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Gesetzlichen Mindestlohn für Menschen, die in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten


#21

ich bin dabei. gruß aus berlin


#22

Hier im Themenkreis “Behindertenpolitik” geht es nun einmal, wenn ich recht verstanden habe um Menschen mit Behinderungen, die in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten.

Zu einem Leben in Menschenwürde gehört auch, dass man von seiner Arbeit menschenwürdig leben und auch nicht von drohender Altersarmut betroffen sein könnte.

Ein Mindestlohn von 450 € für Menschen mit Behinderungen, die in Werkstätten für Behinderte arbeiten, wäre erst einmal nur ein erster Schritt, wenn bewusst wird, dass, je nach Bundesland ein durchschnittlicher, monatlicher Werkstattlohn in den WfbM ab ca 185 € bis knapp über 200 € bezahlt wird.

Es kann, aber wohl eher selten, Werkstätten für Behinderte Menschen geben, die einen Werkstattlohn von ca. 600 € zahlen können, wie ich in einem Fortbildungskursus für Werkstatträte erfuhr.

Der Werkstattlohn ist in der Regel ein Hinzuverdienst zu einer Erwerbsminderungsrente /Erwerbsunfähigkeitsrente oder einer Grundsicherung.

Wenn Inklusion, lt. Politik, Teilhabe Behinderter Menschen am Leben Nichtbehinderter bedeuten soll, dann sollte dieses auch in finanzieller Hinsicht gelten!


#23

Ich habe selbst sehr lange in WfbM und Förderbereichen als Betreuer gearbeitet und musste beobachten, dass reihenweise die Aufträge weg brachen, da große Auftraggeber aufgekauft und anschließend verkleinert wurden.

Dadurch sanken die eingehenden Aufträge und die jeweilige WfbM musste stark verkleinert werden, während der Förderbereich wuchs.

Vielleicht waren das nur Einzelfälle und allgemein geht es solchen Institutionen gut - aber zumindest kleine Werkstätten werden schlicht und einfach den Betrieb nicht aufrecht erhalten können, wenn sie jedem Beschäftigen - egal wie stark oder schwach die Leistung der jeweiligen Person ist - einen Betrag von mindestens 450€ zahlen müssen.

Aufgrund dessen habe ich die Befürchtung, dass Mitarbeiter mit Behinderung, die nicht viel produzieren können in den Förderbereich geschoben werden.
Schongruppen in welchen Arbeit mit mehr Pausen und therapeutischen Angeboten wären dann Geschichte, obwohl diese einen hohen Wert für die jeweiligen Mitarbeiter mit Behinderung haben.
Ich rede hier nur von Mitarbeitern mit Behinderung, die quasi nur “geduldet” werden in einer WfbM da sie aufgrund der Schwere der geistigen/körperlichen Behinderung eigentlich nicht dorthin passen, aber deren eigener Wille an produktiver Arbeit entsprochen wird.

Ich fände es sehr schade, wenn solche Schongruppen aufgrund zu hoher Kosten eingestampft werden.

Ansonsten finde ich die Initiative aber sehr lobenswert, wenn es möglich ist, dass man deren Lohn erhöht. Ich kenne selbst einige Personen, die alleine lebten und das Geld gut gebrauchen könnten, aber leider nicht in den 1. Arbeitsmarkt vermittelt werden konnten.

Doch muss auch darauf geachtet werden, dass höhere Löhne nicht gleich wieder vom Bezirk o.ä übernommen werden, da viele Personen nur einen gewissen Betrag an eigenem Geld besitzen dürfen, wenn sie z.B in einem Wohnheim leben und dieser Aufenthalt vom Staat bezahlt wird.


#24

lieber Raimund-Barkam- vielleicht hast du nicht bemerkt, dass ich v.a. Probleme mit der gleichwertigen Forderung eines gesetzlichen Mindestlohns für Strafgefangene habe (s.weiter oben, Post 5 und auch Post 6 von @Alexandra, da ist der Abschnitt, um den es mir auch geht, zitiert)- diese können wegen mir ruhig bisschen Geld mit Arbeit während der Gefangenschaft verdienen, dass dies aber zur Vorbeugung vor drohender Altersarmut dient, habe ich noch nie gehört, doch eher, das man dann evtl.ein kleines Startkapital nach der Haft angespart hat, dachte ich bisher- außerdem kommen manche ja nie mehr frei, und die anderen können nachher wieder einer Arbeit mit “normalem” Gehalt nachgehen.
Ob Altersarmut für einen Behinderten, der in so einer Werkstatt arbeitet, wirklich verhindert werden kann, dadurch, dass er 450€ /mon verdient, kann ich nicht sagen, aber mir nicht wirklich vorstellen.


#25

Das hatte ich nicht auf dem Radar, danke für die Erklärung, miri.
Dann werde ich noch mal in mich gehen und drüber nachdenken :heart:


Pelle
:dib_spirit:
nicht als Moderatorin


#26

Leider kann ich dies nicht mal eben aus dem Ärmel schütteln - so gerne ich wollte…

Wir können uns als Richtlinie bspw. die offizielle Definition von KMUs (Kleinen und mittelständischen Unternehmen) zur Hilfe nehmen:

Wir sehen, daß alles unter 50 Mitarbeitern immer noch als Kleinunternehmen zählt. Alles unter 10 Mitarbeitern sogar als Kleinstunternehmen. Und 20 ist da noch nah dran. Erst ab 250 bzw. 500 Mitarbeitern - je nach Definition - bewegen wir uns im Bereich eines mittleren Unternehmens.

Und auch hier wird die Definition zusätzlich noch von Umsatzerlös und Bilanzsumme abhängig gemacht.

Weiterhin lesen wir in dem Artikel:

Seit den 1980er Jahren finden betriebswirtschaftliche Probleme der KMU jedoch zunehmend wissenschaftliches Interesse, im deutschsprachigen Raum vor allem in den 1948 von Alfred Gutersohn gegründeten Forschergesprächen…

Alle Forschungsergebnisse zeigen, dass Industrieunternehmen mit 50 bis 500 Beschäftigten (Vergleich VW: ca. 600.000 Mitarbeiter) nur einen wesentlich kleineren Anteil vom Umsatz (nur reichlich 2 Prozent) als größere Industrieunternehmen (fast 7 Prozent) in Forschung und Entwicklung investieren. Sie haben einen geringeren Anteil an den Patentanmeldungen und Registrierungen und schaffen weniger Produkt- und Verfahrensinnovationen als Großunternehmen. Übereinstimmend zeigt sich außer im Dienstleistungsbereich in allen Statistiken und Berichten ein positiver Zusammenhang zwischen der Innovationstätigkeit und der Unternehmensgröße. Als Ursachen werden u.a. fehlendes Risikokapital und geringe Eigenkapitaldecke, wenig ausgeprägte Strategieorientierung und mangelnde Innovationskompetenz der KMU angesehen.

Wegen ihrer beschäftigungspolitischen Bedeutung und ihres häufig begrenzten Zugangs zu frischem Kapital und zu Forschungs- und Entwicklungskapazitäten werden KMU besonders vom Staat und der EU gefördert.

Die Versorgung mit Kapital ist eines der entscheidenden Hemmnisse für die Entwicklung von KMU.

Aha, und da wollen wir nun also mit höheren Sanktionen drohen.

Vor dem Hintergrund dieser Informationen scheint es mir jedenfalls angemessen zu sein, eine fließende bzw. stufenweise Skala von “positivem Anreiz” bis hin zu “scharfer Sanktion” vorzusehen.

Wo wir welche Stufe ansetzen wollen, sollte dbzgl. noch einmal eingehender überlegt werden.

Auf diese Weise würden wir m. E. auch unsere Glaubwürdigkeit und Seriosität immens erhöhen, indem wir vor unsere Forderungen eine ganzheitliche und differenzierte Betrachtungsweise einbeziehen, die keine harten Fronten schafft, sondern aufzeigt, daß wir jeweils durchaus auch für die “Gegenseite” mitdenken.


#27

hui, da ist viel zu berücksichtigen.
aus dem Bauch heraus würde ich sagen: das hängt von den Einzelpersonen ab.
Ich meine, es gibt durchaus Menschen, denen Behindertenwerkstätten nahe gelegt werden, obwohl die Behinderung für die Ausübung der Arbeit gar nicht relevant ist. Wird eine Büroangestellte dadurch schlechter, dass sie im Rollstuhl sitzt? nein! braucht ein Informatiker unbedingt Hände? wenn er eine andere Eingabemethode hat, eigentlich nicht. Muss ein freier Künstler unbedingt einen IQ über 80 haben? Nein, denn Kreativität ist nicht an Intelligenz gekoppelt. In den Bereichen, in denen die gleichen Arbeiten verrichtet werden wie in anderen Unternehmen, würde ich das ganz klar sagen : gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Aber was ist mit denen, die nicht “gleiche Arbeit” liefern können? den Lohn von der Leistung abhängig zu machen obwohl die Individuuen nicht mit Druck umgehen können wäre sicher verkehrt. Aber jemandem den gleichen Lohn zu zahlen, der eigentlich nur da ist, um sich nützlich zu fühlen oder Kontakt mit anderen Menschen zu haben, erscheint mir genauso falsch. Es kann also nur eine eher differenzierte Lösung geben.

Ich verstehe auch den Grund für die Einbeziehung der Strafgefangenen in die Initiative, aber ich habe trotzdem ein Problem damit, “Behinderte” und Strafgefangene im selben Atemzug zu nennen. Es könnte der Eindruck entstehen, man wäre der Meinung, es sei ein Verbrechen, behindert zu sein. Insofern: könnt ihr das nicht als 2 miteinander verbundene Initiativen machen? evtl: Teil 1: Mindestlohn in Behindertenwerkstätten, Teil 2: Mindestlohn für Strafgefangene unter dem Aspekt, dass diese nicht zur Konkurrenz für Behindertenwerkstätten werden.


#28

Hallo Geduhn, der Mindestlohn hängt in den Werkstätten nicht vom Grad der Behinderung ab. Man muss das fein trennen.


#29

Wie gesagt, es ist aus juristischer Sicht ein heikles Thema, aber es gilt doch der Gleichbehandlungsgrundsatz. Also gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

Dieses arbeiten für ein Taschengeld wäre demnach eine Diskriminierung von Strafgefangenen, wenn sie nicht den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit bekommen. Nun haben Strafgefangene keine Lobby und man kann sagen: Sie müssen nicht für ihren Lebensunterhalt aufkommen. Das ist irgendwie richtig und irgendwie nicht. Es war eine staatliche Stelle (Gericht), die beschlossen hat, diesem Menschen für eine gewisse Zeit die Freiheit zu entziehen. Aber ist es richtig solchen Menschen auch die anderen Rechte zu entziehen? Ich meine: Nein. Das Ganze ist wie gesagt, sehr komplex und schwierig. Aber wenn wir den Mindestlohn für Menschen mit Behinderungen wollen, müssen wir auch die Strafgefangenen “mitnehmen”. die im Prinzip das selbe tun. Sonst läuft diese Initiative ins Leere und wird ein Beispiel für gut gemeint aber schlecht gemacht.


#30

Hallöchen zusammen. Da ich schon in verschiedenen Beiträgen hier gelesen habe, dass man das mit den Strafgefangenen von den Belangen der Behinderten trennen sollte, mache ich den Vorschlag, dieses auch so zu tun. Wäre mein Vorschlag. Man kann ja außerhalb des TK eine andere Ini starten.


#31

Ich habe mich auch nicht auf WfbM bezogen.


#32

Huiuiui, in diesem Vorurteil sehe ich leider einen ganz eklatanten Mißstand in der Wahrnehmung kreativer Dienstleister begründet, welcher letzten Endes dazu führt, daß deren Arbeit mit sehr großer Regelmäßigkeit nicht angemessen entlohnt wird. Und das, obwohl sehr viele davon in der Innovationsentwicklung tätig sind, die ganz im Gegenteil einen überdurchschnittlich hohen IQ benötigt.


#33

Ist die Höhe eines IQ aussagekräftig genug, um daraus Schlüsse ableiten zu können, was Menschen können, oder auch nicht?

Mit das Wichtigste im Leben ist doch sicherlich, egal ob bei der Arbeit, oder im Umgang mit Behörden, oder im privaten Umfeld, wie gut ich mich gegenüber Anderen mit meinen Meinungen, Wünschen, Vorstellungen und Planungen durchsetzen kann!

Habe ich z. B. ausreichend finanzielle Mittel durch Einnahmen aus Arbeiten, die es mir erlauben, z. B. ein Leben ausserhalb von Wohngruppen, Alleine leben und gestalten zu können, als eine Teilhabe eines “Behinderten” am Leben “Nichtbehinderter”

Ich habe Heute (03.02.2018) die Aufnahme in den TK “BGE” gestellt, da ich hierzu auch Schnittmengen zum TK “Behindertenpolitik” sehe.

So könnte z. B. ein BGE von ca. 1.100 Euro zusätzlich zu meiner EU-Rente mir helfen, mich Anders, für Andere einzusetzen, eventuell im Verein “Von Mensch zu Mensch” als Unterstützer auf ehrenamtlicher Basis oder auf der Basis eines 450 €-Jobs als Hinzuverdienst zu einer Rente, um besser finanzielle Reserven in Form von Sparzulagen aufzubauen, falls der Guthabenzinssatz für Sparvermögen weiterhin nur noch beo 0,01% Zinssatz liegen sollte.

Der Druck auf WfbM, sowie auch in den Bereichen Leiharbeit und Niedriglohnjobs, würde durch ein BGE deutlich erhöht.

Wer ist schon gerne auf finanzielle Hilfe von Ämtern angewiesen, wenn er gerechtete Einnahmen hätte.

Die Zahl der in den Werkstätten für Behinderte Menschen beschäftigten Kolleginnen und Kollegen scheint eher mehr und mehr zu steigen.
Umgekehrt sollen lt. eines Berichtes pro Jahr nur 0,02% der Behinderten es schaffen, dauerhaft aus den WfbM heraus über Integrationsfirmen einen Arbeitsplatz in Firmen oder Behörden des 1. Arbeitsmarktes halten zu können.

Generell sind die Einkommen durch Arbeit oft ungerecht verteilt, ganz unabhängig davon, wie hoch der IQ eines Menschen auch immer sein mag.

Ich habe in Gesprächen mit meinen Kolleginnen und Kollegen erfahren, dass diese wohl auch wegen einer depressiven Erkrankung in einer WfbM arbeiten, so wie diese Erlebnisse in Firmen auf dem ersten Arbeitsmarkt schilderten, war es mir auch ergangen.

Da ich damals, während meiner Beschäftigungszeit vom 02.11.1994 bis Mitte August 1999 bei einer Baumaschinenfirma in Münster als kaufmännischer Angestellter (gelernter Bürokaufmann) tätig war und ab Anfang 1995 durch die Unternehmerin beauftragt wurde, gerichtliche Mahnverfahren einzuleiten, brachte ich mir, anhand der guten und üppigen Unterlagen meines Vorgängers, selber das gerichtliche Mahnverfahren nach dem Prinzip “learning by doing,” oder auch “probieren geht über studieren” bei.

Ich legte mir dabei noch einen “Muster und Formulierungsordner” zum Bereich ‘gerichtliches Mahnverfahren’ an.

Am 06.10.2014 wechselte ich in eine andere WfbM in den Bereich Grafikdesign /Weblayout/Digitaldruck und Verpackung und fragte meinen Gruppenleiter, den ich erfreulicherweise bereits von der WfbM kennen, in der ich ab Anfang März 2001 tätig wurde und war, ob ich im Rahmen eines Weblayouts ein Wikibook (Onlinebücher der Wikipedia und Wikimediagroup) ein Onlinebuch schreiben können.

Als er sagte: “Ja, mach nur!”, fing ich an, dank tatkräftiger Unterstützung von 3 Co-Autoren, die mir online halfen und das Wikibook mitgestalteten und mir wichtige Hinweise gaben, dieses Wikibook mit dem Titel “Musterentwürfe zum gerichtlichen Mahnverfahren” zu schreiben.

Das schwierigste ist für mich das Programmieren von Tabellen mittels Wikisyntax oder HTML-befehlen, da ich kein Programmierer bin.

In meiner Werkstatt für behinderte Menschen schreibe ich dieses Wikibook im Rahmen eines Weblayouts.

Es ist unter dem Link;

https://de.m.wikibooks.org/wiki/Musterentwürfe_zum_gerichtlichen_Mahnverfahren

zu finden.

Die Arbeitsbereiche in Werkstätten für Behinderte Menschen sind sehr breit gestreut und entsprechen denselben Arbeitsbereichen in Werkstätten und Behörden des 1. Arbeitsmarktes.

Einziger Unterschied sind die derzeitigen Werkstattlöhne in den WfbM von durchschnittlich, je nach Bundesland ca. 185 €.

Da ich mich im Rahmen einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung um meine Mutter, die seit 14.10.2016 im Seniorenwohnheim lebt, kümmere, arbeite ich derzeit von Montag bis Freitag 5 1/2 Stunden von (08:00 Uhr bis 13:30), anstatt Mo. - Do. bis 16:00 Uhr und Freitag bis 14:00 Uhr.


#34

Ich selbst stehe der Ermittlung und Bewertung des IQ sehr kritisch gegenüber. Denn was sagt es über den IQ eines Menschen aus, ob er die Wurzel aus 1369 ziehen kann? Ein Kind, das von Affen im Urwald aufgewzogen wurde, weiß mit dieser Zahl sicherlich nichts anzufagen. Was jedoch nicht heißt, daß dieser Mensch weniger intelligent sein muß. Er weiß nur andere Dinge als die, die in einem solchen IQ-Test klassischerweise abgefragt werden. Auch bleibt die Frage, wie man bspw. den IQ eines Savants ermitteln möchte.

Insofern ist die ganze Sache ohnehin höchst fragiles Konstrukt.

Andererseits steht außer Frage, daß man für bestimmte Tätigkeiten bestimmte Fähigkeiten haben muß. Auch geistige. Und einer Berufsgruppe da generell die Benötigung höherer geistiger Fähigkeiten abzusprechen, ist mit großer Vorsicht zu genießen. Denn genau diese Bewertungen und Fehleinschätzungen führen zu vielen gesellschaftlichen Verwerfungen, die wir heute so haben.


#35

Da bin ich ganz Deiner Meinung. Soviele verschiedene und unterschiedliche Menschen es gibt, soviele verschiedene und unterschiedliche Talente und Begabungen gibt es.

Auf dem einen oder anderen Gebieten mag man seine Scwächen haben, aber dann hat man ausgleichend auf Anderen Gebieten seine Fähigkeiten und Begabungen.

Was mich bei IQ-Tests im allgemeinen stört sind dabei Zeitvorgaben, die ich oft als recht knapp empf8nde. Dabei entsteht meiner Meinung nach eher Hektik und Unruhe.

Generell brauche ich beim Aufnehmen von Informationen länger, aber wichtiger ist es, diese am Besten dauerhaft im Gedächtnis zu behalten.


#36

Da geht es mir genauso wie Dir, ich brauche zum Lesen und Verstehen länger. Aber wenn es dann hängen bleibt ist es wichtiger (für mich) als es schnell zu erfassen.

Nun gibt es aber auch Menschen, die können beides. Mein Sohn bspw. erfasst einen Text oder eine Aufgabe oder die Umwelt viel schneller als ich UND er kann Aufgaben schneller und in besserer Qualität / Auflösung lösen UND er kann sowohl die Aufgabe, als auch das Ergebnis / die Lösung nach Jahren noch wiedergeben.

Insofern ist er intelligenter als ich. Das belegen auch unsere Tests sehr eindeutig: ich bin “lediglich” hochbegabt an der unteren Schwelle und er höchstbegabt im Mittelfeld der Einordnung.

Darum finde ich, entgegen deiner Aussage, die Zeitvorgaben richtig. Sie sagen eben doch etwas über den IQ aus.

+++ nicht als Moderator +++


#37

Das hat auch nicht unbedingt etwas mit Intelligenz zu tun.
Seriöse Tests berücksichtigen nicht das Wissen um etwas, sondern, die Herangehensweise und/oder Schnelligkeit (Lebens-)Probleme zu erfassen und zu lösen.

+++ nicht als Moderator +++


#38

Hm, da bin ich mir nicht so sicher. Vielleicht braucht der eine oder andere auch nur länger zum Verstehen, weil er ein anderes Denkmuster hat. Wieder das Urwald-Beispiel: Das Urwald-Kind wird natürlich über die Mathe-Aufgabe länger rätseln, weil es diese Art zu denken, schlicht und einfach noch nicht kennengelernt hat. Umgekehrt würde es uns mit Samen und Beeren im Urwald ergehen. Während das Urwald-Affenkind in Millisekunden entscheiden kann, was eßbar ist und was nicht, würden wir jeden Gegenstand erst minutiös auf seine Eßbarkeit hin untersuchen.

Hm, alle Tests, die ich bisher gesehen habe, hatten durchaus auch einen mathematischen Teil. Aber ich habe natürlich nicht alle gesehen. In puncto Schnelligkeit siehe oben. Die Verfasser dieser Tests sind jedenfalls auch keine perfekten Übermenschen, die keine Denkfehler machen. Wenn ich eines im Leben gelernt habe, dann ist es das. Nämlich, daß man niemals vermeintlich geistig überlegenen Würdenträgern allzu viel Vorschußlorbeeren gewähren sollte. Selbst denken ist immer besser. Sogar in puncto IQ-Tests.


#39

Nein, das ist ein Trugschluss, denn dabei geht es um erlerntes Wissen und nicht um Intelligenz. Der eine hat Mathe gelernt der andere in der Natur zu überleben - vom Lehrer abgeschaut ist das Gleiche wie vom Affenstamm abgeschaut.

Natur ist auch Mathematik :wink:
Aber im Ernst, wenn man bspw. Kinder testet, wird nicht Schulmathematik erfragt, sondern Zahlen- oder Grössenverständnis. Auch für den Affen ist es wichtig, z.B. einschätzen zu können ob er es schafft an die nächste Liane zu springen.

Da ist richtig, und da die Forschung noch recht jung ist, entwickeln sich diese Tests auch stetig weiter.

Auf jeden Fall!

+++ nicht als Moderator +++


#40

tut mir Leid, ich wollte keine Diskussion über IQ-Tests lostreten. Ich habe den nur erwähnt, weil es eins der Kriterien für geistige Behinderung ist. Was ich meinte, ist, dass auch jemand, der von der Gesellschaft als geistig behindert eingestuft wird, hochkreativ sein kann und in diesem Bereich herausragendes schaffen kann - statt in den “wissenschaftlichen” Arbeitsbereichen. Also in einem Bereich abgestempelt / abgeschoben wird wenn man ihn*sie nicht näher kennt, aber in einem anderen Bereich herausragend ist.
z.B. dachte ich da an ein Mädchen mit Down-Syndrom das in meiner Kindheit mit mir im Sommerferienlager war. In der Bastelrunde brauchte sie zwar erst ein wenig Hilfe, um zu verstehen, welche Handgriffe zu dem gewünschten Ergebnis führen, aber danach haben wir “Normalos” mit unseren unkreativen, einfallslosen Bastelstücken nicht schlecht gestaunt, welche Schönheit sie erschaffen hat. Ich weiß nicht, was sie heute macht, aber ich bin mir sicher, dass sie hervorragende abstrakte Gemälde erschaffen könnte, die ich höchstens in der Galerie bestaunen würde, aber niemals selbst erschaffen wenn nur jemand dafür sorgt, dass alle Materialien vorhanden sind.