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Bitcoin als (Reserve-)Währung anerkennen


#1

Aufruf: Ich suche Mitstreiter/innen und Experte/innen?
Kontaktart: Kommentar unter Beitrag
Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: Rene Pickhardt?
Bearbeitungsstatus: Entwurf
Redaktionsschluss: 31.1.2018

Einleitung:
Bitcoin erfüllt mittlerweile mehr und mehr alle Funktionen von Geld. Die Währung bekommt zunehmend Aufmerksamkeit von der Bevölkerung, Regierungen (positiv, wie negativ) und aus dem Finanzwesen.
Insbesondere löst Bitcoin das Problem der Existenz einer Zentralen Autorität, die jede Währung bislang benötigt.

Problembeschreibung:

  • Zur Zeit ist Bitcoin weitestgehend unreguliert, Es gibt erste Vorschriften, wie Bitcoinmining und Spekulationen auf Bitcoins zu versteuern sind.
  • Auch Deutschland setzt immer noch auf Gold als eine Reservewährung.
  • Die EZB kann den Euro jederzeit auf oder abwerten. Letzteres geht mittel bis langfristig auf die Kosten der Menschen, die sich durch Sparen um eine private Altersvorsorge kümmern.

Forderungen
Ich möchte gerne dass Deutschland (und letztlich Europa sowie der IWF) den Bitcoin als Währung anerkennt und insbesondere (unter der Voraussetzung, dass unser Zentralbanksystem weiter besteht) als Reservewährung verwendet.

Quellen


#2

Wäre die Anerkennung von BitCoin als Währung aber nicht eher das genaue Gegenteil einer Initiative zur Einführung eines Vollgeldes?


#3

meines Erachtens nicht, da du auf Bitcoin, so wie das System funktioniert keine Giralgeldschöpfung betreiben kannst, da du nur in der lage bist bitcoins zu verleihen, die du auch tatsächlich besitzt. In dem sinne denke ich, dass Bitcoin sogar eine Lösung für ein Vollgeldsystem sein können


#4

Hey Rene,

es mag sein, dass das jetzt kulturpessimistisch klingt, aber ich habe die Befürchtung, dass Internetwährungen den Menschen noch gläserner machen.
Ein regulierter Bitcoin und weitergedacht die Blockchain sorgen zwar dafür, dass Kriminalität wie Konto ausräumen, illegal Musik downloaden etc. kaum noch möglich ist, aber der Mensch ist wie ein offenes Buch für alle, die Einsicht in sein Internetkonto haben. Keine noch so kleinste Abweichung vom Gesetz bleibt der Internetwährung verborgen (das widerspricht meiner Vorstellung einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bzw. des liberalen Staates)
Ein weiteres Gegenargument ist die real existierende Gefahr eines längeren Stromausfalls, der Internetwährungen unverfügbar macht.

Ich weiß, dass ich etwas am Thema vorbei argumentiere, aber ich bin aus den genannten Gründen generell dagegen, dass DiB sich für den Gebrauch von Internetwährungen stark macht.

Beste Grüße Samuel


#5

Bitcoin ist aber eine Private Währung, nach den Prinzip von Aktien… hochspekulativ und unreguliert.

Wenn das als Währung anerkannt wird, fallen keine Steuern an und das wäre das Ende jeden Sozialsystems.
Auch das Anlegen als Staatliche Reservewährung würde den Staat als Regular abhängig von Spekulationen mit und um BitCoin machen…


#6

ich würde gerne richtig stellen wollen, dass sich Bitcoins sehr wohl anonym verwenden lassen, so wie Satoshi Nakamoto es beschreibt in dem mann für jede Transaktion ein neues Wallet erstellt.

Das Problem eines globalen Strom / Internetausfalls sehe ich, spielt aber für die Forderung Bitcoin zu einer Reservewährung zu machen keine signifikante Rolle, denn da geht es nur darum, dass unser Staat seine privaten Schlüssel gut aufbewahrt.

Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass sich Bitcoins zumindest prinzpiell auch in Hartgeld umwandeln lassen, welches ohne die Blockchain gehandelt werden könnte (wobei da noch einige technische Hürden, wie z.B. die Verschlüsselung der privaten Schlüssel gemeistert werden müssten) Ich denke jedoch es obliegt nicht der Politik, derartige Problem auf technischer Ebene zu lösen.


#7

Jede Währung verhält sich nach dem Prinzip von Aktien… hochspekulativ. Ich sehe also nicht, was den Bitcoin da anders macht.

Wo ist der Unterschied zu Gold? Ist der Staat nicht auch abhängig von Spekulationen mit und um Gold?


#8

Gold ist ein handelbares Edelmetall - ein Rohstoff (Meine Ex ist Goldschmiedemeisterin mit Ladenund Werkstatt)… keine Währung.

Der Unterschied ist, ob eine Währung Staatlich ist oder Privat… Jeder Reichsbürger will seine eigene Währung haben, bekommt sie aber nicht.


#9

Achtung, Halbwissen - nicht einmal von mir persönlich (Ronja, wenngleich von mir nachformuliert), das ich aber als selbst sehr wohl kritisch sehe:

a) die Bitcoin-Technik, als auch deren Alternativen sind wahre Ressourcenfresser. Unter anderem deswegen, weil jeder Teilnehmende Rechner das komplette Backlog seit Entstehen der Bitcoins verwaltet (Was Bestandteil der Sicherheitsarchitektur ist).

b) die Bitcoin-Technik und deren Ableger sind reine Digital-Währungen. Daher sind sie im WorstCase-Szenario nicht nur nichts mehr wert, sondern auch nicht mehr existent. (Stichwort Elektro-Magnetischer (Im-)Puls nach einem Atomkrieg). Sicherheit bei Digitalrechnern gibt es derzeit nicht. (Thema wurde bereits aufgegriffen)

c) Der ‘Wert’ eines Bitcoins steigt derzeit ins unermessliche (letzter bekannter Wert 7000$, vor einigen Wochen waren es noch erst 2000$). Wo ist das Ende? Und weshalb? Klassisches Beispiel einer Blase?


#10

Das wäre auch die dann kommende Inflation, wenn das anerkannt wird, weil keine Gegenwerte geschaffen werden.


#11

Wie kann denn Bitcoin reguliert werden, ohne dass es zu einer staatlichen Kontrolle der Bitcoingenerierung und -transaktionen kommt?


#12

da du selbst von Halbwissen sprichst, mag ich ein Paar Sachen ergänzen und richtig stellen:

Ja das stimmt, die Blockchain hat in den letzten 8 Jahren ca. 160 GB Speicherplatz angesammelt. Das wird in den nächsten 80 Jahren selbst bei weltweiter Adaption zu ca. 1.6 TB anwachsen. Der Grund dafür dass bei stärkerer Verbreitung die Speicherresourcen nicht explodieren ist dass durch das lightning network möglichkeiten bestehen Bitcoin auszutauschen, ohne dass jede Transaktion auf der Blockchain gespeichert werden musst. Jede Festplatte in einem aktuellen Rechner hat mehr Speicherplatz
Wo es tatsächlich resourcenfresser sind ist beim Mining (also beim Betreiben des Netzwerkes) hier geht viel zu viel Strom drauf, das ließe sich aber tatsächlich durch regulation regeln.

Die Blockchain selbst kannst du problemfrei auch nicht digital speichern und deine eigenen Bitcoins sowieso vgl. https://bitcoinblog.de/2014/10/14/so-backt-man-eine-sichere-paperwallet/

Das kannst du dir leicht überlegen, in dem du dir die Marktkapitalisierung von Bitcoin anschaust. Das sind zur Zeit ca. 100 Mrd. Euro. Wenn du die vergleichst mit Währungen wie dem Dollar oder Euro, weißt du zumindest prinzpielle wo das Ende sein sollte. Wenn der Wert von Bitcoin darüber hinaus geht haben wir tatsächlich eine Inflation aber eben auf dem Euro oder wie von dir angesprochen eine Blasenbildung.


#13

Genau das nicht.

Die Inflation ist nicht an das Überschreiten eines Wertes Gebunden, denn die ist nicht frei definierbar.

Sie entsteht durch das Verhältnis von Währung zu Gegenwert. Wird sie verschleppt, kommt es zur Blasenbildung und zum Kollaps.

BitCoin riskiert das nicht nur fahrlässig, sondern spekuliert genau darauf. Wer nicht rechtzeitig die BitCoin-währung in Realwerte überführt hat, der geht leer aus!


#14

Auch wenn ich der Idee des Bitcoin echt angetan bin, bin ich mir nicht sicher, ob wir da nicht vom Regen in die Traufe kommen.

Bitcoin ist unbestritten eine revolutionäre Art des Bankenwesens.
Sie ist seit ein paar Jahren im Einsatz und es sind auch schon einige Lerneffekte durch Diebstähle, Manipulation etc. eingetreten.

Aber um auf so großen Skalen eingesetzt zu werden, wie Du in dieser Idee vorschlägst, halte ich das noch für verfrüht.

Dafür sind noch nicht genug Erfahrungswerte entstanden.
Sie ist gut, aber noch zu komplex, um nicht noch zu viele Bugs zu enthalten.

Auf kleineren Skalen, die nach und nach ausgeweitet werden, könnte ich mich aber mit dieser Idee durchaus anfreunden!


#15

Auf freiwilliger Ebene, finde ich das ok, aber als Währung anzuerkennen zieht einiges mit sich.

Wer haftet für Ausfalle bei Steuereinnahmen?

Wer trägt das Risiko von zwangsläufigen bubbles?

Wer haftet für die Sicherheit?

Ebenso wäre dann jeder Verpflichtet BitCoins anzunehmen - ob er will oder nicht… was ihn auch das Risiko tragen läßt, weil gerade kein Staat und keine ZB dahinter ist.


#16

Dazu:

Schwieriger als die Berechnungen des wahrscheinlichen Stromverbrauchs ist aber die Berechnung der daraus resultierenden Umweltbelastung, da in der Regel unklar ist, aus welchen Quellen die Miner ihren Strom beziehen. Basierend auf Daten eines mongolischen Bitcoin-Mining-Betriebs kommt de Vries aber zu der Überzeugung, dass eine Transaktion in etwa dem CO2-Ausstoß einer 200-Kilometer-Fahrt mit einem Hummer-Geländewagen entspricht.


#17

Warum ausgrechnet Bitcoin und nicht z.B. Ethereum? Wenn man Internetgeld als Währung anerkennen will, dann sollte man sich vielleicht erst mal überlegen, welches das beste ist. Oder sollte man alle anerkennen (und wenn nicht, warum ausgerechnet Bitcoin)?
Internetgeld hat noch mit einigen Problemen zu kämpfen, ein paar davon wurden hier schon genannt. Ich fände es noch zu früh, es als Währung anzuerkennen.

Und als Reserve-Währung? Gold hat sich über Jahrhunderte als werterhaltend gezeigt, und Bitcoin???


#18

Bitcoins haben eine feste Menge deshalb sind sie als Währung ungeeignet. Die Deflation ist damit vorprogrammiert, wie man jetzt auch wieder sieht.

Gold hat einen “Mehrwert”. Man kann daraus Dinge herstellen.

https://www.rt.com/business/407917-barrels-oil-mining-bitcoin/
“The bitcoin mining industry consumes 22.5 TWh of energy annually, which amounts to 13,239,916 barrels of oil equivalent. With 12.5 bitcoins being mined every 10 minutes, that means the average energy cost of one bitcoin would equate to 20 barrels of oil equivalent.”

Das sind schon gigantische Mengen die da für “nichts” verschwendet werden.


#19

Nee, lass mal. Also selbst das, was von den hier auftretenden Befürwortern an Schlechtwissen verbreitet wird, ist ja furchterregend.

“Meines Erachtens…” + “…habe ich den Eindruck” + “technische Hürden müssten noch gemeistert werden”…

Was soll das? Schlagt etwas vor, wenn es Hand und Fuß hat!


#20

Das stimmt übrigens nicht und ist lediglich Wunschdenken.

BitCoins erfüllen die Funktionen von Geld etwa so wie Fleischklößchen:

  • Beide sind DIREKTE Zahlungsmittel, (Gut gegen Gut) und keine indirekten Zahlungsmittel (Geld gegen Gut)
  • Beide eignen sich zum Aufbewahren (Datenspeicher oder Tiefkühltruhe) Hier wird es aber anders definiert (siehe deinen eigenen Link)
  • Als Wertmess- und Recheneinheit sind BitCons gar nicht geeignet, da sie hoch spekulativ sind (das ist das genaue gegenteil!) und Fleischklößien behalten wenigsten ihr standardisiertes Gewicht bis zum Verzehr.

Schon die Grundannahme ist komplett falsch… es wäre schon gut, wenn WIR als Partei auch vorher den Inhalt der der Initiativen etwas professioneller erarbeiten würden, wenn wir uns nicht genau so lächerlich machen wollen, wie andere…