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#aufstehengegenrechts


#41

Da wĂ€re zunĂ€chst mal zu klĂ€ren, was jemand unter einem “Volksdeutschen” oder einem “Deutschen” versteht. Die Hardliner, die einen Nachweis bis in die 10. Generation fordern (das wĂ€re die Zeit des Alten Fritzen), sind fĂŒr mich absolut inakzeptabel. Andererseits gibt es auch die Pragmatiker, die zwar keine Zuwanderung im großen Stil wollen, mit der aktuell ĂŒblichen Praxis aber keine Probleme gaben. Und die dazwischen Liegenden.

Von mir aus kann jemand Jerome Boateng neben sich blass aussehen lassen. Stört mich ĂŒberhaupt nicht. Vielleicht hatte ich auch schon mal meinen in Nashville TN geborenen Großneffen erwĂ€hnt, dessen Großvater zeitweilig in den USA lebte und der wieder in seinem heimischen Nildelta wohnt. Und der auch einen russischen General als Vorfahren hat. Ich hoffe doch sehr, dass er sich fĂŒrs Hierbleiben entscheidet, wenn er volljĂ€hrig ist.

Um mich genauer gegenĂŒber der AfD positionieren zu können, mĂŒsste ich mir mal deren Programm durchlesen. Nur vom Hörensagen - das reicht mir nicht.

@SirFerence: Gegen Nationalismus, Grenzen, Feindbildung, Kriege, Raubtierkapitalismus mit allen seinen Auswirkungen, 

FĂŒr mehr :heart:, Miteinander, Nachhaltigkeit, Gemeinwohl 


So sehe ich das auch. Mit einer kleinen EinschrĂ€nkung: Solche Grenzen, wie dem bis Ende der 80er existierenden Eisernen Vorhang oder das von Trump geplante UngetĂŒm will ich zwar auch nicht, aber so ganz ohne kann ich mir das vorlĂ€ufig nicht vorstellen.


#42

Herbert, hier zwei AuszĂŒge aus dem Programm der KomplementĂ€rblauen:

7.1 Deutschland nicht abschaffen

Der Erhalt des eigenen Staatsvolks ist vorrangige Aufgabe der Politik und jeder Regierung. Dies kann in der derzeitigen demografischen Lage Deutschlands nur mit einer aktivieren den Familienpolitik gelingen.

7.3.1 Mehr Gerechtigkeit bei Scheidungen

Die Reform des Familienrechts von 1977 fĂŒhrte dazu, dass selbst Straftaten und schwerwiegendes Fehlverhalten gegen den Ehepartner bei der Bemessung finanzieller AnsprĂŒche

nach Trennung und Scheidung oft ohne Auswirkung bleiben. Eine derartige Rechtsprechung ist nicht geeignet, die Partner zu ehelicher SolidaritÀt anzuhalten und beeintrÀchtigt die StabilitÀt bestehender Ehen.

Schwerwiegendes Fehlverhalten gegen die eheliche SolidaritĂ€t muss bei den Scheidungsfolgen wieder berĂŒcksichtigt werden.

7.6 Kinder willkommen heißen

Eine Willkommenskultur fĂŒr Kinder muss sich auch in konkreten Maßnahmen zeigen, mit denen wir vor allem Familien mit unterdurchschnittlichem Einkommen finanziell entlasten und so Mut zu Kindern machen wollen:

Ehe-Start-Kredite mit Teilerlassen fĂŒr Kinder sollen Ehepaare motivieren, eher mit der Familienplanung zu beginnen.

Hamburger Abendblatt: 11.09.07
Die Nazis stellten ihre Frauen- und Familienpolitik stets als modern und zukunftsweisend dar. So konnten junge "reinrassige" Familien, bei denen die Frau ihren Beruf aufgab um Kinder zu bekommen, ein Ehestandsdarlehen beantragen. Das entsprach immerhin rund 75 Prozent des Jahreseinkommens eines Angestellten, und mit jedem geborenen Kind musste ein Viertel des Kredits nicht mehr zurĂŒckgezahlt werden.

Ich habe zur Verdeutlichung die Famlienpoltik der Nazis zum Vergleich gestellt.
Und wenn Du dann noch die Schulpolitik dazu liest und vor allem was und wie dort unterrichtet werden soll, wird der Bezug zu der NSDAP deutlich.
Die KomplementĂ€tblauen haben das Nazi-Programm auf unsere moderne Zeit ĂŒbertragen.
Herbert, dies ist nur ein Auszug. Liest sich doch gut, oder. Und wieviele BĂŒrger fallen auf diese Scharade herein?
Es sind Blender. Die man ernst nehmen muß.


#43

Pure Ideologie der Nazis: “Durchmischung unterbinden”, “Ehebruch sanktionieren”, “Wir schenken dem FĂŒhrer ein Kind”.

Gegenargumente:

Schon die Chinesen haben versucht, sich hinter einer Mauer zu verstecken. Das ist aber dumm, denn nur der Austausch und die Kooperation schaffen langfristig stabile Bindungen.

Die Abschaffung der Schuldfrage bei einer Ehescheidung war eher eine finanzielle Entscheidung. Die endlosen Schlammschlachten binden Unmengen an kostbarer Zeit der Justiz. Gerichte werden zu Moralaposteln und wirkliche Wahrheit gibt es eigentlich eh nicht.

Die Entlastung von Eltern ist gut und wichtig. Aber Menschen in die Ehe zu drĂ€ngen entspringt antiquierten Moralvorstellungen. Eine derartige Moralerziehung ist eher fĂŒr Diktaturen und totalitĂ€re Regimes geeignet. Die AfD wĂŒrde vielleicht gerne wieder einen “FĂŒhrer” einsetzen. Die Mehrheit der Menschen folgt dieser Auffassung glĂŒcklicherweise nicht.


#44

Das Schuldprinzip wurde damals durch das ZerrĂŒttungsprinzip ersetzt. Das machte in vielen FĂ€llen (vielleicht sogar in den meisten) durchaus Sinn. Kleinliche ErbsenzĂ€hlerei und das Waschen schmutziger WĂ€sche bringt zumeist nicht mehr Gerechtigkeit. Bei allzu grobem Fehlverhalten sollte es jedoch der LeistungsfĂ€higere den anderen nicht wie einen Klotz am Bein mitschleppen und als Dank fĂŒrs Krankenhaus-reif-prĂŒgeln dauerhaft alimentieren mĂŒssen. Es bleibt natĂŒrlich die Frage nach der Definition des Zumutbaren.

Ehe-Start-Kredite mit Teilerlassen fĂŒr Kinder sollen Ehepaare motivieren, eher mit der Familienplanung zu beginnen.

Ich sehe da kein grundsĂ€tzliches Problem. Etwas Ähnliches gab es auch in der DDR. Den Trauschein und die Aufgabe der BerufstĂ€tigkeit kann man durchaus zur Disposition stellen.

Es sind Blender. Die man ernst nehmen muß.

NatĂŒrlich sollte man sie ernst nehmen. Doch den Ehrentitel Blender kann man auch vielen anderen anheften.

@Surfista:

Schon die Chinesen haben versucht, sich hinter einer Mauer zu verstecken. Das ist aber dumm, denn nur der Austausch und die Kooperation schaffen langfristig stabile Bindungen.

Ich habe das etwas anders in Erinnerung. Es ging nicht um Abschottung, sondern sich um den EroberungsgelĂŒsten der Mongolen zu begegnen. War eben damals so ĂŒblich. Die Perser machten`s, die Griechen, erst recht die Römer usw. Hat allerdings nicht viel genĂŒtzt. Auch der Limes schĂŒtzte das Römische Reich nicht vor dem Untergang. Wie gewonnen, so zerronnen.

Austausch und Kooperation sind allerdings der SchlĂŒssel zu einem friedlichen Zusammenleben der Staaten und Völker. Nur fair muss es dabei zugehen! Da liegt noch gewaltig viel im Argen. Zum Rassenwahn der Nazis spare ich mir weitere AusfĂŒhrungen. Grenzenlose Migration kann sich jedoch nur auf die Entfernungen beziehen. Bei der QuantitĂ€t bekĂ€men wir gewaltige Probleme.


#45

Ist das dein Ernst oder verstehe ich hier Sarkasmus oder Ironie nicht?


#46

Gab es tatsĂ€chlich. Auch mit Teilerlass. Bei mehreren Kindern innerhalb einer bestimmten Frist - drei waren es wohl - kam es sogar zu einem vollstĂ€ndigen Erlass. Die zwingende Aufgabe der BerufstĂ€tigkeit, um einen solchen Kredit zu erhalten, war in der DDR natĂŒrlich kein Thema. Ob auch unverheiratete Paare darĂŒber verfĂŒgen konnten, habe ich nicht mehr auf dem Schirm. Kann mich allerdings erinnern, dass wir bei unserer Hochzeit 1985 die Altersgrenze schon ĂŒberschritten hatten. 1987 richteten wir unsere neu bezogene Altbauwohnung mit unseren Ersparnissen ein. Ging auch.

Mit dem Nachwuchs klappte es trotz aller LiebesmĂŒh nicht.

Ein echtes Problem sehe ich allerdings in dem heutzutage weit verbreiteten ökonomischen Zwang, zuerst an seiner Karriere basteln zu mĂŒssen, bevor man an Nachwuchs denken kann. DafĂŒr hat man dann eventuell in einem Alter Zeit. in dem man frĂŒher die ersten Enkel erwarten konnte. Aber Social Freezing macht’s möglich - der Klammerbeutel lĂ€sst grĂŒĂŸen!


#47

Was genau schlĂ€gst du eigentlich vor, also fĂŒr die aktuelle Politik, nicht fĂŒr die DDR?

Dass Familien Geld vom Staat bekommen, wenn die Frau ihre BerufstĂ€tigkeit aufgibt und sich um die Kinder kĂŒmmert?


#48

Meine Frage, ob das das dein Ernst war, bezog sich nicht darauf, dass es etwas Ähnliches in der DDR gab, sondern auf folgende Satzteile:


#49

@Sabine:
Da war vielleicht etwas Ironie und Sarkasmus dabei - o.k. Möchte auch die Betonung auf “grundsĂ€tzliches” legen.

@leon:

Dass Familien Geld vom Staat bekommen, wenn die Frau ihre BerufstĂ€tigkeit aufgibt und sich um die Kinder kĂŒmmert?

Die so genannte HerdprĂ€mie. Es ist auf jeden Fall problematisch, den Menschen einen bestimmten Lebensentwurf vorschreiben zu wollen. Könnte eventuell Sinn machen, oftmals aber auch nicht. Man sollte die Betroffenen einfach selbst entscheiden lassen. Und sie sowohl in dem einen wie anderen Fall angemessen unterstĂŒtzen. Entweder durch “HerdprĂ€mie” oder durch UnterstĂŒtzung bei der Kinderbetreuung.


#50

Ironie und Sarkasmus sehe ich hier nicht angebracht.
Das ist stets missverstĂ€ndlich, sehr erklĂ€rungsbedĂŒrftig und daher umstĂ€ndlich.
Und warum dann noch “vielleicht” und “etwas”?


Die Auseinandersetzung mit dem KleinKlein an Programmpunken von AfD und KomplementÀrblauen etc. ist sinnvoll.
Jedoch sollten m.E. die Basen der Programmatiken deren im Blick bleiben.

Sonst besteht eben die Gefahr, sich in KleinKlein-Vergleichen zu verlieren und zu verheddern: dass dies vielleicht auch ĂŒberlegenswert wĂ€re, jenes auch u.U. sinnvoll war (z.B. in der DDR). etc.
Nur liegen stets diverse Programmatiken (um nicht zu sagen Ideologien) dahinter.

M.E. gilt der Blick nach vorn: aufstehengegenrechts sehe ich als Aufruf zur eigenen (DiB-)Konzeption an Vielfalt, MĂŒndigkeit, Teilhabe etc.
Aus den eigenen Konzepten heraus ergibt sich genug GesprĂ€chsstoff ggĂŒ. diverser Programmatiken (um nicht zu sagen Ideologien)
In dem Sinne der Link zu
https://marktplatz.bewegung.jetzt/t/thema-rechtsstaatstattrechts/24804
TK ist im Aufbau (oder formal schon gegrĂŒndet, weiss nicht genau)


#51

vllt können wir dort paar Punkte klÀren :wink:


#52

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