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Europäischer öffentlich-rechtlicher Rundfunk


#21

Ich als große Verfechterin des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks bin dabei.

Insbesondere nachdem ich gestern Abend diesen Beitrag gesehen habe:
Kinners ich verstehe jeden der die sogenannte “Zwangsabgabe” kritisiert! Aber ohne ÖRR wird es ganz schwierig werden, die braune Propgabda Maschine zu stoppen:

Ja, wir müssen vernünftige Bezahlwege finden. Ja, der Rundfunkrat ist veraltet und gehört renoviert! Aber bitte, bitte: bevor wie alles zerstören, lasst uns daran festhalten, dass ÖRR ein wichtiger Beitrag zur Diversität und Bildung ist! Und Quaitätsfernsehen ist wichtig und darf nicht in die Hände der Privaten gelangen. Es ist jetzt schon schwierig gutes Programm zu machen - da lineares TV nicht mehr gegen private, digitale Angebote ankommt.
Aber wenn wir dem ÖRR die finanzielle Grundlage nehmen, haben wir gar keine Chance mehr unabhängig informiert zu werden.

Wie brauchen einen guten und europaweiten ÖRR oder ein European Public Broadcasting

:eu::tv::radio:

Claudia


#22

ich würde mich anbieten daran zu arbeiten;-)!


#23

Ich kann Dir nur zustimmen!
Wer z.B. einmal über einen längeren Zeitraum in Nordamerika war, wird das sehr, sehr gut nachvollziehen.
Nach der Rückkehr (und so TV genutzt wird) erscheint einem der ÖRR geradezu wie ein Segen.

ARTE TV ist für persönlich immer noch der Maßstab.
Ich werde mich nach Straßburg wenden und hören, was zu dieser Idee gedacht wird.
Versatzstücke wie „Was zeigen die Anderen“ gibt es schon länger, springt aber viel zu kurz.


#24

Hello @kopdan,
Ich habe gerade mal versucht das Problem von hinten zu denken: Wie sind die erfolgsaussichten eines solchen Senders? Wer ist die Zielgruppe? Wie viele Leute würden sich das angucken? Wie teuer wäre es, den Sender so bekannt zu machen, dass er in der Medienlandschaft, unter all den Sendern, überhaupt wahrgenommen würde?

Aufwand : Output scheinen mir z.Zt. leider in keinem vernünftigen Verhältnis zu stehen.

Um nochmal das Ziel zu formulieren, das es für mich kurzfristig zu erreichen gilt:
Mehr Menschen mit europäischen Themen (Nachrichten, Infos, Talks, kulturelle Sendungen, transnationales Entertainment - Stichwort: Eurovision) zu erreichen.

Bekommen wir das mit einem erweiterten Sender wie ARTE/3sat hin? Oder sind die sowieso auch schon so speziell und spitz in der Zielgruppe, dass der integrative Effekt nicht, oder nur für einen kleinen, bereits interessierten (ggf. elitären/intelektuellen) Kreis besteht?! Ich denke leider, dass dem so ist.

Daher wäre es mMn evtl. sinnvoll, in einem ersten Schritt (vor der Gründung eines ÖR EU Senders), das bestehende ÖR Programm um ein verpflichtendes Europa “Fenster” mit eigenständiger Redaktion, zu erweitern, welches sich darum kümmert, ein integratives, europäisches Programm in das bestehende von ARD und ZDF zu implementieren?

Z.B. Vor oder nach den Nachrichten (Tagesschau/heute, Tagesthemen/heute Journal), jeweils 15min. “Nachrichten aus Europa/EuroNews” zu senden? Morgen und Mittagmagazine. Tatorte gibt es ja mittlerweile aus D/A/CH/ Es gibt Krimiserien die in der Türkei und Kroatien spielen - das liese sich sicher gut erweitern und alles natürlich mit den ÖRR der EU Staaten anpassen.

Es würden in den EU Staaten erweitert Sichtweisen auf die Nachbarländer in die bestehenden, gelernte Programme implementieren lassen, was zu mehr Aufmerksamkeit in größeren Bevölkerungsgruppen führen würde. Es hätte den Vorteil in jedem Land würde auch weiterhin in der Landessprache gesendet werden könne, was die Barrierefreiheit und den einfachen Zugang zu wichtigen Informationen erleichtete.

Eine Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunk Anstalten der europäischen Länder existiert bereits in Form vonseiten EBU https://www.ebu.ch/about/members

Ein EU Programm könnte evtl. hierüber in die lokalen Sender verpflichtend beschlossen werden.

Diess Initiative/Forderung könnte auch als Petition eigereicht werden.

Sicherlich auch alles noch ausbaufähig und erweiterbar, aber generell, was haltet ihr von diesem “Stufenplan”?

LG
Claudia


#25

Ich denke in eine ähnliche Richtung wie @claudia, und finde den Vorschlag gut, ein Fenster für europäisches Programm besser in den Nachrichten zu implementieren (ÖRR).

Spezielle Sendungen zur Europa oder Weltpolitik gibt es ja schon, wie:

oder den Weltspiegel. Von den Sendeterminen und Sendeort nicht so schlecht platziert, aber wohl trotzdem am täglichen Leben vorbei.

So Europanachrichten in der Halbzeitpause eines Fussballspieles wäre mal interessant um für Aufmerksamkeit zu sorgen.


#26

Liebe @claudia,

vielen lieben Dank für deinen Beitrag. Ich habe mich wirklich gefreut zu sehen, dass sich auch jemand anderes nun tiefgehender mit der Sache beschäftigt hat.

Ich habe gerade mal versucht das Problem von hinten zu denken: Wie sind die erfolgsaussichten eines solchen Senders? Wer ist die Zielgruppe? Wie viele Leute würden sich das angucken? Wie teuer wäre es, den Sender so bekannt zu machen, dass er in der Medienlandschaft, unter all den Sendern, überhaupt wahrgenommen würde?

Aufwand : Output scheinen mir z.Zt. leider in keinem vernünftigen Verhältnis zu stehen.

Ich denke, dass gerade das Zeigen der Nachrichtensendung in den nationalen Öff.-rechtl. wirklich erheblich zur Bekanntheit beitragen könnte. Die Einschaltquoten von euronews sind übrigens gerade in Osteuropa relativ hoch und das, obwohl für die meisten Länder dort (Ungarn) kein Programm in der jeweiligen Muttersprache verfügbar ist. (https://en.wikipedia.org/wiki/Euronews)

Um nochmal das Ziel zu formulieren, das es für mich kurzfristig zu erreichen gilt:
Mehr Menschen mit europäischen Themen (Nachrichten, Infos, Talks, kulturelle Sendungen, transnationales Entertainment - Stichwort: Eurovision) zu erreichen.

Im Prinzip ist das auch mein Ziel. Ich würde es aber eher so ausdrücken, dass ein gemeinsamer Rahmen geschaffen werden soll. Also eine einheitliche Informationenbasis, ein einheitliche Diskursplattform. Dadurch ergibt sich dann mehr oder weniger zwangsläufig auch die inhaltliche Europäisierung.

Um mal ein paar konkrete Problembeispiele anzusprechen um meine Position mal endlich etwas bildlicher zu machen:

Wenn sich ein Griechen, Polen und Deutsche gemeinsam über Flüchtlinge unterhalten denkt man, dass sie von drei verschiedenen Planeten kommen. Gegenbeispiel: Wenn man sich die AFD Positionen dazu anhört stimmt man zwar der Wertung überhaupt nicht zu, aber irgendwie geht man von gemeinsamen Referenzpunkten aus.

Wer sich die jeweils einzelnen Pressekonferenzen der Staatschefs nach einer Sitzung des Europäischen Rats anschaut, denkt das 28 alternative Europäischen Ratssitzungen stattgefunden haben.

Bekommen wir das mit einem erweiterten Sender wie ARTE/3sat hin? Oder sind die sowieso auch schon so speziell und spitz in der Zielgruppe, dass der integrative Effekt nicht, oder nur für einen kleinen, bereits interessierten (ggf. elitären/intelektuellen) Kreis besteht?! Ich denke leider, dass dem so ist.

Hier stimme ich dir zu.
Wie ich in meinem ersten Beitrag bereits geschrieben habe, denke ich, dass das gerade das Problem ist: arte und 3sat zielen einfach auf eine sehr kleine Gruppe von Menschen ab. Das liegt meines Erachtens aber nicht an der Transnationalität, sondern schlicht an der Programmauswahl. Ein europäischer Öffentlich-rechtlicher sollte sich programmatisch an breitere Kreise wenden (zB sich an ARD und ZDF inhaltlich anlehen)

Daher wäre es mMn evtl. sinnvoll, in einem ersten Schritt (vor der Gründung eines ÖR EU Senders), das bestehende ÖR Programm um ein verpflichtendes Europa “Fenster” mit eigenständiger Redaktion, zu erweitern, welches sich darum kümmert, ein integratives, europäisches Programm in das bestehende von ARD und ZDF zu implementieren?

Könntest du diesen Punkt vielleicht noch etwas weiter ausführen?
So wie ich es gerade verstehe, soll sich eine eigenständige, aber deutsche, Redaktion um eine Europanachrichtensendung kümmern. Wie @Renaldo richtig schreibt, gibt es ja so eine Sendung bereits: Das Europamagazin.
Damit würde sich unsere Erste-StufenForderung darauf beschränken, dem Europamagazin einen prominenteren Sendeplatz zu geben. Das halte ich für zu wenig. Es würde wieder nur die deutsche Perspektive auf Europa gezeigt werden, also wieder von einer Außenperspektive. Gerade das stört mich aber am vorhandenen Programm. (siehe dazu meinen allerersten Beitrag in diesem thread)

Andererseits denke ich, dass du damit einen wirklich guten Punkt angesprochen hast: Aus dem Stegreif einen kompletten Sender aufzubauen ist ein wirklich riesiges Projekt. Die Forderungen in mehrere Schritte zu unterteilen halte ich deswegen für eine sehr gute Idee.

Was hälst du von Folgendem:
In einem ersten Schritt soll eine, sich neu zu gründende, Nachrichtenredaktion ein europäischen Nachrichtenformat produzieren. Zusammensetzen soll sich die Redaktion aus den MitarbeiterInnen der verschiedenen nationalen Öffentlich-rechtlichen Sendern. Die Nachrichtensendung soll jeweils vor oder nach der nationalen Nachrichtensendung in den nationalen öff.-rechtl. Programm ausgestrahlt werden.

Eine Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunk Anstalten der europäischen Länder existiert bereits in Form vonseiten EBU https://www.ebu.ch/about/members

Ja aus der EBU hat sich auch euronews gegründet, wobei dieser ja inzwischen privatisiert wurde. (Zu den Gründen dazu hätte ich gerne mehr Informationen)

Ich will hier dazu nochmal kurz festhalten, das meine Vorstellung zu einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk stark an euronews anlehnt, allerdings europafokussierter, mehrsprachiger, unabhängiger, diskurslastiger (statt nur Nachrichten), öffentlich-rechtlich, qualitativ hochwertiger und mit Unterhaltungsprogrammpart.

Bezüglich deinem Posts zu den Rundfunkgebühren: Inhaltlich bin ich vollkommen bei dir. Ich halte sie für vollkommen richtig und sehr wichtig. Gerne unterstütze ich dich auch in dem Anliegen, wenn du möchtest.
Hier allerdings würde ich die Diskussion dazu gerne ausklammern und, wie ich geschrieben habe, einfach auf bestehende finanzielle Mittel verweisen. Zum einen sollte es finanziell vollkommen ausreichen, zum anderen lähmen wir die Initiative zum europäischen Rundfunk dadurch nicht. (Und bringen Gegner der Rundfunkgebühren nicht noch mehr gegen uns auf, weil wir noch mehr Rundfunkgebühren fordern)


#27

hallo @kopdan,
ich meite das gleiche wie du: eine europa-redaktion, die das gemeinsame programm erstellt.
sprich Irgendwo in Europa (bitte nicht in Brüssel :wink: sitzen Menschen, die aus ihren (vielleicht) EBU Redaktionen kommen, und erstellen ein gemeinsames EU TV-Programm, weches in den ÖRR Sendern, sofern es sie im Land gibt ausgestrahlt wird.


#28

Erstmal vielen Dank an alle, die Änderungsvorschläge im google doc gemacht haben. Halte fast alle Vorschläge für wirklich gut!

claudias vorschlag habe ich nun wie folgend im google doc mit eingebaut:

Forderung

  1. Kurzfristig die Schaffung einer europäischen Nachrichtensendung.

a) Die Nachrichtensendung wird durch die nationalen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender ausgestrahlt.

b) Der Sitz der Redaktion soll in einem ergebnisoffenen Prozess festgelegt werden. Brüssel ist als Hauptsitz der Redaktion ausgeschlossen.

c) Für die sonstige Ausgestaltung gelten die Forderungen bzgl. des europäischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks entsprechend.

  1. Mittelfristig die Schaffung eines europäischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks zusätzlich zu den bereits vorhandenen nationalen öff.-rechtl. Rundfunksendern und dem Kultursender arte.

a) Dieser baut auf die europäische Nachrichtensendung auf.

b) Die vollständige Realisierung kann organisch erfolgen.

ansonsten habe ich noch einiges bzgl Unabhängigkeit, Austritt und Unabhängigkeit/Transparenz hinzugefügt sowie den Fall, dass ein oder mehrere Länder nicht mitmachen, geregelt. (am ende des forderungskatalogs hinzugefügt)
Meinungen dazu? :slight_smile:

ich hoffe, die ganze ini wird nicht zu umfangreich/detailliert…


#29

Hallo ihr lieben,

ich hatte leider nicht die Zeit mir alles komplett durchzulesen, daher kann es zu Dopplungen kommen.

  1. Es gibt bereits eine Union der europäischen Rundfunkanstalten. Dieser Schritt ist bereits getan und die Anstalten haben diesbezüglich auch regen Austausch
  2. Ich befürworte vollkommen die Einführung eines gemeinsamen europäischen Formats. Die Geschäftsführung würde, wie bei allen übergreifenden Formaten (national oder EU-weit), in regelmäßigen Abständen wechseln. Dies ist von allen Anstalten so geregelt. Beispiel: zur Zeit ist der SWR Geschäftsführend für ARTE zuständig und die Geschäftsleitung der ARD liegt zur Zeit beim Bayerischen Rundfunk.
  3. Ich bin gegen die Vereinheitlichung zu einem einzigen europäischen Rundfunk. Die ARD steht dafür lokal und flächendeckend Nachrichten und Formate zu gestalten. Grundsätze dafür, wie vorher schon genannt, sind der Bildungs- und Unterhaltungsauftrag, welcher im Staatsvertrag festgeschrieben ist. Somit soll der ÖRR Menschennah berichten. In einer (noch weiteren) Verschlankung wäre der Effekt, dass die Menschen die weg vom Schuss leben, gar nicht mehr angehört werden bzw. noch weniger als sie dies im Moment schon werden. (Grund dafür sind zum Beispiel Einsparmaßnahmen beim SWR in Form von 25% der Formate. Zum Teil Formate, die sich spezifisch mit Menschen aus der Region beschäftigt haben)
  4. Die Berichterstattung der einzelnen Sender sollte in der jeweiligen Landessprache sein. Der ÖRR hat genau hierfür bereits Mittel und Wege Nachrichten aus verschiedenen Regionen und Ländern für sich zu nutzen.
  5. Die Sprache eines gemeinsamen Formats sehe ich auch eher in Englisch mit einem Untertitel in der Landessprache. Hierzu gibt es bereits einfache Techniken.
  6. Zum Punkt “politisch ausgewogen berichten”. Fakt ist, dass man nur das berichten kann, was man weiß. Die ÖRR geben sich schon ungeheure Mühe damit Berichte so sachlich und korrekt wie möglich zu formulieren. Eine 100% Objektive Berichterstattung ist schon allein aus dem Punkt nicht möglich, da Situationen auch nach den eigenen Werten des Landes bewertet werden, bzw. der Zuschaue/-hörer in Deutschland Mord an einer Frau, weil sie sich “unsittilich” einem Mann genähert hat als negativ empfindet. Vor Ort die Situation aber als gerechtfertigt abgestempelt werden kann. Es ist ein krasses Beispiel aber ich denke ich mache verständlich wie ich es meine.

Ich würde die Ini in folgender Sache ändern, in dem man sagt die europäischen Rundfunkanstalten sollen auf Dauer immer mehr Programme gemeinsam gestalten und erarbeiten. Grundlagen dafür sind bereits gebildet und werden von deutscher Seite gerne gesehen.

LG
Valentin


#30

Hallo Valentin!

Vielen Dank für deine Kritik!

Zu deinen einzelnen Punkten:

Zu 1.

Es gibt bereits eine Union der europäischen Rundfunkanstalten. Dieser Schritt ist bereits getan und die Anstalten haben diesbezüglich auch regen Austausch

Ich bin Befürworter der Europäischen Rundfunkunion. Diese ist aber nur eine Art Netzwerk zum Austausch zwischen den verschiedenen ÖRR, uns geht es um einen gemeinsamen Sender. Also eigentlich einen neuen Anlauf a la euronews (der inzwischen an Private verkauft wurde). Wir wollen dabei gerade aus den Fehlern von euronews lernen, damit es diesmal ein Erfolg wird.

Zu 2.

Was genau meinst du mit Geschäftsführung? Wer den Europäischen Öffentlich-rechtlichen Rundfunk juristisch nach außen vertritt, Kopf der Verwaltung ist, etc. würde ich einfach offen lassen, im Prinzip sind das ja nur Details.
Was Organisatorisches angeht, haben wir überhaupt nur sehr selektiv dasjenige angesprochen, was den gewichtigsten Einfluss auf den Programminhalt hat. (gerade um sicherzustellen das der Programminhalt möglichst plural, ausgewogen etc. ist)

Zu 3.

Wir wollen auf gar keinen Fall die nationalen ÖRR abschaffen oder vereinheitlichen, sondern diese wie gehabt Beibehalten!

Uns geht es darum ein zusätzliches Angebot neben den bereits bestehenden Sendern zu schaffen.

Falls du Sorge hast, dass die finanzielle Beteiligung am Europäischen Öffentlichen Rundfunk zu einer Verschlankung der Nationalen führt: Gerade arte zeigt, dass so ein Sender relativ zu den Einnahmen wirklich “günstig” ist. (Einnahmen nur der deutschen ÖRR: 8,3 Milliarden / Ausgaben arte: 127 Millionen)

Zu 4.

Es soll zunächst nur einen Sender geben, dieser soll soweit wie möglich in allen Amtssprachen der EU senden. Also so wie es bei arte möglich ist die Tonspur zwischen französisch und deutsch zu wechseln, soll dies für alle EU Amtssprachen möglich sein. Untertitel sollen gezeigt werden, wenn eine Sprache nicht verfügbar ist (aus Kostengründen etc.). Zumindest aber die Nachrichtensendung soll immer auf allen Sprachen gezeigt (gehört? :stuck_out_tongue:) werden.

Du hast natürlich Recht, dass auch schon jetzt Berichte aus Europa und der Welt im deutschen ÖRR gezeigt wird. Wir leben selbstverständlich nicht hinter einem nachrichtlichem Eisernen Vorhang.
Aber es wird eben immer die deutsche Perspektive auf Europa gezeigt und nur diese. Mir geht es darum, aus dieser Perspektive auszubrechen und auch andere Perspektiven zu zeigen.

Als gutes Beispiel dient hier die Finanzkrise: Es wurde viel berichtet über Verhandlungen mit den Griechen und welche Stimmen es dazu in Deutschland gibt. Aus griechischer Perspektive wurde vielleicht mal kurz ein Statement des Regierungschefs und des Finanzministers gezeigt. Im Maximalfall eine Dokumentation gezeigt, wie ein deutscher Reporter durch Griechenland reist und ein bisschen mit den “Leuten auf der Straße” redet. Die Meinungen und Ansichten anderer EU-Länder wurde fast vollkommen ausgeblendet. Es sind also immer deutsche Journalisten die von einer Außenperspektive an die Sache herangehen.

Ziel ist Europaberichterstattung nicht als Auslandsberichtserstattung zu machen sondern als Inlandsberichtserstattung, den die Politik ist ja längst bei der sogenannten europäischen Innenpolitik angekommen.

Zu 6.

Da stimme ich dir vollkommen zu, Prinzipien wie “objektiv”, “politisch ausgewogen” etc sind im Einzelfall schwierig zu realisieren. Aber es gibt doch die Richtung und ein Ziel vor, welches ich für erstrebenswert halte. Nur weil es schwierig sein kann es umzusetzen, sollte vom Ziel nicht abgewichen werden.
In deinem Beispiel wäre “politisch ausgewogen” wohl Zeigen von beiden Ansichten, dass dann im Nachgang ja hoffentlich vor Ort einiges an politischer und gesellschaftlicher Kontroverse auslösen sollte, die eine solche “Rechtfertigung” hinterfragt. Wenn das passieren würde, wäre der Europäische Öffentlich-rechtliche Rundfunk genau das, was wir wollen: Gemeinsame Debatten und mehr miteinander reden als übereinander.

Ich freue mich auf deine Antwort!


#31

Die Ini im Plenum:


#32

Ich kann die Ini im Plenum nicht sehen. Angeblich habe ich keine Berechtigung, :roll_eyes:


#33

die ist aktuell in der finalen Prüfung, daher kannst Du sie nicht sehen. Erst wenn die finale Prüfung beendet ist und sie zur Abstimmung steht, ist sie wieder sichtbar.


#34

Danke. Ich dachte schon es liegt an mir. :wink: