Erdogan greift die Kurden an und bedroht DE

Diesen Angriff zu verurteilen, ist eine Selbstverständlichkeit, die eigentlich keiner Betonung, von wem auch immer, bedürfen sollte. Frau Merkel bzw. unsere Regierung und die EU haben es getan, Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei wurden dabei ebenso wenig in Frage gestellt, wie das Flüchtlingsabkommen, Sanktionen gegen die Türkei wurden nicht verhängt bzw. nicht einmal angedroht, lediglich von weiteren Rüstungslieferungen soll abgesehen werden - d. h. die bereits zugesagten werden nach wie vor geliefert. Warum sollte es Erdogan also in irgendeiner Weise „jucken“, dass die EU - und Deutschland noch speziell - sein Vorgehen verurteilen?

Klar ist, dass hinter dem Verzicht auf solche Maßnahmen die Sorge steht, dass die Durchführung unvorhersehbare schlimme Folgen haben könnte. Aber welche Folgen kann es haben, dass sie nicht ergriffen werden?

Da vor allem die Kurden im Nordirak sich auf die Seite des europäischen Westens geschlagen haben und viele Kurden in Deutschland seit Langem voll integriert sind, fühlen sich alle Kurden insbesondere von Deutschland im Stich gelassen und sind darüber so aufgebracht, dass der Präsident der türkischen Gemeinde sich veranlasst sieht, immer wieder an sie zu appellieren, bei Protestaktionen in Deutschland bloß ja auf jegliche Gewalt zu verzichten, es auf deutschem Boden nicht zu Ausschreitungen kommen zu lassen.

Nachdem Erdogan schon mehrfach angekündigt hat, die Kurden - sowohl im irakischen Norden, als auch in Syrien - „zu vernichten“, „auszumerzen“, „auszulöschen“ und dergleichen mehr, geht bei den Kurden im Irak und in Syrien seit den Angriffen die Angst vor dem nächsten, dieses Mal womöglich finalen Genocid um.

Was stellen Deutschland und die EU sich vor zu tun, falls Erdogan, wenn man ihm weiterhin freie Hand lässt, entsprechende Schritte einleitet und damit (in seinem Sinne) Erfolg hat? Für Sanktionen und dergleichen dürfte es dann zu spät bzw. damit nichts mehr auszurichten sein.

5 „Gefällt mir“

Trump erklärt sehr anschaulich, warum ihm die Kurden wurscht sind:

1 „Gefällt mir“

Einen Korridor einzurichten, ist ja doch eigentlich gut, nur darf dabei niemand zu Schaden kommen.
Der Angriff auf die Kurden erscheint fast wie ein dummes Versehen, ein unbeabsichtigter Kollateralschaden, dabei ist allen klar, Erdogan lässt gegen Kurden kämpfen, weil er die hasst und er es kann und, wenn überhaupt, nur sekundär prosyrisch.

No-Mod-Mode

5 „Gefällt mir“

Ich finde, eine deutliche Reaktion des. BuVo ist überfällig. Der Präsident Erdogan der Türkei geht ähnlich gegen die Kurden vor, wie der Diktator Hitler 1939 gegen die Russen und Polen. Aber wir haben nicht mehr 1939 sondern 2019. Sollte Mensch den Präsidenten der Türkei habhaft werden, ist er ein Fall für den Internationale Gerichtshof in Den Haag.
Alle Menschen in allen Völkern sind gleichberechtigte Menschen.

Die europäischen Regierungen tun gut daran, einen Krieg als das zu erkennen, was er ist. Kein Fest der Wirtschaft, sondern eine Menschenmordende Aktion. Ein Krieg ist zu ächten. Da darf kein Wirtschaftsinteresse, mehr wert sein.

Ich verlange, von der Bundesregierung, das sie diesen Angriffskrieg verurteilt und das in der NATO beantragt wird, die Türkei bei diesem Angriffskrieg nicht zu unterstützen. Angriffskriege sind verboten.

4 „Gefällt mir“

Ich glaube, von einem „Angriffskrieg“ darf keine politische Partei profitieren. Wenn sie es doch tut, ist sie für den Bundestag oder die Landtage der Länder „verbrannt“.

Was können wir tun?
Ich denke, wichtig ist auf die Wortwahl zu achten. Krieg ist immer das „Schlimmste“ was es überhaupt gibt. Er ist absolut zu verhindern. Wir müssen darauf achten, dass in der politischen Berichtserstattung nichts verharmlost wird. Und das kein Thema wichtiger ist , als dieser Krieg.

2 „Gefällt mir“

Die Türkei ist mit den seit dem Krieg in Syrien über 4 Mio. aufgenommenen Flüchtlingen völlig überfordert und wäre verständlicherweise froh, möglichst viele davon wieder loszuwerden (was auch der Hintergrund der Androhungen ist, das Flüchtlingsabkommen mit Deutschland aufzuküdigen). Von einem „Sicherheitskorridor“ für eine Rückkehr der syrischen Flüchtlinge in ihre Heimat kann hier jedoch keine Rede sein. Der einzige Grund Erdogans, Rojava (das von friedlichen Kurden besiedelte Nordsyrien) zu bombardieren, ist m. E. in seinen Ankündigungen, die Türkei-oppositionellen Kurden auszulöschen, zu sehen:
„Im türkischen Fernsehen erklärte Erdogan persönlich, dass er die Kämpferinnen und Kämpfer der SDF (Demokratische Kräfte Syriens) nicht als Menschen ansehe und sie zu töten seien.“

Dies dürfte auch der Grund für die Bombardierung der im türkischen Süden gelegenen Stadt Nusaybin, die ebenfalls von Türkei-oppositionellen Kurden sowie christlichen Türken bewohnt wird, gewesen sein, sowie eines von Christen (nach muslimischem Verständnis Ungläubigen) besiedelten Wohnviertels der Grenzstadt Qamishlo. Nach offizieller Lesart sollte es sich dabei um Anschläge von Dschadisten gehandelt haben, die dazu aber sonderbarerweise über Bomben türkischer Produktion verfügten. Die Angst der Kurden vor einem drohenden neuen Genocid ist somit bestens nachvollziehbar.

Was meinst Du mit „sich einmischt“ - dass die syrische Armee sich aktiv an den Bombardierungen beteiligt? Mir reicht es, dass sie diese zulässt und sich diesbezüglich mit Erdogan verbündet hat. Aktiv wird sie sich nicht beteiligen, denn Assad macht nach meinen Eindruck nur, was Putin ihm sagt, der seine Militärs längst fest in Syrien etabliert hat und nach eigener Aussage vorhat, auf Dauer dort zu bleiben bzw. seine Präsenz dort weiter auszuweiten.

Putin stellt dieses Bündnis als Befriedungsmaßnahme im Nahen Osten dar, womit er auch seinen derzeitigen Besuch in den Emiraten begründet. Ich betrachte seine Bemühugen als zu seiner Strategie des eigenen Machtausbaus als eine der führenden Weltmächte und natürlich seinem Interesse an den dortigen Öl- und Gasvorkomen gehörend. Außerdem sind alle diese Länder für ihn als Abnehmer für seine Rüstungsgüter interessant, vor allem im Hinblick auf eine eventuelle zukünfitge Lieferzurückhaltung europäischer Länder.

1 „Gefällt mir“

Liebe Tina, du hast die Überschrift aus einer TV-Sendung, als mein Zitat aufgestellt. Ich habe diese beiden Sendungen des ZDF eingestellt, weil sie einges enthält, über das man sprechen sollt.

Das stimmt nicht, liebe Dagmar, denn das Zitat folgt meiner Aussage:

Wo ich diese Aussage gelesen hatte, weiß ich momentan nicht mehr, weshalb ich keine Quelle einfügen konnte.

2 „Gefällt mir“

kam gestern im Fernsehen:

Kurden rufen Assad und Russland zu Hilfe

Die kurdische SDF hatte sich nach dem angekündigten Abzug der US-Truppen hilfesuchend an Damaskus und Russland gewandt, die Vereinbarung zugleich aber als „schmerzhaften Kompromiss“ bezeichnet. Russland drohte der Türkei: Moskau werde eine direkte Konfrontation zwischen türkischer und syrischer Armee nicht zulassen, so der russische Syrien-Beauftragte Alexander Lawrentjew. Die Türkei möchte in Nordsyrien einen 30 Kilometer breiten „Sicherheitskorridor“ einrichten, in dem syrische Flüchtlinge aus der Türkei untergebracht werden sollen.

5 „Gefällt mir“

Schon am Montag abend war dieser Bericht auf dem ZDF greifbar.

Bei Minute 2:31 beginnt ein Video nachdem die Kurden in Syrien mit dem Diktator Assad zusammenarbeiten.
Es könnte also zum „Bündnisfall“ der NATO kommen, dessen Mitglied die Türkei ist.

Wohl kaum bei einem Angriffskrieg von Seiten der Türkei.

4 „Gefällt mir“

Nein. Der Bündnisfall gilt ausschließlich für den Verteidigungsfall - wenn Syrien die Türkei angegriffen hätte, würde er greifen. Jeder Angriff aber, den syrische Truppen auf syrischem Boden gegen türkische Truppen durchführen, wäre ganz klar als Verteidigung durch Syrien zu werten.

Anders würde es erst aussehen, wenn Russland seine Ankündigung, keine Konfrontation zwischen Syrien und Türkei zu erlauben, wahr macht und dabei türkische Truppen oder sogar Territorium angreift - wobei ich nicht glaube, das Putin so dumm ist. Immerhin will er die Türkei aus der Nato herausbrechen (damit wäre eines von zwei Hindernissen, der Bosporus, zwischen dem einzigen eisfreien russischen Hafen und dem Atlantik nämlich weg) und eine Intervention würde die Türkei wieder schnellstens in die Ränge der Nato treiben - und nebenbei einen Weltkrieg auslösen. Mit Trump, Johnson und Putin an den roten Knöpfen.

- nicht als Mod -

3 „Gefällt mir“

Du sagst nicht ganz die Wahrheit mit dem „Nein“ und dem „Bündnisfall“.

Möglicherweise hast du die Heute Sendung, die ich oben verlinkt habe, auch gesehen und weißt um Minute 4:45, wo der Aussenminister von Luxenburg genau diesen Bündnisfall erwähnt.
Denn was passiert, wenn Syrien die Türkei zurückdrängt auf ihr eigenes Land?
Wird dann ein Natopartner angegriffen oder nicht?
Und wenn er angegriffen wird, sind wir im 3. Weltkrieg (?).

Das ist eine ganz heikele Sache. Um einen 3. Weltkrieg zu verhindern, dürfen die Nato - Staaten es nicht zulassen, das die Türkei auf ihr eigenes Gebiet zurückgedrängt werden.
Damit, das die EU dabei einen Genozid an den Kurden zulassen, läd, nach dem zugelassenen Ertrinken von Flüchtlingen im Mittelmeer, die EU erneut eine schwehre Last auf uns europäische Bürger.

Fakt ist; wir müssen was tun, aber was?

Bündnisfall nur dann, wenn die Kurden in der Türkei einfallen. Nato = Verteidigungsbündnis !

1 „Gefällt mir“

Das stimmt, der Präsident der Kurdengemeinschaft erklärte gestern in den TV-Nachrichten, dass die Kurden in Rojava keine andere Möglichkeit mehr gesehen hätten, von irgendwoher Hilfe oder Schutz zu bekommen, mehr gesehen hätten, nachdem die westlichen Länder, denen sie sich verbunden gefühlt hätten, ihnen nicht zu Hilfe gekommen seien.

2 „Gefällt mir“

Lachen!
Wenn sie, Herr Präsident Erdogan, einen Korridor für syrische Flüchtlinge schaffen wollen; warum schaffen sie ihn dann nicht auf türkischer Seite der Grenze, wo die Flüchtlinge, geschützt warten können, bis das Assad-System beendet ist(?).

2 „Gefällt mir“

Gestern Abend dachte ich noch : Was soll das denn bedeuten - was für eine Expertise braucht man , um etwas gegen diese Invasion zu schreiben ? Für diesen Gedanken möchte ich mich heute früh entschuldigen :woozy_face:

1 „Gefällt mir“

Syrischen Flüchtlingen die Rückkehr nach Syrien zu ermöglichen, dürfte eine Alibi-Rechtfertigung für den militärischen Einsatz sein, denn welche Menschen werden gerade während eines neuen Krieges dorthin zurückkehren wollen? Hauptsächlich geht es Erdogan wohl um die Bekämpfung der demokratisch organisierten Kurden in Nordsyrien - nach westlichem Vorbild organisiert, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Rojava

Für Erdogan sind seit eh und je alle Kurden Erzfeinde, weil sie Autonomie anstreben. Ein besonderer Dorn im Auge sind ihm jene Gruppen (im Nordirak und Nordsyrien), die sich dem Westen zugewandt hatten, wegen seiner Befürchtung, dass der Westen ihre Autonomiebestrebungen unterstützen und ihnen womöglich zum Erfolg verhelfen könnten. Diese Sorge dürfte der Grund sein, weshalb er den mehrfachen Androhungen militärischen Einschreitens im Nordirak keine Taten folgen ließ.

Mit Assad konnte Erdogan sich für den Kampf gegen den IS verbünden. Damals sprach Erdogan ebenfalls von einem „Korridor“ in Nordsyrien, nämlich einem Terror korridor, durch den der IS Dschihadisten in die Türkei einschleuste.

Dass der IS in Syrien zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft ist, ist aber weder Erdogan noch Assad zu verdanken, sondern den syrischen Rebellen und den kurdischen Milizen, die dafür gesorgt haben, dass nun Tausende IS-Terroristen in Nordsyrien inhaftiert sind. Im Prinzip müsste Erdogan den dortigen Kurden also dankbar sein.

Stattdessen kommt er mit dem militärischen Einsatz nun auf sein altes Ziel, die Kurden auszulöschen oder zumindest „unschädlich zu machen", zurück. Bombardiert wurde dabei auch ein Lager mit „den gefährlichsten, inhaftierten IS-Dschihadisten“. Die Folge: Hunderte von ihnen konnten bereits fliehen. Ein Teil von ihnen vielleicht durch den Korridor, der nun Sicherheits korridor für die Rückkehr syrischer Flüchtlinge nach Syrien heißt, in die Türkei?

Beim Einmarsch seiner Bodentruppen schrieb das türkische Verteidigungs ministerium auf Twitter: „Unsere heldenhaften türkischen Streitkräfte und die Nationale Syrische Armee haben im Rahmen der Operation Friedensquelle ihre Bodenoffensive im Osten des Euphrat begonnen." Mit der Nationalen Syrischen Armee sind die syrischen Rebellen gemeint, die gegen den IS gekämpft haben. Deren Sprecher, Mustafa Bali, wies die Behauptung ihrer Beteiligung jedoch vehement zurück.

2 „Gefällt mir“

Dem stellvertretenden Präsidenten der USA ist gestern das gelungen, was alle erwartet haben. Ob sich aber der Präsident der Türkei daran hält und die Kurden nicht weiter in irgendwelche Lager steckt, bleibt abzuwarten.
Trotzdem bin ich der Meinung, der Präsident der Türkei muss sich für den versuchten Genozid vor dem internationalen Gericht in Den Haag verantworten.

2 „Gefällt mir“

Nach einem Bericht des Spiegel werden vom Verfassungsschutz offenbar Auswirkungen auf Deutschland befürchtet. Daran, dass in den dortigen Gefängnissen auch deutsche IS-Anhänger inhaftiert sein könnten, hatte ich noch gar nicht gedacht, aber:

„Der Konflikt in Nordsyrien könnte auch dazu führen, dass ausländische IS-Kämpfer aus den Gefängnissen freikommen und nach Europa zurückkehren, im schlimmsten Fall unbemerkt“, so Haldenwang [Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz].

Nach einer internen Auflistung der Bundesregierung waren in Syrien zuletzt 84 Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) mit deutschem Pass inhaftiert. Ein Drittel von ihnen wird von der Polizei als Gefährder eingestuft, 19 Männer und acht Frauen. Ihnen trauen die Behörden schwere Gewalttaten bis hin zu Anschlägen zu.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/syrien-verfassungsschutz-chef-fuerchtet-rueckkehr-des-islamischen-staats-a-1292154.html