Einführung eines Pronomen für nicht binäre Menschen

Liebe Community,

Unsere Gesellschaft ist im stetigem Wandel, so auch unsere Geschlechterrollen. Zwar wird bereits viel über Homosexualität, Transgender etc. aufgeklärt, nicht-binäre Menschen allerdings sind noch nicht im Bewusstsein der Allgemeinheit angelangt. Ich selber habe davon auch vor kurzem erst gehört. Link findet Ihr unten. Als nicht binär bezeichnen sich Menschen, die sich weder männlich, noch weiblich fühlen. Dementsprechend gibt es in unserer Gesellschaft noch kein Pronomen (Er oder Sie) für diese Menschen. In Schweden allerdings wurde ein neues Pronomen in den Duden eingeführt. Dieses lautet „Hen“.

Gesetzlich kann man So etwas bestimmt nicht festhalten. Ich wollte hiermit nur einen Denkanstoß geben. DiB könnte damit die erste Partei sein, die sich für diese Menschen einsetzt. Wie seht ihr das? Findet ihr ein neues Pronomen sinnvoll?

Liebe Grüße, Herbafer

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Liebe*r Herbafer,
genau das tut DEMOKRATIE IN BEWEGUNG bereits. Nicht-binäre Menschen finden sich in unserer Vielfaltsquote, in vielen unserer Initiativen und nicht zuletzt auch (nicht immer, aber wir arbeiten daran) in unserer Sprache wieder. Wenn du magst, kannst du Fragen dazu auch gerne in unserem montäglichen Info- und Fragen-Call loswerden.

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Ich habe mit @KathrinG, @Liv und @Sabine schon über die binäre Sprache nachgedacht. Das ist ein ganz schwieriges Thema und ein dickes Brett. Eine Diskussion darüber halte ich für zwingend notwendig, die findet auch statt - in Nischen. Hier zum Beispiel: pronomen [Nichtbinär-Wiki]

Da es nun seit einigen Jahren möglich ist, sich auch offiziell als divers, also nicht-binär zu identifizieren, und weil derzeit Gerichtsverhandlungen anstehen, die damit einhergehen, sollte sich darüber weiter Gedanken gemacht werden. Es sei denn, der Gesetzgeber macht eine Rolle rückwärts, was nicht zu erwarten ist, solange die AfD nicht an die Macht kommt.

Ich habe in der kleinen oben genannten Gruppe schonmal mein Bestreben genannt, dass wir über sprachliche Änderungen nachdenken sollten und dass DiB einen eigenen Vorschlag machen könnte. Dann wurde @liv in den Budnesvorstand gewählt und hat genug anderes Zeug zu tun. :slight_smile: Auf die Sprachexpertise von @KathrinG und das Wissen von @Sabine sollten wir dabei nicht verzichten. Ich weiß nicht, ob sie bereit wären, sich da Gedanken zu machen. Ich wäre es.

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Oh, und herzlich Willkommen bei DiB! :slight_smile:

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Vielen Dank für den Wiki-Link. Das sieht sehr gut aus. Ebenfalls danke, dass ihr mich herzlich willkommen heißt. :slight_smile:

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willkommen Herbafer,

es braucht gleich aus zwei Gründen ein zusätzliches Pronomen.

  1. für nicht-binäre Personen
  2. zum richtig gendern.

wenn man nicht weiß, ob eine Person männlich oder weiblich ist, z.B. in Berufsbezeichnungen
„suche Bäcker (m/w/d)“ müsste es eine Bezeichnung und ein Pronomen geben für „menschlich bzw. lebendig mit unbekanntem bzw. nicht-definiertem Geschlecht“.

Über das gendern hatten wir hier schon viele hitzige Diskussionen und am Ende braucht es eine genaue, aber unkomplizierte Bezeichnung, die bisher noch nicht existiert, um das ständige *innen, das Texte stockend machen kann, zu ersetzen.

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Vielen Dank für das Kompliment! Ich stehe dafür im Rahmen einer Diskussion o.ä. auf dem Marktplatz allerdings nicht zur Verfügung. Wenn du nur meine Gedanken zu etwas spezifischem haben willst, kannst du mich aber natürlich gerne anrufen :wink:

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Ich habe mir bei Stellenausschreibungen (m/w/d) auch schon die Frage gestellt, wie Menschen die nicht binär sind, angesprochen werden. Und ein eigenes Wort dafür könnte durchaus hilfreich sein…was sagt man anstatt Herr oder Frau zur Begrüßung?

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Frau Schneider
Herr Schneider

binär:
Samm Schneider

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Hallo Dagmar, ist Samm schon geregelt, oder ist dies eine Idee von dir?

Nein, war eine spontane Idee heute Morgen. Ich fand den Klang schön.

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Danke für die Idee :slight_smile:

Da Schweden als Vorreiter gilt, und bereits das geschlechterneutrale Pronomen ‚hen‘ eingeführt hat, würde ich dies hier in Deutschland gerne einführen. Die neutrale Variante der Anrede (Mann/Frau) würde ich dann „Henne“ nennen, also abgeleitet von ‚hen‘.

Also ich würde nicht gerne Henne genannt werden. Da wäre für mich die Nähe zu Huhn-Henne zu nahe.
Hen klingt männliche, Henne weiblich und Samm neutral.

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… finde ich persönlich nicht ganz so glücklich, bezeichnet das Wort in der deutschen Sprache doch ein weibliches Huhn.

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Das ist natürlich ein Argument :slight_smile:

Mein anderer Vorschlag wäre, dass man die beiden Pronomen Sie und Er einfach miteinander verbindet. Würde dann Sier heißen :slight_smile:

Man könnte ‚hen‘ natürlich auch zu ‚Hend‘ machen.

Das habe ich als Vorschlag auch schon öfter gelesen. Allerdings dominiert da das „Sie“. Mein Vorschlag wäre, formelle Bezeichnungen einfach zu lassen :crazy_face:
Nein, ernsthaft. Das dauert noch und es ist wichtig, das im Prozess möglichst viele Menschen eingebunden werden, die betroffen sind etc.
Unsere Pronomen sind auch leider nicht so cool wie die schwedischen „han“ und „hon“, sodass „hen“ zu erschaffen ziemlich einfach war :confused:

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Man muss schon sehr gut auswählen, um möglichst eine Verballhornung, dumme Witze usw. soweit als möglich auszuschließen.

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sehe ich auch so. Einfach die Pronomen weglassen, wäre der einfachste Weg. D.h. so eine Art Duzen light.

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Und wo wir gerade dabei sind … ich würde auch gerne dieses Händeschütteln :handshake: zukünftig weglassen. Wen ich mag, drücke ich sowieso und wer mir nicht so nahe steht, wie die Menschen die ich drücke, denen will ich auch nicht in die feuchte Qualle fassen.

Hat zwar mit dem Thema hier gar nix zu tun und ist wohl auch eher nicht politisch, sondern gesellschaftlich zu lösen, aber ich wollte es als positive Corona-Erkenntnis einfach mal an den Mann bringen … und die Frau … und an Hen oder Samm. Letztere finde ich beide gut, um doch noch den Bogen zum Thema zu schlagen.
Aber, wie schon erwähnt, sollten wohl besser Betroffene darüber entscheiden als Typen wie ich.

Noch 'ne Frage:
Angenommen Samm setzt sich durch, könnte ich dann auch als Herr bitten mich Samm Ehrlich zu nennen? Ich will ja „ernsthaft Betroffene“ nicht verhohnepipeln, aber ich finde „Herr“ für mich persönlich einfach schon immer unpassend … obwohl ich aus dem letzten Jahrtausend komme. Ich bin einfach kein Herr, sondern ein alter Sack (Körper) im Geiste eines ewig 14-Jährigen.

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Klar :smiley:

Darum finde ich persönlich die schwedisch Variante (hen) momentan etwas besser als die englische (they). Denn das habe ich als neutrales Pronomen gelernt, für Momente, in denen das Geschlecht einfach egal ist und/oder man es selber für unnötig erachtet, das zu sagen. Auch they im englischen ist eigentlich neutral („someone lost their pohne“), aber inzwischen - zumindest in meiner Bubble - sehr stark mit nicht-binärer Identität verbunden.

Ich finde, dass es generell die Möglichkeit geben muss, eine neutrale Option zu wählen, immer. Pronomen, Anrede, etc. Nicht nur für Menschen, die sich nicht im binären System wiederfinden, sondern für alle, die einfach in einigen Momenten denken „ach… warum ist das jetzt wichtig? Lass mal lieber“ :blush:

Edit: Und meiner Meinung nach ist es wahnsinnig hilfreich, wenn auch binäre Menschen darauf aufmerksam machen, dass neutrale Optionen wichtig sind. Denn viele davon haben noch mehr Energie übrig, bei dem Thema. Und je mehr Menschen darauf aufmerksam machen, umso „normaler“ wird es :slight_smile:

Edit 2: :sweat_smile: Pronomen ganz weglassen ist leider gar nicht so einfach und klingt tatsächlich schnell sehr holprig. Aber eine Sprache zu erweitern, um sie inklusiver zu machen, sollte doch machbar sein. Auch, wenn Sprachen meistens eher einfacher zu werden scheinen, aber das sehen „wir“ dann ja in 1000 Jahren xD

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