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Bafög abschaffen - bedingungsloses Ausbildungsförderungsgeld


#1

Aufruf: Ich suche Mitstreiter*innen
Kontaktart: Kommentar unter Beitrag
Inhaltliche Diskussion erwünscht?: Ja
Eine Initiative von: @braegeljess @gedankenwind @Richtherich
Bearbeitungsstatus: Idee
Redaktionsschluss: offen

Einleitung:
Momentan werden Studentinnen in Deutschland durch das Bafög finanziell unterstützt. Die Höhe der Förderung und die Entscheidung, ob Studentinnen überhaupt “förderungsbedürftig” sind, ist abhängig von den Eltern.

Problembeschreibung:

Oft führt das zu Problemen und die Bedingungen sorgen dafür, dass viele Student*innen während des Studiums arbeiten müssen und die Regelstudienzeit nicht einhalten können.
(Noch zu ergänzen: Andere Ausbilungsformen)

Forderungen
Alle Ausbilungsformen sollten bedingungslos gefördert werden. Das Einkommen der Eltern oder ggf. der Lebenspartner*innen dürfen dabei keine Rolle spielen.
In Schweden werden z.B. unabhängig vom Einkommen der Eltern alle Student*innen gefördert, wobei hier die Höhe von 300 Euro als zu niedrig eingestuft wird. Wir wollen eine Förderung, die es den Student*innen erlaubt zu leben und zu studieren. (Höhe wird noch festgelegt)

Quellen


#2

Da verweise ich mal auf diesen Thread, da wurde das schon mal vorgeschlagen, ist dann aber iwie verebbt:

https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/bafoeg-reformieren-und-gerechter-gestalten/6277


#3

Und ich habe extra vorher gesucht :frowning:


#4

so wie ich das sehe, ist @richtherich nicht mehr auf dem MP, dann könntest Du das Thema ja übernehmen oder du fragst nochmal die mods, ob er jetzt irgendwie anders heißt und stimmst dich mit ihm ab.


#5

Ich würde mich an der Initiative beteiligen. Aus der Diskussion von @Richtherich habe ich mich damals zurückgezogen, weil die Forderung nach einer Bedarfsprüfung sehr stark vertreten war. Davon würde ich aber absehen, da es bürokratisch ist.


#6

In Anbetracht der Tatsache, dass wir auch bedingungsloses Grundeinkommen fordern, wäre eine bedingungslose Förderung der Ausbildung ein sehr effektiver Schritt in diese Richtung.

Sollte es ein BGE geben, dann wäre diese Ausbildungsförderung vielleicht auch nicht mehr aktuell.

Freut mich, wenn du dabei bist, liebe @gedankenwind


#7

Ich habe meine Ini damals nicht weiterverfolgt, da ich mit dem Ergebnis der Diskussion nicht zufrieden war. Ich halte die Bedarfsprüfung auch nicht für sinnvoll, da eines meiner größten Anliegen die Reduktion von bürokratischen und formalen Hürden war.


#8

Darum geht es mir hier auch. Daher würde ich hier nochmal diskutieren wollen. Ziel ist es, die Initiative für bedinungslose Forderung zur Abstimmung zu kriegen.


#9

Ich würde über die Finanzierung diskutieren wollen. Eine Mischung aus staatlicher Förderung und Darlehen (wie bisher beim Bafög) würde ich persönlich für vertretbar halten. Was meint ihr?


#10

Idealerweise wäre eine staatlich finanzierte Förderung mein absoluter Favorit. Ich bin da allerdings auch keine Expertin.
Im Vorfeld habe ich auch über eine gesplittete 50/50 (staatlich/Darlehen) Förderung nachgedacht. Allerdings uneingeschränkt - egal welche Ausbildung --> (hier ist bestimmt auch noch Bedarf zu reden!)


#11

Ich halte das bisherige Modell auch für haltbar. Ich beziehe selbst Bafög und muss auch ca. 10.000,- € zurückzahlen. Klar ist das erstmal viel Geld, aber wenn man dagegen stellt, wie viel ein Studium für den Staat kostet, dann ist das nur ein kleiner Bruchteil und für mich völlig gerechtfertigt. Zudem sind die 10.000,- € auch nur aus dem Bachelor und da das die Höchstgrenze an Darlehen ist, bekomme ich den Master sozusagen umsonst.


#12

Tatsächlich glaube ich, dass das Darlehen dazu führt, dass eine bedingungslose Förderung mehr Akzeptanz bekommt. Denn so müssen auch die, die “angeblich kein Bafög brauchen”, einen Teil zurückzahlen.

Ich habe meinen Teil, zum Beispiel, alleine nach dem Studium zurückgezahlt, und ich kenne Modelle, wo Eltern schon während des Studiums Geld anlegen, um das später den Kindern zu geben für die Rückzahlung.


#13

Seid ihr euch der Konsequenz bewußt?

Wenn auch nicht bedürftige, die Hälfte finanziert bekommen, obwohl sie es nicht brauchen …

… und dafür die, die es brauchen NUR noch die Hälfte bekommen…

Wer ist Gewinner und wer Verlierer dieses Modells?

Reiche Eltern sparen die Hälfte und die Kinder armer Eltern können von einer halben Finanzierung gar nicht studieren!

Klassisch für den Neoliberalismus, der sich in Skandinavien unter dem Deckmantel des Wohlfahrtstaates breit gemacht hat.


#14

Wieso nur die Hälfte?

Ich finde diese Bedarfsfeststellung ist nicht ausgereift und zudem auch problematisch. Ja, Eltern sind für die erste Ausbildung ihrer Kinder finanziell zuständig. Dennoch glaube ich, dass viele Menschen kein Bafög bekommen, die es gebrauchen könnten.

Wer profitiert von einer bedingungslosen Förderung der Ausbildung?
Menschen, die sich mit ihren Eltern auseinandersetzen müssen, von denen sie sich aus Gründen distanziert haben.
Menschen, die in Patchworkfamilien leben und sehr nachteilige Doppelberechnungen erleben.
Student*innen, denn sie sollen angeblich nun mündig und verantwortlich sein und sind gleichzeitig abhängig.
Menschen, deren Eltern laut Bedarfsfestellung genug verdienen, die aber kein Geld bekommen und daher nicht studieren können bzw arbeiten müssen.
Student*innen, deren Eltern ihre finanzielle Macht missbrauchen.

Regelstudiennzeiten werden immer kürzer, immer mehr Student*innen müssen arbeiten und schaffen diese Zeiten nicht. Die Konsequenzen sind weitreichend.


#15

Lieber Marcus,
bitte sei doch etwas konstruktiver in deiner Kritik.

Kennst du Zahlen dazu?

Es wäre eine volle Finanzierung, die nur nach Eintritt in das Berufsleben anteilig zurückgezahlt wird. Ein entsprechendes Einkommen vorausgesetzt.


#16

Ich verstehe deine Anmerkung nicht.
Es ist doch nur mehr als sinnvoll, wenn alle den gleichen Betrag bzw. überhaupt eine staatliche Unterstützung bekommen können und entweder man nimmt es in Anspruch oder nicht.
Natürlich sparen dann die reicheren Familien Geld, aber wie viele Menschen betrifft das denn bitte in Deutschland? Ich kenne so viele Studierende, die gerne Bafög bekommen würden, es aber nicht dürfen, weil deren Eltern zu viel verdienen. Das finde ich ungerecht.
Für mich war das Studium ein Schritt hin zu mehr Unabhängigkeit von meinen Eltern, deshalb war ich froh Bafög zu bekommen, um meinen Eltern nicht auf der Tasche zu liegen. Das geht sicher vielen so, unabhängig vom Einkommen der Eltern oder des sozialen Status in der Gesellschaft.


#17

Aktuelle habe ich nicht vorliegen, aber ich hab HoPo lange genug gemacht um das Prinzip zu kennen und auch selber den Weg durch… übrigens ein alleinerziehendes Kind.

Das Bafög Amt geht generell in Vorkasse und treibt das Geld notfalls von zahlungsunwilligen Eltern ein… um korrekt zu sein!

Solange die Gesamtaufwendungen konstant bleiben, dann wird innerhalb der Bafögempfänger umverteilt.

Hier von Bedürftigen zu denen, die auf Grund der Vermögens/Einkommens ihrer Eltern nicht bedürftig sind.

Des weiteren laßt ihr außer Acht, daß es nicht Bafög ganz oder gar nicht gibt, sondern das, was im Topf ist sehr differenziert verteilt wird.


#18

Jetzt habe ich zahlen:

https://www.bafög.de/de/welche-bedarfssaetze-sieht-das-bafoeg-vor--375.php

Und jetzt erklärt ih mit mal bitte, was ein “Arbeiterkind” oder eines, wo Vati und Mutti nichts dazu tuen können, mit 300 Euro (in Schweden, wo die Löhne und das Existenzminum deutlich höher ist) anfangen soll außer darauf zu verzichten, weil es sonst keine Sozialhilfe oder ähnliches bekommt?


#19

Lieber Marcus,
ich denke nicht, dass @braegeljess die Höhe von 300 Euro als gesetzt angesehen hat. Schweden ist nur ein Beispiel für den Denkansatz.


#20

Klar ist das nur ein Beispiel.

Ich möchte deutlich machen, daß es nur Sinn macht, wenn es in Ramen eines BGE - wo ich ja total dafür bin - betrachtet wird… also ein vollwertiges Bafög in höhe eines Existenzminimums mit dem man auch studieren kann.

Weniger führt eher zu mehr Studienabbrüchen.

Dazu auch die Zahlen hier:

http://www.dzhw.eu/projekte/pr_show?pr_id=240