Bildungreform und Transparenz durch revolutionäre Werwaltungssoftware

Hallo Bildungsinteressierte,

steht alles ausführlicher im PDF.

Ich suche Mitstreiter*innen, Expert*innen und Prüfer*innen.
Kommentar unter Beitrag
Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
von Philipp
Idee / Entwurf
Ende: 30.09.2019

Eine maximal effiziente Lösung, um Lehrerinnen, Lehrer und Verwaltungsbeamte zu entlasten.

Problem:
Aktuelle Bildungspolitik

Forderung:
Investition des Staates in eine Konzepterstellung und Umsetzung durch Entwicklung von Software, begleitet von öffentlicher Diskussion.

Quellen: 4 Jahre Lehramt und www.ccn.com diverse Artikel der letzten 2-3 JahreBildungsreform.pdf (24,9 KB)

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Deine Tech. Lösung in allen ehren, aber ehrlich gesagt bin ich überzeugter von der untech. Umsetzung:

Quarks & co: Schule ohne Noten

Hallo Uwe,
bei meinem Vorschlag geht es eher um die Organisationsform, also die Verwaltung des Ganzen. Hier ist viel Potenzial die Lehrerinnen und Lehrer zu entlasten, damit sie mehr Zeit für die Schüler haben.
Schule ohne Noten unterstütze ich auch, ein Kompetenzraster ist einfach wertschätzender und hat eine positive Wirkung auf unsere Kinder und ihren Lernwillen.
In einer jahrgangsübergreifenden Organisationsform kann man sogar, für die Kinder die es wollen (und für die Eltern auch:grinning:), Frontalunterricht neben anderen Unterrichtsformen anbieten. So kann jeder Schüler wählen.

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Hallo Bildungsinteressierte,

zum Thema Bildungsreform möchte ich aus Sicht eines Lehrers und Technerds etwas beitragen.

In der bisherigen Diskussion stimme ich auf jeden Fall dem Konzept des Kompetenzrasters zu. Wenn wir die Kompetenzen, die es überhaupt an der Schule zu erlernen gibt, in einem Raster darstellen bekommt jeder Schüler und Lehrer eine Übersicht über die erlernbaren Fähigkeiten.

Warum Kompetenzraster?

  • wertfrei lernen, Fähigkeiten erlernen statt bewertet werden

  • Abschaffung der Klassenstufen für ein generelles jahrgangsübergreifendes Lernen, jeder kann in seinem Tempo lernen

  • ermöglicht allgemeine Schulen ohne Nachteile befürchten zu müssen, nur weil mein Kind nicht auf das Gymnsium geht

  • ermöglicht Inklusion erst wirklich

Problem:

Nun komme ich zu meinen Technerd Ideen. Ein großes Problem ist der Verwaltungsaufwand für den Lehrer und der Administration dahinter. Hier gibt es keinerlei Transparenz, die Lehrer werden angehalten immer mehr Verwaltungsaufgaben zu erledigen und wenn man etwas von seinem Dienstherren möchte, hat man das Gefühl seinem schlimmsten Feind gegenüber zu stehen. Anträge, Formulare, Noten, Anwesenheit und Zeugnisse schreiben, da bleibt nicht genug Zeit für die Schüler. Meiner Meinung nach ist Das ein Hauptgrund für überlastete Lehrer, die als Folge davon vor allem ihrer Papiere sauber halten, der Schüler bleibt auf der Strecke.

Lösung:

Neu und von vielen Leuten missverstanden ist die Blockchaintechnologie. Bildungsreform durch Blockchaintechnologie. Man kann sich so eine Software wie eine Cloud vorstellen, ohne dass eine Serverfarm betrieben werden muss. Nun bekommt jeder Schulrechner und die Schulaufsicht so eine Software. Hier können Lehrer alles nötige eintragen. Und ich meine wirklich „Alles“, was mit Schule zu tun hat, kann über diese Software organisiert werden.

Aber halt dann kann ja jeder alles sehen, was ist mit dem Datenschutz? Kein Problem, man kann die Daten komplett verschlüsseln. Zugang hat dann immer nur derjenige, der auch berechtigt ist. Man kann auch die biometrischen Daten des Schülers als Schlüssel verwenden. Somit hat niemand die Möglichkeit etwas zu ändern, ohne Wissen/Anwesenheit des Schülers.

Hat man also solch ein Kompetenzraster in einer Blockchain dargestellt, kann jeder Schüler und die Eltern die täglichen Fortschritte direkt einsehen. Jeder Schüler kann sehen was in seiner Schulzeit noch alles zu lernen gibt. Solch eine Übersicht kann motivieren oder auch ein Gefühl von Aussichtslosigkeit erzeugen. Es kommt hier also auf die Darstellungsweise an.

Welche Vorteile hat das ganze denn jetzt noch? Angenommen wir haben ein individuelles Lernklima und jeder Schüler kann sich ausuchen, was er heute machen möchte. Dann möchte er an einem Montag zu Mathe gehen. Leider ist der Lehrer krank. Der Vertretungslehrer kann nun mit Hilfe des Schülers in dessen Profil schauen und sehen wo er zuletzt dran gearbeitet hat. In dieser Blockchain sind auch, zu jeder erlernbaren Kompetenz Unterichtsstunden/Arbeitsmaterialien abgelegt und der Schüler kann unabhängig vom Lehrer, natlos weiter arbeiten.

Die dort abgelegten Unterichtsstunden kommen von der Schulaufsicht und werden von den Fachseminaren konstant weiter entwickelt. In der Lehrerausbildung lernt man dann erprobte Konzepte und muss sich nicht Alles allein ausdenken. Auch eine Variation der Aufgaben, für unterschiedliche Lerntypen, für jede Kompetenz ist denkbar.

Lehrer brauchen nie wieder Zeugnisse schreiben und die Lernzeit kann voll ausgenutzt werden. Ein Schüler, der sich nach der Schule auf einen Ausbilgungsplatz bewirbt, gibt seinem potenziellen Arbeitgeber einen temporären Zugang zu seinen Daten. Der Arbeitgeber kann sich auf die Richtigkeit der Daten und den Kompetenzen verlassen, da eine Fälschung von Zeugnissen nicht mehr möglich ist.

Zur Berufsorientierung ist so eine Bildungsblockchain ebenfalls hilfreich. Berflich zu erwerbende Kompetenzen und ihre in der Schule zu erwerbenden Vorraussetzungen, können dort ebenfalls dargestellt werden. Das Gleiche gilt für ein angestrebtes Studium usw. .

Die Schulaufsicht und die Schulleitung können anhand von statistischen Metadaten sofort erkennen, ob es überdurchschnittliche Abweichungen vom normalen Verhalten gibt. So können Mißstände erkannt werden, gleich wenn sie auftreten und nicht als böse Überraschung bei der Zeugnisausgabe. Das Schulamt bekommt die Möglichkeit sofort zu intervenieren. Heutzutage führt die Schulaufsicht Schulinspektionen durch, und bekommt natürlich eine rausgeputzte Schule zu sehen, bei der Mißstände, seitens der Schulleitung, gern vertuscht werden. So sieht die Schulaufsicht immer nur eine verfälschte Momentaufnahme, statt ein konstantes Monitoring praktizieren zu können.

Auch die Mißstände, praktiziert durch das Schulamt, können dadurch offen gelegt werden. Die Transparenz behördlicher Aktionen, wie die Verteilung der Schüler auf die Schulen, durch diese Technologie ist beispiellos. Gäbe es diese Software schon heute, könnte man dem berliner Schulamt die heute praktizierte Seperation, statt Inklusion nachweisen.

Brennt eine Schule komplett ab, sind alle Daten sicher, nichts muss noch Mal gemacht werden. Wird eine Schule mit einem Verschlüsselungsvirus infiziert (Ransomware), muss nur die Blockchain neu runter geladen werden, alles wieder da.

Insgesammt werden die Lehrer durch Entlastung, bei der Vor- und Nachbereitung des Unterichtes, beim Zeugis schreiben und sonstigen Verwaltungsaufgaben mit diesem Konzept stark entlastet. Lehrer haben wieder mehr Zeit für ihre eigentlich Aufgabe. Es werden allgemein weniger Verwaltungsbeamte benötigt, die den Staat an anderer Stelle unterstützen können.

Dies ist kein fertiges Konzept aber bereits eine prizipielle Lösung, die an Effizienz kaum zu überbieten ist.

Mögliche Umsetzung:

Der Staat investiert 10-20 Mio Euro in die Konzepterstellung und Entwicklung der Software (1-3 Jahre). Auf einer öffentlichen Plattform kann das Konzept durch die Bürger diskutiert werden. Danach könnte das Projekt als Open Source Projekt weiter laufen, um dem Bürger transparenz zu ermöglichen und interessierten Entwicklern und Datenschützern die Möglichkeit zu geben, die Software vor dem Einsatz auf Mängel zu überprüfen. Auch eine Erweiterung zu Universitäten und Berufschulen ist möglich. 1 Jahr Testphase an ausgewählten Schulen und schließlich Etablierung im ganzen Land. Danach spaart der Staat ca. 100 Mio Euro jährliche Ausgaben ein und hat gleichzeitig ein echte Bildungsreform auf dem Weg gebracht.

Probleme und Gefahren:

Hier sind in der Zukunft, Daten von allen Bürgern gespeichert. Eine Verschlüsselung und ein sicheres System sind hier enorm wichtig. Open Source hat den Vorteil, dass viele Menschen die Möglichkeit haben, die Arbeit zu überprüfen. Es birgt aber auch die Gefahr, dass jemand einen Fehler in der Software entdeckt und ihn ausnutzt.

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Auf den ersten Blick klingt das stimmig und effektiv und ist sicher auch technisch umsetzbar. Entlastung von Verwaltungsaufgaben befreit auch für andere Tätigkeiten, sicher ein gutes Ziel, nicht nur in der Schule.

Wenn ich mir dann aber in echt vorstelle, das alles über Schüler*innen erfaßt wird, dann überkommt mich ein gewisses Gruseln, wenn ich ehrlich bin. Alles wird gläsern, alles wird als meßbar definiert, alles bleibt für ewig dokumentiert. Wo ist Raum für Entwicklung? Für Fehler? Für individuelle Bedürfnisse? Für die pädagogische Beziehung, die auch mit Gefühlen, Erwartungen oder Sympathiefaktoren einhergeht, die nicht standardisiert erfaßbar sind?

Wir sind denn solche eher weichen Faktoren einzubinden?

Würde damit nicht eine Scheinobjektivität geschaffen?

Und wenn so ein Tool eingeführt wird, muß es ja auch gefüttert werden, also wird wieder Verwaltungsarbeit, nur eine neue, anfallen. Mit all den Unsicherheiten, die es jetzt ja auch gibt: sorgfältige und zeitnahe Dateneingabe, Einhalten von Standards der Bearbeitung und der Datenerhebung usw. Auch das hat ja nicht so viel mit dem eigentlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag gemein und bindet wieder Zeit und Ressourcen.

Kannst du dazu noch etwas mehr ausführen?

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:heart: Willkomm bei uns und danke für das spannende Thema.

Versteckte offtopic-Inhalte

Danke auch, dass du den gesamten Text nochmal eingefügt hast und nicht in der PDF belassen hast. Wenn du Fragen zum Vorgehen, zum Marktplatz oder sonstwas hast, sag Bescheid. Es gibt auch Pat*innen, die helfen können.

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Klar sehr gern!
Da ich mit den anderen Initiativen und dem Konsens im Bereich Bildung weitestgehend überein stimme, bin ich nicht näher auf die Unterrichtsformen eingegangen. In einem jahrgangsübergreifendem System können Schüler sich im Prinzip aussuchen, welchen Lernstoff sie heute bearbeiten möchten. Klar ist, dass Das nicht ohne Begleitung und Anleitung von Lehrern geht.
Hat der Schüler sich entschieden, was er machen will, muss er den Raum mit dem Angebot aufsuchen und kann dort in seinem Tempo den Stoff bearbeiten.
Kommt der Schüler an einen Punkt, wo er eine Kompetenz erlernt hat, kann der Lehrer ihm die Kompetenz bescheinigen und in die Bildungsblockchain eintragen. Ich finde hier gibt es viel Raum für Entwicklung und Fehler, da am Ende nur die erlernte Fähigkeit wertfrei gewürdigt wird. Egal wie lange der Schüler dafür gebraucht hat.
Scheinobjetivität haben wir im aktuellen Notensysten, Kompetenzen hingegen sind meistens viel klarer messbar.
Ja, Das muss gefüttert werden, aber Lehrer füttern aktuell mehrere Kursbücher, Akten, Formulare und Zeugnisprogramme. Dann muss das Ganze übertragen werden und nicht alle Kollegen schaffen es rechtzeitig, dann fehlen Noten und man darf später noch ein Mal anfangen. Idealerweise ist die ganze Verwaltungsarbeit gleich mit Stundenende erledigt.
Ja, richtig alle Daten in einer Blockchain, Das hatte ich unter Gefahren und Probleme formuliert, weil hier ein Handeln und drauf los machen, völlig in die Hose gehen kann. Hier muss ein Konzept, zusammen mit Sicherheitsexperten, Datenschützern und der Öffentlichkeit erarbeitet werden, um die konkrete Umsetzung transparent und sicher zu gestalten.
LG

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Danke, fühle mich hier auch Willkommen. LG

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Die Initiative scheint mir einige Antworten auf (auch hier schon oft gestellte) Fragen zur Modernisierung des Unterrichts zu geben . Was ich aber vermisse , ist , ab welchem Schuljahr das System greifen soll (für die Unterstufe scheint es mir eher ungeeignet) und wie soll es Inklusion gewährleisten ? In welchem Bundesland sollen wir das fordern , oder ist es nur möglich , wenn Bildung Bundessache wird ?

Die Fakten sind klar und von Dir verständlich beschrieben (Danke dafür) , doch wir wollen politische Rahmenbedingungen für Bildung verbessern . Daran arbeitet ein Themenkreis schon eine ganze Weile . Vielleicht kannst Du Deine Ideen dort mit einbringen ? Dann brauchst Du nicht (möglicherweise unnütz) parallel arbeiten und hättest auch gleich Mit-Initiator/innen und Erstunterstützer/innen . Ich bin da nicht selbst involviert , erinnere mich jedoch an zwei Aktive zur Kontaktaufnahme : @megaera , @Surfista

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Danke für den Hinweis, ich lese Mal im TK nach. LG

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Was mich an diesem Konzept stört, ist die möglicherweise mangelnde Privatsphäre der Schüler, wenn alles gewissermaßen “online” läuft, sehe ich große Gefahren, dass sensible Daten in falsche Hände geraten.

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Dass es online läuft, heißt ja nicht, dass alle Zugriff haben.

Gerade eine “Bundesbildungsplattform” bietet die Chance, dass europäisches Recht und guter Schutz gewährleistet sind.

Apple und Google versuchen gerade, mit eigenen Plattformen Fakten zu schaffen. Da sollte man gegensteuern.

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Mmmh interessant, seit Jahren schallt es immer unwiderlegt, dass Frontalunterricht die schlechteste aller Lehrformen ist. Ich kann auch nicht erkennen warum, unter der Verwendung der CBC-Technologie Zeit eingespart wird. Hier fehlen schlüssige Zusammenhänge.

Auch in diesem Beitrag passen Intro, Problem und Lösungsvorschlag nicht zusammen.

Edit: Bitte in einen Sachtext, keine Abwertung rein interpretieren. Ich will nur zum Ausdruck bringen das es für mich keinen logischen Sinn ergibt. Für mich schnaggelt es nicht.

Also bitte an unsere Kommunikationsregeln denken, gute Absichten unterstellen und die Menschen wertschätzen.

@Philipp, meinst du etwas wie die HPI Schul-Cloud? Das ist eine feine Sache, das HPI ebenfalls:
https://hpi.de/open-campus/hpi-initiativen/schul-cloud.html

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Nein, Blockchain braucht keine Server mehr. File coin und SC Sia sind solche dezentralen storage Plattformen, die könnte man auf Eignung untersuchen, dann einen Softwarefork, sofern Open Source, machen und die Software in eigener Sache erweitern.
HPI, was ich davon versanden habe, sah gut und nach einem Fortschritt aus, vor allem hat der Staat Mal mit Open Source endlich was richtig gemacht.
LG Philipp

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Hier geht weniger um den Unterricht, mehr um die Verwaltung dahinter und welche Möglichkeiten sich ergeben, da einige halt auf Frontalunterricht stehen.

Ja genau, deshalb ist es wichtig darüber zu sprechen. Die Verschlüsselung einer Blockchain ist sehr sicher, da braucht man keine Angst zu haben, wenn man es richtig bedienen kann. Das ist der nächste große Schritt, es nutzerfreundlicher und somit sicherer für den Nutzer zu machen. Es gibt auch schon Lösungen, die den EU Datenschutzverordnungen entsprechen.
https://www.btc-echo.de/pressemitteilungen/bonebits-dsgvo-konformes-loeschen-und-aendern-von-daten-auf-einer-oeffentlichen-blockchain/