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Gesamteuropäisches Verkehrskonzept/Infrastrukturprojekt Hyperloop

mitstreiter-gesucht

#1

Aufruf: Ich suche Mitstreiter*innen, Expert*innen, Prüfer*innen
Kontaktart: Kommentar unter Beitrag
Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: Arthur Fibich
Bearbeitungsstatus: Idee
Redaktionsschluss: -

Einleitung:
Elon Musks Konzept Hyperloop hat in letzter Zeit gerade in populärwissenschaftlichen Medien für Aufregen gesorgt. Bei diesem Konzept handelt es sich um eine Art Rohrpost, bei denen die Luft bis auf 5 Nanobar herausgesaugt wird. Im Inneren bewegen sich Pods mit der Magnetschwebetechnik des Transrapids aufgrund des fehlenden Luftwiderstandes mit bis zu 1125 km/h. Im Rahmen des Hyperloop Contest hat gerade die Gruppe der LMU München gezeigt, dass dieses Konzept funktionieren kann. In Dubai ist eine erste Strecke in Planung und auch China hat Interesse gezeigt. Laut Elon Musk lässt sich durch auf den Röhren angebrachte Solarzellen und darunter angebrachte Pufferspeicher mehr Energie erzeugen als gebraucht wird. Mit dieser Technologie wäre die Strecke von Stuttgart nach Berlin in 35 Minuten zu schaffen.

Problembeschreibung:

  • Alleine der Speditionsverkehr in Deutschland verbraucht fast 600 Millionen Liter Diesel im Jahr, welcher knapp 690 Millionen Euro kostet. Von der CO2- und NOx-Belastung mal abgesehen.
  • Hinzu kommt der Fernindividualverkehr und der Kurzstreckenflugsektor
  • Durch Staus entstehen sowohl Schäden in der Wirtschaft (Zeit ist Geld) als auch in der Umwelt

Forderungen

  • Ich fordere ein gesamteuropäisches Hyperloopnetz

Vorteile

  • Ein großes Infrastrukturprojekt kurbelt die Wirtschaft an
  • Entlastung des Autobahnnetzes
  • Energieautarkes System als Ersatz zu kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen
  • Beschleunigung der Speditions- und Postarbeit
  • Minderung der Ölimporte
  • Ermöglichung der Einhaltung des pariser Klimaschutzabkommens
  • Förderung gesamteuropäischer Beziehungen und gesamteuropäischen Denkens
  • Repräsentation Europas als Kern internationalen Fortschritts
  • Annäherung von Ost und West (Bei Stationen z.B. in Moskau etc.)
  • Senkung des Preises für Transpost und Reisen

Quellen
destatis.de




www.handelsblatt.com › Unternehmen › Industrie


#2

Echt super Idee !. Obwohl ich das Thema mit Spannung verfolgt habe (Die hard Elon Musk Fan), Habe ich so den Eindruck, das Ganze ist bisher leider nur eine Idee mit eher schlechten Prototypen. Ich will auch ein europaweites Hyperloop Netz, aber ich bin erstmal für Anreize, um den technischen Fortschritt von Hyperloop sicherzustellen.
Ich hatte so eine Art Roadmap Hyperloop als Idee
Meine Ideen die mir dazu eingefallen sind:

  • Hyperloop-Preis (welches Team bestimmten Meilenstein erreicht, z.B. erreichen von 400km/h in Vakuum usw) und
  • Förderung der Hyperloop Forschung an deutschen Unis/Forschungsstandorten
  • Mittelfristiges Ziel: Bau einer Strecke in Deutschland
  • langfristiges Ziel: europaweites Hyperloop Netzwerk

Ich bin auf Jedenfall auch Hyped. Ich hoffe, dass Hyperloop bald Realität wird :sunglasses:. Am besten in Europa.


#3

Ich finde die Technik auch gut, aber ich fürchte, in D wird das nichts. Der Boden ist zu voll und zu durchsiebt, an der Oberfläche gibt es wenig Platz. Auch unsere Entfernungen sind zu gering. Aber für China, Russland und Amerika sehe ich großes Potenzial.


#4

Ich bin dagegen. Wir brauchen nicht noch mehr Technik, nur wenn sie auf die gesamte Lebenszeit inkl. Roshstoffgewinnung, Betrieb und Abbau weniger Ressourcen verbraucht.

Ansonsten brauchen wir erst mal weniger Tonnenkilometer, weniger Personenkilometer und schon gar nicht in irgenwelchen Röhren und Tunneln. Die Geschwindigkeit zu steigern, würde nur dazu führen, dass noch mehr transportiert wird, dass die Wege zur Arbeit noch weiter werden und wir dadurch noch mehr den Bezug zur Erde verlieren.

Der sogenannten Reboundeffekt wird alle Effizienzgewinne und Ressourceneinsparungen auffressen.


#5

Ich glaube, ein europaweites Netz wäre möglich und sinnvoll, da man auch hier schon die Reisezeiten verglichen mit dem Flugzeug und besonders verglichen mit dem Auto effizient verkürzen kann. Ich habe ganz vergessen zu erwähnen, dass ich es für sinnvoll erachte, die Röhren auf ein Säulensystem auf dem Mittelstreifen der Autobahnen aufzubauen. Somit würden sie auf Bodenhöhe nicht mehr Platz verbrauchen und man würde die gerade Streckenführung der deutschen Autobahnen ausnutzen


#6

auf dem Mittelstreifen der Autobahnen

Wie soll das bei Brücken und Tunneln funktionieren?

+++ nicht als Moderator +++


#7

Die Konstruktion müsste einen Aufprall eines Lkw oder Bus, der 90 km/h fährt, aushalten können. Stelle ich mir schwierig vor…


#8

Viele sehen im Hyperloop ein quasi fertiges Verkehrssystem, dem aber ist nicht so. Es wird noch viele Jahrzehnte dauern und viele Milliarden Euro/Dollar verbrauen, bevor es jemals die erste Teststrecke geben wird. Geschweige die erste kommerzielle Strecke.
Parallelen zum Transrapide Desaster sind denkbar.

Warum also nicht lieber auf etwas setzen was schon funktioniert?
Oder bzw. in der Entwicklung viel weiter fortgeschritten ist?

Ergo: entweder man importiert eines der Systeme, oder man gibt den Transrapide doch noch mal eine Chance. Denn der Hyperloop wird uns die nächsten Jahrzehnte nicht zur Verfügung stehen.

Deutschland braucht nun mal so schnell wie möglich ein alternatives Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem. Dass was die Bahn mit dem ICE betreibt ist der falsche Weg, denn diese ist zu lasten von Regionalverkehr und Güterverkehr.
Wenn dann hätte die Bahn von Anfang an auf ein separates ICE Netz setzen müssen.

Ein weiterer Grund warum wir schnellst möglich ein optionales System brauchen ist der übermäßige Flugverkehr über Europa, dieser muss eingebremst werden, bestenfalls zurück gefahren werden.

Es gibt sicherlich noch viele weitere Punkte.


#9

Ist das so? Welcher Teil von D?

Ein Versuch der Klärung:

  1. die Wirtschaft,
  • damit sie Güter noch schneller von A nach B transportieren kann
  • um Mitarbeiter schneller und weiter fahren zu lassen
  1. die Arbeitnehmer*innen:
  • um fernere Jobs annehmen zu können, ohne umziehen zu müssen
  • um billiger und schneller und vielleicht auch häufiger in Urlaub gehen/fahren zu können

Ich weiß nicht, ob dies wirklich ausreichend Gründe sind um

  • einen entsprechenden Ressourcenverbrauch zu rechtfertigen?
  • weitere Entgrenzung der Menschen von ihrer Umgebung zu erzielen?
  • um innereuropäischen Flugverkehr einzudämmen?

Mir gefällt das nicht. Eine Verteuerung und Versteuerung von Kerosin (=Flugbenzin) wäre da ein viel sinnvolleres Mittel.


#10

Zum Thema: “Es wird noch Jahrzehnte brauchen”…

https://youtu.be/rBbi73B5NCQ


#11

Es wäre einfacher und kostensparender den Transrapid auf die Strecke zu stellen.


#12

Eigentlich weiß Deutschland schon seit ende der70’er Jahre was falsch gemacht wird…
Und haben bis heute nicht umgedacht…
https://youtu.be/wIK0Qxd38gA

@Goldi50 Dieter dieser Film ist auch was für dich, denn dein geliebtes Schwetzingen kommt drin von.


#13

Ich denke, es würde völlig genügen, den Schwerpunkt Richtung Schiene zu verlagern. Transraspid, Hyperloop, etc. sind Wettbewerber im ÖPNV. Zunächst sollten wir dafür kämpfen, dass das volle Potential der Schiene ausgeschöpft wird. Im Verbund mit Car - Sharing neue Mobilitätskonzepte entwickeln würde schon helfen.

Und mein Mantra ist die einfache Rechnung:
Rechnet man alle Ausgaben für Straße und Schiene zusammen, gehen 20% an die Schiene und 80% an die Straße.
Würde man das verschieben zu 30 / 70, bekäme die Schiene schon 50% mehr. Was da alles möglich wäre…

Hübsche Doku btw, vielen Dank! Ich mag so olle Kamellen, da sieht man, was sich getan hat.


#14

Für welche Waren wären diese Geschwindigkeiten überhaupt geeignet? Das Ganze soll doch wohl nicht für Menschen gedacht sein??? Wie wirkt sich so eine Geschwindigkeit auf den Körper aus? Ich muss da an die Astronauten denken…

Toll wäre sicherlich, wenn diese Flut von Lkws von den Straßen verschwinden würden.


#15

Danke , liebe @Annelie , Du legst da den Finger genau in die Wunde . Die Maximalbeschleunigung , die Jede/r ertragen kann beträgt 1,3 - 1,5 G und selbst da gibt es bereits Krankheitsbilder , die schon ein gewisses Unwohlsein hervorrufen kann . Das bedeutet , dass Hyperloop nur eine theoretische signifikante Zeitersparnis bringt , denn sowohl die Beschleunigungs - wie auch die Bremsphase muss abgezogen werden .

Für den Warentransport jedoch ist die “Rohrpost” ebenfalls nicht besonders geeignet , weil einerseits keine rentablen Volumina transportiert werden können und andererseits eine differenzierte Verteilung extremen Aufwand oder den Rückgriff auf LKW oder “normalen” Zugverkehr verlangt .

Das System Hyperloop beginnt erst bei Strecken von 800 - 900 km ohne Halt etwas zu bringen . Auch in Sachen Energieersparnis greift das System erst bei größeren Entfernungen , da während der Beschleunigung der Energieverbrauch ein Vielfaches des Haltens der Betriebsgeschwindigkeit beträgt , selbst , wenn wir die teilweise Rückgewinnung während des Bremsvorgangs in Rechnung stellen .

Doch darüber sprechen die Werber natürlich nicht . Wenn wir also das Pro und Kontra abwägen , dann ist Hyperloop lediglich für einige ausgesuchte internationale Verbindungen (Berlin-Brüssel oder Berlin-Strassburg z.B.) und sehr wenige Nationale (Hamburg-München oder Stuttgart) .


#16

Man darf auch nicht vergessen, dass alles, was da transportiert wird, zunächst mal schweben muss. Da könnte man mal berechnen, wie viele Tonnen Neodym - Magnete man da verbauen muss. Und das bedeutet, lukrativ wird das nur für Personentransport. Da wird relativ wenig Gewicht bewegt. Der restliche Güterverkehr ist nicht so zeitkritisch.

Die Energie für’s Beschleunigen und Abbremsen wird ohnehin aufgewendet. Da wäre der Loop im Vorteil, denn er muss die Motoren dafür nicht mitschleppen. Wegen des geringen Widerstandes in der Vakuum - Röhre genügt eine regelmäßige Beschleunigung von außen und wird auch nicht überall benötigt.

An sich ein hübsches Konzept, aber für Europa ungeeignet wegen der kurzen Distanzen und der begrenzten Baufläche.


#17

U. Brand und M. Wissen zitieren in “Imperiale Lebensweise” Ivan Illich von 1975:

Der typische amerikanische Mann wendet 1600 Stunden auf, um sich 7500 Meilen fortzubewegen. Das sind weniger als 5 Meilen pro Stunde. In Ländern, in denen eine TTransportindustrie fehlt, schaffen die Menschen dieselbe Geschwindigkeit und bewegen sich dabei, wohin sie wollen - und sie wenden für den Verkehr nicht 28 Prozent, sondern nur 3 bis 8 Prozent ihres gesellschaftlichen Zeitbudgets auf.

Ich vermute, dass sich dieses Verhältnis eher verschlechtert hat und weiter verschlechtern wird, solange wir glauben, dass schnellere Fortbewegung zu mehr Glück, Zufriedenheit und Gesundheit führen wird.

Ich denke wir sollten unser Leben entschleunigen und unsere Reichweite auf ein unseren Fähigkeiten passendes Maß reduzieren.


#18

Annelie bei Astronauten liegt das Problem weder in Beschleunigung, Entschleunigung oder Geschwindigkeit sondern sie haben das Problem der Schwerelosigkeit das dauerhafte Fehlen von Gravitation das wirkt sich auf den Körper aus.

Der Hyperloop wird natürlich nur mit bestimmten Beschleunigungen und Entschleunigung ausgestattet sein wie es überhaupt für den Reisenden vertretbar ist.
Siehe mag-lev in Japan bis dieser vollends beschleunigt hat muss er schon wieder entschleunigen damit er beizeiten auch wieder zum Stillstand kommen kann.


#19

@raba
Der Hyperloop wird ganz wo anders viel Energie verbrauchen…

  1. Lebenserhaltungssystem im Fahrzeug
  2. Vakuumpumpen der Transportröhren
    …davon spricht heute noch keiner.

#20

Das kommt auch noch dazu , da hast Du Recht . Das ganze Projekt ist zwar hoch-innovativ , aber nicht mehr , als eine technische Spielerei für Eliten . Es löst weder Verkehrsprobleme , noch Umwelt/Energieprobleme ; im Gegenteil , es schafft Neue .