Etablierung einer kompletten Kreislaufwirtschaft

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#1

Aufruf: Ich suche Mitstreiter*innen? Expert*innen? Prüfer*innen
Kontaktart: Kommentar unter Beitrag
Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: @Birgit @drakon
Bearbeitungsstatus: Entwurf
Redaktionsschluss: noch offen

Das was jetzt kommt, ist schon eine Menge Text. Als ich erstmal angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören. :wink: Ich würde mich freuen, wenn sich 2-3 finden würden, die diese Initiative mit mir einbringen möchten. Hierfür eine PN an mich.

Um einen guten inhaltlichen Arbeitsprozess zu installieren, würde ich Euch bitten Eure Kommentare mit einem dieser Stichworte zu beginnen:

  • PRO
  • KONTRA
  • ERGÄNZUNG
  • RÜCKFRAGE

Das hatten wir bis jetzt nicht, ist also ein Versuch und hilft vielleicht zur besseren Strukturierung.

UND JETZT ZUR INITIATIVE

Jedes Jahr werden mehr Ressourcen verbraucht. Doch in einer begrenzten Welt gibt es auch nur begrenzte Ressourcen. Das gilt für Bodenschätze, Wasser und Luft genauso wie für die Biodiversität. Irgendwann ist Schluss, bzw. ein Verschmutzungs-und Schädigungsgrad erreicht, von dem es kein Zurück mehr gibt. Deshalb müssen wir weg von der Wegwerfgesellschaft hin zu einer Wirtschaft, in der verwendete Rohstoffe über den Lebenszyklus einer Ware hinaus wieder komplett in den Produktionsprozess zurückgelangen.

Einleitung:

Ziel dieser Initiative ist das zirkulare Prinzip des Wirtschaftens zu etablieren und damit die bisher vorherrschende Wegwerfgesellschaft abzulösen. Denn neben der Einsparung von Ressourcen soll auch die Menge der produzierten Güter gesenkt und an die wirklichen Bedürfnisse angepasst werden.
Ein System in dem Rohstoffe immer wieder genutzt werden und in dem ausschließlich erneuerbare Energien verwendet werden, trägt zu Klima- und Ressourcenschutz bei. Produkte und Rohstoffe müssen solange wie möglich genutzt, alle nicht erneuerbaren Rohstoffe müssen zurückgewonnen und erneut in den Kreislauf einfügt werden. Dazu gehört eine Einbeziehung aller Beteiligten entlang der Wertschöpfungsketten.

Neben der Verminderung des Einsatzes stofflicher Ressourcen, gehören langlebige Konstruktion, Reparaturmöglichkeit, Wiederverwendung, Wiederaufarbeitung und Instandsetzung zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.
Eine gutes Leben lässt sich auch auf einem niedrigeren Konsum-Niveau erreichen. Dafür ist aber eine stärkere gesellschaftliche Gleichheit von großer Bedeutung. Der Prozess muss deshalb fair und gerecht ablaufen und entstehende Belastungen müssen von allen nach ihren Möglichkeiten getragen werden.

Problembeschreibung:

Das bisher vorherrschende lineare Wirtschaftsprinzip (nehmen > benutzen > wegwerfen) ist nicht zukunftsfähig. Die Verschwendung und Vernichtung natürlicher Ressourcen durch die Art unseres Wirtschaftens, durch Überproduktion, die gnadenlose Ausnutzung der Natur zur Profitmaximierung, die Verschmutzung von Luft und Wasser, die Zerstörung der Biodiversität und vieler natürlicher Lebensräume widerspricht dem Wunsch der meisten Menschen unsere Erde auch für die nach uns kommenden Generationen lebenswert zu erhalten.

Forderungen
Der Schutz und Erhalt der natürlichen Ressourcen ist Basis für ein gutes Leben für alle und muss deshalb im Mittelpunkt unserer Entscheidungen stehen.
Für diesen Schutz ist Nachhaltigkeit ‑ eine auf Gegenwart und Zukunft ausgerichtete Art unseres Wirtschaftens und Zusammenlebens ‑ zwingend nötig. Drei Punkte müssen eine nachhaltige Politik kennzeichnen:
1.Das Niveau der Nutzung erneuerbarer Ressourcen darf ihre Regenerierung nicht überschreiten.
2.Der Ausstoß von Emissionen darf nicht höher sein als ihr gesicherter Abbau ohne Folgeschäden für die Umwelt.
3.Der Verbrauch nichterneuerbarer Ressourcen muss immer weiter eingeschränkt werden und schlussendlich in einen geschlossenen Kreislauf überführt oder durch erneuerbare Ressourcen ersetzt werden.
Deshalb fordern wir die Kreislaufwirtschaft als Kern unserer Wirtschaftspolitik festzuschreiben.
Wir müssen Produkte und Rohstoffe solange wie möglich nutzen. Alle nicht erneuerbaren Rohstoffe müssen zurückgewonnen und erneut in den Kreislauf einfügt werden.

Dazu gehört die Hinwendung zu erneuerbaren Energien und der kompletten Ausstieg aus fossilen Energieträgern und selbstverständlich ein sparsamer Umgang mit Energie.

Hierzu muss eine Einbeziehung aller Beteiligten entlang der Wertschöpfungsketten erfolgen. Industrie, Handelsunternehmen und die Abfallwirtschaft müssen bei der Entwicklung einer ganzheitlichen Kreislaufwirtschaft zusammenarbeiten.

Auf diesen Grundlagen soll die Kreislaufwirtschaft beruhen:
• Abfälle vermeiden
• Produkte wiederverwenden
• Werkstoffe recyceln
• Prozesse durchdenken und optimieren
• Förderung nachhaltiger Lebensstile und Konsumgewohnheiten

Neben der Verminderung des Einsatzes stofflicher Ressourcen, gehören langlebige Konstruktion, Reparaturmöglichkeit, Wiederverwendung, Wiederaufarbeitung und Instandsetzung ebenso zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft
Für diesen Transformationsprozess müssen die entsprechenden Bedingungen geschaffen werden. Politische Hebel sind nötig. Das gilt einerseits für die staatliche Förderung von Investitionen z.B. in Forschung und Entwicklung, über Strukturfonds und günstige Kredite.
Andererseits müssen Inverkehrbringer*innen :wink: die Produktverantwortung für den gesamten Lebenszyklus der von ihnen entwickelten Produkte tragen. Umweltschutz, Recycling, Reparatur sind Angelegenheit des Unternehmens und müssen schon bei der Planung und Entwicklung mit bedacht werden
Die Kreislaufwirtschaft wird Teil der gesellschaftlichen Veränderung sein auf dem Weg zu einer Wirtschaft jenseits von Wachstum. Um die Öffentlichkeit für diesen Prozess zu gewinnen. muss dessen Umsetzung fair und gerecht ablaufen. Entstehende Kosten dürfen nicht dazu führen, dass Menschen am unteren Ende der Einkommensskala noch weiter abgehängt werden. Deshalb muss parallel dazu ein Prozess der stärkeren Angleichung der Lebensverhältnisse der Menschen erreicht werden. Es muss also einen Ausgleich geben, sei es durch Steuergerechtigkeit, ein BGE, die Erhöhung des Mindestlohnes. Eine gerechte Verteilung der Belastung ist nötig.
Eine gute Lebensqualität lässt sich auch auf einem niedrigeren Konsum-Niveau erreichen. Dafür ist aber eine stärkere gesellschaftliche Gleichheit von großer Bedeutung.
Innovationen, die Energie- und Materialverbrauch verringern, werden aber im Ergebnis auch Kosten senkend wirken. Weniger Kosten bedeuten niedrigere Preise. Im Ergebnis führt das dann zu mehr Nachfrage und mehr Konsum, der dann wiederum das Wachstum ankurbelt. Das geht in die falsche Richtung und muss durch andere Maßnahmen kompensiert werden. Eine generelle Verkürzung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich wäre eine Möglichkeit. Freie Zeit für Familie, Freunde, Soziales Engagement, Sport und andere Freizeitaktivitäten trägt zu Gesundheit und Wohlbefinden in einer Weise bei, wie es über reinen Konsum niemals möglich ist.

Kosten:

Eine genaue Einschätzung der Kosten ist nicht möglich, da es sich um einen gesellschaftlichen Transformationsprozess handelt, dessen Zeitraum und genauer Ablauf nicht planbar ist. Vorzunehmende Investitionen und Forschungsprojekte sollen durch staatliche Fördergelder und Kredite unterstützt werden.

Finanzierungsvorschlag:

Der Prozess wird definitiv Geld kosten, und zwar uns alle. Die Entscheidung muss gefällt werden welchen Anteil jeder tragen muss. Und da würde ich vorschlagen: Wer wenig hat, den soll es nichts kosten, wer etwas hat, der soll wenig Kosten tragen, wer viel hat, muss auch viel tragen. Das Prinzip einer solidarischen Gesellschaft. Die Kosten, die auf uns alle zukommen, wenn mir Klima- und Naturschutz nicht ernst nehmen, werden deutlich höher sein.

Argumentation

Eine fortschrittliche Kreislaufwirtschaft muss Bestandteil unseres ökologischen und ökonomischen Handelns sein. Sie trägt dazu bei heutigen und zukünftigen Generationen vergleichbare oder bessere Lebensbedingungen zu sichern. Und das weltweit.
Durch vollständiges Recycling verwendeter Stoffe und durch Kaskadennutzung über mehrere Stufen und kann
• die Umweltbelastung reduziert,
• die Nachhaltigkeitsleistung verbessert,
• wirtschaftliche Chancen erhöht,
• Primärressourcen eingespart,
• Treibhausgasausstoß vermieden,
• und Klimaschutz verbessert werden.

Durch Verlangsamen und Verringern von Materialnutzung und schließen von Materialkreisläufen können Ressourceneinsatz, Abfallproduktion und Emissionen eingeschränkt werden.
Energieeffiziente Prozesse bringen Energieeinsparungen. Und wenn hier ausschließlich erneuerbare Energien genutzt werden, können die Emissionen deutlich verringert werden.
Durch die im Bereich der Kreislaufwirtschaft auf uns zu kommenden Herausforderungen in Forschung, Entwicklung, Technologie und Handwerk entstehen ganz neue Berufsfelder. Das hat das Entstehen neuer Arbeitsplätze zur Folge.

Quellen
Hier sind einige Quellen
https://www.wbgu.de/ https://www.umweltbundesamt.de/daten/ressourcen-abfall/abfall-kreislaufwirtschaft
https://de.wikipedia.org/wiki/KreislaufwirtschaftWikipedia
https://wertstoffblog.de/2017/08/08/kreislaufwirtschaft-und-kreislaufwirtschaftsgesetz-eine-entwicklungsgeschichte-teil-1/
https://www.umweltdatenbank.de/cms/lexikon/37-lexikon-k/1249-kreislaufwirtschaft.html
http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/economy/20151201STO05603/kreislaufwirtschaft-definition-und-vorteile

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UM-FAIR-TEILUNG 1: Einkommensuntergrenzen
#2

ERGÄNZUNG

Bei Finanzierung würde ich durchaus Steuergelder, zumindest teilweise, anführen.

Es handelt sich um eine gesellschaftliche Aufgabe.

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#3

Die Überschrift: “Etablierung einer kompletten Kreislaufwirtschaft”, ist auf dem ersten Blick ein wenig fehlbesetzt.
Es geht ja um Ressourcen…
Erst auf den zweiten Blick kommt man dem Inhalt der Überschrift nach aber dennoch ist es eben verwirrend.

Mein Vorschlag: “Etablierung eines Ressourcen Kreislaufs (Recycling)”.

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#4

Was ist der Unterschied zu der bereits angenommenen Initiative https://abstimmen.bewegung.jetzt/initiative/162-ressourcenschutz-auch-fur-europa? Diese hatte schon konkrete Maßnahmen benannt.

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#5

Ja, das ist eine gute Frage:
Hier steht

dort :
“# Ressourcenschutz ( auch für Europa)
Ziel dieser Initiative ist es das Prinzip der Kreislaufwirtschaft als Staatsziel zu verankern. Die Initiative versteht sich als Anstoß und Basis für dieses Ziel. Für ihre Durchsetzung muss ein Stufenplan mit Forderungen und Förderungen und mit sehr strengen Vorgaben entwickelt werden. Die Initiative soll ein klares Signal gegen die Wegwerfgesellschaft sein.”""…und " Eine Weiterentwicklung und Differenzierung in weiteren Initiativen ist notwendig und gewünscht."

Vereinfacht analysiert könnte vermutet werden :
1.
im Fokus der bisherigen / ersten Ini wäre die Forderung daß die Kreislaufwirtschaft als StaatsZiel definiert wird (Ziel / Zweck) ,
im Fokus der zweiten Ini, daß das Kreislaufwirtschaftsprinzip als modus operandi (Mittel /Prozess) der Staats-wirtschaftspolitik wird …

Diese Interpretation philosophiert (evtl bis hin zu einer Art von Ideogisierung vllt) das “Prinzip” der Kreislaufwirtschaft, bringt daher mit sich Rückfragen bzgl des freien Handelns und dessen Grenzen usw., bzw. eben über Grenzen einer “Ideo-logie” der Kreislaufwirtschaft selbst…

es handelt sich bei der zweiten Ini - einfach - um eine “Weiterentwicklung und Differenzierung” der ersten Ini, so wie in der ersten auch vorgemerkt worden ist

  • wobei schon klarer herausgearbeitet werden sollte, in welcher Hinsicht genauer das geschehen soll (kann / muss),
    was sehr vielfältig aussehen könnte und deshalb wiederrum eine Bedarfsanalyse benötigt…

mit Etablierung und einer “kompletten Kreislaufwirtschaft” wird nach einem umfassenden systematischen und/oder systemischen Ansatz gefragt …
was einer Auseinandersetzung / Vergleich / Kombinationsmöglichkeiten etc. mit bisherigen wirtschaftspolitischen Ansätzen entgegen steuert -
also die Frage nach einer alternativen systemischen Lösung … und welche wären die Schritte dahin (bis zur Etablierung) …

Diese Interpretationen (insbesondere 1 und 3) würden eine Perspektive weiter als die von (Green)NewDeal (von DiEM25) sowie von Einzelmaßnahmeforderungen voranstellen und Vorstellungen eines Zustandes von der “einen besseren Welt” versuchen zu beschreiben

nun, auch wenn sich diese letzte Vermutung vllt ein wenig altmodisch sich anhört (eben als die Suche nach der “aller besten Lösung”), als Modell kann sie gute Hilfe leisten um Lösungsvorschläge weiter zu erarbeiten …

schön auch, daß hier sich jmd so viel vornimmt :slight_smile: @Birgit :pray: :star2:

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#6

Danke @drakon Meine erste Intention war tatsächlich deine in Punkt 2 genannte Weiterentwicklung des Abschnittes Kreislaufwirtschaft aus der Ressourcenschutz-Ini. Aber eigentlich trifft es Punkt 3 und die Idee stammt ursprünglich aus der Zuarbeit zum Europaprogramm für Demokratie in Europa, in das sie in dieser Form keinen Eingang finden konnte.

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#7

Danke für den Hinweis. Vielleicht ist der Titel der Initiative ja noch nicht optimal und es gibt noch andere Vorschläge. Mir geht es aber um mehr als um die Etablierung eines Ressourcenkreislaufs. Es geht um die Entwicklung einer anderen Art des Wirtschaftens, also wenn du so willst ein anderes “System”. Mein Ansatz ist dabei aber eben nicht ideologisch, sondern ganz praktisch. So wie DiB Politik anders machen will, will ich Wirtschaft anders machen.

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#8

In diesem Sinne bin ich gerne altmodisch. Denn ich glaube immer noch an eine bessere Welt. :wink:

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#9

Auch hierüber könnte man diskutieren, wobei ich glaube, dass absolut freies Handeln eine Fiktion ist und wir uns immer in einem Rahmen bewegen, der unsere Möglichkeiten eingrenzt. Die Möglichkeiten “auf Teufel komm raus” zu produzieren einzuschränken, um die Möglichkeiten auf eine gesunde Umwelt und ein gutes Leben für viele zu erhöhen, halte ich fernab von allen ideologischen Diskussionen für eine Super-Idee :blush:

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#10

PRO

Da gibt es kaum etwas Wesentliches zu ergänzen und schon gar nichts zu meckern! Es bedarf eigentlich auch keines besonderen Scharfsinnes, um zu erkennen, dass es dabei um die Schonung von Ressourcen geht. Wer das nicht rafft, wird sich ohnehin kaum mit diesem Forum beschäftigen.

Dass der Umgang mit nicht erneuerbaren Rohstoffen besonderer Verantwortung bedarf, aber auch erneuerbare Ressourcen vernünftig bewirtschaftet werden müssen und unsere Umwelt nicht grenzenlos belastbar ist - auf diese Binsenwahrheiten hatte bereits vor über 40 Jahren der Club of Rome hingewiesen.

Die Ideologie des “freien Handelns” ist ohnehin ein Kampfbegriff derer, die mit diesem System gut leben können. Habe selbst mal bei einem tüchtigen Handwerksmeister - einem echten Selbstausbeuter - mit angepackt, als er seine Werkstatt räumen musste. Mit etwas Vitamin B konnte er bei einem anderen Unternehmen unterkommen.

Mit welchem Recht maßt es sich eine kleine Minderheit großer Geschäftemacher eigentlich an, diesen Planeten zu plündern und zu verwüsten und unseren Nachkommen eine vermüllte Erde zu hinterlassen?

Im Heimatmuseum unserer Nachbarstadt Teltow zeigte mir mal einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter einen Schuh aus alter Zeit. Dieser war - wie damals üblich - individuell für seinen Besitzer angefertigt worden. Die durch einen Flicken deutlich gewordene ungleichmäßige Abnutzung hatte ihre Ursache darin, dass die Schuhe vermutlich vom Vater z.B. an den Sohn vererbt wurde.In unserer Wegwerfgesellschaft erscheint so etwas wie ein Bericht aus einer anderen Welt.

Auch wenn es als abgedroschene Phrase erscheint, jeder trägt ein Stück Verantwortung für den Zustand dieser Welt und deren Zukunft.

Auch wenn diese Verantwortung von vielen nicht mehr ernst geno,en wird, wie es die Autorin Sieglinde Geisel in ihrem Politischen Feuilleton vom 14.2.2019 beschreibt:
Die Kultur der Verantwortungslosigkeit

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#11

Danke @Herbert für deinen ausführlichen Kommentar. Leider ist es ja so, dass wir uns selbst von diesem System korrumpieren lassen, weil es so schön bequem ist. Jedenfalls noch für unsere Generation. Unsere Kinder und Enkelkinder werden die Leidtragenden sein.

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#12

ERGÄNZUNG

Danke für die Initiative. Ich unterstütze sie vollkommen.

Ich möchte hier als Praktiker etwas hinzufügen und den gegenseitigen Austausch anregen.

Ich habe vor einigen Jahren die Green Sugar GmbH gegründet (heute AG -> siehe www.green-sugar.eu), welche sich mit der Entwicklung einer Technologie zur Verzuckerung von beliebigen Biomassen beschäftigt. Hintergrund ist die Fragestellung, wie können wir nachhaltig stoffliche Produkte herstellen, seien es Kunststoffe, Lacke, Spülmittel,… Für die energetische Seite ist dies relativ “unkompliziert”, als dass man verschiedene Optionen hat, wie Sonne, Wind, Gezeiten, und, und, und. Für die stoffliche Seite werden aber auch immer noch ca. 5 Mrd. t an fossilen Rohstoffen im Jahr benötigt.

Unsere Lösung heißt Biomasse, ein sich selbst reproduzierendes Gut, welches für seine Entstehung ausschließlich Sonnenenergie verwendet und dazu Kohlendioxid aus der Luft bindet. Pflanzliche Biomasse besteht zu 50 bis 70% aus Zellstoff, einem biologischen Polymer, welches aus Kohlenhydraten (sprich Zucker) aufgebaut ist. Schließt man den Zellstoff auf, erhält man mit dem Zucker eine stoffliche Basis, auf der man sämtliche kohlenstoffbasierten Chemikalien herstellen kann.

Die Verzuckerungstechnologie, welche wir entwickeln, hat ihren technischen Ursprung im Bergius-Prozess der Holzverzuckerung, der bereits großtechnisch lief (er wurde in Nazizeiten entwickelt, um von Ölimporten unabhängig zu sein). Mit ihrer Hilfe sind wir wirklich in der Lage beliebige Biomassen vollständig aufzuschließen. Als kleines Bonbon: wenn wir alles gut hinbekommen, kann der Prozess mit den Reststoffen aus der Verzuckerung (es bleibt hochkondensiertes Lignin übrig) vollständig betrieben werden.

Mit Hilfe der Rohstoffbasis Pflanze können wir einen geschlossenen Kreislauf kreieren. Wertschöpfungsketten beginnen mit der Biomasse, führen zum Produkt, welches konsumiert wird und enden mit der Müllverbrennung bei der das Kohlendioxid entsteht, welches durch Pflanzen wieder assimiliert werden kann. Treiben wir diese Wertschöpfungskette mit erneuerbaren Energien an, dann imitieren wie die Natur und erreichen systemisch einen Gewinn an Nachhaltigkeit. Bewußtes Umgehen ist trotzdem geboten, denn man könnte auch den Urwald verzuckern.

Die Finanzierung ist eine Frage des Wollens, denn mit der neuen Technologie wird genauso Geld verdient, wie mit der alten. Allerdings werden dann manche Institutionen von den Wertschöpfungströgen ausgeschlossen und das ist es doch, was letztendlich ausgefochten wird.
Bei den erneuerbaren Energien wird dies gerade ganz deutlich. Das was dort gebaut wurde, rechnete sich dadurch, dass es auf den Verbraucher mittels EEG umgelegt wurde. Daneben werden dann noch alte abgeschriebene Kraftwerksanlagen nochmal bezahlt.

Ich bin praktizierender Idealist und freue mich, dass sich hier bestimmt weitere rumtreiben. Für die Demonstration unserer Technologie suche wir noch Finanzmittel. Ich habe die Idee, dass man dazu ein Crowd-Investment initiieren könnte. Da es sich dabei nicht um kleine Summen handelt, müsste diese Sache mit Bedacht und sorgfältig angegangen werden. Da diese Technologie jedoch allen Nutzen stiften kann möchte ich auf diesem Wege Leute ansprechen, welche Lust haben, mit mir über dieses Thema nachzudenken und auch dran zu arbeiten. Das wichtigste Moment hier (und das spüre ich oft bei uns), jede® ist willkommen, weil es für die Umsetzung viele Fähigkeiten braucht.

Wer sich mit mir über dieses Thema unterhalten möchte, kann mich unter info@likelynet.de erreichen. Ich denke, wenn wir uns trauen, kann Bedeutendes erreicht werden.

Ich hoffe, es war OK, dass ich diese Plattform dafür genutzt habe, für die Idee Werbung zu machen, auch wenn sie letztendlich irgend jemandem Geld bringt. Allerdings sehe ich keinen anderen Weg, wie man es sonst umsetzen könnte.
Sollte ich ein NoGo begangen haben, indem ich hier über meine Idee geschrieben habe, teilt mir dies bitte mit (dann bitte ich um Entschuldigung).

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#13

Hallo Frank @kose danke für dein Feedback. Ich persönlich finde es total spannend von Unternehmen zu erfahren, die an konkreten Prozessen arbeiten. Das beweist, dass eine stofflichen Umsetzung der Kreislaufwirtschaft möglich ist. Dafür bräuchten wir viel mehr Öffentlichkeit.

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#14

Liebe Birgit, technologisch sind wir zu allem in der Lage. Durch die Art und Weise, wie wir Technologie anwenden, bilden wir mit ihr systemisch eine Art Hybrid. Ohne Technologie wären wir (auch zueinander) nicht das, was wir sind und ohne uns würde Technologie nicht die Folgen haben, welche sie hat.

WIR MÜSSEN diese Art und Weise, wie wir TECHNOLOGIE anwenden NEU DENKEN. Das ist etwas, was wir wirklich tun können und ein Einzelner, der sich dazu entschließt, besitzt ein wirkungsvolleres Paradigma als alle Konzerne dieser Welt, denn diese arbeiten in ihrem Paradigma letztendlich nur daran, ihre Existenz aufzulösen, da immerwährendes Wachstum in einer endlichen Welt nicht möglich ist. Wir arbeiten an unserem Fortbestand.

Lass uns doch darüber nachdenken, wie wir unsere Mitmenschen einladen, über die Anwendung von Technologie neu zu denken. Ich glaube, irgend jemand sagte mal: “Wenn eine Idee die Massen ergreift, dann wird sie zu unbändigen Kraft”.

Ich könnte mir vorstellen, eine Nachhaltigkeitsstiftung zu gründen, welche zielgerichtet in ökologische Unternehmungen investiert und aus diesen wieder Rückflüsse generiert, die wieder in ökologische Unternehmungen investiert. Wichtig auch hier ist, dass sich die Sache rechnet. Rückflüsse an Geld und auch Profite sind nicht schlimm, wenn sie letztendlich in Glück für alle umgesetzt werden. Was “Glück für alle” ist, dürfen und müssen wir erst noch herausfinden, denn darauf haben wir uns gegenseitig nicht sozialisiert. Erste Ansätze, wie Demokratie und Gewaltenteilung, Religionsfreiheit,…gibt es schon. Was ich ganz gut fände, wäre das bedingungslose Grundeinkommen.

Vielleicht finden wir eine Möglichkeit und Forum, in dem wir darüber nachdenken können. DiB ist ein wundervolles Medium können.

Beste Grüße an alle, Frank

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