Bildungsrevolution jetzt!


#21

Vor allem deshalb , weil ein “Ranking” in der Inklusion Diskriminierung wäre , also das Gegenteil von Inklusion .


#22

Danke Raba, du hast es auf den Punkt gebracht:

Seit Jahrzehnten! werden Schüler*innen mit Behinderungen aussortiert und haben praktisch keine Chance auf einen regulären Schulabschluss und damit keine Chance auf Teilhabe am Arbeitsmarkt, weil sie keine Berufsausbildung mit regulärer Prüfung und offizieller Anerkennung machen können.

Deshalb muss aus meiner Sicht eine grundlegende Erneuerung des Bildungssystems Hand in Hand mit der gleichzeitigen Einbindung der Schüler*innen mit Behinderungen gehen.

Wenn schon Revolution, dann richtig.

Es darf keine zwei Bildungssysteme mehr geben!


#23

Ich höre schon wieder die Pfennigfuchser : >Was das kostet !?< Stimmt , man bräuchte mehr Lehrkräfte . Doch die gibt es ja schon in den Sonderschulen , von denen man die Meisten dann schließen könnte . Es dürfte also mindestens kostenneutral sein , wenn nicht sogar ein Plus unter dem Strich .

Aber was viel wichtiger ist , hat @miri oben schon geschrieben und im TK-Bildung steht , wenn ich es richtig verstanden habe , der herkömmliche Frontalunterricht nicht allzu hoch im Kurs - und das zu Recht . Es genügt nicht , eine moderne Schule mit digitalen Hilfsmitteln auszustatten ; die alleine machen ein Bildungssystem nicht modern .

Moderne Bildung beginnt mit guten Lehr-und Lernmethoden , mit Vermittlung von sozialer Kompetenz , mit vielfältiger Erziehung ; will sagen : sie beginnt mit echter Inklusion und zwar schon ganz früh in der Entwicklung unserer Kiddys .


#24

Noch etwas ist mir in diesem Zusammenhang sehr wichtig:

Die Schüler*innen sollen von Anfang an lernen, dass es Menschen mit Behinderungen gibt. Das sie “normal” sind und nichts besonderes, dass sie vielleicht nicht alles können, aber Jede*r besondere Fähigkeiten hat, die die Gemeinschaft nutzen kann.

Auch die Schüler*innen ohne Behinderungen können von dem inklusiven Schulsystem profitieren, kleinere Klassen sind für alle gut, zusätzliche Lehrkräfte ebenfalls.

Auch laufen die stilleren, langsameren Schüler*innen nicht mehr Gefahr untergebuttert zu werden.

Des weiteren ist das der beste Weg, den Konkurrenzkampf unter den Schüler*innen zu beenden. Nicht gegeneinander sondern miteinander.

Das folgende ist hier eigentlich OT, ich schreibe es trotzdem, als persönlichen Erklärungsversuch, wie es in Deutschland zu diesem zweigeteilten Bildungssystem kommen konnte, ich möchte diesen Teil hier nicht weiter diskutieren, wer das möchte, soll bitte einen neuen Thread eröffnen.

Meiner Meinung nach liegen die Wurzeln dieses zweigeteilten Bildungs- und Arbeitswesen (Werkstätten für Menschen mit Behinderungen) in der Zeit des Nationalsozialismus:

Damals wurden Menschen mit Behinderungen systematisch aussortiert, in besondere Heime gesteckt und ja, auch umgebracht. Das Wort Euthanasie hat seitdem in der deutschen Sprache einen unguten Beigeschmack, wird eigentlich nicht mehr verwendet. Dabei heißt es ursprünglich nur Sterbehilfe, doch das was die Nationalsozialisten daraus gemacht haben war Mord.

Auch nach dem zweiten Weltkrieg behielt man in Deutschland die Praxis bei, Menschen mit Behinderungen von denen ohne Behinderungen zu trennen.

Das zieht sich bis in die heutige Zeit durch und es ist höchste Zeit diesen Umstand zu beenden, Menschen mit Behinderungen haben die gleichen Rechte wie Alle, dies nicht zu berücksichtigen, bedeutet Diskriminierung.


#25

Bitte jetzt nicht wieder so verfahren, dass man erklärt bzw. davon ausgeht, ein “perfektes” inklusives Bildungssystem würde allen gerecht. Das wird es mitnichten. Daher sehe ich auch hier die Vielfalt von Nöten, in dem Fall die Vielfalt des Angebots an unterschiedlichen (Bildungs-)Modellen.

Wir erinnern uns: es gibt nicht die eine Lösung.


#26

@Miri

Deine Zuordnung zum Nationalsozialismus ist nicht richtig.
Die spezifischen Schulformen gehen auf das 17. und 18. Jahrhundert zurück.

Bsp.
Franke eröffnete etwa 1690+ Armenschule, Bürgerliche Schule und Latinum.
Pestalozi begann um 1770 mit Sonderschulen.
Die Familie Pestalozi war persönlich betroffen und hatten behinderte Kinder aber taten alles ihnen mögliche für ihre Kinder später auch für andere Kinder.

Nachtrag: was aber dem Nationalsozialismus angelastet werden kann/muss ist, dass sie Einrichtungen für behinderte Kinder quasi liquidiert haben und zweckentfremdet haben.


#27

Die Forderung nach Inklusion kommt nicht von ungefähr:

In Deutschland wird gegen die UN-Behindertenrechtskonvention verstoßen:

https://www.behindertenrechtskonvention.info-bildung-3907/

Das ist kein kann, sondern ein muss!

@MDK, meine Aussage zu den Nationalsozialisten bezog sich auf die ideologische Rechtfertigung Menschen, aus welchen Gründen auch immer, die Existenzberechtigung zu entziehen, im Bezug auf die Menschen mit Behinderungen gipfelte das in dem Begriff “lebensunwertes Leben”.


#28

Mir ist gerade noch etwas aufgefallen. Es ist die “Regenbogenschule” verlinkt. Das ist ja zufälligerweise eine Erfurter Schule und mehrere Freund*innen sind auf die Schule gegangen. Falls ich Zeit habe, kann ich mich da mal erkundigen, wenn ihr Fragen habt oder so.