Das BGE als Neustart f├╝r die Gesellschaft

Ich kann mich als freier Unternehmer entscheiden die Gesch├Ąftsform einer b├Ârsengehandelten Aktiengesellschaft oder einer Gesellschaft, in der nur Mitarbeiter Unternehmensanteile bekommen k├Ânnen zu w├Ąhlen. Oder ich trete einem Kollektiv bei. Das freie Unternehmertum bietet verschiedene M├Âglichkeiten, in welcher Form ich Initiative ergreife. Und letzteres macht den Unternehmer aus, nicht die Mehrung des Eigenkapitals.

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Erfahrungsgem├Ą├č funktioniert sie in gro├čen Firmen und erst recht in Monopolen ├╝berhaupt nicht mehr, diese sind darauf angewiesen kreative kleine Firmen einzukaufen.

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wo habe ich Dir widersprochen?

Zins als ┬┤Gratifikation┬┤ f├╝r Geliehense ist sehr logisch. Nicht immer kann dies mit ┬┤Naturalien┬┤wie Aktien oder Beteiligung erfolgen.
Was @Bianca_Schubert bem├Ąngelt - zu Recht - ist die ┬┤wunderbare Geldvermehrung des Geldes mittels Schulden┬┤.
Nur ist das ein Konstruktionsfehler der Finanzwirtschaft, nicht der Realwirtschaft.

Kreativit├Ąt:
weiss nicht.
Watt, dann Deimler, Otto, Lillienthal, Gebr├╝der Wright weren ┬┤Pioniere┬┤, - dann wurden es Industrien,
Gates, Jobs, Zuckerberg, XYZ-Analytics fangen kreativ an - dann wurden es Konzerne.
Das fusst zum Teil auf einer einzigen Idee/Innovation.
Dann wird┬┤s verfeinert, ggf. nachgelegt.
Edison besch├Ąftigte mehrere Dutzend Ingenieure, Simens tut es hundertfach auch.
ÔÇ×Thing TanksÔÇť, Forschungslabore, ÔÇ×InkubatorenÔÇťÔÇŽ
So etwas zu stemmen, muss man/frau dies entweder aus eigener Tasche finanzieren, oder einen anderen ┬┤Bekloppten┬┤ finden, der Geld ├╝ber hat und an das ┬┤Ding┬┤ glaubt.
Ich hatte mal Kontakt zu IHK-eigenem ┬┤Innovationszentrum┬┤.
Befassen tun sie sich mit so was nur, wenn es so gut Vorgekaut ist (auf eigene Kosten selbstredend), dass man/freu sich garantiert im Erfolg sonnen kann. Funktion├Ąre eben.

Man/frau hat als einsamer Erfinder heut zu Tage eher schwieriger als leichter.
ÔÇ×Patent-BlockadenÔÇť oder gar ÔÇ×-KriegeÔÇť.

BGE (wie auch immer) bietet in dieser Hinsicht ungeahnte Chancen.

├ťberhaupt nicht, ich Dir auf eine sehr indirekte Weise:
Weil n├Ąmlich der Einsatz von verzinstem Fremdkapital zu Wachstum zwingt und das zur Konzentration und zu Monopolen f├╝hren muss, unterminieren die dem Kapitalismus inherenten Gesetzm├Ą├čigkeiten eine optimale Entfaltung der Kreativit├Ąt. Und so ist die Finanzwirtschaft beim Einsatz von verzinsten Kapital nicht vom produzierenden Gewerbe zu trennen.
Aber einig sind wir uns wieder darin, dass das BGE den Sinn der Arbeit wieder erkennbar macht. Und das d├╝rfte die Kreativit├Ąt bef├Ârdern. Heute kommen viele Erfindungen aus der ├Âffentlich finanzierten Wissenschaft und nicht aus dem Forschungslaboren der gro├čen Firmen.

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diese Kausalkette ist aber nur scheinbar richtig.

Habe ich was gelihen, muss ich zur├╝ckzahlen + Gratifikation f├╝r die so hilfreiche Kofinanzierung.
Ist das Produkt, ersonnene Dienstleistung - die Idee eben - gut, so kann sich das schnell amortisieren.
Aber mit dem Prototyp ist es nicht getan. nach einer Kleinserie als Testprodukt steigt die Nachfrage und man/freau muss anbauen um diese zu befriedigen.
Ja. Dazu braucht┬┤s wieder Geld - meist definitiv Fremdgeld. Dieser Wachstum (-Phase) ist eigentlich nat├╝rlich und gesund. Es geht um Bedienen eines Marktes mit einem Produkt, dass auf irgendeine weise Leben und Arbeiten erleichtert und eben gefragt ist. In diesem Wachstum sehe ich erstmal nichts, aber auch gar nichts Verwerfliches.
Ganz andere Sache dagegen ist das Monopolbildung - wof├╝r aber Kartellrecht geschmiedet wurde.
(Frage der Ausgestatung, der Auslegung)
Und ganz andere Sach ist, woher stammt das geliehene Geld?, Mafia?, Bank (;- ) )? Priv. Investoren?

Hier ist unumg├Ąnglich zu differenzieren. Daher meine Separation auf Real- u. Finanzwirtschaft.
Pauschale ┬┤Verteufelung des Zinses┬┤ ist mir zu kurz gedacht.

edit I:
Der Wunsch, sich mitells Mittel, Vorrichtungen - und oder eben dem universell eisetzbarem Geld, das Leben zu erleichtern, ist zu tiefst menschlich. Und so lange wie wir nicht die mentale Integrit├Ąt von
Kpt. Kirk erreicht haben wird es wesentliche Rolle in der Politik spielen.

Die Frage f├╝r mich lautet daher zun├Ąchst, muss man/frau sich vor lauter Gratifikationen Rokockoper├╝cke auf den Kopf setzen und Pfauenfeder in den Hintern?

Das ist aber prim├Ąr eine moralische und nicht systemische Frage.

edit II:
und nichts spricht dagegen - eigentlich viel daf├╝r - ┬┤Microsysteme┬┤ innerhalb eine pluralistischen Gesellschaft als ┬┤Labore┬┤ zu betreiben, als Keimzellen, als Beispiele f├╝r┬┤s ┬┤gute Leben┬┤.
Das ist lebendige Vielfalt! Vitaler Wettbewerb der Ideen.
Ism-includiert ist mir klaustrophobisch.

Und auch das spricht f├╝r BGE.

Das ist auch nicht so leicht zu durchschauen, und es geht hier auch nicht um verwerflich (was eine moralische Dimension hat) sondern um sch├Ądlich, f├╝r die Volkswirtschaft, f├╝r die Umwelt, f├╝r die Menschen.
Das wird aber erst verstehbar, wenn man nicht eine einzelne Firma betrachtet sondern die gesamte Volkswirtschaft. Es ist n├Ąmlich so, dass das Geld, das einige ├╝brig haben, die es eben gar nicht mehr sinnvoll und auch nicht mehr unsinnig ausgeben k├Ânnen in der Wirtschaft als Antriebsmittel dringend gebraucht wird. Und daher muss sein Umlauf gesichert werden, dies geschieht derzeit mittels Zins.

Daraus folgt: Dieses Geld muss eine profitable Anlagem├Âglichkeit finden, wenn es nicht der Wirtschaft entzogen werden soll, mit verheerenden Folgen (Deflation, siehe Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren). Letztlich sehen wir gerade jetzt, wie unentbehrlich es ist, dass das Geld durch die Wirtschaft flie├čt. Es ist kein cent weniger vorhanden als vor der Corona-Krise und trotzdem sind tausende von wirtschaftlichen Existenzen bedroht, und das nur weil das Geld nicht mehr flie├čt (in diesem Fall weil es schlicht nicht mehr flie├čen darf)

Und daher muss es profitable, sprich wachsende Wirtschaftszweige geben, egal wie klar uns allen ist dass es mit dem Wachstum nicht ewig weiter gehen kann (wohl gemerkt: Es geht hier um das Wachstum der Gesamtwirtschaft, nicht um eine einzelne Firma deren Wachstum nicht problematisch w├Ąre)

Dieses Wachstum erfolgt zum Teil dadurch, dass Bereiche, die bisher nicht in die Geldwirtschaft einbezogen waren zu Waren gemacht werden: W├Ąlder, Gene, Gesundheit, KinderbetreuungÔÇŽ

Das ist der Kern des Kapitalismus. Zinsverbote sind nat├╝rlich Quatsch, dann flie├čt das Geld nicht mehr und davon hat auch niemand was. Eine M├Âglichkeit ist, die ├ťberh├Ąnge an Verm├Âgen durch Besteuerung oder W├Ąhrungschnitte o.├Ą wieder zurecht zu stutzen (denn je h├Âher die Verm├Âgen, desto mehr Geld muss zur├╝ck in den Kreislauf gelockt werden), eine andere, dauerhaftere L├Âsung w├Ąre es, das Geld mit einem Umlaufimpuls zu versehen der diese unsinnige Anh├Ąufung gar nicht mehr zul├Ąsst.

Damit w├╝rde freies Unternehmertum ├╝berhaupt nicht behindert, eher im Gegenteil, und auch genossenschaftliches Wirtschaften w├╝rde wohl eher beg├╝nstigt. Leistungslose Einkommen aus Kapital (deren Bezieher sich derzeit gerne als ÔÇ×Leistungstr├Ąger der GesellschaftÔÇť bezeichnen) g├Ąbe es aber nicht mehr.

Siehe dazu mein Vortrag hier: https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/einladungen-des-tk-demokratie/33994

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hat aber mit mangelden Regularier zu tun.

muss nicht. Man/frau kann sonst was damit anfangen - sinnvolles hoffentlich.
Nur weil die meisten diesem Trott folgen - weil erlaubt - ist das kein Gesetz.
Der ┬┤Homo Economicus┬┤ ist selbst als finaanzwirtsch. Modell eh ein Fachidiot mit minderentwickelten sonstigen Interessen.

Ja. In welchen Grenzen?

Ja. Bis zu gewissen Grenzen!

Als die Sache mit ┬┤Cradle to Cradle┬┤ aufkamm, machten die Macher ein Video, wo sie voll k├Ątzerisch ungeniert M├╝ll aus dem fahrendem Auto in die Landschaft streuten.
OK. Aus ├Ąsthetischen Gr├╝nden nach wie vor verwerflich!!!
Die Aussage dahinter aber ist Materiall l├Ąsst sich in Kreisl├Ąufe einschliessen, und Wachstum tut pl├Âtzlich nicht mehr weh.
OK. Grips und gewaltiger Redesign von ┬┤ALLEM` m├╝sste gestemmt werden.

Also auch hier: Es ist ein technisches und nicht systemisches Problem.

Nichts von dem Erw├Ąhntem ist neu.
F├╝rstliche Forste, Zuchtbullen, Quacksalber, Nanys gab┬┤s schon ewig.
Immerhin habenm wir in KiTas p├Ądagogisch geschuttes Personal.
Aber ich weiss, was Du meinst. Vereinnahmung von ggf. Selbstverst├Ąndlichen.
Nur. Grossfamiliere F├╝rsorge funktioniert nicht o. nicht ausreichend, wenn man/frau ┬┤da draussen┬┤ Brot verdienen muss.
Und aus bestimmten Gr├╝nden ist uns eine Sippenstruktur der Gesellschaft nicht genehm, denn da verliert das Staatliche gegen Private.

inwiefern? Was willst du regulieren, um den dem heutigen Geldsystem innewohnenden Wachstumszwang wegzuregulieren? Mal ganz abgesehen davon, dass regulieren immer nur die zweitbeste Wahl ist. Wegsteuern der Verm├Âgen w├╝rde vielleicht funktionieren, aber wie soll regulieren ein aus mathematischen Gr├╝nden instabiles System langfristig tragbar machen?

Eine Regulation w├Ąre z.B. ein Zinsverbot. Das was verschiedene religi├Âse Denker mit mehr oder weniger Erfolg gefordert haben. Aber was sollte dann einen Geldbesitzer dazu bringen, sein Geld herzugeben, um damit wirtschaften zu erm├Âglichen? Und wenn man einfach neues Geld druckt besteht die Gefahr, dass das vorhandene doch pl├Âtzlich wieder ausgegeben wird und so eine Inflation entsteht.

Ja, sicher. Leider ist der Mensch aber nicht selbstlos und gut, zumindest die meisten nicht. Und ├╝berhaupt muss man sich das erst mal leisten k├Ânnen.

Was z.B. total nett und hilfreich klingt sind Mikrokredite in Entwicklungsl├Ąndern. Das machen Leute, die ethisch investieren wollen. Aber diese Kredite sind verzinst. Jetzt stell dir ein Dorf vor, das bisher in einer ├Ąu├čerst ÔÇ×primitivenÔÇť Geschenkwirtschaft gelebt hat. Zumindest hatten alle dort zu essen, nat├╝rlich keine Luxusgegenst├Ąnde. Nun gibst du einer Frau einen Kredit, damit sie sich eine Kuh kaufen kann. Vorher gab es dort keine K├╝he, und jetzt hat die Frau Milch. Ja, aber sie muss den Kredit zur├╝ck zahlen, sie muss diese Milch also ihren Nachbarn verkaufen. Und diese m├╝ssen ihrerseits anfangen, Dinge zu verkaufen, um Milch kaufen zu k├Ânnen. Erstens hast du so eine funktionierende Subsistenzwirtschaft und eine funktionierende Dorfgemeinschaft zerst├Ârt. Au├čerdem hast du dem Dorf eigentlich nichts gegeben, sondern im Gegenteil, es muss dir etwas geben. Das arme Dorf muss dem Reichen Kreditgeber im Endeffekt etwas geben! Und jeder im Dorf ist pl├Âtzlich darauf angewiesen Geld zu verdienen, denn niemand, der etwas braucht wird dies mehr geschenkt bekommen, nur Geld kann ihm noch zu dem verhelfen, was er braucht. Und das wo das alles auf den ersten Blick nach echter Entwicklungshilfe aussah.

Das h├Ątten wir gerne so, ist aber nicht m├Âglich. Wenn du wachsend in etwas kreislauf├Ąhnlichem wirtschaften willst erh├Ąlst du eine Spirale, keinen Kreis. Es ist kein technisches Problem. Technik alleine wird unsere Probleme nicht l├Âsen (helfen kann sie). Es gibt kein dauerhaft gr├╝nes Wachstum, das ist nur ein Wunschtraum.

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w├╝rde ich gar nicht wollen. Durch Aufbau inteligenter Kreisl├Ąufe z. B. und weglassen von Mumpitz auf sinnvolle, vertr├Ągliche Masse reduzieren, liesse sich eine Menge erreichen.
in paar Jahrzehnen wird man/frau im Asteroideng├╝rtel potenziell gef├Ąhrliche Brocken ┬┤abbauen┬┤

ÔÇ×Wissenschaftler der NASA sprechen von einem auf die Erde niedergehenden ÔÇ×Fluss extraterrestrischen MaterialsÔÇť, der gerundet 100 Tonnen pro Tag betr├Ągt.[8][9]ÔÇť [WiKi]

(und einiges davon kann einer/m Haare zu Berge stehen lassen)

Dann hast Du den Imput, der die heimischen Ressourcen schont.

weswegen hochtrabbende gemeinwohl├Âkonomische Tr├Ąume nur wenige t├Ąumen und umsetzten wollen. Oder?
Ich finde klasse, dass eine theoretische Auseinandersetztung dar├╝ber stattfindet, denn das zeigt uns deutlich wie ┬┤sch├Ąbig┬┤ unsere Situation ist, und dass sich lohnt ├╝ber Alternativen nachzudenken.

Als politische Agenda dagegen deutlich verfr├╝ht.
Was wie gesagt keinen davon abhalten kann ┬┤experimentelle Zirkel┬┤ zu installieren, die praxisnahes Anschaungsmateriall liefern w├╝rden.

Dein Scenario ist traurig aber vielfach unabwendbar, weil sie eben keinen ┬┤edlen Wilden┬┤ mehr sind, und dann eben das kleinere ├ťbel.
Man/frau muss lernen damit behutsam umzugehen - aber viele solche Gesellschaften gibt es nicht mehr.
Yanomamis haben das in die eigene Hand genommen (nicht nur. die techniche Ausstattung stammt vom wem?)
Du kannst freien PreriIndianern nachtrauern, die sich den Frust mit Feuerwasser aus der Seele brannten, undÔÇŽ es wird als Gesellschaftsmodell allenfalls nur auf lokalen Ebene rekonstruirt werden.
Geht nicht anders, weil es kleine, mittelgrosse, aber eben lokale Gesellschaften waren.

├ťbrigens: ┬┤pr├Ą-globalen┬┤ Handel trieben sie alle - auch ohne weisse H├Ąndler.

Ebenfalls andere Beispiele sind: Lokalgeld in Faveles Brasiliens, die zum Stop des Wertabflusses aus diesen ├Ąrmlichen Communitis f├╝hrten,
Die Seilbahn in Lima, die pl├Âtzlich die Bewohner aus der Armut hob.
Lokale technische nicht global systemische Korrekturen.

Ich habe hier mal das Buch ┬┤Donut-├ľkonomie┬┤ vorgestellt. Das w├╝rde mir als ┬┤Revolution┬┤ gen├╝gen.

OK. Ich hatte noch eine R├╝ckdiskussion mit den Moderatoren und warte noch auf eine Antwort.
Wenn das ok kommt, k├Ânnen wir die ├Âffentliche Diskussion starten.

Genau aus diesem Grund hat der Landesverband BW, mit R├╝cksprache des BuVo, eine Mail an das Freiburger Institut f├╝r Grundeinkommensstudien (FRIBIS) geschrieben mit folgendem Wortlaut.
https://www.fribis.uni-freiburg.de/

der Landesvorstand Baden-W├╝rttemberg der Partei DEMOKRATIE IN BEWEGUNG verfolgt in dieser Krisenzeit mit gro├čem Interesse die aktuelle Debatte um ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Aus allen Ecken und Enden des Landes werden Forderungen laut.

Unser Anliegen an Sie
Da Sie Direktor der Abteilung f├╝r Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie an der Universit├Ąt Freiburg und leitender Gr├╝ndungsdirektor des Freiburger Institut f├╝r Grundeinkommens Studien (FRIBIS) sind, m├Âchten wir die Gelegenheit der Diskussionen um ein Bedingungsloses Grundeinkommen im Rahmen des ÔÇťPost CoronikumsÔÇŁ nutzen, Ihnen unser Modell eines Bedingungslosen Grundeinkommens vorzustellen.

Corona und BGE?
Das Fordern eines zeitlich befristeten BGEs in dieser schwierigen Zeit ist zwar nachvollziehbar, entspricht aus unserer Sicht jedoch nicht dem, was ein fortw├Ąhrendes BGE bewirken w├╝rde. Somit stehen wir diesen Forderungen zwar nicht im Wege, sind aber an einer Debatte um die Einf├╝hrung eines anhaltenden BGEs interessiert, bzw. sehen wir eine hohe Dringlichkeit diesbez├╝glich.
Wir sehen diese Zeit der Corona-Pandemie als Weckruf an alle Gesellschaften, nicht nur national, ihr Verhalten untereinander und innerhalb derselben neu zu ├╝berdenken.
Allenthalben wird das ÔÇ×neueÔÇť solidarische Handeln der Gesellschaft propagiert, wobei dieses solidarische Handeln aber nur auf die R├╝cksichtnahme der B├╝rgerinnen untereinander beschr├Ąnkt bleibt. Dieser ÔÇ×Solidarit├Ątsbegriff lightÔÇť kann uns alleine nicht in die Zukunft f├╝hren.
Es sind alle Glieder einer Gesellschaft, B├╝rger
innen, Wirtschaft und Staat aufgefordert solidarisch gegen├╝ber den anderen Teilen zu handeln. Handeln auf Augenh├Âhe, d.h. handeln unter Gleichen.
Ein BGE, unter gemeinwohlorientierten Aspekten gedacht und umgesetzt, k├Ânnte neue Ma├čst├Ąbe f├╝r solidarisches Handeln setzen.

BGE als Beginn einer ver├Ąnderten Gesellschaftsordnung unter Gleichberechtigten!
Im vergangenen Jahr haben wir in unserer Partei ein BGE-Modell erarbeitet, das keine Transferleistung im Sinne einer sozialen, rein materiellen Grundsicherung darstellen soll.
Wir sehen in unserem Modell eine Wiederbelebung der gegenseitigen Solidarverpflichtung aller Gesellschaftsglieder. Dazu geh├Ârt auch, dass ein BGE interdisziplin├Ąr gedacht werden muss.
Aus diesem Grunde halten wir es f├╝r wichtig, Ihnen unser Modell eines Bedingungslosen Grundeinkommens losgel├Âst von der calvinistischen Arbeitsethik vorzustellen. Unser BGE ist der Beginn einer ver├Ąnderten Gesellschaftsordnung unter Gleichberechtigten. Wir w├╝rden gerne unsere Vorstellung eines BGE mit Ihnen diskutieren und legen Wert auf Ihre Stellungnahme dazu.

Wie sieht unser Modell eines Bedingungslosen Grundeinkommens aus?
hier detailliert:

kurz zusammengefasst:
Unser BGE bietet die M├Âglichkeit der Anpassung an zuk├╝nftige Herausforderungen des Arbeitsmarktes. Es ist variabel in der Finanzierungsgestaltung. Es ist anpassungsf├Ąhig an verschiedene konjunkturelle Entwicklungen und Volkswirtschaften.
Wir haben den Auszahlungsbetrag nach dem Pf├Ąndungsfreibetrag (1.140 Euro, Stand bis Juni 2019) ausgerichtet, dieser wird regelm├Ą├čig angepasst. Zus├Ątzlich wird auch ein Grundbetrag in die Krankenkasse abgef├╝hrt, um so das Gesundheitssystem auch f├╝r jene zug├Ąnglich zu machen, die keine Eink├╝nfte erzielen. Optionale Leistungen wie Mehrbedarfe f├╝r Kranke, Behinderte, Schwangere etc. oder aufstockendes Wohngeld bleiben erhalten. Alle anderen direkten sozialen Transferleistungen wie Grundsicherung, Kindergeld, BAf├ÂG etc. werden durch das BGE ersetzt. Erhalten bleiben weiterhin das Arbeitslosengeld und die Rente f├╝r jene, die in diese Kassen einzahlen.
Wie sehen die Finanzierungss├Ąulen aus?
Herangezogen werden:

  • eine Finanztransaktionssteuer,
  • eine Wertsch├Âpfungsabgabe,
  • die Kapitalertragssteuer und Einkommensteuer.

Die Kapitalertragsteuer wird wieder zusammen mit der Einkommensteuer (wie es bis 2008 der Fall war) mit einem neuen Steuer-Stufenmodell erhoben.

  • Abschaffung des Ehegattensplittings und der Steuerfreibetr├Ąge.
  • Wegfall direkter sozialer Transferleistungen
  • Zu guter Letzt wird die Finanzierung mit dem Keynes-Multiplikatorfaktor abgerundet.
  • Die Sozialversicherungen werden parit├Ątisch bedient und wir verzichten auf die Beitragsbemessungsgrenzen.

Unser Modell wird nur 5% der Spitzenverdienerinnen mehr belasten, alle anderen werden entlastet. Mit der Einf├╝hrung eines Stufenmodells der Einkommensteuer und der Einbeziehung der Kapitalertr├Ąge wird Steuergerechtigkeit eingef├╝hrt. Es erf├╝llt die Art. 14/15 des Grundgesetzes. Mit dem Finanzierungsmodell werden unter Anrechnung des BGE die B├╝rgerinnen bis zum Medianeinkommen steuerfrei gestellt. Da Grundfreibetrag und Ehegattensplitting wegfallen, beteiligen sich alle an der Finanzierung des BGE. Ein Ausgleich der Geringverdienerinnen ist durch das ausreichend hoch gew├Ąhlte BGE gew├Ąhrleistet. Ein weiterer Erfolg dieser Reform ist die Abschaffung der stillen Progression, die heute bereits Arbeitnehmerinnen mit Medianeinkommen mit dem Spitzensteuersatz belastet.

Sie schreiben auf Ihrer Seite www.fribis.uni-freiburg.de ÔÇ×Die ergebnisorientierte Zusammenarbeit von Aktivisten, NGOs und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen will einen effektiven Beitrag leisten zur gesellschaftlichen Diskussion, zur Umsetzung und Auswertung praktischer Projekte und f├╝r politische Entscheidungsfindungen zum BGE. Die Matrix erm├Âglicht einen intensivierten Transfer von der Wissenschaft in die gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen, wie auch umgekehrt von aktuellen gesellschaftlichen Impulsen in die wissenschaftliche Bearbeitung.ÔÇť

Hierf├╝r sind wir gerne bereit ausf├╝hrlicher Stellung zu nehmen, freuen uns ├╝ber Ihr Interesse und erwarten mit gro├čer Spannung Ihre R├╝ckmeldung!

Vielleicht ist das der Beginn f├╝r eine Diskussion mit der ├ľffentlichkeit.

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