittel eines selbstdisziplinierten längeren Lernprozesses bedarf.

Ich arbeite seit längerer Zeit (begonnen während meiner beruflichen Tätigkeit auf dem Gebiet Werbung, Markting und Public Relations) an der Verinnerlichung der Methoden und habe mir fast eingebildet, dabei bereits so weit gekommen zu sein, dass ich Workshops zu dem Thema anzbieten könnte und …. habe bezüglich der Anwendung, wie man sieht, in diesem thread schmählich versagt :cry: (bin in die leidige Falle des Unterschieds zwischen Theorie und Praxis getappt).

Mein Fehler war die drastische Verkürzung der Erläuterung des Begriffs Reaktanz bzw. Blindwiderstand, ohne zu berücksichtigen, dass der Begriff voraussichtlich nicht Allen so geläufig ist, wie mir. Mea culpa, mea maximal culpa …

Tatsächlich ist es so, dass die (überhaupt nicht negativ zu verstehende) Reaktanz/der Blindwiderstand keineswegs eine unzulässige Unterstellung, sondern uns allen in die Wiege gelegt ist. Wären wir uns dessen stets bewusst und hätten wir uns die Mittel, ihre/seine Auslösung zu vermeiden, angeeignet, würde auch die Kommunikation auf dem MP weitaus konfliktfreier verlaufen.

Darauf, darüber zu ’referieren’, welche Mittel es gibt und wie sie anzuwenden sind, verzichte ich aber besser, nachdem dies ohnehin mal wieder ein ellenlanger Text geworden ist.

Sollte mir eine „Entschärfung“ damit nicht gelungen sein, liebe Melder*innen, lasst es mich bitte wissen. Dann lösche ich den beanstandeten Abschnitt eben doch.

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Klappt ja gut:

Hab ich doch schon:

Habe ich so verstanden, doch was fängst Du mit den Meinungen dann an oder welches Handeln Anderer würdest Du als Folge erwarten?

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Das müsste man dann sehen.
Ich z.B. glaube, dass die „alten“ Diskussionen halt alt sind.
Die aktuelle Lage der Partei ist für mich z.B. nicht mehr mit der Lage zu vergleichen, die sie vor der Schließung des Marktplatzes zum Jahreswechsel hatte.
Wir sind weiter.
Oder zumindest Teile der Partei/Parteimitglieders/Bewegers.

Ob gut oder schlecht, ob zielorientierter oder nebulöser, das nimmt wohl jede*r unterschiedlich wahr.
Darauf zielt Harry`s Thread (gaube ich zumindest).

Die 3 Eingangs-Fragen gehen aus meiner Sicht in eine Richtung: wo soll es hingehen. Nicht: wo sind wir.

Für mich ist relativ klar: solange wir uns als Menschen/Personen selbst wichtiger nehmen als unsere politischen Ziele, kommen wir nicht weiter.

Als Antwort auf Harry`s Fragen würde ich somit sagen:

„Ich erwarte von einer Partei, dass sie Inhalte, Standpunkte und demokratische Verfahren vertritt und vorgibt, die meinen Vorstellungen weitestgehend entsprechen.“

„Mich zieht eine Partei an, die dies weitestgehend hinbekommt. Mich stößt ab, wenn ich keine Linie erkenne und/oder diese Linie als Mittel zum Zweck für persönliche Referenzen herhalten muss.“

„Die 3. Frage stellt sich mir nicht. Ich bin Mitglied. Aber damit ich nicht austrete, will ich wahrnehmen, dass meine Mit-Mitglieders in der Überzahl ähnlich ticken wie ich. Sonst macht es keinen Sinn.“

Ich wünsche mir Brücken.
Gute Diskussionen, bei denen alle gewinnen.
Gräben sind nicht für Gegner der eigenen Meinung, sondern für Feinde.
Und über die sind wir uns doch eigentlich schon lange im Klaren.

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Die Fragen von @Surfista hätte ich schon, als ich mich zum ersten Mal für kleine und neue Parteien interessiert habe, wie nachfolgend beantwortet (und habe mich in den zwei Jahren, seit ich bei DiB aktiv bin, bei den Diskussionen auf dem MP vielfach in diesem Sinne geäußert). Ungeachtet dessen, dass meine Meinung vermutlich von vielen DiBsis nicht geteilt oder als veraltet eingestuft wird, vertrete ich sie nach wie vor gleichermaßen.

Bezüglich der Außenwirkung:

  1. dass sie eine klare Linie hat, wofür sie steht, und diese konsequent verfolgt;
  2. dass sie dabei prioritäre Schwerpunkte setzt, d. h. sich den größten Sorgen einer
    breiten Mehrheit der Menschen in unserem Lande vorrangig widmet;
  3. dass diese Struktur für Alle, die nach Informationen über die Partei (nach
    Alternativen zu anderen Parteien) suchen, in der Außendarstellung (u. a. auf der
    eigenen Homepage) schnell, d. h. ohne hohen Zeitaufwand, erkennbar ist.

Wie müsste eine Partei sein, damit ihr eintretet [Du eintrittst]?

  1. Auch bezüglich ihrer Zukunftsausrichtung sollte eine Prioritätensetzung (nach kurz-, mittel- und
    langfristig anzustrebenden Zielen / Visionen) erkennbar sein, und zwar hinsichtlich der kurz- und
    mittelfristigen Ziele realitätsbezogen, d. h. mit Rücksicht auf die Machbarkeit flexibel angepasst
    an die jeweiligen Gegebenheiten.
  2. Beim Einsatz der (nach den unabdingbar notwendigen Aufwendungen verbleibenden) finanziellen
    und personellen Ressourcen sollte die Frage im Vordergrund stehen: „Bringt dieser Aufwand die
    Partei weiter / fördert bzw. beschleunigt er das Erreichen unserer Ziele?“
    (Die Erkennbarkeit einer solchen Vorgehensweise wäre für mich eine Motivation zur finanziellen
    Unterstützung der Partei über den Mitgliedsbeitrag hinaus.)
  3. Mir wäre eine (im Rahmen des Zulässigen) größtmögliche Transparenz in allen die Partei
    betreffenden Belangen wichtig (kommt der Identifizierung mit der Partei entgegen).

Was zieht euch [mich] an?
Abgesehen von aus dem Vorgesagten Entnehmbarem:
Seriosität und Integrität einer Partei, flache Hierarchien, Realitätsbezogenheit / Pragmatismus, sachbezogene Vorgehensweisen und Kommunikation, Gemeinsinn, Vorurteilsfreiheit, als Erwachsener ernst genommen zu werden (Gleichheitsprinzip).

Was stößt euch [mich] ab?
Wenn eine Partei sich mehr um sich selbst dreht, als sich den Belangen ihrer Zielgruppe zu widmen (dabei womöglich mehr Ressourcen für Ersteres als Letzteres aufwendet); übertriebene (aus meiner Sicht) Reglementierung, die ich als Entmündigung empfinde; Segregation (Gruppenbildung, womöglich mit für einzelne davon unterschiedlich geltenden Maßstäben).

Wie ist das mit der Streitkultur? Also was ist so schlimm daran, öffentlich anderer Meinung und uneinig zu sein?
Viele verschiedene Meinungen ermöglichen den größten Erkenntnisgewinn. Eine Vielfalt von Meinungen und (auch heftige) Auseinandersetzungen darüber betrachte ich daher für eine Partei eher als Vor- denn als Nachteil. Daher sind meine Grenzen bezüglich der Streitkultur sehr weit gesteckt, so dass ich ein Einschreiten der Moderation nur bei krassen Verstößen gegen die klar definierten Eckpfeiler einer Partei (in diesem Fall von DiB) befürworte.

Was ist so schwer daran, sich hinter eine Mehrheitsmeinung zu stellen, wenn das Thema dann abgestimmt ist?
Ist ein Thema einmal abgestimmt, sollte das Ergebnis einem „Eckpfeiler“ der Partei gleichkommen,
d. h. von allen Mitgliedern / Beweger*innen als solcher akzeptiert werden. Dann gäbe es für mich nur zwei Alternativen, nämlich entweder das Ergebnis überzeugend zu vertreten oder mich neutral zu verhalten.

Das ist halt nur meine Einstellung. Etwas anzufangen dürfte mit einer Meinung seitens der Partei nur dann sein, wenn sie von genügend Mitgliedern geteilt wird, wofür ich bei früheren Äußerungen jedoch kein Indiz gesehen habe. Schon deshalb hatte ich in einer Wiederholung keinen Sinn gesehen.

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Ja, das war ein Vorführobjekt. :grinning:
Solche Threads gab es leider zu viele.
Adieu, macht’s gut, nein besser.
Liebe Grüße Ellen

Nachtrag zu meinem „wichtigen“ EDIT oben bezüglich der gemeldeten Unterstellung (ihn einordnen zu können, setzt voraus, das Edit gelesen zu haben):

Ich hatte zwar von Ausführungen zu den Methoden, durch die das Auslösen von Reaktanz zu vermeiden ist, abgesehen. Nach Absenden des Beitrags war mir aber noch das folgende einfache Anwendungsbeispiel eingefallen:

In dem Satz

hatte bei mir das Wörtchen ’noch’ Reaktanz ausgelöst, nämlich das Aufblitzen der Frage: „ Unterstellt er mir etwa, nicht zu den Personen zu gehören, die noch Interesse an DiB haben?“

Daraufhin diese Frage zu stellen oder mich gar spontan gegen die mögliche Unterstellung zu verteidigen, hätte vermutlich Reaktanz wiederum bei @Surfista ausgelöst und damit zu einer Nebenschauplatz-Diskussion (bezüglich Missinterpretation meinerseits, dem Anderen zuerst einmal nur Gutes unterstellen o. ä.), also zu erhöhter Wechselspannung geführt, insbesondere, wenn auch noch andere an der Diskussion Teilnehmende den Punkt aufgegriffen hätten. - Zum Glück war mir rechtzeitig „Auslösung von Reaktanz vermeiden“ eingefallen :grin:

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